SCHWABINGER DOM
St. Ursula 

Eine Seite von Theodor Frey

 

 

STEHEN, HÖREN, WANDELN

"Ich habe lernen dürfen, dass Christsein, im Namen des menschgewordenen Gottes, nichts anderes sein kann als vertieftes Menschsein. Von daher will mich das Mönchsein, als eine Konkretion von Christsein, zu einem tieferen Menschsein führen - ich darf immer mehr zu dem Menschen werden, der nach Gottes Bild in mir angelegt ist. So habe ich lernen dürfen, meine Mönchsgelübde einzuüben und als Grundvollzug menschlichen Werdens und Seins zu verstehen. Einfach gesprochen:

Stabilitas - Stehen;

Oboedientia - Hören;

Conversatio - Wandeln.

Im Menschsein geht es um ein beständiges Werden, es geht darum, einen Standpunkt zu beziehen und sich darin nicht zu verhärten.
Es geht darum, mit Aufmerksamkeit und Sensibilität auf die Stimme in mir und die Stimmen um mich herum zu hören und sensibel zu werden für die Stimme Gottes. So können wir Menschen eine Veränderung im Tun und im Geschehenlassen ermöglichen und durch diesen Wandel einen neuen Standpunkt finden. Dieser Prozess ist ein Grundvollzug des menschlichen Lebens, der Halt gibt."


Pfarrer David Theil im Blickpunkt Altschwabing Nr. 2 /2015/2016 (Auszug)

 

Wichtige Impulse erhielt Pfarrer David Theil  von Odilo Lechner OSB, dessen Wahlspruch "Mit weitem Herzen" ihn wesentlich geprägt hat. Spirituell ist er in der benediktinischen Lebensregel verwurzelt. Insbesondere ist er geprägt von der Orientierung des eigenen Lebens am rechten Maß, um so "bei sich selbst wohnen" zu können (habitare secum).

 

Für verschiedene öffentliche Gebäude in München schuf Jacob Ungerer den Figurenschmuck, so für die 4 Apostel der Kirche (1901) und auch für den 1897 von Friedrich von Thiersch errichteten Justizpalast.

Augustinus am Eingangstor

   
 
 



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"Scheint Sonne, dann wird Gold im brandigen Felde scheel  . . ."




mehr über August Thiersch . .
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mehr über St. Ursula (Wikipedia) . .  .


zur Seite der Pfarrgemeinde . . .


»Harmonie als zeitlose Qualität – St. Ursula in München-Schwabing« von Sibylle Appuhn-Radtke

Sibylle Appuhn-Radtke
Harmonie als zeitlose Qualität
St. Ursula in München-Schwabing
Ein Kirchenbau von August Thiersch

 

 

"Rings herum, in engen und weiten Kreisen zerstreut mehr als versammelt, wohnen die Maler und Dichter und was als Troß zu ihnen gehört. Kaum einer hat je den Entschluß gehabt, in die Kirche der Ursula hineinzugehen; denn jeder fürchtet, vom Äußern beklemmt, unselige Offenbarungen der Enttäuschung."

Hausenstein, Liebe zu München S. 14 f. - 1921

"Das Haus der Heiligen Ursula, von einem späten Baumeister entworfen, von profanen Maurern gebaut, wies sich als Form, wies Rumpf und Glieder, stand in der ewigen Erde, führ zum unsterblichen Himmel auf: plötzlich ein Denkmal mit befriedigender, ja offenkundiger Bedeutung; griechisch, morgenländisch, endlich katholisch."

Hausenstein, Liebe zu München S. 14 f. - 1921

 

 

 

 

"Kommet zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid."

 

Gregorius am Eingangstor

"Dies ist die Zauberzone des Tempels zur Heiligen Ursula. Er ist im venezianischen Stil erbaut; sehr neu noch; von greller Röte an sonnigen Tagen, dumpf an grauen; schier veilchenfarbig an blauen Abenden im August; ein Zeiger nach Süden und Osten; sehr fremd; dennoch gegenwärtig wie das Selbstverständliche; quälend, erfreulich und wieder peinigend; unbegreiflich, doch unbezweifelbar; Mitte und unwesentlich; Geheimnis und trivial; Denkmal aller Fatalität unseres Augenblicks. Möglich bleibt, daß alle Sorgen überflüssig sind: daß ein Neubau mystifiziert, daß wir ihn mystifizieren. Was würde dies ändern? Dies nicht unterscheiden zu können, wäre nur ein Verhängnis mehr. Das Rätsel auszustreichen wäre nur die letzte der Entbehrungen. es stehen zu lassen ist das Mindeste an Notdurft.

