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ZEITSPLITTER
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THEODOR ALBERTUS MAGNUS FREY I SEITEN ÜBER GOTT, WELT UND MENSCH I EXPERIMENTE ZUR GESTALTWERDUNG |
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THEODOR
FREY
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ÜBERSICHT
DER HAUPTTHEMEN Theater I Musik I Literatur I Bildende Künste
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Theodor Frey I München I Seeg /Allgäu (Theo
Frey) |
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Die zusammenfassenden Gedanken finden sich in folgenden Ausführungen |
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Hier einige Philosophen und Theologen sowie philosophische Themen |
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PHILOSOPHIEN
I THEOLOGIEN I RELIGIONEN
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Meine
Beschäftigungen mit den Künsten, |
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Claudel I Shakespeare I Tschechow I Ibsen I . . . . . . . Bruckner I Mahler I Mozart I Messiaen I Schostakowitsch I Wagner I Widmann
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Beispiele meiner Beschäftigungen mit gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Themen |
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WISSENSCHAFTEN
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Und hier einiges Persönliche |
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THEODOR ALBERTUS MAGNUS FREY |
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SEITEN ÜBER GOTT, WELT UND MENSCH I EXPERIMENTE ZUR GESTALTWERDUNG |
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Aufklärung Ganzes
Materie/Geist
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Heidegger
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| Karl Jaspers |
Pantheist - Polytheist - MonotheistEntweder Monotheist, oder Polytheist, oder Atheist, oder .... Oder? Karl Jaspers schreibt über die Philosophie Goethes und stellt seine Fähigkeit heraus, die Vielfalt der Anschauungen und Symbole zu wahren. Goethe wahrt die Freiheit je nach Situation zu denken, etwa Pantheist zu sein, als Naturforscher - Naturwissenschaftler - Welterkunder Polytheist zu s...23.01.2005 Zum Eintrag Wie soll ich handeln? Karl Jaspers im Blick auf Kant Sein Handeln kommt mir wie
ein Bestätigung der Worte von Jaspers vor. "Was können wir
denn tun? Wir können dem jeweils bestimmten moralischen Gesetz
entsprechend ... handeln. Aber das Gute wie das Böse liegt in der
Gesinnung, aus der gehandelt wird. Wir müssen mehr tun als objektiv nach
dem Gesetz zu handeln. Wenn ich mir meine Gesinnung... Karl Jaspers über die
Liebe:(Von der Wahrheit) "Das Wort 'Liebe' trifft Weites und Enges,
Unergründliches und Banales, und doch hat es seinen Klang nicht verloren.
Es wird zwar so leichthin gebraucht, so sentimentalisch gewendet, so
zweckhaft benutzt, so sehr verkehrt, daß wohl eine Abneigu... Karl Jaspers ein großer
Philosoph (1883-1969) auf der Suche nach der Wahrheit in der Zeit
"Wir leben nich unmittelbar im Sein, daher wird Wahrheit nicht unser
fertiger Besitz. Wir leben im Zeitdasein: Wahrheit ist unser Weg. Unsere höchsten
Augenblicke sind unser Innesein des Wahren, sei es im Tun, sei es in der
Wirklichkeit des bewegten Bewußtsein, sei es in der Teilnahme am... |
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Das Jahr 2003 |
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21.12.2003 -längste Nacht -
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"Geben wir dem Advent Gottes wirklich noch eine "Zu-kunft"? Oder haben wir nicht heimlich Gott in das Ghetto einer puren Vergangenheit gefesselt? Die Gefahr ist groß, daß wir diesen Advent Gottes niederhalten vor den Augen unseres Geistes, daß wir uns einringeln und abschirmen gegen ihn. Immer wieder erfindet unser Herz tausend listen, das religiöse Schicksal der Menschheit hineinzuvergessen in eine bloße Vergangenheit, welche die Erinnerung der Jahrtausende längst entschärft und verharmlost hat. Diese Neigung, alles Schicksalhafte des Religiösen gleichsam im Praeteritum zu lesen, geht so weit, daß wir auch in unserer ganz persönlichen religiösen Erfahrung vielfach nur von unserer eigenen Vergangenheit zehren, von der Kindheit und einer frühen jugendlichen Begeisterung, daß wir mithin in diesem fatalen Sinn in den Kinderschuhen steckengeblieben sind, weil wir in geheimer Absicht alles Künftige eines reifen Lebens profanieren und entzaubern, Gott selbst darin sozusagen keine Chance für seine Initiative geben und keine Möglichkeit, sich in jenen Zügen zu enthüllen, die ihn glaubwürdig machen als den Gott schmerzlicher Einsamkeit und Angefochtenheit des Alters. Und dies, weil wir letztlich den noch harrenden Advent Gottes auf uns hin ignorieren und die Wolke des schweigenden Gottes, die adventlich über unserem noch unverfügten Dasein liegt, verscheuchen möchten." Johann Baptist Metz |
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15.12.2003
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Eine große Überschwemmung. Das Wasser dringt schon in die Häuser. Boote kommen, um die Menschen zu retten. Ein Typ steht im Wohnzimmer und betet. Die Leute sagen: "Komm jetzt ins Boot. " Er sagt: "Nein, ich bete, dass Gott ein Wunder macht." Die Männer im Boot: "Okay, wir kommen in einer Viertelstunde wieder." Sie fahren weiter. Als sie wiederkommen, ist das Wasser noch mal gestiegen. Der Mann steht immer noch da, betet und weigert sich, in das Boot zu steigen. Die Männer im Boot: "Beeil dich mit deinem Gebet, wir kommen in fünf Minuten wieder." Das Wasser steigt höher und höher. Die Männer im Boot werden grob, beschimpfen ihn, aber er weigert sich weiterhin einzusteigen. Das Wasser steht ihm bis zum Hals. Er betet und betet. Eine Flutwelle kommt, er ertrinkt. Ist tot. Seine Seele kommt in den Himmel, geht durch die Himmelspforte, sieht ein Licht und fragt: "Mein Gott, warum hast du mich verlassen? Warum hast du kein Wunder geschehen lassen?" Und Gott sagt: "Was für ein Wunder? Ich hab dreimal ein Boot geschickt." |
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26.11.2003
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Gmäeß eneir Sutide eneir elgnihcesn Uvinisterät ist es nchit witihcg, in wlecehr Rneflogheie die Bstachuebn in eneim Wrot snid, das ezniige, was wcthiig ist, ist dsas der estre und der leztte Bstabchue an der ritihcegn Pstoiion sehten. Der Rset knan ttoaelr Bsinöldn sien, todzterm knan man ihn onhe Pemoblre lseen. Das legit daarn, dsas wir nihct jeedn Bstachuebn enzelin leesn, snderon das Wrot als Gnaezs.
