MUSIKTHEATER IN MÜNCHEN

Eine Seite von Theodor Frey

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NATIONALTHEATER

 

 

Kirill Petrenko (Generalmusikdirektor an der Staatsoper seit 2013/2014)










"Wie er [Petrenko] diese hochaggressive Musik bändigt, ihre komplexen Schichten freilegt, wie er Zimmermanns eigenwillige Orchesterfarben schillern lässt und die sinnliche Seite dieser auf den ersten Blick so harten und gnadenlosen Musik aufleuchten lässt, ohne dabei irgendetwas von ihrer düsteren, unentrinnbaren Wucht zu nehmen, das kann man nur bewundern. Gut zwei Stunden hochdissonante 12-tönige Musik zu Bildern von Gewalt und Grausamkeit – und das Münchner Premieren-Publikum jubelt einhellig, begeistert, langanhaltend. Dieses Stück geht unter die Haut, sein Schrecken ist zugleich ein unmittelbar verständlicher, jeden betreffender Appell."

Bernhard Neuhoff bei BR-Klassik am 26.05.2014

 

Auch gesehen 1970 mit Michael Gielen an der Bayerischen Staatsoper













2013 2000 1972

Musikalische Leitung 
Inszenierung
Der Kaiser 
Die Kaiserin 
Die Amme 
Barak, der Färber 
Färberin 

Kirill Petrenko
Krzysztof Warlikowski
Johan Botha
Adrianne Pieczonka
Deborah Polaski
Wolfgang Koch
Elena Pankratova

Peter Schneider
Ennosuke Ichikawa
Alan Woodrow
Inga Nielsen
Marjana Lipovsek
Wolfgang Brendel
Deborah Polaski

Wolfgang Sawallisch
Oskar Fritz Schuh
Gerd Brenneis
Ingrid Bjoner
Astrid Varnay
Rudolf Constantin
Hildegard Hillebrecht




1972

Hildegard Hillebrecht

Dietrich Fischer-Dieskau

Oskar Fritz Schuh

 

 

 



2000  

 

 

 

 

 


Kirill Petrenko
wird zum 1. September 2013 neuer Generalmusikdirektor

Der 1972 in Omsk geborene Petrenko war von 1999 bis 2002 Deutschlands jüngster Generalmusikdirektor in Meiningen und danach fünf Jahre Generalmusikdirektor der Komischen Oper in Berlin. Seit Juli 2007 arbeitet er als freischaffender Dirigent und leitete unter anderem Produktionen an der New Yorker Met, in Covent Garden oder am Theater an der Wien. An der Bayerischen Staatsoper erarbeitete Petrenko zuletzt mit der Regisseurin Barbara Frey die Neuproduktion von Janáčeks Jenůfa.


 

 

 

 

TRAVIATAVERDI

AIDA - VERDI

MACBETH - VERDI

DOKTOR FAUST - BUSONI

BASSARIDEN - HENZE

LOHENGRIN - WAGNER

JENUFA - JANáčEK

RUSALKA - Dvořák

DON GIOVANNI - MOZART


KENT NAGANO

 



MACBETH - VERDI

MACBETH

 

DOKTOR FAUST - BUSONI



AIDA - VERDI



JENUFA - JANáčEK



LOHENGRIN - WAGNER

"Was für eine Besetzung! Was für eine konzeptgläubig vertane Chance! Immerhin bleibt ein Trost: Keine Oper ist je so häufig bewitzelt, verspottet, parodiert worden wie Wagners "Lohengrin". Nestroys fabelhaft hämische Parodie "Nun sei bedankt mein gutes Schaf, /du warst geduldig, lieb und brav", dürfte Wagner sogar amüsiert haben. Schaden konnten alle diese Witze hochmusikalischer Autoren wie Friedrich Nietzsche, Mark Twain, Leo Slezak oder Hans Pfitzner der Beliebtheit des Werkes überhaupt nicht. Im Gegenteil. Es werden auch aberwitzige Inszenierungen schwerlich verhindern, dass man trotzdem vergnügt auf die nächste Darbietung dieses, wie Franz Liszt schrieb, 'einzigen, unteilbaren Wunders' wartet."

