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SHAKESPEARE
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BISHER GESEHEN |
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OTHELLO I MAß FÜR MAß I KÖNIG LEAR I DER KAUFMANN VON VENEDIG I HAMLET I RICHARD III. I |
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WAS IHR WOLLT I DER STURM I MACBETH I TITUS ANDRONICUS I VIEL LÄRM UM NICHTS I |
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ROMEO UND JULIA I EIN SOMMERNACHTSTRAUM I SCHLACHTEN! - NACH DEN ROSENKRIEGEN I |
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Das Thema der Eifersucht ist mit dem Thema des Fremdseins verbunden. Die Eifersucht zerstört Othellos ganze Identität, am Ende empfindet er sich nicht nur als betrogener Ehemann, sondern auch als fremder Eindringling, als Neger. Man hat
Othello als Nigger gespielt, als Neger und öfter als dunkelhäutiger
Berber, doch auf den Schwärzegrad der Haut kommt es nicht an.
"Othello" ist keine Rassentragödie. Dennoch spielt die
Hautfarbe eine Rolle: ähnlich wie Shylock, der Jude von Venedig ist der
Mohr von Venedig ein Fremder, doch anders als Shylock ist er hoch-
geachtet, ein zuverlässiger und kühner Kondottiere, den man braucht
und ehrt und den man freilich seine Fremdheit fühlen läßt, wenn es um
intime Beziehungen geht wie um die Ehe mit einer Venezianerin.
Der Verlust des Vertrauens stürzt ihn ins Chaos. Sein menschlicher Adel macht ihn zum leichten Opfer von Winkelzügen, deren unmenschliche Schmutzigkeit außerhalb seiner Vorstellungswelt liegen. Seine vielzitierte Eifersucht ist viel mehr als Eifersucht: das sich steigernde, von Jago genährte, falsche Gefühl, daß er getäuscht worden sei. Aufführung zur Wiedereröffung der Kammerspiele in München.
DIE ERFAHRUNG MACHT DEN HASS, NICHT DIE IDEOLOGIE (Emilia)
Die zweite Sicht auf diese Fabel über das Alter in einer vom Krieg geprägten Männerclique verstört wiederum. Es war ein starker Theaterabend, geprägt von der konsequent durchgehaltenen schwarz-weiß Lichtsetzung von Max Keller und der emotionalen Klanggestaltung des Pianisten Jens Thomas. Eine Fabel, die an eigene Schwächen, Ängste und Abgründe erinnert. Und dazu die starken Schauspieler: Der abgrundtief böse und verschlagene Jago (Wolfgang Pregler), der von der fast unerträglichen Fäkalsprache zu einer schleimiger Überzeugungsrhetorik wechselte, wie er sie gerade brauchte um Unheil anzurichten (Bearbeitung des Shakespeare Textes von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel). Berührend die Darstellung des Beziehungsgefüges der unschuldig-schuldigen Desdemona (Julia Jentsch) und es schuldig-unschuldigen Othellos (Thomas Thieme).
Günther Senkel sagt zur Geschichte: "In Othello begegnet uns ein alter Mann mit einer jungen Frau. Das schafft in der Umgebung erst einmal Naserümpfen: Wie kommt er zu der, das passt doch gar nicht ... und dadurch kommt man auch zur Frage des Selbstwertgefühls dieses alten Mannes. Er sieht sich die ... Konkurrenten an und stellt fest, sie sind jünger und schöner als er, sie können seiner Frau mehr bieten. Er bewegt sich in einer Reflexionsschleife, in der auch sein Selbstvertrauen zugrunde geht. Das ist die heute geradezu aktuelle Frage des Alterns, und die Hautfarbe kommt als zusätzliches Gewürz dazu."
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OTHELLO THOMAS THIEME JAGO WOLFGANG
PREGLER PIANIST JENS THOMAS REGIE LUK
PERCEVAL |
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Julia Jentsch und Thomas Thieme |
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abkacken:
versagen
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DER STURM
Stefan Puchers Sichtweise auf der Bühne der Kammerspiele in München (2007) konnte mich trotz aller Filmeffekte nur leicht bewegen. Einen Sturm der Gefühle verstand sie nicht zu entfachen! Ich erinnere mich aber gerne an die Auführung in der Regie von Dieter Dorn aus dem Jahre 1994.