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20.11.2003
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17.11.2003
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Globalisierte Emotionen Der neue europäische Antisemitismus / Von Ulrich Beck (Auszüge SZ vom 17.11.2003) ... Die Theorie der Identität, der Gesellschaft und der Politik, die davon ausgeht, dass wir nach wie vor in klar gegeneinander abgegrenzten, nationalstaatlich organisierten Containern leben, wird historisch falsch. Auch das Mitleiden ist in der globalisierten Fernsehkultur nicht länger an das nationale Freund-Feind-Schema gebunden. Seit die Fernsehbilder der Kriegshandlungen und ihrer Opfer überall empfangen werden, begreift man, dass Gewalt in einem Winkel des Globus Gewaltbereitschaft in vielen anderen Winkeln des Globus hervorbringen kann. Wenn Zivilisten und Kinder in Israel, Palästina, im Irak oder in Afrika leiden und sterben, und dieses Leiden in ergreifenden Bildern in den Massenmedien präsentiert wird, dann entsteht ein kosmopolitisches Mitleiden, das zur Stellungnahme aufruft. ... Die Mehrzahl der Deutschen (und der Europäer) akzeptiert nicht die für die deutsch-jüdische Versöhnung so zentrale Unterscheidung von Juden und Israelis. Bei dem obligatorischen Small Talk nach der Rede des israelischen Staatspräsidenten sieht sich Ignatz Bubis, der ehemalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, mit dem Kompliment konfrontiert: „Ihr Staatspräsident hat aber eine gute Rede gehalten“. „Klar“, antwortet Bubis, „Roman Herzog hält eigentlich immer gute Reden.“ „Nein, nein, ich meine Ihren Staatspräsidenten, Herrn Weizman.“ In dieser essentialistischen Gleichsetzung von Juden mit Israelis sehen sich angesichts der Israel-Kritik deutsche Juden erneut ausgegrenzt: Die Israel-Kritik schlägt um in Judenkritik, Judenfremdheit, Judenfeindlichkeit. So vollzieht sich schleichend der Übergang vom deutschen Juden als Symbolfigur des schlechten Gewissens zum Juden als Fremden. Die Risikozeit für alltägliche Ausgrenzungserfahrungen (und Schlimmeres) wächst. Auf der anderen Seite akzeptieren angesichts der eskalierenden Gewalt viele Israelis offenbar immer weniger die Unterscheidung zwischen Israel-Kritik und Antisemitismus. Das hat seine Gründe. Das flinke Wort „Israel-Kritik“ ist bemerkenswert zweideutig: Wird das Existenz-Recht dieses Staates kritisiert? Oder die Regierungspolitik Sharons? Oder legitimiert gar dieses jenes? Was also besagt es, wenn Israel von mehr als der Hälfte der EU-Bürger als Weltfriedensstörer Nummer eins angesehen wird – schlimmer als Nordkorea und Iran, von arabischen Staaten ganz zu schweigen? Wird Israel oder Scharon oder beiden die Legitimität abgesprochen? Hinter der Wortfassade „Israel-Kritik“ brodelt und zündelt es. Gerade diejenigen, die den Antisemitismus mit Wort und Tat bekämpfen, geraten mit dem eskalierenden Atavismus des israelisch-palästinensischen Konfliktes in diese Zwickmühle: Sie wollen und können die israelische Gesellschaft nicht kritisieren, um ihren Anti-Antisemitismus nicht zu gefährden. Aber sie müssen die Politik Scharons kritisieren aus demselben Grund, um nämlich die moralischen Grundlagen ihres Anti-Antisemitismus nicht in Frage zu stellen. Diese klassische Double-bind-Situation wiederum enthemmt den ganz normalen Antisemitismus, der sich, anti-israelisch gewendet, legitimieren und entfalten kann. Zugespitzt gesagt: Das Neuartige ist, dass ungewollt eine Koalition zwischen Anti-Antisemitismus und Antisemitismus entsteht. Neu sind nicht die Fratzen des Antisemitismus. Neuartig jedoch ist der zugleich globale und lokale Wirrwarr der Konfliktknäuel, die „Globalisierung“ des israelisch-palästinensischen Konflikts und das Paradoxon, dass es ausgerechnet die menschenrechtliche Sensibilität und die darauf fußende Kritik Israels ist, die die Dämme bedrohen, die gegen den Antisemitismus errichtet wurden. Gerade weil es selbstverständlich ist, dass Europäer die Politik der israelischen Regierung kritisieren, und weil selbstverständlich ist, dass derjenige, der Scharon kritisiert, nicht automatisch Antisemit ist, unterhöhlt der in Europa verinnerlichte israelisch-palästinensische Konflikt die in den letzten Jahren errungenen Umgangsformen des Multikulturalismus: Je moralisch berechtigter diese Scharon-Israel-Kritik auftrumpft oder ist, je einseitiger sie nur auf Israel zielt, je atavistischer die Gewalt- und Hass-Spirale sich dreht, je deutlicher der Nahost-Konflikt also zivilisatorisch regressive Formen annimmt, und je länger er dauert, desto nachdrücklicher gefährdet er die Verständigungs- und Versöhnungsformen zwischen Juden und Nicht-Juden nicht nur in Deutschland und nicht nur in Europa. Wie ist es möglich, dem entgegenzutreten? Vielleicht ist es heilsam, sich die Frage vorzulegen: Wie würde ich werden, wenn ich täglich in Haifa mit dem Linienbus zur Arbeit fahren müsste? Man argumentiert in Europa anders als in Israel nicht – bildlich gesprochen – mit einem Linienbusticket in der Tasche. Um so schmerzlicher ist es, dass gerade diejenigen, die die im Holocaust angelegte Verpflichtung ernstnehmen, in dieser Situation Israel in ein moralisches Ghetto sperren. Schließt die Israel-Kritik etwa auch die israelische Opposition ein, die sich ja gerade wieder mit dem Genfer Plan – einem substaatlich von Israelis und Palästinensern ausgehandelten, historischen Friedenskompromiss – zu Wort gemeldet hat? Das ist ein winziger, wichtiger Hoffnungsschimmer, ein Ölzweig, dem alle Aufmerksamkeit der Welt gebührt. Genau umgekehrt muss in Europa dem palästinensischen Selbstmordterrorismus das stillschweigende Einverständnis entzogen werden, er muss demonstrativ und weltöffentlich als das verurteilt werden, was er ist: eine barbarische Tat, die die zivilisatorischen Minimalia eklatant verletzt und gerade nicht als „Gegenterror“ gerechtfertigt werden kann oder in Kauf genommen werden muss. |
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9.11.2003 |
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| Die Ereignisse von 1933 bis 1945 hätten spätestens 1928 bekämpft werden müssen. Später war es zu spät. Man darf nicht warten, bis der Freiheitskampf Landesverrat genannt wird. Man darf nicht warten, bis aus dem Schneeball eine Lawine geworden ist. Man muß den rollenden Schneeball zertreten. Die Lawine hält keiner mehr auf. Sie ruht erst, wenn sie alles unter sich begraben hat. Das ist die Lehre, das ist das Fazit dessen, was uns 1933 widerfuhr ... Drohende Diktaturen lassen sich nur bekämpfen, ehe sie die Macht übernommen haben. Es ist eine Angelegenheit des Terminkalenders, nicht des Heroismus. | ||||||||||||||
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Obacht geben!
Schriftleitung Schellingstraße 39 Anzeigen Tierschstr. 11-17 |
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Als
Ovid sein "Principiis obsta!" niederschrieb, als er ausrief:
"Bekämpfe den Beginn!", dachte er an freundlichere Gegenstände.
Und auch als er fortfuhr: "Sero medicina paratur!", also etwa
"Später helfen keine Salben!", dachte er nicht an Politik und
Diktatur. Trotzdem gilt sie auch hier und heute. Trotzdem gilt sie immer und
überall.
Erich
Kästner - Ansprache auf der Hamburger PEN-Tagung am 10. Mai 1958 |
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5.11.2003
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Alles hängt mit allem zusammen. Das kann man als dummen Spruch verstehen, aber auch als eine tiefe Weisheit. Frederic Vester, der in der Nacht zum Sonntag im Alter von 77 Jahren in München gestorben ist, hat es als seine Lebensaufgabe angesehen, uns die Kunst, vernetzt zu denken zu lehren. ... "Wir müssen lernen, dass die Beziehungen zwischen den Dingen oft wichtiger sind als die Dinge selbst". ... Nicht das Lernen unendlich vieler Informationen sondern die richtige Herstellung von Beziehungen zwischen verschiedenen Daten ist, wie Neurowissenschaften heute wissen, die Voraussetzung für die Leistungsfähigkeit des Gehirns. ... Vernetztes Denken müsse man bereits in jungen Jahren lernen, weshalb Vester auch Kinderbücher schrieb und Spiele [Wie oft haben wir mit Thomas und Daniel Ökolopoly gespielt?]entwickelte.
