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ELEMENTE BEZIEHUNGEN BEWEGUNGEN GESTALTEN
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D-Dur |
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gehört mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Mariss Jansons am 2.3.2007 |
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"Titan" nach einem
Roman von Jean Paul; Erste Entwürfe
mit 24 Jahren (1884) Im Dezember 1877 hörte Mahler die Uraufführung von Anton Bruckners 3. Symphonie und wurde beauftragt, einen vierhändigen Klavierauszug dafür herzustellen und erhielt dazu von Bruckner das handschriftliche Manuskript der ersten drei Sätze erhielt. Gustav Mahlers Witwe Alma Mahler-Werfel versuchte Ende der 1930er Jahre dieses Autograph an die Nationalsozialisten zu verkaufen, die wegen Hitlers Interesse an Bruckners Musik europaweit versuchten, die noch verbleibenden Manuskripte zu sammeln.
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gehört mit den Münchner Philharmonikern am 18.7.2004 unter James Levine -sein Abschiedskonzert |
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Text
nach Friedrich Gottlieb Klopstock:
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Die zweite Symphonie gelang [Levine] ebenso sicher, in Teilen virtuos-theatralisch, darum eine Spur vordergründiger. ... Die Sätze eins bis drei erklangen im Orchester phantastisch ausdetailliert, im Kopfsatz dramatisch aufgeheizt, klangpotent, aber nicht lärmend in den Tutti-Klangmassen. Das Unerhörte eines unbegleiteten Eintritts der Singstimme, von Anne-Sofie von Otter mit himmlischer Beseelung versehen, litt erneut unter der Schwäche des Gleichgewichts zwischen vokal und instrumental, die zuvor ins Gewicht gefallen war. Die Sängerin hinter dem Orchester glich einer Fernstimme, und die drei Trompeten, die ¸¸O Röschen rot" mit fromm-choralartigem Satz pianissimo beantworten sollen, platzten mezzoforte dazwischen und störten das Mysterium eines genialen Regieeinfalls Mahlers. Im Spektakel des rasanten Finalsatzes mit Chor, Soli und Orgel, dem höllischen Pandämonium des Jüngsten Gerichts samt seraphischer Auferstehung nach Klopstock, wurde es hektisch im Orchester, mit der Krönung einer gewaltigen Apotheose. Standing ovations, bewegter Jubel ohne Ende... WOLFGANG
SCHREIBER
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gehört mit dem Bayerischen Staatsorchester am 20.2.2005 unter Zubin Mehta - ein Benefizkonzert für die Tsunami-Opfert |
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Digitale Bearbeitung eines Bildes
von Isolde Ohlbaum
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| X. SYMPHONIE |
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gehört mit den Münchner Philharmonikern unter Michael Gielen am 27.11.2003 (Generalprobe) |
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" Die
Zeit ist da, die Feder ist zur Hand -
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"Der Teufel tanzt es mit mir/Wahnsinn, fass mich an, Verfluchten!/ vernichte mich/daß ich vergesse, daß ich bin!/ daß ich aufhöre, zu sein/ daß ich ver" Mahler auf der Titelseite des vierten Satzes "Du allein weisst, was es bedeutet / Ach! Ach! Ach! / Leb' wol mein Saitenspiel! / Leb wol / Leb wol" Mahler im Particell am Ende des vierten Satzes
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Alma
Mahler-Werfel - Mein Leben |
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Nach außen vermittelt Mahler den Eindruck, als habe sich in ihm ein asketischer Mystiker inkarniert, obwohl er das Leben mit allen Sinnen aufzunehmen und zu genießen wusste. In den Nahkampf mit der Realität verstrickt, war er mit allen Fasern seiner weitgespannten, empfindungsreichen Persönlichkeit der Utopie eines "besseren" Daseins verfallen, einer Traumwelt, in der die Gebrochenheit des Irdischen aufgehoben und von der Vision seiner idealen Ganzheit überwölbt sein sollte. Je mehr die Erfolgskurve in die Höhe schnellte, desto abgrundtiefer verlief die Krise in Mahlers Seelenleben, für die als Auslöser der Tod seiner Tochter Maria Anna und das unheilbare Zerwürfnis mit seiner manisch fremdgehenden Gattin Alma fungierte. Seinem engsten Vertrauten jener Jahre, Bruno Walter, machte er das Geständnis, "dass ich einfach mit einem Schlage