Hausenstein, Liebe zu München S. 19 f. - 1921

 

Das ehemalige Dorf Schwabing profitierte von dem unter König Ludwig I. begonnenen Ausbau Münchens zur Universitäts- und Akademiestadt. Zwischen ca. 1880 und 1910 entstanden beiderseits der heutigen Leopoldstraße prächtige neue Wohnviertel. Das Bevölkerungswachstum hatte 1887 die Erhebung des Dorfs zur Stadt, 1890 die Eingemeindung von Schwabing nach München zur Folge-

Die alte Schwabinger Pfarrkirche St Ursula an der Biedersteiner Straße (heute St. Sylvester), deren Größe für das alte Dorf genügt  hatte, erwies sich nun als zu klein. Nachdem Erweiterungspläne für diese Kirche verworfen worden waren, wurde 1888 beschlossen. an der Kaiserstraße einen Neubau zu errichten.

Der endgültige Entwurf für die neue Kirche stammte Von August Thiersch (1843-1917), Professor an der Technischen Hochschule München Er sah eine großartige Baugruppeaus einer Basilika mit Campanile und symmetrischen Gebäuden beiderseits der Kirche vor; davon sind aus Kostengründen nur Kirche und Pfarrhaus realisiert worden. 1894 wurde der Grundstein zur Kirche gelegt, am 10 Oktober 1897 fand die Weihe statt. Die Innenausstattung der Kirche, alle Altäre, das Taufbecken und das Gestühl, wurden von Privatpersonen gestiftet Einzelne ältere Ausstattungsstücke stammten aus der 1898 abgerissenen Siechenhauskirche St Nicolal.

Die Kirche ist eine dreischiffige Basilika mit Querhaus, Vierung und Staffelchor. Die Schiffe des Langhauses, die ihre Helligkeit durch schlichte Rundbogenfenster empfangen, werden von rundbogigen Säulenarkaden getrennt. Über der quadratischen Vierung erhebt sich eine belichtet Tambourkuppel. Querhausarme, Chorseitenkapellen und Vorchorjoch sind mit Halbtonnen überwölbt, die mit strukkierten, farbig abgesetzten und vergoldeten Kassetten ausgesetzt sind. Das Chorhaupt betont eine halbrunde Apsis, deren Kalotte u.a. kreuzförmige Kassetten zeigt.

Die harmonischen Proportionen de Bauteile und die feingliedrige Bildhauerarbeit gehen auf die intensive Beschäftigung des Architekten mit Florentiner Frührenaissancebauten, insbesondere mit der Kirche Santo Spirito, zurück. Schwabing besitzt damit einen Kirchenbau, der den Anspruch Thierschs auf eine idealtypische "gute Form" vertritt.

Aus der Beschreibung in der Kirche

 

1   Tympanon an der Innenseite des Hauptportals "Christus in der Rast"
      Majolikarelief von August Hudler, 1910


2   Pfingstwunder von Josef Hauber, 1793; ehemaliges Hochaltarbild aus
     der 1898 abgerissenen Filialkirche St. Nicolai in Schwabing


3   Andachtsnische: Marienfigur mit Kind, 19. Jahrhundert

4.   Seitenschiffe mit Kreuzweg von Ludwig Glötzle, 1898-1899 und
      Apostelfiguren, teilweise siniert von Jakob Ungerer, 1901


5.   Prozessionsstandarte der hl. Ursula mit ihren Gefährtinnen im Boot,
      Skulptur von Rosa Hintermayer, 1941

6.   Kanzel aus Adneter Marmor, Guter Hirte auf dem Schalldeckel,
      von Karl Fischer, 1897

7.   Sebastiansaltar (Kriegergedächtnisaltar) von Georg Albertshofer,
      1927-28. Die Figur des Titelheiligen flankieren die hll. Vincentius und
      Antonius von Padua, beide von Balthasar Schmitt. Seitlich und im
      Tympanon Mosaiken mit Engeln und der Beweinung Christi nach
      Entwurf von Anton Figel, ausgeführt von der Firma Van Treeck,
      München