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5.11.2003
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Wittgenstein hat in seinem "Vortrag über Ethik" das Sichwundern über die Existenz der Welt einerseits als sein "Erlebnis par excellence" bezeichnet und "hat andererseits die Sätze, in denen er es zum Ausdruck bringt - 'Wie sonderbar, daß überhaupt etwas existiert', 'Wie sonderbar, daß überhaupt etwas existiert' - für sinnlos angesehen. Der sprachliche Ausdruck solcher Erlebnisse sei 'Unsinn', ein 'aussichtsloses Anrennen' gegen die Grenzen der Sprache. ...man könne nicht über etwas staunen, wenn man sich vorstellen könne, daß es nicht der Fall ist. ... Wie ist es zu verstehen, daß im 20.Jahrhundert die Formel vom Staunen über die Welt an die Stelle vom Staunen über das Seiende als Seiendes (Aristoteles Metaphysik 1003a21) getreten ist? In der heute üblichen historisierenden Rede vom 'Ende der Metaphysik' würde man sagen: die Metaphysik sei zu Ende, also könne man jetzt nicht mehr ihre Grundformel verwenden. Aber solche Vorstellungen, man 'könne' nicht mehr, und als ob die Zeit 'der' Metaphysik abgelaufen wäre wie die eines Gewächses, stellen die Dinge auf den Kopf. Statt so zu reden, kann man sich überlegen, was es an der alten Formel ist, das unbefriedigend ist und worin es begründet ist, daß man sich jetzt in dieser anderen Formel artikuliert. In der aristotelischen Formel wird nur nach einer universellen Charakteristik von allem - allem einzelnen - gefragt, und daß alles einzelne im Zusammenhang mit allem anderen in der Welt ist, ist ausgeblendet. ... Ernst Tugendhat: "Egozentrizität und Mystik. Eine anthropologische Studie" C.H. Beck (2003)
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4.11.2003
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"Das eigentliche Ziel der mystischen Dynamik ist für ihn [Buddha], daß man vom Leiden dieses Lebens erlöst werden will." Der Rückzug vom Wollen - von der "Gier" - ist also nur Mittel zum Zweck. ... Die Realität des menschlichen und allgemein des animalischen Lebens bestehe nicht nur darin, wie es jedermann als trivial zugeben würde, daß das Leben von Leid durchwirkt ist, sondern das Leben, wenn man es richtig sehe, sei nichts als Leiden. Sieht man das so, müßte man in der Tat motiviert sein, aus diesem Leben auszuscheiden. ... An dieser Stelle kommt man nicht umhin, die indische Lehre vom samsara - vom endlosen Rad des Lebens in unaufhörlichen Widergeburten - zu berücksichtigen. Von ihr kann man sich klarmachen, erstens, daß aus der Perspektive der Selbstmord keinen Ausweg aus dem Leben bieten würde, daß aber auch zweitens, wohl erst von daher die extrem düstere Lebensauffassung verstehen läßt, die die Grundlage der spezifisch indischen Mystik abgibt. ... Für Außenstehende macht das [karma-Konzept] den Anschein eines Priesterbetrugs, da es ... offensichtlich zwei Funktionen zu erfüllen scheint: erstens, durch Furcht und Hoffnung die Menschen zu moralisch gutem Handeln anzuhalten; zweitens, die unteren Kasten davon abzuhalten, gegen ihren Status aufzubegehren, da sie ihn selbst verschuldet haben. ... Offenbar tritt die Bekümmerung um die Wiedergeburt und damit überhaupt die primäre Orientierung der mystischen Dynamik am Problem des Leidens im chinesischen Buddhismus in den Hintergrund. Im Zen wird die Leere mehr als ein Durchsichtigwerden aller Dinge auf das Eine hin gesehen, wie man sich das an der fernöstlichen Malerei veranschaulichen kann. ... In der taoistischen Mystik ist das Eine (das Tao) von vornherein einfach das Eine, auf das hin alles Mannigfaltige gesehen wird. Die taoistische Mystik ist diesseitig, sie ist keine Mystik der Weltflucht, das Leiden spielt in ihr keine primäre Rolle und soll lediglich integriert und gerade nicht vermieden werden. Welches sind die Willensüberschüsse, die der Taoismus abbauen oder einschränken will? ... Wer sich vor das vom Tao durchherrschte Universum stellt, wird sich angesichts seiner Immensität der Relativität der Unterscheidungen von 'groß' und 'klein' bewußt und bringt sich die eigene Geringfügigkeit und Unwichtigkeit zu Bewußtsein. ... Auf Grund des Bedürfnisses nach Anerkennung erscheint es Menschen wichtig, wichtig zu erscheinen. Bestätigung und Ruhm zu suchen, sich zur Schau zu stellen, ist eine Komponente des menschlichen Wollens, von dem der taoistische Weise meint, sich ganz frei machen zu sollen. Die Taoisten sprechen hier vom 'Nicht-Handeln'. Gemeint ist nicht Untätigkeit, sondern ein Tun, das möglichst absichtslos ist wie die Natur. ... Erstens, beim eigenen Tun (auch dem politischen) nicht auf Anerkennung aus sein; zweitens, sich nicht unnötige Ziele setzen, den Kreis des Tuns möglichst eng sehen; die Sorge um die Zukunft nicht übertreiben, frei von Hast sein; drittens, im Wirken nicht auf sich reflektieren. Ein dritter Gedankenkomplex betrifft das Zusammengehören der Gegensätze. Auch hier rekurrieren die Taoisten auf die Natur: alles in der Natur befindet sich in einem Auf und Ab: Geburt und Tod, Wachsen und Vergehen, Steigen und Sinken; so auch das Sein des Menschen. Wer die Dinge vom Tao her sieht, akzeptiert, ja begrüßt jede Wende des Schicksals, auch die ungünstige, weil sie zum ganzen Kreis gehört. ... Im Unterschied zu Heraklit, an den man sich bei dieser Lehre vom Zusammengehören der Gegensätze erinnert sieht, ist die Meinung nicht, daß das Leben in Gegensätzen höher pulsiert, vielmehr wer es nach der einen Seite zu weit treibt, wer nicht stillzustehen weiß, werde ein schlimmes Ende finden. ... Die Menschen [...] sehen sich als steigend oder fallend, sie reflektieren das Geshehen und sind sich daher in ihrer zeitlichen Antizipation den Emotionen der Sorge, Hoffung und Angst ausgeliefert. Sie können deswegen nur in einer zweiten Reflexion zur Ruhe kommen, in der sie sich nicht mehr entweder steigend oder fallend sehen, sondern im Bewußtsein der Einheit der Kurve leben. ... Die taoistische Lehre von den Gegensätzen enthält nur ein Minimum von theoretischen Komponenten. Ihre Absicht ist eine rein praktische, die Erreichung der Stille im Sichbewußtmachen der Einheit der Kurve. ... Dabei kann man aber nicht stehenbleiben, wenn man bedenkt, daß wir handelnde Wesen sind. Wir sind dem Schicksal nicht einfach ausgeliefert, sondern greifen aktiv ein. ... 'Es gibt Dinge,die nicht in der eigenen Macht stehen', und die sollen mit 'Himmel' bezeichnet werden. ... Worauf es ankomme sei, daß der Mensch das Tun des Himmels nicht durchkreuze. ... 'Wie kann man wissen, ob das, was ich für die Sache des Himmels halte, nicht wirklich die des Menschen ist, und was ich für die des Menschen halte, nicht wirklich die des Himmels ist?' ... Man soll den Handlungsspielraum ausschöpfen, der einem gegeben ist, ausschöpfen; man soll nur nicht gegen die Grenze dieses Spielraums anrennen, und für die Frage, wo diese Grenze liegt, gebe es keine einfachen Kriterien. ... Man müsse die prinzipielle Bereitschaft des Weisen, sich im Blick auf das Toa zurückzunehmen, ausgebildet haben, um die Sensibilität zu erlangen, in der man das von Mal zu Mal unterscheiden kann." Ernst Tugendhat: "Egozentrizität und Mystik. Eine anthropologische Studie" C.H. Beck (2003)
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Warum soll man alle
Gier fahren lassen?
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WOLLEN
und
2.11.2003
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"Was das menschliche Wollen viel wesentlicher kennzeichnet als irgendwelche Gegenstände, ist das Bewußtsein des radikalen Ungenügens des eigenen Handelnkönnens im Erreichen nicht nur ganz elementarer Ziele: Leben, Gesundheit, Ernährung, Verbundensein mit anderen. Die Unglücke, mit denen die Tiere der anderen Spezies erst konfrontiert werden, wenn sie hereinbrechen, werden von den Menschen als mögliche antizipiert, uns so stehen sie lebenslang im Bewußtsein zwischen Erfüllung und Enttäuschung, die nicht von ihnen abhängt, und folglich in der Angst vor den Frustrationen und Unglücken, zuhöchst natürlich dem Tod, dem eigenen und dem ihrer Nahen und Nächsten. Um
diesen leidvollen Zustand zu lindern, sind in der Geschichte der Menschheit
zwei Wege beschritten worden, den der Religion und der der Mystik, und beide
implizieren eine unterschiedliche, ja entgegengesetzte Deutung im
Verhältnis zum numinosen Universum, in dem die Menschen sich
vorfinden.
