eine seite von theodor  frey

ST. MICHAEL



1556 vereinbarte Herzog Albrecht V. mit den Jesuiten die Errichtung einer Höheren Schule in München, des heutigen Wilhelmsgymnasiums. Um den Jesuitenorden und der Höheren Schule angemessene und moderne Räume zur Verfügung zu stellen, war ein Neubau notwendig. Allerdings kamen diese Forderungen zu Lebzeiten Albrechts V. nicht über das Planungsstadium hinaus. Sein Sohn Herzog Wilhelm V., genannt der Fromme, initiierte wieder den Bau eines Jesuitenkollegs mit Kollegkirche. Gleichzeitig wollte Wilhelm V., der die Gegenreformation in Bayern entscheidend vorantrieb, mit dem Bau gleichzeitig Zeugnis seiner geistigen Herkunft ablegen, die er bis zu den römischen Kaisern Konstantin und Justinian zurückführte. Am 18. April 1583 war bereits Grundsteinlegung.

Quelle: Wikipedia











Christoph Schwartz

1587

"St. Michael im Kampf mit dem Teufel"







 






Mit der Fassade des Kollegs und der Kirche und dem Platz davor gab Herzog Wilhelm V. seiner Residenzstadt einen zweiten städtebaulichen Akzent: neben den Marktplatz mit dem alten Rathaus tritt die Schule und ihre Kirche. Bildung war für Wilhelm so wichtig wie der Markt. Aber Wissen und Markt sollten nicht einer bloßen Eigengesetzlichkeit überlassen bleiben, sondern Orientierung finden. Das will die Fassade der St. Michaelskirche vor Augen stellen:
 An ihrer Spitze steht unter dem Kreuz die Figur Jesu Christi als "Heiland" über Stadt und Land. Wissen und Markt sollen allen Menschen Segen bringen, und nicht ausnützen und ausgrenzen.
Fünfzehn Statuen von Herrschern, die sich um das Wohl der Menschen im Land verdient gemacht haben, bilden gleichsam das Gefolge des Patrons der Kirche und des Kollegs, des heiligen Erzengels Michael, der im Namen Gottes das Gute fördern und selbstherrliche Bosheit in Schach halten will. Seine Bronzestatue als Sieger über den Satan (von H. Gerhard, 1588) bewacht die Eingänge der Kirche.
Drei Schriftbänder nennen Gott, den Erzengel St. Michael als Patron und Herzog Wilhelm V. als Stifter der Kirche und des Kollegs. Eine Schauseite, die ein Programm vor Augen stellt.

Quelle: Internetseite von St. Michael





















 



Die Mariensäule ist von einer vergoldeten Marienstatue aus Bronze gekrönt,
die vermutlich von Hubert Gerhard 1593 für das Grab Wilhelms V. geschaffen
und bis 1613 für den Hochaltar der Münchner Frauenkirche verwendet wurde.