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2015

 

 

 

Weihnachten in gebrochener Zeit (tam)

 

 

17. DEZEMBER 2015-      DIE ZEIT N°51

Bericht von Clemens Setz

 

 

Ishiguro (der japanischer Erschaffer des Telenoid, eines embryo-ähnlichen Handroboters, der in naher Zukunft das Handy in seiner gewohnten Form ablösen soll)."sieht die grundsätzliche Richtung der Menschheit als eine metaphysischen Jojo-Bewegung. Aus anorganischer Materie sind wir entstanden, und sie ist auch die Heimat, in die wir zurückkehren müssen. Allerdings nicht im Sinne von »Staub zu Staub«, sondern in lebendiger Form. Wir werden, so Ishiguro, in tausend Jahren das menschliche Bewusstsein fast nur noch in anorganischer Substanz realisieren. Das Organische sei nur ein kurzer Ausflug, den die anorganische Welt, die eigentliche Grundwahrheit des Universums, sich gestattet habe. Biologie überlebt keine interstellaren Reisen, und sie ist sterblich. Der unseren Genen eingeschriebene Tatendrang und Überlebenswille gebe klar diese Richtung von die Emanzipation von der Biologie."



 

 

 

 

 

 

Traurig aber wahr!

Solche diffamierende Aufkleber an "Verteilerkästen"

kann man in München derzeit sehen - und abreißen!

 

 

 

 

 

13. 11. 2015

 

 

Die Zeit

Um ARMEN

Zu helfen/

Die Zeit

Be REICH ern 

 

 

 

 

 

 

 

Gesehen die der Kunstgießerei in der Schleißheimerstraße

 

 

Viergesicht (TAM)


 

 

 

 

 

 

Grafik aus dem Titelbild der ZEIT und Das Floß der Medusa (Le Radeau de la Méduse)  von Théodore Géricault (1791–1824)

 

 

 

Verästelungen

Entdeckt im Baumgeflecht beim

Morgenspaziergang am 1.1.

 

 

 



 

 

 

Saufen, Singen, Tanzen

Ferdinand Ulrich

"Das Selbst zerfällt damit jedoch in einer Art von «Schizophrenie der Existenz» (Nietzsche); es verliert den Mut zur Selbst-Liebe. Das freie Ja der Annahme meiner selbst in Fleisch und Blut verkehrt sich - durch Umstülpung nach oben, wo ich « eigentlich » bin - zur Region der Ferne, in der ich mich suchen muß; es wird zu einer mir « verweigerten Zukunft » umgebildet und dadurch dem haben-wollenden Ausgriff nach mir selbst unterworfen, der nicht gestillt ist. Der Bezug von Ich und Du zerfällt in der Begierde von Fressen und Gefressenwerden. Konsum und Aggression breiten sich im Raum entfremdeter Mitmenschlichkeit aus, die dann nur noch auf der Basis der gegenseitigen Vernichtung « Kommunikation» zu erstellen vermag."

Dazu im Glockenbachviertel am "Dreifaltigkeitsfest"entdeckt:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Sehen geboren, aber zum Schauen bestellt

Ferdinand Ulrich meditiert in seinem Werk: Leben in der Einheit von Leben und Tod, 1973, über Sehen und Schauen. Es spricht von der  »zweiten Geburt« ins Schauen. Der Text drückt aus, was mir sehr nahe ist.

"Unendlich viel zieht tagtäglich, gesehen und doch nicht erblickt, durch den Sehraum unserer Augen. Wir sehen fraglos und konstatieren mühelos. Dennoch kann sich wesentliches, angesichts der fehlenden Vorbereitung und Einübung unseres Vernehmens, nicht angemessen, von dem her, was es wirklich ist, zeigen und enthüllen. "

" Im Schauen jedoch überbietet sich das Sehen nicht mehr in horizontaler Oberflächlichkeit nach vorne hin, sondern steigt gelassen in die Tiefe. Im Schauen wird die erscheinende Welt auf die in ihr sich bekundenden und zugleich verbergenden Wesensgestalten hin durchscheinend. Der Mensch hat Tieferes zu verantworten, das, weil es das Tiefere ist, eben deshalb gerade nicht weniger wirklich und maßgebend bleibt als die meßbaren Phänomene, in denen es sich entbirgt. Das Schauen durchstößt das Vermögen und den Horizont des Sehens, die Grenze seiner biologischen Ermächtigung durch »leibliche Geburt«."