Im Phänomen des Religiösen verbinden sich mehrere Faktoren, "die teilweise aufeinander irreduzibel sind: erstens das Gefühl des Numinosen, zweitens ...der pragmatische Faktor [Glaube an Mächte, von denen Erfolg und Glück abhängen und auf die man beeinflussen kann], drittens die Personalisierung und viertens der Glaube, daß Gott gut in einem 'unvergelichlichen' Sinn ist. Ist der Glaube an Gott einmal so weit entwickelt, kann er auch Aspekte aufnehmen, von denen ich meine, daß sie primär zur Mystik gehören." ... Sagt man, "Gott existiere außerhalb von Raum und Zeit, sind wir unfähig, mit der Vorstellung, daß etwas existiert, das nicht im Raum lokalisierbar ist, auch nur einen Sinn zu verbinden. Es kommt hinzu, daß der Glaube an Gott, wenn man sich klarmacht, daß er in einem Wunsche motiviert ist, an der Barriere des intellektuellen Gewissens scheitert." In der Religion "werden in das Universum Instanzen projiziert, die helfen können sollen; hingegen dient dem Mystiker das Sichbewußtmachen der Existenz des Numinosen - mag er es nun das Universum oder Sein oder Tao nennen oder er es auch als Gott sehen - als Bezugspunkt, auf den hin er von seinen Wünschen - sei es schlechterdings, sei es einen Schritt - zurücktritt und so versucht, einen Zustand des Seelenfriedens zu erreichen. ... Wird das Universum, in das man sich zurückstellt verstanden, "als das Viele in seiner Einheit oder als Verschwinden des Vielen im Einen? Universum kann als Eines gesehen werden, "in dem alles Mannigfaltige verschwindet, oder als das Universum, so wie es gegeben ist in der Vielfalt der Dinge in Raum und Zeit, aber in einem einheitlichen Zusammenhang gesehen. "Nach der ersten Auffassung ist es das Ziel des Mystikers, mit dem Einen eins zu werden (die sog. unio mystica). Nach der zweiten stellt sich der Mystiker in die Welt zurück: statt alles aus der egozentrischen Perspektive zu sehen, sieht er sich von der Welt her." "Das Ziel ist die vollständige Entsagung von allem Wollen, ein 'Seelenfrieden', der jenseits dieser konkreten Welt in einem reinen Bewußtseinszustand gesucht wird. ... Die andere Möglichkeit ist der Seelenfrieden, ... ist ein solcher unseres normalen Lebens; das Wollen wird nicht verneint, sondern relativiert und eingeschränkt; die Frustrationen werden nicht überwunden, sondern integriert." Ernst Tugendhat: "Egozentrizität und Mystik. Eine anthropologische Studie" C.H. Beck (2003)
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1.11.2003
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Stimmt
die These? Ein "signifikanter" Wirkungszusammenhang
zwischen Mediengewaltkonsum und Gewaltbereitschaft bis hin zur offenen
Gewalt ist nicht nachweisbar. |
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Jeder von uns hat wie Siegfried ein Lindenblatt. Wenn wir an der Stelle verletzt werden, dann ist das wie ein Schlüssel, der genau ins Schloss passt. In der Kindheit wurden den Verbitterten strenge Grundsätze vermittelt. Wenn das Leben sich dann anders entwickelt und sich die Kollegen oder die Partnerin anders verhalten als erwartet, kann das als Trauma erlebt werden. Die tragende Säule des Lebensentwurfes bricht zusammen. Manchmal genügt es, wenn man von einem Menschen angelogen oder hintergangen wird, dem man bedingungslos vertraut hat. Der Zusammenbruch der Wertewelt kann außerordentlich quälend sein. Und dabei scheint die seelische Pein in denselben Schaltkreisen des Gehirns abzulaufen wie körperliche Schmerzen, dem vorderen Gyrus cinguli. Aus der SZ vom 21.10.2003 von Oliver Bantle |
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6.10.2003
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Der Philosoph Ernst Tugendhat stellt in seinem bei C.H. Beck (2003) erschienen Buch "Egozentrizität und Mystik. Eine anthropologische Studie" die Frage: "Kann man sich einfach auf sich hin sammeln?" Mit Argumenten, die er aus seiner subtilen Analyse des Selbstverständnis entwickelt, begründet er seine strikte Verneinung der Frage. Menschen haben ein genuines Bedürfnis sich aus der Zerstreutheit ihres Wollens und Wünschens zu sammeln, und finden sich dabei auf etwas "Unverlierbares" verwiesen, das "nicht von dieser Welt" sein kann. Tugendhat kommt für einen aus der analytischen Philosophie kommenden Philosophen zu der verblüffenden Auffassung, dass es außerhalb von Religion und Mystik "keine Möglichkeit einer 'gesammeltem Existenz' gibt". Diese Wiederentdeckung der Transzendenz wird heftige Kontroversen auslösen. Sie wird nicht nur Philosophen und Theologen, sondern auch Soziologen, Religionswissenschaftler und Historiker herausfordern. Und das kann, Ernst Tugendhat sei Dank, nur wirklich gute Philosophie.
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1.9.2003
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Hälfte des Lebens
Mit gelben
Birnen hänget
Weh mir, wo
nehm' ich, wenn
Zu Scardanelli
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IV. Satz: Ruhig, verhalten Das Finale entspricht einer instrumentalen Fassung des berühmten Hölderlin- Gedichtes ,Hälfte des Lebens‘. Henze ging es darum, „gewissermaßen Lieder ohne Worte zu machen oder, genauer gesagt, Lyrik zu analysieren und entsprechend den bei der Analyse möglicherweise zutage getretenen formalen und figurativen Kriterien in Musik zu setzen. Das heißt, dass man ein dichterisches Formgebilde in ein musikalisches Formgebilde transponiert. Und dass musikalische Gestalten zu erfinden sind, die tendenziell und auf die eine oder andere Weise dem einen oder anderen poetischen Gegenstand, einem Gedanken, einem Bild, einem Affekt, einer Gestalt, einem Effekt entsprechen.“ Für diesen Finalsatz trifft am ehesten zu, was Henze meinte, wenn er sagte, er könne „fast Takt für Takt in Worte übersetzen“. Es ist kein lustiger Kehraus, sondern ein zutiefst pessimistischer Ausklang, der keinen Platz für die Hoffnung auf eine bessere Welt lässt. Fast vermeint man die im Winde klirrenden Fahnen zu hören, ganz folgerichtig scheint die Musik kein Ziel zu haben, sondern endet im Verstummen. Henze nennt es eine „apokalyptische Schluss-Vision einer menschenleeren, kalten und sprachlosen Welt“. Komponiert hat er das Umkippen der Idylle in Trostlosigkeit und Einsamkeit. Die Intensität der musikalischen Sprache zeigt sich in diesem Satz mitunter auch in einer Rücknahme der Mittel, in einer geradezu zarten und zerbrechlichen Gestik. Henze hat jedoch mit seiner siebten Sinfonie keine bloße „Hölderlin-Sinfonie“ schaffen wollen. Ihm geht es immer auch um den Bezug zur gesellschaftlichen Realität. Hatte er mit seiner sechsten, auf Kuba entstandenen Sinfonie noch ein Bekenntnis zur Revolution ablegen wollen, so sind ihm die gesellschaftlichen Zustände auch 15 Jahre später keineswegs gleichgültig geworden: „Ganz im Sinne meiner bisherigen Beschäftigung mit der Sonatenform und der deutschen Symphonik begreift sich auch dieses Stück, im Strom der geschichtlichen Entwicklung, als Reflektion über Musik, ihre Sprachlichkeit und ihre Bildhaftigkeit. Von unserem klassischen Schönheitsbegriff ausgehend und an ihm sich orientierend, wage ich eine persönliche Darstellungsform, Ausdrucksweise, komme ich zu einer eigenen Deutung unserer konfliktreichen Zeit, der Welt, in der wir leben und zu der wir in einem empfindlichen Spannungsverhältnis stehen.“ Henze: VII: Symphonie Henze selbst hat gespürt, dass er mit seiner siebten Sinfonie kompositorisches Neuland betrat. „Diese Sinfonie ist ein Punkt, auf den ich zugegangen bin durch viele andere Arbeiten. Sie ist meiner Meinung nach der Anfang für etwas Neues. Sie bedeutet für mich das Öffnen einer Tür zu etwas anderem, als ich bisher gemacht habe.“ Den neuen Charakter seiner Musik, der mit einer Rückbesinnung auf strenge Formen einher ging, hat er wie folgt beschrieben: „Mehr Landschaft – mehr Seelisches – mehr Offenheit... Und etwas, das hinzu kommt, wenn man sehr viel gearbeitet hat und weiter sehr viel arbeiten möchte: große Empfindlichkeit und in verstärktem Maße das Bedürfnis, diese Empfindlichkeiten gegen die Unempfindlichkeiten und gegen die grauen Mauern und klirrenden Fahnen anzusetzen – als eine bewusste Gegenwelt, wo das menschliche Sensorium nicht verarmt und nicht verkümmert und nicht verdummt, sondern wo der Gegenvorschlag gemacht wird zu einem reicheren Empfindungsleben,z u einem vielfältigeren und offeneren, zu mehr Mut zu sich selbst, zum Menschsein, und mit noch viel mehr Liebe zu den Menschen als je, vielleicht mit einer etwas distanzierteren Art von Liebe, die man, glaube ich, auch Reife nennt.