"Die Magische Gewalt der Harmonie, der besten Arzney für eine zerrüttete Phantasie, heile dein izt untüchtiges Gehirn" (Prospero) |
Bearbeitung
eines Szenenfoto von Oda Sternberg |
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OTHELLO |
DESDEMONA |
JAGO |
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DIE ERFAHRUNG MACHT DEN HASS, NICHT DIE IDEOLOGIE |
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ZWEI
ÜBERSETZUNGEN Desdemona. Emilia. Desdemona. Emilia. Desdemona. Emilia. Desdemona. Emilia. Desdemona. Emilia. Desdemona. Emilia. Desdemona. Emilia. Desdemona. |
DER
13. SZENE AUS DEM IV. AKT Desdemona. Aemilia. Desdemona. Aemilia. Desdemona. Aemilia. Desdemona. Aemilia. Desdemona. Aemilia.
Aemilia.
Aemilia. Desdemona. |
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DENN
ZEIT IST WIE EIN WIRT NACH HEUT'GER MODE, NIE
HOFFE WERT FÜR DAS, WAS WAR, DEN LOHN; NATUR
MACHT HIERIN ALLE MENSCHEN GLEICH; DIE
GEGENWART RÜHMT GEGENWÄRT'GES NUR. |
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Priamus
/ Nestor Barbara Nüsse Hektor
/ Agamemnon Hans Kremer |
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www.nachtkritik.de Peter
Schneeberger |
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MAß
FÜR MAß I Zweitaufführung im Mai 2001 in Berlin gesehen |
Maß
für Maß (Shakespeare-Neuübersetzung fürs
Berliner Ensemble) |
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MAß
FÜR MAß II |
Copyright:
Thomas Dashuber
Kritik aus der ZEIT von Peter Kümmel: „Dein bestes Ruhn ist Schlaf, Den rufst du oft und zitterst vor dem Tod,Der doch nichts weiter! (…)Du hast zu eigen Jugend nicht noch Alter, Nein, gleichsam nur den Schlaf am Nachmittag,Der beides träumt.“
Diese Worte stammen aus Shakespeares Maß für Maß, auch ein Stück, das mit Wien zu tun hat, denn dort spielt es. Die Aufführung, von der nun die Rede ist, stammt aber aus München. Am Residenztheater hat Dieter Dorn Maß für Maß inszeniert, und er zeigt uns ein viertes Muster des Träumens: das Wachträumen in Rollen, das Theaterspielen. Eines Tages merkt Herzog Vincentio, dass er sein Amt nicht mehr erträgt: „I love the people / But do not like to stage me to their eyes.“ Er liebt das Volk, aber er mag nicht, wenn es ihn sieht. Der Schauspieler Rainer Bock spricht diese Sätze hastig, als sei ihm aufgegangen, dass eine Lebensrolle einfach zu wenig ist. Also sucht er sich eine neue. Er schiebt einen Statthalter ins Licht und rettet sich selbst mit einem Sprung in die Nacht. Von nun an beobachtet er aus dem Dunkeln, im Kostüm eines Mönchs, sein Volk und seinen Stellvertreter. Angelo, der Statthalter (Stefan Hunstein), steht nun baff er vor dem Schreibtisch des Herzogs. Zunächst ist die Macht ihm nur Papier, aber bald wird er das Papier erwecken – zu Schmerz, Blut und Strenge. Er geißelt die Unzucht, und er begeht selbst Unzucht – mit dem Volk, das er aus Lust zügelt. Die Macht fiel ihm in den Schoß, dort gärt sie nun. Der Herzog sieht das alles aus seinem Kapuzenversteck; er bleibt im Hintergrund und inszeniert von dort aus Staat und Volk, ein Traumspiel zum Vergnügen eines Schlaflosen. Die Münchner Inszenierung ist dann stark, wenn sie die leere Kostbarkeit überwindet, die Dieter Dorns Theater bedroht. Und sie ist stark, wenn Rainer Bock