"Das Kind, das dem Mutterschoß entwächst und ins Offene der Welt kommt: »sieht«. Aber erst der Mensch, der seiner selbst los-geworden ist, der die Nabelschnur, durch die er an sich selbst hängt, zerschnitten und die Todestrennung der »geistigen Geburt« bestanden hat: »schaut«. Das Schauen folgt daher nicht einem »natürlichen« Funktionsgesetz, wenngleich es dieses (als leiblichen Wurzelboden seines Vollzugs) voraussetzt und seiner bedarf. Das Schauen gehorcht einem Ruf und Anspruch, dem es sich öffnen oder verschließen kann. Der Mensch ist »zum Sehen geboren, aber zum Schauen bestellt«."

Das Wort [bestellen] birgt in sich die Bedeutung von »einladen«."Jemand wird als Gast »bestellt«, er ist zu einem Treffen erwünscht -‚ und zwar mit dem energischen Akzent, daß der Gastgeber von dem, an den er sich wendet, auch erwartet: er werde und solle kommen! Das Wort zielt darüber hinaus auf den Sinn von »colere« (hüten, pflegen, bestellen), woher sich unser Wort »Kultur« ableitet, das ursprünglich soviel besagt wie »den Acker bestellen«. Dem Schauen eignet also Pflege und Erziehung. Dies aber meint immer: Umbruch, Verwandlung, »Tod« des natürlichen Sehens. Das Schauen wächst oder nimmt ab durch geschenkte oder vorenthaltene Begabung. Es bedarf daher der Einübung und ist ein bildbares Vermögen, der Freiheit überantwortet und zugelastet."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jean-Luc Marion (*1946) - "Gott ohne Sein"

(Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2014, 372 S., 39,90 €)

Werner Trutwin stellt in Christ in der Gegenwart Nr. 20/20144 das Werk vor:

" Für ihn ist die Seinsfrage nicht der Horizont, unter der die Gottesfrage der Philosophie stehen darf. Gott soll aus allen begrifflichen Begrenzungen befreit werden, denen er dann ausgesetzt ist, wenn er unter den Begriff des Seienden gefasst wird, wenn man von ihm sagt, dass „Gott ist ...... Gott ist nicht der Seiende, der mit allen anderen Seienden Anteil am Sein hat. Diese Einordnung würde seiner Unfassbarkeit nicht entsprechen. Er ist auch nicht das Sein selbst, weil auch das noch eine begriffliche Definition - Eingrenzung - dessen ist, der sich begrifflich nicht erfassen lässt. Erst wenn ihm das Sein abgesprochen wird, kann er seine ganze überlegene Freiheit voll entfalten. Erst dann bewahrt er „seine Freiheit gegen seine Existenz' wie es Friedrich Wilhelm Joseph Schelling formulierte."

"Wenn für Marion Gott schon nicht im Horizont des Seins zu denken ist, so entdeckt der Verfasser . . . doch überraschend einen anderen Weg, um von Gott zu sprechen. Es ist nicht ein Weg der begrifflichen Reflexion, der zu beweisen sucht, sondern der Weg der phänomenologischen Erschließung, der das aufdeckt, worum es geht. Dieser Weg führt nicht vom Denken zu Gott, ist also nicht mehr philosophisch, sondern von Gott selbst zum Menschen, geht also von Gottes Offenbarung aus. Er verläuft für Marion in einem Horizont der Gebung, der Gabe, des Rufes, des Wortes, das Gott zur Welt spricht Gott ereignet sich in und als Gabe. Seine Gabe hat nicht in erster Linie zu sein, sondern sich zu verschenken. Gott währt seine Gabe, indem er sie verschenkt, bevor sie ist. Er tut dies vor allem in dem Wort, das er zu uns spricht. Sein Wort ist selbst göttlich, es ist der Logos Jesus Christus. Er ist letztlich die göttliche Gabe. Wo dies erfahren wird, wird die Gottesfrage zu einer Frage der Liebe, wie das Neue Testament mit dem Satz „Gott ist die Liebe" im ersten Johannesbrief (4,8) bezeugt. Es ist konsequent, wenn in dieser Sicht auch der Eucharistie als der Gegenwart Christi in unserer Welt eine neue tiefe Bedeutung zukommt."