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Karussell
22.7.2003
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von Georg Schneider Weißt
du noch?
Für Thomas/Daniel/Barbara/Anna Das erste Karussell wurde anfangs des 19. Jahrhunderts errichtet und 1912/1913 durch ein neues ersetzt. Dieses wurde 1979 bis 1981 restauriert.
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SINNE
13.7.2003 |
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Epiphanie
Laß das Sein dich empfinden! Reinige deine Sinne! Öffne sie! Laß dich das Sein empfinden! |
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PLANEN
3.7.2003
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„Ja,
mach nur einen Plan,
Das Gegenmodell zum Plan ist das Spiel. Es steht der Kreativität, Inspiration, Improvisation offen... Wenn das Leben als Spiel verstanden werden soll, muß die Lebenskunst ein Spiel mit dem Widrigen sein können. Nicht zu ändern ist, dass es Widriges gibt, aber es bleiben uns noch ein paar Optionen im Umgang damit: · es zu ignorieren (mag dies auch fruchtlos sein, so verschafft es doch eine Atempause), · zu resignieren („die Waffen zu strecken“ als bewusste Wahl, nicht nur als Verlegenheit), · zu akzeptieren (die bloße Zurkenntnisnahme dessen, was ist, leidenschaftslos), · zu affimieren (die Verhältnisse zu bestärken und sogar zu bejahen, aus welchen Gründen auch immer), · zu utilisieren (aus dem Widrigen noch Nutzen zu ziehen, es „umzunutzen“). Hauptsache, nicht immer nur zu klagen, sondern zu einer spielerischen Antwort zu finden. Die Wahrheit ist, wie die Fußballer sagen, „auf’m Platz“. Also mitten im Leben. Wilhelm Schmid in der Zeit –26. 6. 2003
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SÜNDE
28.6.2003
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Erstmals wurden acht
Todsünden und niederträchtigen Leidenschaften vom griechischen Theologen
Evagrius von Pontus erwähnt:
Völlerei Papst Gregor der I. reduzierte im 6.Jhrh. diese auf die sieben Todsünden: Hochmut
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CHAOS
27.6.2003
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Das
Chaos soll durch jedes Kunstwerk
hindurchschimmern, denn die gewöhnliche Welt leide an allzu großer
Klarheit (Novalis).
Aber gilt nicht auch das umgekehrte? |
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BEWEGUNGEN
15.6.2003
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Ich glaube, daß der unendliche und
geheimnisvolle Zauber, der in der Betrachtung eines Schiffes liegt, und
vornehmlich eines Schiffes in Bewegung, in erster Linie von der Regelmäßigkeit
und Symmetrie herrührt, die zu den grundlegenden Bedürfnissen
des menschlichen Geister gehören, in gleichem Maße wie die Kompliziertheit
und die Harmonie; - und in zweiter Linie von der
immerwiederkehrenden Vielfalt und der eingebildeten Vorstellung all der
Kurven und Figuren, welche durch die tatsächlichen
Grundelemente des Gegenstandes im Raume entstehen. Der poetische
Gedanke, der durch diesen Vorgang der Bewegung in den Linien ausgelöst
wird, ist die Vorstellung eines ungeheuren, unermeßlichen, komplizierten,
jedoch ebenmäßigen Wesens, eines von Geist erfüllten Lebewesens, welches
leidet und alle Seufzer und Verlangen der Menschheit zum Ausdruck
bringt.
Baudelaire
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Geradezu ein Programm meines Bestrebens! | ||||||||||||
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MATERIE/GEIST
8.6.2003 Pfingsten 2003 |
Nicht eingeschränkt werden vom Größten [und doch] umschlossen werden vom Kleinsten, ist göttlich. Non coerceri maximo, contineri minimo, divinum est. - Hölderlin Friedrich; Motto aus Hyperion oder der Eremit in Griechenland
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Wir haben nie, nicht einen einzigen Tag, den reinen Raum vor uns, in den die Blumen unendlich aufgehn. Immer ist es Welt und niemals Nirgends ohne Nicht: das Reine, Unüberwachte, das man atmet und unendlich weiß und nicht begehrt. Rainer Maria Rilke
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Pfingstrot |
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Erwartungsrot | ||||||||||||
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VERÄNDERUNG
22.5.2003
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Die fünf wichtigsten
Persönlichkeitsmerkmale eines Menschen sind nicht bis zum 30. Lebensjahr
fertig entwickelt, sondern verändern sich das ganze Leben hindurch (Studie
der Standfort Universität mit 130 000 Menschen). Dabei hat man gute
Chancen, sich zum Besseren zu wandeln. So nehmen Gewissenhaftigkeit
und Verträglichkeit zu, während sich übertriebene
Empfindsamkeit und Extrovertiertheit mildern. Lediglich um die Offenheit
für neue Erfahrungen steht es nicht ganz so gut. Sie wird im Laufe der
Jahre etwas geringer.
Die Persönlichkeit liegt eben nicht nur in den Genen, sondern wird auch von der Umwelt beeinflusst. Der Einzelne hat aber durchaus die Möglichkeit aktiv an seiner Persönlichkeit zu arbeiten. Bestimmte Erfahrungen und Einsichten können auch dazu führen, dass ein Mensch in einem bestimmten Alter mit seinem bisherigen Leben ins Hadern gerät. SZ 20.5.2003 - Quelle: Journal of Personality and Social Psychologie - Bd. 84
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Sich dem Sein immer neu zu öffen, dazu sind diese Seiten gedacht. | ||||||||||||
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HUMOR
21.5.2003
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"Ein liebenswürdiger Landedelmann
lädt Don Quijote in sein Haus ein, das er mit seinem Sohn, einem Dichter,
bewohnt. Der Sohn, klarsichtiger als sein Vater, erkennt in dem Gast sofort
einen Verrückten und bleibt betont auf Abstand. Dann fordert Don Quijote
den jungen Mann auf, ihm seine Dichtung vorzulesen; der gehorcht eifrig, und
Don Quijote lobt seine Begabung in den höchsten Tönen. Geschmeichelt und
glücklich, ist der Sohn auf einmal überwältigt von der Intelligenz des
Gastes und vergisst auf der Stelle dessen Verrücktheit.
Wer also ist der verrücktere, der Verrückte, der den Klarsichtigen lobt, oder der Klarsichtige, der das Lob des Verrückten glaubt? Damit sind wir in die Sphäre einer anderen Komik eingetreten, einer feineren, unendlich kostbaren. Wir lachen nicht, weil jemand lächerlich gemacht, verspottet oder gar gedemütigt wird, sondern weil eine Realität sich plötzlich in ihrer Mehrdeutigkeit zeigt, weil die Dinge ihre sichtbare Bedeutung einbüßen, die Menschen sich als andere erweisen, als sie selbst zu sein meinen. ... Der Humor ist kein Funke, der bei
der komischen Auflösung einer Situation oder einer Geschichte kurz
aufblitzt, um uns zum Lachen zu bringen. Sein unauffälliges Licht liegt
über der ganzen weiten Landschaft des Lebens."
