eine seite von theodor frey

ST. MICHAEL
in München






1556 vereinbarte Herzog Albrecht V. mit den Jesuiten die Errichtung einer Höheren Schule in München, das heutige Wilhelmsgymnasiums. Um den Jesuitenorden und der Höheren Schule angemessene und moderne Räume zur Verfügung zu stellen, war ein Neubau notwendig. Allerdings kamen diese Forderungen zu Lebzeiten Albrechts V. nicht über das Planungsstadium hinaus. Sein Sohn Herzog Wilhelm V., genannt der Fromme, initiierte wieder den Bau eines Jesuitenkollegs mit Kollegkirche. Gleichzeitig wollte Wilhelm V., der die Gegenreformation in Bayern entscheidend vorantrieb, mit dem Bau Zeugnis seiner geistigen Herkunft ablegen, die er bis zu den römischen Kaisern Konstantin und Justinian zurückführte. Am 18. April 1583 war dann Grundsteinlegung.

Quelle: Wikipedia

Während die Frauenkirche (1468 - 1488) eine Bürgerkirche war, an der "Männer und Frauen, Edel und Unedel, Arm und Reich, Jung und Alt" mitwirkten, war die St. Michaelskirche eine Kirche allein des Landesfürsten.

 

Herzog Ferdinand stiftete das im Jahre 1585 von Hans Frey aus Kempten gegossene, vierstimmige Geläut. Diese vier Glocken wurden 1944 zerstört, jedoch konnten Bruchstücke beim Guss der zweitgrößten Glocke der Theatinerkirche verwendet werden. 

Quelle: Wikipedia













Christoph Schwartz

1587

"St. Michael im Kampf mit dem Teufel"







 






Mit der Fassade des Kollegs und der Kirche und dem Platz davor gab Herzog Wilhelm V. seiner Residenzstadt einen zweiten städtebaulichen Akzent: neben den Marktplatz mit dem alten Rathaus tritt die Schule und ihre Kirche. Bildung war für Wilhelm so wichtig wie der Markt. Aber Wissen und Markt sollten nicht einer bloßen Eigengesetzlichkeit überlassen bleiben, sondern Orientierung finden. Das will die Fassade der St. Michaelskirche vor Augen stellen:
An ihrer Spitze steht unter dem Kreuz die Figur Jesu Christi als "Heiland" über Stadt und Land. Wissen und Markt sollen allen Menschen Segen bringen, und nicht ausnützen und ausgrenzen.
Fünfzehn Statuen von Herrschern, die sich um das Wohl der Menschen im Land verdient gemacht haben, bilden gleichsam das Gefolge des Patrons der Kirche und des Kollegs, des heiligen Erzengels Michael, der im Namen Gottes das Gute fördern und selbstherrliche Bosheit in Schach halten will. Seine Bronzestatue als Sieger über den Satan (von H. Gerhard, 1588) bewacht die Eingänge der Kirche.
Drei Schriftbänder nennen Gott, den Erzengel St. Michael als Patron und Herzog Wilhelm V. als Stifter der Kirche und des Kollegs. Eine Schauseite, die ein Programm vor Augen stellt.

Quelle: Internetseite von St. Michael

 

1945

 








Fassade nach den Renovierung 2013











Bronzeplastik des Erzengels Michael (Patrozinium am 29. September)
von Hubert Gerhard (1588)














































 














 

Grabdenkmal für Eugene Beauharnais, Herzog von Leuchtenberg (1830)

 

 

 

 




Engel mit Weihwasserbecken von Hubert Gerhard (1596)

 

 











 



Die Mariensäule ist von einer vergoldeten Marienstatue aus Bronze gekrönt,
die vermutlich von Hubert Gerhard 1593 für das Grab Wilhelms V. geschaffen
und bis 1613 für den Hochaltar der Münchner Frauenkirche verwendet wurde.







"Von großer Bedeutung war für den Seelsorger Mayer immer die Glaubensverkündigung. Die Menschen schätzten seine deutlichen Worte zu aktuellen Problemen der Zeit auf der Kanzel von St. Michael und bei Versammlungen. So erkannte er bereits in den 20er Jahren die Gefahr, die vom Nationalsozialismus ausging. Auch nach 1933 verteidigte er christliche Grundsätze und griff somit die Machthaber direkt an, wohl wissend, dass jedes seiner Worte genau registriert wurde. Stets ging es ihm um die Glaubensverkündigung in Wort und Tat. So stand er am 18. Mai 1935, als die Caritas-Sammlung verboten wurde, selbst mit der Sammelbüchse vor der St. Michaelskirche und protestierte bei den zuständigen Stellen. Im April 1937 erfolgte ein Rede- und Predigtverbot, am 5. Juni die Verhaftung, nachdem er mit Billigung der Ordensoberen weiter gepredigt hatte. Dies führte zur Entrüstung unter Münchens Katholiken. Am 4. Juli 1937 stieg Michael Kardinal Faulhaber auf die Kanzel von St. Michael, um in der Predigt »Flammenzeichen rauchen« beim Hauptkonvent der Männerkongregation die Verdienste des Bekenners Mayer zu würdigen und gegen die Verhaftung des Männerapostels zu protestieren. Nach einem Prozess im Juli 1937 vor dem Sondergericht München wurde P. Rupert Mayer verurteilt, jedoch freigelassen. Aufgrund weiterer Predigttätigkeit wurde er am 5. Januar 1938 verhaftet und in Landsberg am Lech inhaftiert. Durch eine Amnestie kam er am 3. Mai 1938 frei. Obwohl er sich auf Weisung seines Provinzials und des Kardinals nun dem Predigtverbot fügte, kam es am 3. November 1939 zu einer dritten Verhaftung, weil er sich weigerte, Auskunft über seine Seelsorgegespräche zu geben. Nachdem sich sein Gesundheitszustand im KZ Sachsenhausen deutlich verschlechterte, stimmten die Machthaber, die aus ihm keinen Märtyrer machen wollten, einer Isolation des Paters im August 1940 in Ettal zu, wo er bis Kriegsende lebte. Er fühlte sich als sei er »lebend ein Toter«. Im Mai 1945 kehrte Rupert Mayer nach München zurück, wo sich der unermüdlich Scheinende für den geistigen und materiellen Wiederaufbau Münchens einsetzte. Diese aufopfernde Tätigkeit hat ihn geschwächt. An Allerheiligen 1945 erlitt P. Rupert Mayer während seiner Predigt einen Schlaganfall (in der Kreuzkapelle von St. Michael) und verstarb wenig später. Seine letzten Worte »der Herr« bezeichneten die Mitte seines Lebens."


Quelle: http://www.erzbistum-muenchen.de/Page000327.aspx


 

 

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