"So rücken plötzlich die biblischen Begriffe Gabe, Wort und Liebe in das Zentrum der Philosophie. Marion meint wohl zu Recht, dass sie bislang nicht so gesehen wurden und dass sie einer intensiven Entfaltung bedürfen. Damit versucht er selbst nichts Geringeres, als die Erste Philosophie auf ein neues Fundament zu stellen, weil für ihn der Widerspruch zwischen Glaube und Rationalität zutiefst unbefriedigend ist."

 

 

 

 

 

 

 

tam

 

 

 

Robert Jungk  -  im Kursbuch  - September 1978 

"Vielleicht wird denen, die weder Amt noch Würde aufs Spiel setzen, nämlich den Vielen, dieses kühne Spiel mit den utopischen Möglichkeiten leichter fallen als denen, die soviel  mehr an Prestige zu verlieren haben. Die »Massen« werden vermutlich durch die Erschütterung der Systeme, die wir in den nächsten Jahrzehnten zu erwarten haben, öfter als bisher dazu gezwungen werden, selbst Lösungen zu finden, die ihnen in Lagen der Verwirrung und Auflösung nicht mehr »von oben« angeboten oder diktiert werden. Schon aus Gründen der Selbsterhaltung werden auch die Menschen in den heute noch halbwegs funktionierenden Industriestaaten dann eigene Vorstellungen und Pläne entwickeln müssen.     . . .

Die krisenreiche Geschichte der zu erwartenden Zukunft wird also Zukunftswerkstätten auf vielen Ebenen der Gesellschaft erzwingen, ganz egal, ob wir diese Tätigkeit des sozialen Erfindens so oder ganz anders nennen werden. Eine Demokratisierung des utopischen Denkens wird notwendig."

 

 

 

 

 

 

Pyramiden einer seinsvergessenen Zeit

 

 

 

Das Dasein des geschichtlichen Menschen hat die Bauform des Werdens, des "Noch-nicht", der Hoffnung. Wir haben zwar, auf unserem "Lebenswege", ungezählte Möglich-keiten: wir können Umwege machen und Abwege gehen, wir können stehenbleiben, vielleicht auch, in gewissem Sinn, Rückschritte tun; vor allem können wir fortschreiten in der wahren Richtung; nur eine einzige Möglichkeit ist uns versperrt, die Möglichkeit, uns überhaupt nicht "unterwegs" und "auf dem Wege" zu befinden"

Josef Pieper - Tod und Unsterblichkeit - S. 123

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 ägyptisches museum 

           



 unausweichlich auf dem weg

 

 

 

 

 

 

 

Eugen Biser gestorben - hier zu meinen Seiten

 

Zu der Internetseite der Eugen Biser Stiftung . . .

 

Zum Nachruf von Richard Heinzmann . . .

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Ludwigsstraße München

 

 

 

 

1864

10. März - Ludwig II. (1845 -1886) wird König von Bayern

hier mehr auf meinen Seiten . . .

