eine seite von theodor frey


Residenztheater

Saison 2013/14 - 3. Jahr in der Indendanz von Martin Kušej 

ZEMENT

OREST

DER VORNAME

FAUST

HEINER MÜLLER

v. DÜFFEL

Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière

GOETHE

CALL ME GOD      

von Gian Maria Cervo,
Marius von Mayenburg,
Albert Ostermaier,
Rafael Spregelburd

     

Saison 2012/13 - 2. Jahr in der Indendanz von Martin Kušej 

Der widerspenstigen Zähmung

Hedda Gabler

In Agonie

Immer noch Sturm

Shakespeare

Ibsen

Miroslav Krleža

Handke

Die bitteren Tränen der Petra von Kant

Die 
Anarchistin

Der 
Geldkomplex

Lola Montez

Rainer Werner Fassbinder

David Mamet

nach Franziska Gräfin zu Reventlow

Kühnel/Kuttner


ab der Saison 2011/12 - Indendanz von Martin Kušej 

Eyjafjallajökull - Tam-Tam
Krausser

Das weite Landes
Schnitzler

Der 
Weibsteufel 
Schönherr

Candide oder Der Optimismus Voltaire






















 
 






 

 



 















Eyjafjallajökull-Tam-Tam

Helmut Krausser








DAS WEITE LAND

 

 

von Arthur Schnitzler (1862 - 1931)


Martin Kušej *1961 eröffnete mit seiner ersten Inszenierung des Schnitzler-Stückes "DAS WEITE LAND" seine Intendanz.
 

Wie es sich Schnitzler vorstellte:

Veranda der Villa Hofreiter und Garten.

Rechts die Veranda, geräumig, mit Balustrade, die auch beiderseits längs der sechs in den Vorgarten führenden Stufen weiterläuft. Doppeltür von der Veranda zum Gartensalon steht offen. – Vor der Veranda Rasenplatz mit Rosensträuchern in Blüte. – Ein grüner, ziemlich hoher Holzzaun schließt den Garten ein, der Zaun biegt rückwärts im rechten Winkel um und läuft hinter der Villa weiter. Fußweg außen längs des Zauns. Fahrstraße parallel dem Fußweg. Innen, längs des Zauns Buschwerk. Die Gartentüre, links, Mitte, der Veranda gegenüber, steht offen. Rings um den Rasenplatz Bänke: eine vorn dem Zuschauerraum gegenüber, eine der Gartentür gegenüber, eine dritte jenseits des Rasens, also mit der Lehne zum Zuschauerraum. Auf der Veranda ein länglicher Tisch mit sechs Sesseln. In der Ecke hinten hinten Oleanderbaum. Die Veranda ist durch eine rotweiß gestreifte Markise überdeckt. Eine elektrische Lampe auf dem Tisch. Ein Wandarm rechts von der Türe. Auf dem Tisch Teegeschirr. Später Nachmittag, nach einem Gewitterregen. Wiesen und Blätter feucht. Lange Schatten der Gitterstäbe fallen in den Garten.

„Die Seele ist und so weiter.“



Eine Gesellschaft, die sich selbstlächerlich geworden ist, den eigenen Formen und Regeln nicht mehr vertraut, aber weiterhin für sie zu töten bereit ist, steht vor ihrem Ende. Zwei junge Männer lassen ihr Leben für die gescheiterte Ehe zwischen dem Glühbirnenfabrikanten Hofreiter und seiner Frau Genia – der eine, weil er nicht Genias Geliebter werden konnte, der andere, weil er es für eine Nacht wurde. 

Das „wohlorganisierte Konzert der Würmer im Holz“, als das Alfred Polgar Das weite Land  bezeichnete, blickt kurz vor dem Ersten Weltkrieg jedenfalls ohne Wehmut auf den bevorstehenden Zusammenbruch des gesamten Hauses.

Arthur Schnitzler 1862 bis 1931 hatte mit „Das weiteLand“ einen Hohepunkt seiner Karriere erreicht,die Urauffuhrung vor fast auf den Tag genau hundertJahren fand gleichzeitig am Residenztheater und acht (!) weiteren Theatern statt.



"Die Ehe ist die Schule der Einsamkeit. Aber man lernt nicht genug in ihr."