Aus: Milan Kundera: "Der zerrissene Vorhang" (2003) Autor von "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" (1984), das sich lohnt wieder einmal zu lesen
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ERKENNTNISWEGE
20.5.2003 |
Ist Kunst
eine privilegierte Weise des Erkenntnis?
nach Dieter Henrich
Man könnte Sinn (und Erbe) des Modernismus in der Anstrengung jeder einzelnen Kunst sehen, sich ihrer Besonderheit, ihrer Essenz so weit wie möglich anzunähern. So hat die Lyrik alles über Bord geworfen, was rhetorisch, didaktisch, ornamental war, um die tiefe und reine Quelle der poetischen Phantasie sprudeln zu lassen. Die Malerei hat ihre dokumentierende, mimetische Funktion aufgegeben, all das, was ein anderes Mittel (die Fotografie zum Beispiel) ausgedrückt werden konnte. Und der Roman? Auch er weigert sich, zur Illustration der Geschichte, zur Beschreibung einer Gesellschaft, zur Verteidigung einer Ideologie da zu sein, und macht sich auf die Suche nach dem, "was allein der Roman sagen kann". Aus: Milan Kundera:
"Der zerrissene Vorhang" (2003)
"Einmal zugestanden, die Kunst sei das Ins-Werk-Bringen der Wahrheit und Wahrheit bedeute die Unverborgenheit des Seins, muß dann nicht im Werk der bildenden Kunst auch der wahre Raum, das, was sein Eigenstes entbirgt, maßgebend werden?" Heidegger 1968 "Die Kunst und der Raum" aus Bewunderung für den Bildhauer Eduardo Chillida, dessen letztes Werk "Das Licht suchen", eine dreigeteilte, wie Fackeln konisch aufstrebende monumentale Struktur, vor der Pinakothek der Moderne steht. Chillida suchte nach dem Licht im Raum, in der Welt. Er suchte für uns zugleich das Licht eines anderen Raumes. |
Was allein kann die Vernetzung aussagen? |
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Ein Rot, das traumhaft dich erschüttert - Durch deine Hände scheint die Sonne. Du fühlst dein Herz verrückt vor Wonne Sich still zu einer Tat bereiten. Georg Trakl
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| Wenn du es eilig hast, bleibe stehen und laß dich gehen. | ||||||||||||||
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HILFEN
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Cap Anamur Gründer Rupert Neudeck hat
eine neue Hilfsorganisation ins Leben gerufen. Sein Verein "GRÜNHELME"
will als erstes Projekt 2320 Kindern im Alter von 5 - 12 Jahren
am Rande von Saddam City eine Schule bauen. Weitere Aufbauprojekte sind in
Bosnien, Tschetschenien, Afghanistan und in der Osttürkei geplant. Junge
Freiwillige, vorzugsweise mit einer technischen oder handwerklichen
Ausbildung, sollen in kleinen Teams jeweils für ein Vierteljahr an den
Projekten mitarbeiten. Die Idee ist, drei Monate seiner Lebenszeit dafür
zu geben anderen zu helfen.
Zugleich will der Verein auch einen praktischen interreligiösen Dialog ermöglichen und den akademischen Seminaren Taten gegenüberstellen. Die Interreligiosität spiegelt sich auch im Vereinskuratorium wider, dem auch Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, Prinz Hassan von Jordanien und der afghanische Wiederaufbauminister angehören. Für den Schulbau ist Neudeck der größte Spender: Er erhält in diesem Jahr den Preis der Unesco-Stiftung für Bildung und Kinder in Not- das Preisgeld hat er den Grünhelmen zur Verfügung gestellt. Quelle: taz 12.5.2003
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Heute zu zeichnen, ist so eine Art Widerstand gegen die bedrängende Bilderflut, so eine Art Forschungsarbeit um die inneren Bilder zu retten.
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| 10.5.2003 |
Vor hundert Jahren wurde Hans Jonas geboren "Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlungen verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden"
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Zur Neun | ||||||||||||
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VERNICHTUNG
10.5.2003
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Dreimal
Büchervernichtung
Die Staatsbibliothek brennt - 9./10. 3. 1943 Bücherverbrennung der Nazis, insb. organisiert von der "Deutschen Studentenschaft (DSt), am 10.5.1933 (u.a. wurden verbrannt Werke von Lion Feuchtwanger, Sigmund Freund, Erich Kästner, Heinrich Mann, Kurt Tucholsky, Arnold Zweig, Karl Marx, Ernst Maria Remarque, Tucholsky und Ossietzky)) Oskar Maria Graf hat es als Schmach empfunden, daß die Nationalsozialisten seine Bücher auf ihre "weiße" Liste der zur Lektüre empfohlenen Bücher (außer - "Wir sind Gefangene") gesetzt haben. Er schrieb in der Wiener Arbeiterzeitung: "Nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht zu verlangen, daß meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände der braunen Mordbanden gelangen".
In Passau kam es zu keiner Bücherverbrennung. Der Führer der Studentenschaft teilte mit: "Eine Verbrennung jüdischen Schrifttums wird nicht erfolgen, da sich in unseren Büchereien solches nicht findet." Büchervernichtung 1803 Wertvolle Bücher wurden anläßlich der Säkularisation zu Altpapier. Allein aus den altbayerischen Klosterbibliotheken wanderten 94 Tonnen Bücher in die Papierherstellung
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Liste der Bücher im Netz Der schwarze Fleck Vorschlag des Münchner Künstlers Stephan Doesinger basiert auf der Skizze "Der schwarze Fleck", des von den Nazis als "entartet" aus- gegrenzten Künstlers Kandinsky. Über der unterirdischen Bibliothek in Form einer gekrümmten und verschlungenen Blase, deren Umrisse den flüchtigen Linien Kandinskys folgen, sollen gleichsam als deren oberirdische Fassade die weitgehend abstrakten, nervösen Lineaturen der Skizze mit Hilfe von Lavagestein und Mosaiken appliziert werden. |
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GLAUBEN
5.5.2003 |
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"Pfarrgemeinden sind häufig Orte
geworden, wo Menschen sich mit Menschen beheimaten, mit denen sie
gruppendynamisch gut zusammenpassen. Man lebt in eine Kuschelecke und
schließt, ohne es zu wollen, andere aus."
"Die meisten Menschen, die aus der Kirche austreten, gehen in ein religiöses Niemandsland, in die religiöse Unverbindlichkeit." Michael Ebertz - Religionssoziologe - SZ. 4.5. - "Aufbruch in der Kirche-Anstöße für ein zukunftsfähiges Christentum" - Herder Verlag - Woran Katholiken glaubennach einer von Allensbach durchgeführte Untersuchung „Trendmonitor ‚Religiöse Kommunikation‘In der Gesamtbevölkerung ist vor allem der Anteil der Areligiösen gewachsen, die glauben, auf jegliche Religion verzichten zu können (1999: 18 Prozent, 2002: 22 Prozent), und zwar nicht nur in Ostdeutschland, (1999: 48 Prozent, 2002: 52 Prozent), sondern auch im Westen (1999: 11 Prozent, 2002: 14 Prozent). Religiöse Empfindungen außerhalb des Bekenntnisses zum Christentum haben sich allenfalls minimal verstärkt (1999: 6 Prozent, 2002: 7 Prozent). Der Glaube an Gott eint fast alle Katholiken (86 Prozent). 6 Prozent aller katholischen Konfessionsmitglieder allerdings glauben nicht einmal an Gott, und 8 Prozent äußern ausweichend ,unentschieden’. An ein Leben nach dem Tod glauben 56
Prozent aller deutschen Katholiken, aber nicht unbedingt an eine
,Auferstehung der Toten’, so wie Christus auferstanden ist’ (41
Prozent). Dass es eine ,Wiedergeburt’ gibt, bezweifelt fast jeder zweite
Katholik. An ein Leben nach dem Tod glauben auch sehr viele junge Katholiken (50 Prozent). Aber dass Gott die Welt erschaffen hat, glauben sie in ungleich geringerem Anteil als 60-jährige oder ältere Katholiken (38 gegen 73 Prozent). Auch zum dreifaltigen Gott der Christen oder zur Auferstehung der Toten, so wie Christus auferstanden ist, bekennen sich junge Katholiken sehr viel seltener als ältere.
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VERSTRICKUNG
2.5.2003 |
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Heideggers Verhältnis zum Nationalsozialismus ist ein heiß umstrittenes Thema. "Während einige Kritiker von der Einheit von Leben und Werk ausgehen und seinem politisches Engagement nach 1933 eine bedeutende Rolle beimessen, sind andere der Auffassung, die philosophischen Schriften würden nicht davon berührt. ...In einer Tischrede bei der Feier des Instituts für Pathologische Anatomie (Anfangs August 1933) ...polemisiert Heidegger zunächst gegen die herkömmliche Medizin, die 'auf weiten Strecken zu einer bloßen Technik der Beseitigung und Erleichterung von Krankheitszuständen' herabgesunken sei. Stattdessen will er die Medizin in den Dienst der völkischen Erneuerung stellen. Die Volksgesundheit solle dazu dienen, dass das deutsche Volk sein eigenes Wesen wiederfinden und sein großes Schicksals würdig machen soll. ... Demnach wäre Hitler berufen, dem Deutschen Volk seine durch den Vertrag von Versailles verlorene Würde zurückzugeben. Der Preis dafür waren die Abschaffung der Demokratie und die Gleichschaltung der Lebensbereiche. ... Heidegger, einer der bedeutendsten Denker des 20. Jahrhunderts, hat sich politisch verrannt und sich anderthalb Jahre lang für ein verbrecherisches Regime engagiert. Indem er dem Nationalsozialismus seinen berühmten Namen lieh, hat er größere Schuld auf sich geladen als unbedeutende Professoren." SZ - F-R. Hausmann
Das Einfache verwahrt das Rätsel des Bleibenden und des Großen. Unvermittelt kehrt es bei den Menschen ein und braucht doch ein langes Gedeihen. Im Unscheinbaren des immer Selben verbirgt es seinen Segen. Die Weite aller gewachsenen Dinge, die um den Feldweg verweilen, spendet Welt. Im Unausgesprochenen ihrer Sprache ist, wie der alte Lese- und Lebemeister Eckehardt sagt, Gott erst Gott.