10. April - Proklamation des österreichischen Erzherzogs Ferdinand Maximilian zum Kaiser von Mexiko


21 April - Max Weber (1864-1920 in München) in Erfurt geboren

4. Mai - Richard Wagner lässt sich in München auf Einladung von Ludwig II. nieder, der sein Mäzen wird.

11. Juni - Richard Strauss erblickt in München das Licht des Welt

 

22. August - Genfer Konvention: Gründung des Internationalen Roten Kreuzes

28. September - Gründungskongress der Ersten Internationalen [Arbeiterassoziation] in London
 

 

 

 

 

 

 

 

gesehen an der Akademie der Bildenden Künste

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Perspektiven

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Winter am 5.März 2006 in München

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ludwigstraße am 21.2.2014



"Das schöne, verheißungsvolle münchner Damals, von dem ich einiges zu beschwören versucht habe, es ist versunken, erloschen sind sein Glanz, sein Reichtum, sein Schwelgen. Aber es leuchtet nach, und wir wollen im trüben und kalten Heute seiner erwärmenden Helle eingedenk und fest bleiben in der Hoffnung, daß der besondere, der einzige Zauber Münchens unzerstörbar sei durch Nazis, Feuer und Bomben, daß er auch unter Schutt und Trümmern wieder sich regen werde und fortwirken, wenn wir nur Treue und Dankbarkeit bewahren dieser Stadt von "Volk und Jugend", die wie keine mehr mächtig ist, aufzunehmen und anzurufen, zu behüten und zu beschwingen, Heimat zu werden im vielfältig geheimnisvollen Sinne des Wortes."

Emil Preetorius (bestattet auf dem Bogenhauser Friedhof >)
geschrieben nach Kriegsende für den Katalog einer Buchausstellung

Mehr über die Zeit nach 1945 >

 

 

 

 

 

 

 

 

Buddha in Schwabing

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Chinesischen Turm

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4. Februar 2014
 

 

 


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Norbert Scholl in CiG Nr. 2/2014

Der Jesuit, Paläontologe und Theologe Pierre Teilhard de Chardin (1891-1955) war zutiefst davon überzeugt, dass „Gott von uns keineswegs wider das Geschaffene geliebt werden will, dass er vielmehr durch das Geschaffene hindurch und im Ausgang von ihm verherrlicht werden will". Die Natur und das, was sie zu „offenbaren" hat, besitzen sogar den Vorrang gegenüber der Offenbarung, wie sie etwa in den Büchern der Heiligen Schriften ihren Niederschlag gefunden hat. Denn „nicht abseits von der physischen Welt, sondern durch die Materie hindurch und irgendwie in Vereinigung mit ihr" kommt der Mensch mit dem „göttlichen Milieu" in Berührung.

 „Der lebendige und fleischgewordene Gott ist nicht weit von uns. Er ist nicht außerhalb der greifbaren Sphäre. Er erwartet uns vielmehr jederzeit im Handeln, im Werk des Augenblicks. Er ist gewissermaßen an der Spitze meiner Feder, meiner Hacke, meines Pinsels, meiner Nadel - meines Herzens, meines Gedankens." Es gibt „für einen, der zu sehen versteht, auf der Welt kraft der Schöpfung, nichts Profanes". Darum vertritt Teilhard de Chardin die Ansicht, dass die profanen, weltlich-nüchternen Sprachen (etwa Naturwissenschaften) ebenso geeignet sind, religiöse Inhalte darzustellen wie sakrale Sprachen (etwa die der europäischen Standardtheologien). Und weil die sakralen Sprachen heute dem Bewusstsein der Zeitgenossen mehr und mehr fremd geworden sind, sieht er geradezu eine Notwendigkeit, religiöse Inhalte in profanen, weltlichen Sprachen vorzustellen, wenn der Gottesglaube nicht in der Sprachlosigkeit der tradierten religiösen Floskeln und theologischen Leerformeln verlorengehen soll.

 

Mehr über Teilhard de Chardin auf meinen Seiten  >

 

Dazu passt auch das Nietzsche Zitat aus Jenseits von Gut und Böse -
Kapitel 6
-Viertes Hauptstück: Sprüche und Zwischenspiele -150,
gefunden im Schaufenster (siehe unten) eines Modegeschäftes

 

"Um den Helden herum wird Alles zur Tragödie, um den Halbgott herum Alles zum Satyrspiel; und um Gott herum wird Alles – wie? vielleicht zur »Welt«?