8.   Marienaltar: Im Hauptgeschoß tronende Maria mit Kind und den hll.
      Dominikus und Franziskus, Majolikaarbeiten von Baltharsar Schmitt,
      ausgeführt von der Firma Cantagalli, Florenz, 1898


9.   Hochaltar nach Entwurf von August Thiersch, ausgeführt von der
      Firma Kiefer, Kiefersfelden, 1897. Figuren der hl. Ursula und des hl.
      NIkolaus von Joseph Schell, 1899, flankieren den Tabernakel mit
      einem Altarkreuz, der von einem mit Mosaik ausgesetzten Ziborium
      überwölbt ist. An den Wänden des Vorchorjochs Orgel der Firma
      Albiez, Lindau, 1984.


10.  Josefsaltar, Gemälde von Ludwig Glötzle, 1898

11.  Figuren der hll. Theresa von Avila und der hl. Barbara von Balthasar
       Schmitt, 1914


12.  Vierung mit dem Volksaltar von Thomas O. Munz, 1979. Am
       Kuppelansatz die Evangelisten, Majolikareliefs von B. Schmitt.
       Kruzufixus mit trauernder Maria und Leuchten von J. Schell, 1901
     . Taufstein, 1898, Prozessionskreuz von Maria Munz-Natterer, um
       1980.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

Majolika ist eine Keramik, oft ohne Bemalung (Halb-Porzellan), oder auch gewöhnliches Steingut, das mit einer deckenden weißen Zinnglasur überzogen ist. Anschließend mit leuchtenden Farben bemalt, kann derart aufwändig hergestellte Keramik Jahrhunderte überdauern, ohne dass die Farben ihren Glanz verlieren. Verzichtet man auf Glasur und Bemalung, spricht man von „Terrakotta“. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts lebte die Majolikafabrikation wieder auf, zuerst als reine Nachahmung, dann als Luxusindustrie. 

Quelle: Wikipedia

 

 

 

 

 

 

Balthasar Schmitt (* 1858; † 1942 in München)



 

 







 

 

 






 


 

 St. Ursula. (1901)

Kein Musik ist ja nicht auf Erden,
Die unsrer verglichen kann werden,
Eilftausend (sic!) Jungfrauen
Zu tanzen sich trauen,
Sankt Ursula selbst dazu lacht, ...

Dieses Lied vertonte Gustav Mahler im Schlusssatz seiner 4. Sinfonie.

 

 
 


Josefsaltar von Ludwig Glötzle (1898)

geboren 1847 in Immenstadt, gestorben 1929 in München

Sie dazu die Friedhofkapelle in Immenstadt . . .

 

 

 

 

 

 

 

 

 

St. Ursula nimmt insofern eine Sonderstellung im historistischen Kirchenbau ein, als die Architektur keinen der mittelalterlichen Baustile zitiert, sondern Vorbilder in der italienischen Früh- und Hochrenaissance hat.  . . . In dem Figurennischen ist der segnende Christus zwischen Petrus und Paulus dargestellt.  Darüber im Giebelfeld das von Engeln getragene Lamm Gottes.  Die monumentale Kuppel mit belichtetem Tambour und Laterne ist wie die berühmte Florentiner Domkuppel des Brunelleschi zweischalig angelegt.  

"St. Ursula ist das Ergebnis des Versuchs, am Ende des polymorphen Historismus zu einer Klassizität der Formen und deren stringenter Anwendung zurückzufinden. Auch wenn der Kirchenbau des 20. Jahrhunderts formal weitgehend andere Lösungen bevorzugte, ist August Tierschs Erkenntnis über die ästhetische Abhängigkeit des Ganzen von seinen Teilen wegweisend geblieben, Der Modellcharakter der Kirche sichert ihr einen bleibenden Platz in der Architekturgeschichte."

Dr. Sibylle Appuhn-Radtke in "St. Ursula in Gefahr"

 
















































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