"Die meisten Figuren . . . sind geschieden oder geblieben, sie spielen noch mit Möglichkeiten oder hängen bereits vergangenen nach. Sie erhalten ein Leben aufrecht, an das sie nicht mehr recht glauben können, dessen Formen und Regeln überholt und ein wenig lächerlich erscheinen, versuchen ihr Unbehagen mit Witz und Ironie zu überspielen und greifen unvermittelt doch zur Waffe: Für die zerrüttete Ehe zwischen dem Fabrikanten Hofreiter und seiner Frau Genia sterben zwei junge Männer. Als sei die alte Welt den Einsatz wert."

Aus dem Ankündigungstext des RESIDENZ THEATER

mit Juliane Köhler Genia, Hofreiters Frau / Eva Mattes, Anna Meinhold-Aigner, Schauspielerin / Tobias Moretti, Friedrich Hofreiter, Fabrikant /August Zirner, Doktor von Aigner, der geschiedene Gatte der Frau Meinhold / Gunther Eckes, Otto,  Sohn von Frau Meinhold, Marine-Fähnrich / Barbara Melzl, Frau Wahl/ Britta Hammelstein, Erna, Tochter von Frau Wahl / Gerhard Peilstein, Natter, Bankier / Katharina Pichler, Adele, seine Frau /Markus Hering, Doktor Franz Mauer /Thomas Gräßle, Paul Kreindl / Shenja Lacher, Demeter Stanzides, Oberleutnant

ORF "KULTUR AKTUELL" VOM 7.10.2011
"Großer Applaus für alle Beteiligten, allen voran für den neuen Hausherren Martin Kusej, seinen kongenialen Bühnenbildner seit jeher Martin Zehetgruber. Bei den Schauspielern war es vor allem der Hofreiter des Tobias Moretti, der begeisterte; ihm zur Seite eine gestrenge, schön anzuschauende Genia, die betrogene Frau, bei der einem leicht das Frösteln überkommt: Juliane Köhler. Wie sich er und sie im Nieselregen am Schluss gegenüberstehen, nachdem er ihren Liebhaber, den jungen Fähnrich, im Duell erschossen hat, da schließt sich ein Kreis.
Auch zu Beginn des Stücks stehen die Figuren von Schnitzlers gesellschaftsdiagnostischen Blick im Nieselregen. Keine joviale Landpartie, vielmehr ein gefährlicher Tigerkäfig, dann und wann auch ein ernster Sommernachtstraum, an den das Dickicht herunterhängender Grünpflanzen erinnert, der Akt am Völser Weiher eine Geröllwüste, Spiegelbild der verkarsteten Beziehungen. Analytisch, klug gestrichen und auf die Sprache konzentriert ist Kusejs Arbeit, nicht bis in letzte Details gelungen, manchmal absturzgefährdet zwischen Psychologie und Konzept. Interessant, dass der Hofreiter von Tobias Moretti am meisten ans Herz geht.

Berührend auch Eva Mattes als Frau Meinhold, die jetzt auch zum Ensemble am Residenztheater gehört.
Man könnte sagen: Kusejs Inszenierung von "Das weite Land" ist ein typischer Kusej, mit starken plastischen Bildern, etwa wenn Hofreiter Moretti und die junge Erna - gut gespielt von Britta Hammelstein - ein senkrechte Felswand hinaufklettern, hinein ins Dunkle."



 

ORDNUNG und  CHAOS

"Die Seele ist ein weites Land, Liebe und Trug, Treue und Treulosigkeit, Anbetung für die eine und Verlangen nach einer andern oder nach mehreren. Wir versuchen wohl Ordnung in uns zu schaffen, so gut es geht, aber diese Ordnung ist doch etwas Künstliches. Das Natürliche ist das Chaos."

"Es fließen ineinander TRAUM und WACHEN, Wahrheit und Lüge, Sicherheit ist nirgends. Wir wissen nichts von andern, nichts von uns; Wir spielen immer, wer es weiß, ist klug."

Paracelsus, ein Versspiel , eine Episode aus dem Leben des Arztes und Mystikers PARACELSUS.