 

 

Weitere Aphorismen daraus:

94.

Reife des Mannes: das heisst den Ernst wiedergefunden haben, den man als Kind hatte, beim Spiel.

99.

Der Enttäuschte spricht. – »Ich horchte auf Widerhall, und ich hörte nur Lob –«

106.

Vermöge der Musik geniessen sich die Leidenschaften selbst. –

das passt auch zu Mahler > hier mehr . . .

 
 

 

 

Eine Seite von Theodor Frey

 



Die drei G's der Zeit


das G der Vergangenheit   G - eschichte

das G der Zukunft    G - heimnis

das G der Gegenwart   G - eschenk



 

 

 

 

 

NEUE BILDER

 

 



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90 x 100  cm

 

 

 

 

 

 

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"Der Tod lächelt uns alle an,
das Einzige, was man machen kann,
ist zurücklächeln!"

 

Marc Aurel

 

 

 

 

 

 

„Man kann die Faust nicht ballen, wenn man die Finger überall drin hat.“

 

Dieter Hildebrandt
1927 - 2013

 

 




















 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Friedrich Christian Laukhard (1757 - 1822)

So höre denn, und zünde, wenn ich fehl,
Nur einen Strahl von deinem Licht mir an:
Ein Strahl aus deiner Hand ist meiner Seele
Ein Strahl des Heils, kein Strahl vom Vatikan.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fischsucher

 

 

 

 

 

Inbrunst

 

 

 

 

 

Wohlklang

 

 

 

 

 

S'ULI

 

 

 

Man muss seine Passionen beizeiten pflegen.
Wem das Leben nur passiert - dem passiert irgendwann gar nichts mehr.

 

Susan Vahabzadeh in der SZ (Nr. 236)

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Über das absolute NICHTS von Peter Wust - Die Dialektik des Geistes - 1928-  S.33 ff.

 