KAISER IN DER SZ VOM 7. 7. 2009




Dvořák - Rusalka

Collage TAM unter Verwendung des Plakates

 

HEXE
"Mensch wird er erst, wenn er morden kann,
wenn in Blut er taucht die Hände.
Stets' kommt's ihm nur aufs Töten an:
ewige Blutgier ohn' Ende!
So etwas dünkt sich schon ein Mensch?
Mit so einem zarten Herzchen?
Armselige Nixe, wie bist du dumm:
angstvoll und hilflos schaust du herum;
geh, geh, geh, leide nur in Ewigkeit,
vergeh' in Schwermut um dein Menschenleid!"

So sah und hörte Christian Wildhagen (FAZ) die Münchner Premieredieser Sicht- und Hörweise kann ich mich voll anschließen -  hier Auszüge :

In München unternimmt Martin Kušej den Versuch das vieldeutige Märchen von der Wassernixe, die aus Liebe zu einem Prinzen auf ihr wässriges Lebenselement verzichtet und tragisch an den Intrigen der Menschenwelt scheitert, zur Geschichte eines Fluchtversuchs à la Kampusch umdeutet - eine Selbstbefreiung, die allerdings an der Sprachlosigkeit zwischen allen Beteiligten scheitert.

Rusalka vegetiert mit ihren Nymphenschwestern im feuchten Kellergefängnis des Wassermanns, der sich die Eingesperrten reihum zur Lustbefriedigung gefügig macht. Die junge lettische Sopranistin  Krístine Opolaís nimmt die Zumutungen der Regie nicht nur an, sie macht sich die seelischen Deformationen der missbrauchten Frau mit gleichermaßen fesselnder wie erschreckender Intensität zueigen. Exemplarisch im zweiten Akt, wenn Rusalka, von ihrem Prinzen am Hochzeitstag betrogen, ausgerechnet in den Armen des Wassermanns Trost sucht; oder wenn sie am Ende, heimatlos in einer Heilanstalt einsitzend, die Verhaftung ihres Peinigers lediglich mit einem verzerrten Lachen quittiert. Das ist große Schauspielkunst, die mit einer vergleichbaren sängerischen Leistung einhergeht. 

Dass Rusalka ihrer drangsalierten Seelenwelt auch außerhalb des Schreckenskellers nicht entkommen kann, macht Martin Zehetgrubers Bühnenbild klar: Die märchenhafte See- und Berglandschaft, in der die Oper eigentlich spielt, ist bloß noch eine Fototapete - ein Abbild, das ein wenig „verrückt“ zur Wirklichkeit steht. Das Prinzenschloss erweist sich denn auch als Kehrseite dieses bühnenhohen Bildes. Es stürzt - ein atemberaubender Effekt - genau in dem Augenblick in Richtung Publikum, als Rusalka erkennen muss, dass ihr Prinz ebenso wenig nach reiner, unkörperlicher Liebe strebt wie ihr Peiniger; geht es doch auch ihm bloß um rasche Befriedigung in den Armen der Fremden Fürstin - aufreizend gesungen und gespielt von Nadia Krasteva.

Die Inszenierung nimmt mit solchen surreal übersteigerten Momenten geschickt Bezug auf die Abgründe in Jaroslav Kvapils Libretto. Etwa wenn der Förster genüsslich jenes weiße Reh zerteilt, das der Prinz ursprünglich in Rusalka erblickt und beinahe mit der Flinte erlegt hatte. Dass die zum Schweigen Verdammte die Zusammenhänge durchschaut, zeigt Kušej mit einer Albtraumvision, in der die Hofgesellschaft zu lauter falschen Bräuten mutiert, die mit dem Rehkadaver blutige Hochzeitstänze aufführen. Kein Wunder, dass die frühere Nixe da Zuflucht im nächstbesten Aquarium sucht!

Der immer wieder derart zwischen Schmerzgrenze und surrealer Komik changierende Bilderbogen der Inszenierung wird auf bewundernswerte Weise von der Musik aufgefangen. Der Dirigent Tomás Hanus schert sich wenig um die Brechungen der Regie; zusammen mit dem hochkonzentrierten Staatsorchester zelebriert er Dvořáks Zaubermusik mit betörender klanglicher Finesse - und fügt dem Ganzen gerade durch diesen Schönheitsrausch eine weitere irritierende Ebene hinzu. 


 

HERBERT BLOMSTEDT mit Dvořáks Symphonie Nr. 7 in d-Moll

Gehört am 21.1.2011 mit dem  Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

Ein Werk, das die "WELT IN BEWEGUNG SETZT" - so Dvořák - von einem 83 jährigen Dirigenten in einer jugendlichen Frische und Anschaulichkeit, bereits in der Einführung, aufs ergötzlichste präsentiert. Er könnte die ganze Symphonie uns vorsingen!