alles an Klarheit und Beruhigung verloren habe, was ich mir je errungen, und nun am Ende eines Lebens als Anfänger wieder gehen und stehen lernen muss. Wie sollte ich die Darstellung einer solchen ungeheuren Krise versuchen! Ich sehe alles in einem neuen Lichte - bin so in Bewegung; ich würde mich manchmal gar nicht wundern, wenn ich plötzlich einen neuen Körper an mir bemerken würde!" Das Thema "Abschied" ist in der IX. Symphonie allgegenwärtig - Abschied vom zertrümmerten Gebäude des eigenen Lebens, Abschied vom chaotischen Leerlauf einer geistlosen Umwelt, Abschied von den Idealen der Kunst und damit Abschied vom eigenen Ich. Dennoch steht die Geste des Abschiednehmens und der Trauer musikalisch nicht im Widerspruch zur gleichzeitigen, geradezu emphatischen Beschwörung des Ewigkeitsgehalts und Kunstschönen von Musik. Der Abschied vom Leben löst sich in Nichts auf: Schattenhafte, fast nur noch geräuschhafte Bewegungen der Instrumente, kammermusikalische, bis hin zur Einstimmigkeit ausgedünnte Klänge erzeugen eine gläserne Atmosphäre, die in Anonymität, Ausdruckslosigkeit, Erstarrung endet. Arnold
Schönberg glaubte: "Dieses Werk ist nicht mehr im Ich-Ton
gehalten. Es bringt sozusagen objektive, fast leidenschaftslose
Konstatierungen von einer Schönheit, die nur dem bemerkbar wird,
der auf animalische Wärme verzichten kann und sich in geistiger
Kühle wohlfühlt."
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Mahler dirigierte in München die Uraufführung seiner 4. Sinfonie und die Erstaufführungen seiner 2. 6. und 7. Sinfonie. Triumphaler Höhepunkt seines Wirkens war die Uraufführung seiner 8. Sinfonie, der "Symphonie der Tausend", am 12. und 13. September 1910 in München. Im Gedächtniskonzert am 20. November 1911 kam unter der Leitung seines engen Freundes Bruno Walter Mahlers "Lied von der Erde" zur Uraufführung. |
Henze
zu Mahler in "Reiselieder mit böhmischen Quinten" |
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"Meine Symphonien erschöpfen den Inhalt meines ganzen Lebens; es ist Erfahrenes und Erlittenes, was ich darin niedergelegt habe; Wahrheit und Dichtung in Tönen. Und wenn einer gut zu lesen verstünde, müsste ihm in der Tat mein Leben darin durchsichtig erscheinen. So sehr ist bei mir Schaffen und Erleben verknüpft, dass wenn mir mein Dasein fortan ruhig wie ein Wiesenbach dahin flösse, ich - dünkt mich - nichts Rechtes mehr machen könnte."(Gustav Mahler) |
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Das Geheimnis der „letzten“ Sinfonie hat die Menschen von jeher gefesselt. „Es sieht so aus“, vermutete Arnold Schönberg, „als ob uns in der ,Zehnten‘ etwas gesagt werden könnte, was wir noch nicht wissen sollen“. Er huldigte damit der Aura jener ominösen Zahl, an der so viele bedeutende Sinfoniker, darunter Beethoven und Bruckner, gescheitert waren. Auch Gustav Mahler gelang es nicht, eine 10. Sinfonie zu vollenden. Sein letztes Werk teilt mit Schuberts „Unvollendeter“ den Charakter des Fragments; mit Bruckners „Neunter“ und dem Requiem von Mozart verbindet diese „Zehnte“ zugleich das Los, dass der Tod des Komponisten die Vollendung buchstäblich vereitelt hat.
Die Manuskripte zur „Zehnten“ entstehen zwischen dem 3. Juli und dem 3. September 1910. Diese Wochen verbringt Mahler in seinem Südtiroler Feriendomizil bei Toblach; In diesem Sommer freilich wird die kompositorische Besinnung durch Ereignisse von tiefgreifender, existentieller Bedeutung gestört: Durch ein Versehen (oder gezielte Indiskretion) erfährt Mahler zu Ferienmitte von der Affäre, die seine Frau Alma seit Anfang Juni mit dem Architekten Walter Gropius unterhält. Die Enthüllung vernichtet für ihn jäh alle familiäre Sicherheit. Verlustängste quälen ihn fortan – und dies, wie man heute weiß, keineswegs ohne Grund: Denn trotz einer Aussprache mit Gropius verfolgt Alma die intime Beziehung heimlich weiter. Um der unmittelbaren psychischen Folgen der Ehekrise Herr zu werden, reist Mahler noch Ende August ins südholländische Leiden und sucht in einem therapeutischen Gespräch Rat bei Sigmund Freud. Doch dessen Analyse gewährt keine dauerhafte Besserung: Von dieser Zeit an vermitteln Mahlers private Briefe das erschütternde Zeugnis eines seelisch höchstgradig labilen Menschen. Am 18. Mai 1911 stirbt Gustav Mahler.