Wagen wir den Versuch und beugen wir uns für einen Augenblick über den dunkel aufgähnenden Abgrund des absoluten Nichts! In Gedanken lassen wir jetzt die gesamte Welt um uns her Stück für Stück in diesem Abgrund versinken. Alle Dinge und auch alle Formen der Dinge sollen jetzt in dieser öden Leere eines ewigen Nichts verschwinden. Verschwinden soll dann auch der Raum, und völlig vergessen, bis auf den letzten Rest ausgemerzt aus unserem Gedächtnis, sei auch die Zeit. Unbehindert durch den Einwurf unserer Vernunft, die immer wieder in unserem Rücken zu reden beginnt, daß wir ja doch nicht die letzten Reste der Räumlichkeit und Zeitlichkeit, auch nicht die letzten Spuren kategorialer Geformtheit völlig zum Verschwinden bringen könnten, wenn wir die Sinntendenz im Begriff des Nichts absolut zu vollziehen versuchen wollen -‚ unbehindert also von diesem Einspruch unserer Vernunft hinter unserem Rücken wagen wir es doch, für einen Augenblick das absolute Nichts zu denken, wagen wir es, die absolute Öde und Leere, die absolute Ohn-Macht und Un-Wirklichkeit, die mit der Sinntendenz dieses Begriffs gegeben ist, begrifflich zu „realisieren".
Indem wir nun so dastehen an diesem von uns in Gedanken geschaffenen Abgrunde, worin wir das Sein gewaltsam untergetaucht halten möchten - denn immer noch will es heraufsteigen, so schwer ist seine Niederhaltung in Gedanken - und indem wir nun so hinabschauen in die unabsehbare Tiefe des reinen Nichts, in die aufgähnende Leere der Raumlosigkeit und der Zeitlosigkeit und der Abwesenheit eines jeglichen Daseins und Formseins, lassen wir uns für eine Weile förmlich überrieseln von dem furchtbaren metaphysischen Schauer dieses einen Gedankens an die Möglichkeit des absoluten Nichts. Wir bohren uns ganz hinein in den einen Gedanken, daß vielleicht (wer weiß es?) auch ebenso gut nichts sein könnte, nichts, wirklich nichts, absolut nichts. Und je länger wir nun in Gedanken auf diesen einen Punkt hinstarren, je länger wir gleichsam traumverloren hineinstarren in das Reich dieser Möglichkeit des Leeren, um so näher scheint uns jetzt dieses absolute Nichts zu kommen, um so bedrohlicher scheint es uns auf den Leib zu rücken mit seiner grausigen negativen Unendlichkeit, mit seiner absolut gegensatzlosen negativen Einheit—was können wir dafür, daß hier dauernd der Widerspruch sich in unseren Begriffen einnistet? -‚ und nun auf einmal scheint es sogar Gestalt und Gesicht einer furchtbaren dämonischen Macht anzunehmen, die das Heraufsteigen des Seins aus ihrem eigenen Schoß hemmen möchte, um eine universale Diktatur restloser Seinsnichtigkeit für alle Ewigkeit zu begründen. Wie aber? So wären wir also über diesem waghalsigen Gedankenabenteuer schon in den Dualismus der Manichäer verfallen? Doch nein, das können wir nicht gelten lassen. Wir können es deshalb nicht, weil wir ja nun einmal das Nichts wirklich als absolutes Nichts gedacht haben und denken wollten und weil dabei unsere Vernunft uns verbietet - wiederum liegt es nicht an uns, wenn auch hier schon wieder ein Widerspruch sich in unseren Begriffen anmeldet, insofern ja doch auch unsere Vernunft nicht wäre, wenn nichts wäre -‚ weil also unsere Vernunft uns verbietet, auch nur ein Minimum von Wirklichkeit oder Wirksamkeit durch bloße Erschleichung auf die Negativseite zu bringen, die wir uns künstlich geschaffen haben, als wir das ganze Sein bis auf den absoluten Nullpunkt herunter zu drücken versuchten. Wir wissen ja doch ganz genau, daß wir hier in Gedanken nur ein Spiel treiben (ein sehr ernstes Spiel freilich) mit dieser Möglichkeit des absoluten Nichts und mit dieser sogenannten „Macht" seiner absoluten Ohn-Macht. Wir spielen also nur mit ihr, sagen wir. Wir spielen mit einem bloßen Gedanken. Denn das wissen wir ja sehr wohl, daß, nachdem nun einmal überall irgend „Etwas" ist, dieses von uns gedachte absolute Nichts nichts weiter ist als ein flüchtiger Schatten, der über das Auge unserer endlichen Vernunft dahinstreicht. Dieses absolute Nichts ist gleichsam nur eine Denkfolie für unsere schwache endliche Vernunft, die sich nun einmal nur in der Antithese von Negation und Position diskursiv, wie wir sagen, hin- und herlaufend also zwischen zwei Polen, begrifflich zu betätigen vermag.