Hans Jonas - Philosophie - Rückschau und Vorschau am Ende des Jahrhunderts -Vortrag, gehalten und gehört am 25. Mai 1992 im Prinzregententheater, München Geht das Verhalten Heideggers im Jahre 1933 die Philosophie etwas an? " Ich meine, ja. Die Philosophie steht seit alters, ungleich jeder sonstigen Wissenschaft, unter der Idee, daß ihr Dienst nicht nur das Wissen, sondern auch das Verhalten ihrer Diener formt, und zwar im Sinne des Guten, um das es dem Wissen doch geht. Zumindest vor Ansteckung durch die Massenmeinung sollte ihre Schule der Wertunterscheidung schützen. Das Bild des Sokrates, das der Philosophie vom Anfang des Weges voranleuchtete, ließ den Glauben an eine solche adelnde Kraft nie erlöschen. So war denn das Einschwenken des tiefsten Denkers der Zeit in den tosenden Gleichschritt der braunen Bataillone nicht nur eine bittere persönliche Enttäuschung, sondern in meinen Augen ein Debakel der Philosophie: Sie, nicht nur ein Mensch, hatte versagt. War ihr Nimbus etwa immer falsch gewesen? Würde sie je etwas vom Glanz der alten Erwartungen wiedererlangen? Das einmalige Kaliber der Figur machte den Sündenfall zum historischen Ereignis." Das Gegenbeispiel: Julius Ebbinghaus, ein scharfer und starrer Kantianer, an Bedeutung nicht zu vergleichen mit Heidegger. "Er hatte die Probe rühmlich bestanden; ich hörte davon und besuchte ihn 1945 in Marburg, um ihm meine Huldigung darzubringen. er sah mir mit dem alten Feuer unbedingter Überzeugung ins Auge und sagte: 'Aber wissen Sie , Jonas, ohne kant hätte ich es nicht gekonnt.' Da durchzuckte es mich. Hier waren Lehre und Leben eins. In wessen Händen war die Philosophie also besser aufgehoben? Bei dem schöpferischen Großen, den Tiefsinn in der Stunde der Entscheidung nicht vor Treuebruch schützte, oder bei dem Unorginellen, aber Aufrechten, der rein geblieben war? Bis heute getraue ich mir keine Antwort auf diese Frage ..." Heidegger über Heimat: (Ein Text, der uns seine Verstrickung begreiflicher machen läßt?) Heimatlos ist der Mensch, obgleich sich fast kaum mehr eine Stelle der Erde ausfinden läßt, wo der Mensch sich nicht einrichtet und nicht seine Umtriebe betreibt. Bedenken wir dies alles auch nur flüchtig, dann möchten wir dazu neigen, überall nur Verlust und Verderb zu sehen. Wir sind versucht, gegenüber solcher Bedrohung auf ein Rettendes zu sinnen, das uns unmittelbar, gleichsam über Nacht, schon das Rettende in die Hand spielt, wodurch Sprache und Heimat in ihr Eigenes bewahrt werden. Allein Rettung wird uns erst und nur dort gewährt, wo wir zuvor die Gefahr im Ganzen erblicken, wo wir die Macht des Gefährdenden eigens erfahren und sie als ein solches anerkennen, was ist. Denn es könnte sein, daß in dem, was zunächst und weiterhin nur wie Verfall und Zerstörung, wie Niedergang und Untergang aussieht, sich Anderes und Höheres verbirgt. Solches könnte aber, zureichend gedacht und durchdacht, zum Anstoß einer Besinnung werden, die unumgänglich bleibt, gesetzt, daß eh und je die Gedanken alles Werk und jede Tat bestimmen. Mag nun auch eine solche Besinnung einen so weiten Weg vor sich haben, daß wir Heutigen ihn nicht durchmessen können, es dürfte schon genügen, wenn wir von einem geringen Ort aus versuchen, den Weg erst einmal einzuschlagen.
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Diese Thematik ist im Zusammenhang mit
Karl Jaspers, Hannah Arendt und Hans Jonas nochmals aufzunehmen.
Auch die Interpretation der Rektoratsrede von Karl Löwith ist mit einzubeziehen |
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LICHT
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Das Ich eingebunden im L ich t Das L ich t begrenzt durch das L eben und den T od Das Licht wandelt sich, scheint aus der Welt, aus dem Ich, zurück, und erscheint dann in einer anderen, einer noch nicht entschlüsselten Sprache. Aber auch im verwandelten Licht bleibt das ICH einge- bunden.
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GANZES
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Ein Werk ist ein Ganzes und auch zweier Menschen Werk kann ein Ganzes werden. Vieles ist den Gleichzeitig-Lebenden gemeinsam, auch vom Eigensten. Fäden laufen hin und wider, verwandte Elemente laufen zusammen. Wer sondert, wird unrecht tun. Wer eines heraushebt, vergißt, daß unbemerkt immer das Ganze mitklingt. Die Musik soll nicht vom Text gerissen werden, das Wort nicht vom belebten Bild. Für die Bühne ist dies gemacht, nicht für das Buch oder für den einzelnen an seinem Klavier. Hugo von Hofmannsthal
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Kunstsplitter | ||||||||||||
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MENSCHENWÜRDE
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Menschen
sind für Institutionen Fälle, nicht Individuen; Regime und
"Amtsinhaber" aller Art können sie leicht zu "systematischer
institutioneller Demütigung" nutzen und die Menschen, die ihnen
unterworfen sind, der Anerkennung berauben, die sie zum Leben brauchen.
Unter welchen Bedingungen werden Menschen davor bewahrt? Voraussetzung ist
eine "gerechte Gesellschaft" im Sinne von John Rawls, eine
Gesellschaft, die elementare Freiheiten und ein Minimum materieller
Existenzsicherung sowie die institutionelle körperliche Grausamkeit
abschafft. Doch sofern Menschen symbolische Wesen sind, ist auch
Entwürdigung durch Diskriminierung Grausamkeit, "seelische
Grausamkeit", und vor ihr schützt die gerechte Gesellschaft nicht.
Abweichende Lebensformen sollen dann als moralisch legitim gelten, wenn sie
einander ihrerseits nicht demütigen und auch für Kritik offen sind.
Tolerant wäre eine Gesellschaft aber erst dann, wenn abweichende
Lebensformen nicht nur geduldet, sondern geschätzt, als wertvoll erachtet
werden. Achtung und positive Schätzung läßt sich aber nicht
institutionalisieren
Kerngedanken von Avishai Margalit: Politik der Würde
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GOTTESBILDER
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Eine der historischen Blindheiten der
christlichen Theologie war ihre Verwerfung der außerchristlichen
Religionen. Die Intoleranz des Elia gegen die Baalspriester war der
Kampf für die Erkenntnis des Unterschieds von Gut und Bös, eines
geschichtlich nötigen Schritts über jene Vegetationsgottheiten hinaus. Die
Anwendung der Intoleranz auf Islam, Buddhismus, Hinduismus ist eine
Simplifizierung eines sehr viel subtileren, noch völlig unerkannten
Verhältnisses. Die religiös suchenden westlichen Intellektuellen sind hier
in aller Ratlosigkeit weiter vorgedrungen, als es die Kirche noch vor kurzem
war. Ihnen sind Chassidismus, Zen, Yoga lebendige Begriffe geworden, auch
wenn sie daraus keine gültige Lebensform gewonnen haben. In dieser
Durchdringung bisher getrennter Wirklichkeiten steht ein Bewußtseinswandel
vor der Tür, der freilich nicht nach Jahrzehnten zu bemessen ist.
