EINE SEITE VON THEODOR FREY



Die Widmungsinschrift nennt ausdrücklich den Namen des Künstlers: NICOLAUS VIRDUNENSIS - Nikolaus von (aus) Verdun, von dem noch der Marienschrein von Tournai (1205) und der Dreikönigsschrein in Köln ( 1181 - 1230) stammt.  Das Werk ist in Emailtechnick entstanden. Dabei wird auf eine Metallunterlage Glasflüsse, die durch Metaklloxyde gefärbt sind, aufgeschmolzen. Die Metallteile werden abschließend feuervergoldet und poliert.

Dem große Flügelaltar bietet eine Darstellung des göttlichen Heilsplans. Im Zentrum des Altars steht der Kreuzestod Jesu (bis 1181 geschaffen). Er ist dargestellt in der Mitte der 2. Reihe, die die Erfüllung der Zeit unter der Gnade (SUB GRATIA) zum Thema hat. Links davon ist der Judaskuss, rechts davon die Kreuzabnahme zu sehen. Diese Tafeln sind 1331 beim Umbau der ursprünglichen Verkleidung der Kanzelbrüstung in einen Flügelaltar hinzu gekommen.
In der ersten Reihe ist die Heilsgeschichte des Alten Testaments (ANTE LEGEM - vor dem Gesetz) von der Weltschöpfung bis Moses dargestellt. In der dritten Reihe die Zeit nach der Gesetzgebung bis zum Ende des Alten Testaments (SUB LEGE - unter dem Gesetz). 

1941 wurde das Stift von den Nationalsozialisten aufgehoben. Der Altar sollte für das geplante "Führermuseum" nach Berlin gebracht werden. Eine Holzkopie des Altars, die an Stelle des Originals treten sollte, war bereits angefertigt. Dieses Sakrileg verhinderte das Kriegsende.

Durch Anklicken sind einzelne Felder vergrößert zu sehen

Zur Rückseite

 

TOD DES HERRN

JUDASKUSS

DIE KREUZABNAHME




Josef in der Zisterne

Tötung der Erstgeburt

Grablegung Christi

Christus in der Vorhölle

Jonas im Fisch

Samson tötet den Löwen



Das eherne Meer

Einbringung des Osterlamms



Die Ermordung
Abners

Die Kundschafter
mit der Traube

König von Jericho
am Galgen



DIE RÜCKSEITE

Der einheimische Maler orientierte sich an den gefeierten Werken des Florentiner Malers Giotto, etwa an den Malereien der 1305 geweihten Arenakapelle in Padua.

Kreuzigung Christi

 

Tod Mariens

Christus nimmt Mariens Seele (Seelenpüppchen)
 in Empfang

Dormitio (lat.: Entschlafen) oder Marientod bezeichnet in der Kunstgeschichte einen bestimmten Bildtyp, der den Tod Marias  im Kreise der Apostel darstellt.

Typische Elemente sind dabei Johannes, der die Sterbekerze überreicht, Petrus mit Weihwasserwedel und weitere Apostelfiguren, die aus einer Schriftrolle und aus Büchern lesen oder Weihrauch entzünden.

Auf manchen westlichen Darstellungen sowie auf orthodoxen Ikonen ist jeweils auch Christus . . . zu sehen, der die Seele von Maria in Form einer Säuglingsgestalt empfängt.

Quelle: Wikipedia

 

Krönung Mariens

Im Hohen Mittelalter (etwa 1200–1500) wird die Krönung Marias nach folgendem Grundtyp dargestellt: Maria sitzt  zur Rechten Christi und wird mit einer prächtigen Krone gekrönt. Oft sind Engel zu sehen, die die himmlische Szenerie rahmen und begleiten. Christus und Maria erscheinen oft gemeinsam auf einem breiten Thron sitzend.

 "Noli me tangere" (Berühre mich nicht)

Die Szene wurde zum Thema einer langen, weitverbreiteten und kontinuierlichen ikonographischen Tradition in der christlichen Kunst, die von der Spätantike bis ins zwanzigste Jahrhundert reicht. 

 

Hier zur Darstellung von Correggio . . .

 DIE RÜCKSEITE DER RÜCKSEITE

          

Hier sind noch die ausgesparten Felder zu sehen, in die die Emailtafeln der Vorderseite eingepaßt waren.

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PIETA IM STIFT KLOSTERNEUBURG (IM HINTERGRUND DIE RÜCKSEITE DES VERDUNER ALTARS)

ZUM VERGLEICH -  DIE SALMDORFER PIETA . . .

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