Wenn nun aber auch das absolute Nichts nur ein Begriffsphantom ist, mit dem unsere Vernunft abenteuerlich ihr Spiel treibt, so hat doch dieses Spiel einen sehr tiefen Sinn. Denn eben auf diesem dunklen, selbstgeschaffenen Hintergrunde tritt uns die Position, die alles, auch das winzigste Sein, darstellt, um so deutlicher hervor.
Was aber wäre denn nun das Positive, das sich auf dieser Schattenwand des Nichts so plastisch abzeichnen soll? Was könnte es anders sein, als die beglückende Tatsache, daß dieser vielleicht mögliche Abgrund des absoluten Nichts ausgefüllt ist, ausgefüllt mit der ganzen tausendfältigen Fülle des Etwas, das überall um uns her in Form und in Farbe und in mannigfaltigster Wirklichkeitssättigung sich vor unser staunendes Auge drängt? Freilich, ob dieser Abgrund des Nichts gänzlich ausgefüllt sei, ob also nicht doch noch die Ohnmacht des Nichts bald hier und bald dort wie eine beständig drohende Gefahr der Seinsvernichtung im Grunde aller Erscheinungen lauere, das wissen wir noch nicht und das müssen wir vorläufig noch auf sich beruhen lassen. Genug aber, daß wir sagen dürfen, es sei wenigstens Etwas und also doch nicht das reine, die Existenz absolut und apriori bedrohende Nichts. Die grausige Möglichkeit eines absoluten, eines sozusagen prinzipiellen Nichtseins, die uns einen Augenblick wie ein höllisches Blendwerk umgaukelte, ist verschwunden, der grausige metaphysische Urzufall, daß vielleicht auch nichts sein könnte, wirklich nichts, ist verscheucht, das intelligible Urverhängnis des Nichthervortretenkönnens eines Etwas (die „possibilitas non existendi") ist abgewehrt; es ist abgewehrt in demselben Augenblick, wo auch nur das winzigste Wesen sich vor unseren Augen bewegt und im Sonnenlicht des Seins seine Glieder reckt. Und selbst dann, wenn nun wieder ein Illusionist uns das alles, was wir so als Sein ansprechen zu dürfen glauben, als eine bloße Vorspiegelung unseres Bewußtseins deuten wollte, selbst dann bliebe ja immer noch etwas übrig, das sich nicht gleich Null setzen ließe. Denn angenommen auch, dieses übrigbleibende Etwas wäre mir unser die Illusion erzeugendes Bewußtsein, eben dieses Bewußtsein, das in den Abgrund des reinen Nichts hinabzuschauen versucht hat, angenommen, es wäre dieses Etwas nur unser eigenes, gleichsam punktuelles und völlig einsames Ich in dieser unendlichen Leere, ja, wäre auch dann nicht das absolute Nichts schon aufgehoben? Wäre durch unser eigenes Ichsein die endlose Nacht nicht schon unterbrochen, die endlose Nacht des Nichtseins, Nochnichtseins, Immernochnichtseins? Und gesetzt auch noch, daß sogar dieses die Illusion erzeugende Ich selbst wieder nur eine irgendwie freischwebende Illusion wäre, eine Illusion ohne Illusionisten, auch dann wäre ja doch noch nicht absolut nichts, sondern diese Illusion wäre, und sie wäre ein Etwas, das sich dem reinen Nichts seiend entgegensetzte. So dürfen wir denn sagen, daß mit jedem nur irgendwie denkbaren Minimum von Etwas, und wäre es auch nur ein ganz flüchtiger Gestaltschatten, gewissermaßen eine Revolution begonnen hat, die von unabsehbaren Folgen begleitet ist. Denn schon das Dasein des winzigsten Staubkörnchens, ja, schon das Vorhandensein auch nur irgendeiner freischwebenden Idee, bedeutet, gemessen an jenem strengen Grenzbegriff des absoluten Nichts, gleichsam einen Aufstand des Seins wider das Nichtsein. Sobald nur irgendein Etwas ist, ganz gleich, ob ideell oder real, hat das Sein mit seinem furchtbaren Siegerwillen am Thron der ewigen Finsternis gerüttelt, und es wird dann in diesem Kampf zwischen Macht und Ohn-Macht kein Ende mehr geben, solange als es nicht gelingt, dieses Minimum von Etwas auf den absoluten Seins-Nullpunkt herabzudrücken. Mit jedem Seinsminimum ist also ein Wille zur Position vorhanden, und schon das erste Anheben dieser Position bedeutet im Kampf zwischen Nichts und Etwas die vollkommene Niederlage des Nichts. Unser erster Satz hätte also zu lauten: in jedem noch so unbedeutenden Etwas 'wird ein ganz rätselhafter Urwille zur Position erkennbar, und dieser Urwille zur Position ist demnach das erste und tiefste aller ontologischen Geheimnisse."