das Wort hat. Es ist ein Vergnügen zuzusehen, wie Bocks Kaltblüterkopf von Ideen gewärmt und hin und her geworfen wird. Sein schlafverwüstetes Gesicht und sein Sprechen, das bitteren Überblick verrät – dieser Gegensatz macht den Mann unverwechselbar. Er wirkt wie einer, der soeben geweckt wurde, aber er hat die kühle Stimme eines Mannes, der nie ruht. Er ist immer wach, aber sein Volk hält er in dauernder Nacht. Er preist die Vernunft, aber seine Untertanen macht er zu Komparsen seiner Tagträume. Das Leben ist die kleine Fläche zwischen Traum und Tod. Vincentio krallt sich auf ihr fest. Er hat erst Mönch werden müssen, um mit voller Lust Herzog sein zu können. Die Mönchserfahrung lässt ihn, als er die Kutte abwirft, das Volk noch fester packen. Er wird nie mehr schlafen. Zu sehr fürchtet er die Ungetüme, die im Schlaf nisten. |
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JON
FOSSE |
ER (Stephan Bissmeier) SIE (Katharina Schubert) Der Mann (Oliver Mallison) Regie (Christiane Pohle) Werther ist von jenem berühmten Bild gefangengenommen: Lotte schneidet Brot und verteilt die Scheiben an ihre Brüder und Schwestern. Lotte ist ein Kuchen, und dieser Kuchen wird aufgeteilt: jedem sein Stück: ich bin nicht der einzige - ich bin in gar keiner Hinsicht der einzige, ich habe Brüder, Schwestern, ich muß teilen, muß mich in der Teilung fügen: sind die Schicksalsgöttinnen, die Moiren, nicht ebenfalls Göttinnen der Teilung - deren letzte die Stumme ist, die Todesgöttin? Als Eifersüchtiger leide ich vierfach: weil ich eifersüchtig bin, weil ich mir meine Eifersucht zum Vorwurf mache, weil ich fürchte, daß meine Eifersucht den Anderen verletzt, weil ich mich von einer Banalität knechten lasse: ich leide darunter, ausgeschlossen zu sein, aggressiv zu sein, verrückt zu sein und gewöhnlich zu sein. Roland Barthes, Fragmente einer Sprache der Liebe, Frankfurt 2003 Es geht darum, Unsichtbares sichtbar zu machen. Das ist weniger mystisch, als es klingt. Unsere Beziehungen - zwischen Freunden, Kollegen, zwischen Liebenden - sind eben unsichtbar, sie spielen sich unter der Haut ab, unter den Bühnenbrettern. Darum wird "im wirklichen Leben" auch so viel über Beziehungen geschwiegen. Weil sie im seelischen Raum stattfinden, weil sie uns wirklich zutiefst berühren. Sie sind unser Wichtigstes, unser am stärksten Gefährdetes, unser Gefährlichstes. ... Auf Norwegisch wie auf Italienisch, auf Farsi wie auf Japanisch braucht es Pausen, damit das Ungehörte hörbar, das Unsichtbare sichtbar werden kann. ... Bei Fosse sind die Pausen so elementar. Seine Kunst besteht darin, um die Pausen herum ein wenig Text so anzuordnen, daß das, was sich in den Pausen ereignet hörbar wird, daß es spricht und nicht stumm bleibt, daß es sichtbar wird, das schon da war, aber nicht besprochen, sondern beschwiegen wurde - und auch jetzt, auf der Bühne, wo SIE und ER sich gegenüberstehen, vor dem alten, stummen Haus, das so viel weiß uns do wenig preisgibt, wird dies Stumme Unsichtbar nicht besprochen, es kommt nicht zur Sprache - aber es spricht. Aus "Sprechende Pausen" von Hinrich Schmidt-Henkel" |
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| Zeichenstunde von Wjatscheslaw Kuprijanow
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