 

 



Collage TAM unter Verwendung des Plakates

 









2011-2012

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Les Contes d'Hoffmann

Jacques Offenbach

 




Musikalische Leitung Asher Fisch
Inszenierung Luc Bondy

Floria Tosca Catherine Naglestad
Mario Cavaradossi Riccardo Massi
Baron Scarpia Scott Hendricks
Cesare Angelotti Goran Jurić

 








2012-2013

h



 


VERDI  / WAGNER

Trovatore
Don Carlo

Der Ring

Rheingold - Walküre - Siegfried -Götterdämmerung

 



klenze










Mit der "Götterdämmerung" und großartigen Sängern schließen Kent Nagano und Andreas Kriegenburg ihren Münchner "Ring" furios ab.

"Kriegenburg fühlt sich in der "Götterdämmerung" offensichtlich wohler als in den Stücken davor. Vielleicht, weil es endlich um Menschen geht und er deshalb den distanziert edlen Inszenierungsstil fahren lässt, den er bislang den Göttern angedeihen ließ. . . . Jetzt aber nimmt er sein Regiehandwerk spielerisch ernst und wagt Interpretation und plastische Figurenporträts.

Reinhard Brembeck in der SZ vom 2.7.2012

   







KENT NAGANO

 

 




































 












PROBENGEBÄUDE AM MARSTALLPLATZ



 


PAVILLON AM MARSTALLPLATZ










Cuvilliés-Theater



 





Gedenktafel  - Burgstraße 8













 




















































GÄRTNERPLATZTHEATER


Terterjan Awet 
Das Beben

Regie: Claus Guth - Dirigent: Ekkehard Klemm

"Der armenische, im aserbeidschanischen Baku geborene Komponist ist einer jener Komponisten 
aus der ehemaligen Sowjetunion, die in den letzten Jahren die Ästhetik der Avantgarde radikal umkrempelten 
(zu denken ist daneben an Arvo Pärt, Alfred Schnittke, Galina Ustvolskaya, Sofia Gubaidulina, Giya Kanscheli, 
Valentin Silverstrov, Alexander Knaifel und viele andere). An ihren Werken klebt das Blut existenzieller 
Auseinandersetzung, zugleich steckt in ihnen immer wieder eine große, von asiatischer Philosophie geprägte Ruhe.

'Im Ton ist die ganze Welt. Kennen Sie eine Melodie, die die ganze Welt ausdrücken würde? 
Den Zustand der Liebe oder der Freude oder der Trauer? 
Nein, die gibt es nicht. Aber der Ton zersplittert in Milliarden Teilchen! In ihm ist alles, wie in einem Fokus.
Der Ton ist absolut.'
Die Kleist Vorlage wurde auf minimale Schlüsselsätze, Zwischenrufe oder  bloße Lautgebungen kondensiert. 
Nur das Kräfteparallelogramm Individuum-Masse wurde stehen gelassen... Terterjan will nur aufzeigen: 
die fortwährende Restrukturierung der Masse Mensch, die durch das Beben nur kurz aus dem Tritt kommt, 
und ihre Feindseligkeit gegenüber dem individuellen Empfinden . . .Terterjan hat mit dem "Beben" einen Pflock 
in die gegenwärtige Debatte über die Überlebensfähigkeit des zeitgenössischen Musiktheaters geschlagen. 
Andere Eckpfeiler sind Lachenmanns "Mädchen mit den Schwefelhölzern" oder die musikdramatischen Ansätze 
von Morton Feldman, Salvatore Sciarrino, Steve Reich oder Adriana Hölszky. 
Im Miteinander von Bild und Klang werden Auswege sichtbar. Terterjan gibt kein Jota nach. 
Claus Guth brach den Theaterraum sinnfällig zur Arena auf. Die Masse glotzt: In diesen Zustand wurde 
das auf den Rängen verteilte Publikum versetzt. Das Parkett war Spielfläche für die Musiker  
mit eindrucksvoller Schlagwerkbesetzung (darunter vier überdimensionale Trommeln) 
und - auf vier tischartigen Flächen - für sparsame Aktionen."

gehört am 7.4.2003  
Quelle:  SZ  - R. Schulz-   



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