 

Weiteres über das DAZWISCHENSEIN auf meinen Seiten >>>

 

"Der Reiche betrachtet alles als käuflich für sich,
weil er sich als die Macht der Besonderheit seines Selbstbewußtseins weiß.
Der Reichtum kann so zu derselben Verhöhnung und Schamlosigkeit führen,

zu der der arme Pöbel geht. 

Diese beiden Seiten, Armut und Reichtum,
machen so das Verderben der bürgerlichen Geselschaft aus."

Hegel

. . . der sich bildende Geist [reift] langsam und stille der neuen Gestalt entgegen,
löst ein Teilchen des Baues seiner vorgehenden Welt
nach dem andern auf,
ihr Wanken wird nur durch einzelne Symptome angedeutet; der Leichtsinn wie die Langeweile,
die im Bestehenden einreißen, die unbestimmte Ahnung eines Unbekannten sind Vorboten,
daß etwas anderes im Anzuge ist. Dies allmähliche Zerbröckeln, das die Physiognomie des Ganzen nicht veränderte,
wird durch den Aufgang unterbrochen, der, ein Blitz, in einem Male das Gebilde der neuen Welt hinstellt.

Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Phänomenologie des Geistes - Vorrede

 

Oktoberfest - Bavaria - drei mal himmelwärts  - Masse Mensch - einsamer Schuh

Alles endliche Sein drängt sich, so möchte man sagen,  wie eine aufgestörte Herde zusammen, in die ein Raubtier einzubrechen droht. Die Seinsinsuffizienz alles Einzelnen bedingt diese universale Kontingenzunruhe alles Geschaffenen, weil überall die Vernichtung droht. So sind denn auch alle mechanischen Bewegungs- und alle organischen Wachstumserscheinungen, wenn man sie auf ihren metaphysischen Sinn hin betrachtet, nur als der Ausdruck einer allgemeinen Flucht in die Einheit zu deuten. Die gesamte Expansionstendenz des Daseins- und Vitaldranges gewinnt auf diese Weise geradezu einen umgekehrten Aspekt. Was auf den ersten Blick als ein Verfließen und Verströmen ins räumlich und zeitlich Ausgedehnte erscheinen möchte, ist im Grunde nur ein qualvolles Suchen nach der inneren Einheit und Intensität.

Peter Wust - Dialektik des Geistes - S. 184






AUS DER WIEDER ERÖFFNETEN PINAKOTHEK DER MODERNE IN MÜNCHEN

 

 

 

ST. JOSEF IN STARNBERG


 



 

Der goldene Drache

oder

 der vergoldeter Ritt ins Verderben
 
 

 

 

Beim frühen Morgenlicht

 




 

 



Die „Weiße-Rose-Orgel" im Lichthof der Ludwigs-Maximilian Universität in München


Wo vor dem Krieg ein Mosaik ("Brunnen der Wissenschaften") angebracht war (siehe rechtes Bild oben vom Tage der Bücherverbrennung 1933), wurde 1960/61 die Steinmeyer-Orgel eingebaut. Mit ihren 29 Registern und 1692 Pfeifen erinnert sie an die Aktionen der „Weißen Rose" .
Am 20. Juli 2013, dem Gedenktag an Stauffenbergs Hitler-Attentat, wurde sie erstmals wieder bespielt. Das Instrument will der Freiheit seine Stimme geben. Joseph Pascher, Rektor der LMU und 1946-1960 Director des Georgianums (siehe Tafel unten), war es, der entschieden hat, die Orgel am denkwürdigen Ort im Lichthof zu installieren. Als Mahnmal für die Widerstandskämpfer der Weißen Rose schien ihm nichts geeigneter als die „Königin der Instrumente", die der Stimme der Freiheit Ausdruck verleihen soll.

Das erste Konzert nach der Renovierung gab im akustisch recht problematischen Raum der Organist der Ludwigskirche, Stephan Heuberger, zusammen mit der Stefanie Rhaue (Mezzosopran) und dem Klarinettisten Andreas Möller. Sie musizierten Mahlers Rückert-Lieder und Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Carl Maria von Weber, Richard Wagner und Naji Hakim.







einfach schön

 




 
















bei Väterchen Timofei
17.7.2013


























AM 13. Juli








AM 12. Juli









Am Olympiaberg 10. Juli 2013









 

 

 


 


   




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