Carl Friedrich von Weizsäcker - Die Einheit der Natur -
Was Christen, Juden und Muslime
miteinander verbindet, ist die gemeinsame Rückführung ihrer Religionen auf
den Patriarchen Abraham. Dieser hatte zwei Frauen. Beide Frauen bekamen
Söhne. Zuerst seine zweite Frau, sie bekam Ismael. Und seine erste Frau
bekam Isaak. Wenn wir von Muhammed zurückblicken, dann sehen wir Ismael.
Auf Isaak geht die jüdische und in ihrer Nachfolge die christliche
Abstammungslinie zurück.
ZUM GLAUBEN AN
EINEN PERSONALEN GOTT UND DEN GOTT DER LIEBE
Frage von Ernst Tugendhat: Egozentrizität und Mystik " Liegt, wenn wir glauben, von den persönlichen Einstellungen nicht absehen zu können ("Dein Wille geshehe"), das nur daran, daß wir in der jüdisch-christlichen Tradition stehen, oder heißt das, daß Menschen von vornherein so sehr auf persönliche Beziehungen angewiesen sind, daß wenn sie sich auf das Numinose hin sammeln, ihnen ohne die Projektion einer göttlichen Person etwas wensentliches abgeht?" Seine Antworten: Vergleicht man die christliche mit der taoistischen Haltung, fällt auf, daß bei den Toaisten die Liebe fehlt. Der taoistische Weise ist freundlich und wohlwollend, aber zurückgezogen und selbstgenügsam. Die Frage stellt sich, ob und in welcher Weise die Idee einer allseitigen selbstlosen Liebe sich einerseits in der Religion, andererseits in der Mystik ergeben kann. ... Im Alten Testament war der Satz "Liebe deinen Nächsten" ein Gebot. Auf die Frage, warum soll man seinen Nächsten lieben, lautet die Antwort: weil es von Gott geboten ist. Die Idee der selbstlosen Liebe gründet hier also im personellen Aspekt der Religion in seiner krassen Form von Autorität und Gehorsam. Fragt man, worin das Gebot seinen Grund hat, läßt sich keine Antwort geben oder man dreht sich im Kreis. Im Neuen Testament ist die Liebe weiterhin ein göttliches Gebot, dieses Gebot wird jetzt aber durch die Vorstellung abgestützt, daß Gott die Menschen liebt (1 Joh. 4). Das Motiv zur selbstlosen und allseitigen Liebe ergibt sich aus dem Wunsch, Gott nahe zu sein. Allerdings ist damit die Verständnisfrage nur um einen Schritt verschoben, denn daß Gott die Menschen liebt (oder sogar 'die Liebe ist!, 1 Joh. 4,16), erscheint lediglich als Faktum. Innerhalb der religiösen Haltung nimmt man dieses Faktum staunend und demütig hin, aber wenn man darüber reflektiert, bleibt dieses Faktum ein Letztes (die Theologen sprechen von 'Offenbarung'). Diese Schwierigkeit scheint mir eine prinzipielle zu sein. Ich sehe nicht, wie sich aus der religiösen Haltung als solcher (d.h. ohne einen mystischen Faktor hinzuzunehmen) die Idee einer allseitigen Liebe verständlich machen läßt. ... Wenn überhaupt an die Stelle de kontemplativen Haltung des Mystikers eine aktive tritt, ist dies kaum anders vorstellbar denn als allseitiges Mitleid oder desinteressierte Liebe. Hier drängt sich für uns das Wort 'Herzensgüte' auf. Es gehört wahrscheinlich zum Begriff der Herzensgüte, daß sie 'gegenüber allen gleich' ist. Wie soll man aber dieses gleichmäßige und desinteressierte Verhalten anders verstehen als von der Mystik her? ... Ein primär moralischer Begriff ist das nicht, und als genetische Charakteranlage läßt sich Herzensgüte auch nicht verstehen; wenn man also bei manchen Menschen den Eindruck hat, Herzensgüte eigne ihnen 'von Natur', hängt diese Natürlichkeit eher damit zusammen, daß die Möglichkeit de Ausbildung einer mystischen Sichtweise - der Schritt zurück von sich - in der natürlichen Struktur von 'ich'-Sagern gründet. Muß dann nicht gegenüber anders begründeten Liebeskonzepten die Mystik als einzig verständliche Grundlage einer Haltung der allseitigen Liebe erscheinen? Die einzigen anderen Begründungen, die des Gebots und die des Vorbildes, wie wir sie aus dem Alten und Neuen Testament kennen, lassen sich ihrem eigenen Sinn nach nur als sekundär vestehen. Es liegt nahe, die Art und Weise, wie Jesus die Sorglosigkeit gegenüber der Zukunft (Matth. 6,25), darin den Taoisten nahestehend, mit der allseitigen Liebe verbunden hat, als Mystik im religiösen Gewand zu deuten. "
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"Zenith" - Zeitschrift für den Orient Informationen aus der arabischen Welt des Goethe Instituts Die LMU München bringt im Jahres- wechsel führende jüdische und islamische Wissen- schaftler zusammen (Michael Brenner - Prof. für jüdische Geschichte und Kultur - Avinoam Shalem - Prof. für islamische Kunstgeschichte) GOTTESFURCHT |
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KINDER
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Vergleiche:
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Ausschnitt
"Die Ideologien" |
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15.4.2003 |
Offenes BuchDie Wissenschaftler des Deutschen Humangenomprojekts haben 99 Prozent vom zugänglichen Teil des menschlichen Bauplans entziffert – mit einer Genauigkeit von weniger als einem Fehler auf 10000 Gen Buchstaben, die durch die Buchstaben A,C,G und T symbolisiert werden. Es gibt nur noch rund 250 Lücken, die mit heutiger Technik aber nicht lesbar sind. Die Forscher gehen davon aus, dass darin keine wichtigen Informationen gespeichert sind. Die erstellte Datenbank, die auf einem repräsentativen Gemisch des Erbgutes mehrerer Personen verschiedener Herkunft beruht, soll Forschern weltweit kostenlos zur Verfügung stehen. SZ
– 15.4.
SZ - 24.4.
SZ
- 26.4. Prof.
Nüsslein-Volhard - Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie -
Tübingen
"Was war das Leben? Niemand wußte es. Niemand kannte den natürlichen Punkt, an dem es entsprang und sich entzündete... Zwischen der scheinfüßigen Amöbe und dem Wirbeltier war der Abstand geringfügig, unwesentlich im Vergleich mit dem zwischen der einfachsten Erscheinung des Lebens und jener Natur, die nicht einmal verdiente, tot genannt zu werden, weil sie unorganisch war. denn der Tod war nur die logische Verneinung des lebens; zwischen Leben und unbelebter Natur aber klaffte ein Abgrund, den die Forschung vergebens zu überbrücken strebte ... Was war also das Leben?" Gedanken von Hans Castorp in Thomas Manns 'Zauberberg'
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Wenn
aber in den Lücken , im Dazwischen, das Wichtigste verborgen ist?
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Zur Zeichnung: „ Zwischen 3 und 4“ / Erkenntnisse über das Genom / Wissenschaft |
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In Bagdad wurde das Irak-Museum geplündertDie geraubten Schätze wiederzufinden dürfte schwierig sein. Sie landen vermutlich in irgendeinem Tresor eines Privatmannes. SZ – 15.4. Das am vergangenen Donnerstag geplünderte irakische Nationalmuseum verfügte über Kunstwerke des frühen Altertums von 7000 vor bis etwa 1000 nach Christus. Die Gesetzestafel des Hammurabi ist fortgeschafft worden, ebenso wie der 4300 Jahre alte Kupferkopf eines akkadischen Königs, der nach dessen Tod ähnlich zugerichtet worden war wie die Saddam-Bronzen heute. Es fehlen zahllose Statuen und noch unentzifferte Keilschrift-Tontafeln, 170000 Werke nach ersten Schätzungen insgesamt. Die Bilanz ist grauenerregend. Die Spuren einer Vergangenheit sind geraubt worden, welche der islamischen Welt genauso gehört wie dem der Bibel verpflichteten Westen. Die gemeinsamen Wurzeln der islamischen und der jüdischen Zivilisation liegen im mesopotamischen Zweistromland. ZEIT
- 17.4.
Rund
650 Kunstwerke sind wieder aufgetaucht, darunter ein 7000 Jahre altes,
fast unbeschädigtes Tongefäß. Zurückgebracht wurde auch eines der
ältesten erhaltenen Bronzereliefs eines Bullen sowie wertvolle
Manuskripte. Die Unesco will alle im Irak verschwundenen Kunstgegenstände
in einer Datenbank speichern.
SZ - 30.4. Fast 40 000 Manus | ||||||||||||||