"Ihr Ergriffensein von den Wahrheiten des Unbewußten, von der Triebnatur des Menschen, ihre Zersetzung der kulturell-konventionellen Sicherheiten, das Haften Ihrer Gedanken an der Polarität Liebe und Sterben, das alles berührte mich mit einer unheimlichen Vertrautheit."

SIGMUND FREUD zum 60. Geburtstag von Arthur Schnitzler



 

 


DER WEIBS-
TEUFEL
von
Karl Schönherr

 

 


Regie/Bühne
Martin Kušej
Martin Zehetgruber

 

Birgit Minichmayr, Nicholas Ofczarek, Werner Wölbern

Übernahme einer Produktion des Burgtheaters Wien

 




 

 

Candide

oder 

Der Optimismus

nach Voltaire

 

 

 

 


Regie
  Friederike Heller

 

Sebastian Blomberg
Michele Cuciuffo
Jörg Ratjen
Hanna Scheibe
Elisabeth Schwarz

 

Peggy Pickit sieht das Gesicht Gottes

Roland Schimmelpfennig

 

 


Regie
Martin Kušej

 

Maren Eggert
Norman Hacker
Sophie von Kessel
Ulrich Matthes

 

 





GASTSPIEL DES THALIA THEATERS  

in der Regie von Dimiter Gotscheff und der Bühne von Katrin Brack

mit Bibiana Beglau, Jens Harzer, Matthias Leja, Hans Löw, Heiko Raulin, Gabriela Maria Schmeide, Oda Thormeyer und Tilo Werner

In einem Gespräch mit Ulrich Greiner (2010) spricht Handke über die Bedeutung von Offenbarung 

 Handke:

"Offenbarung ist ja nicht nur religiös definiert. Es geht um die Entdeckung des Menschen. Für mich sind die schönsten Augenblicke beim Lesen oder auch im Film, wenn ich erfahre, dass der Mensch, der so und so definiert zu sein scheint, plötzlich ein ganz anderer wird. " . . .

Die Frage ob er ein religiöser Autor sei, beantwortet er nicht. Greiner fragt weiter: "Das Religiöse taucht bei Ihnen immer wieder auf, wenn auch nicht direkt."

"Man kann es nur streifen. Wenn Jemand nur sagt, er sei religiös, geht mir das auf die Nerven. Wenn er nicht erzählt, was das ist. Das Erzählen ist das Entscheidende. Wenn ich an der heiligen Messe teilnehme, ist das für mich ein Reinigungsmoment sondergleichen, Wenn ich die Worte der Heiligen Schrift höre, die Lesung, die Apostelbriefe, die Evangelien, die Wandlung miterlebe, die Kommunion und den Segen am Schluss: „Gehet hin in Frieden!", dann denke ich, dass ich an den Gottesdienst glaube. Ich weiß nicht, ob ich an Gott glaube, aber an den Gottesdienst glaube ich. Die Eucharistie ist für mich spannender, die Tränen, die Freude, die man dabei empfindet, sind wahrhaftiger als die offizielle Religion. Ich weiß, ich habe, wenn ich das sage, eine Schattenlinie übersprungen, aber dazu stehe ich."

Greiner: "Bevorzugen Sie die alte oder die neue Liturgie?"

Ich habe da keine Ideologie. Das Geheimnis des Glaubens, wie es nach der Wandlung heißt, kann man auch erleben, wenn der Priester einem zugewendet ist. Ich kann schon verstehen, wenn es einigen leidtut, dass die Unnahbarkeit des Vermittlers verschwunden ist. Das ist ein Paradox: der unnahbare Vermittler. Aber er bleibt Ja auch unnahbar, wenn er sich der Gemeinde zuwendet.

Solange man spürt, dass er in diesem Augenblick eine andere Person ist.

Das ist wichtig. Wenn er anfängt, familiär zu werden, verlässt mich die Offenbarung. Der heilige Augenblick verschwindet.  . . .

Greiner: In Ihrem Nachtbuch heißt es: 'Schau doch! Schau!... Du hast nicht geschaut...'

"Man muss ins Schauen kommen, so wie man ins Gehen kommt. Indem man geht, geht man Ja noch nicht, man kommt ins Gehen. Und wenn man schaut, schaut man Ja noch nicht, man kommt ins Schauen. " . . .



 



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