In der vorliegenden Form wird der Ablauf des Adagio durch den Wechsel dreier Themen konstituiert: Während das anfangs von den Bratschen allein vorgetragene erste Thema dem Archetypus der „traurigen Weise“ aus Wagners „Tristan“ verhaftet ist, beschwört das zweite einen ekstatischen Tonfall: Über weitgespannten Intervallen, im ständigen Auf und Ab gekreuzter melodischer Linien, entfalten sich expressionistische Ausdrucksgesten, in denen die Dissonanz zum Eigenwert erhoben scheint. Das dritte Thema hebt sich durch Scherzando- Elemente (Trillerketten und Pizzicato) von dem pathetischen Duktus der ersten beiden ab. Immer neue Formulierungen dieser Themen bestimmen den Verlauf des Satzes: Motivmaterial wird abgespalten, variiert, kombiniert, und nur vage bleibt dahinter das tradierte Muster der Sonatensatzform erkennbar. Der Durchführungsgedanke, von Beethoven erstmals auf alle Satzteile ausgedehnt, überlagert jedes Formgesetz – es entsteht die Musik einer endlosen Metamorphose. Umso schärfer kontrastieren zwei gleichsam „von außen“ in die Musik einbrechende Ereignisse am Schluss des Satzes: Mit einem Orchestertutti stürzt plötzlich ein Choral über den Hörer herein und öffnet den Blick für Regionen der Transzendenz, die nur dem Gefühl oder dem Glauben zugänglich sind. Doch die religiöse Vision mag nicht zu bestehen; sie bricht förmlich zusammen in einem kakophonen Akkord, der bis auf drei Töne sämtliche Stufen der chromatischen Tonleiter enthält. Dieser Neuntonklang ist zu Recht als Ausdruck totaler Entropie, als Todessymbol gedeutet worden. Tatsächlich löst sich die Musik im folgenden auf, verliert sich in thematische Fragmente. Der Ausklang mündet nicht in Resignation, sondern in Schweigen.
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Während Mahler den Sommer 1910 wie gewohnt zurück- gezogen in seinem Toblacher Komponierhäuschen verbrachte, ließ sich Alma bei einem Kuraufenthalt auf eine Affäre mit dem Architekten Walter Gropius ein. Kurze Zeit später erhielt der ahnungslose Mahler einen Brief, der ihn zur Freigabe seiner Frau aufforderte. Zwar besann sich Alma schließlich auf Mahler als "Zentralpunkt" ihres Daseins und kehrte in den Hafen der Ehe zurück, doch der Schock saß tief und schlug sich nach Ansicht einiger Mahler-Exegeten direkt in den Skizzen zur 10. Sinfonie nieder. ... Immerhin überschreib Mahler dieses scheinbar naive Allegretto moderato mit dem dantesken Titel "Pugatorio" und übersäte das Manuskript mit verzweifelten Randnotizen persönlichen Charakters.
Dazu die Konzertbesprechung in der SZ: "Von solchen Emotionen, die den Klang zerfetzen, ihn ins Surreale treiben, konnte sich Cooke natürlich nicht leiten lassen. So vernimmt man in der rekonstruierten Fassung, vor allem in den Sätzen 2, 4 und 5, immer wieder einen Spannungsabfall, wo die Musik ins Flächige geht und dem Bersten der Konturen nur wenig Raum gibt. Aber zugleich macht die Fassung die Relationen des Werks klar, ihr Umstülpen der formalen Konzeption, die die schnellen, überhitzten und bizarren Teile nach innen drängt, mit dem ganz knappen Purgatorio, einer Monade gleich, in der Mitte. Außen waltet Ruhe, desolate zu Beginn, eine sich ins auroraartig Ätherische öffnende am Schluss. Mahler hat, das erweist der Gesamtbau, ein Werk entworfen, in dem menschliche Tragödie und göttliche Komödie in eins laufen. Michael Gielen, der die Münchner Philharmoniker durch die Cooke-Fassung der Zehnten leitete, war idealer Sachwalter. Man kann diese Rekonstruktion nur als offene Frage interpretieren, zugleich muss die Härte und Unversöhnlichkeit der Diktion immer spürbar bleiben, auch da, wo das Unerratbare von Cooke mit einem Mantel des Mittelwegs abgedeckt ist. Gnadenlos gestaltete Gielen in der Münchner Philharmonie den Schlag der Tambourtrommel am Schluss des vierten Satzes, der dann, wie eine Hinrichtungssalve auch im letzten Satz immer wieder die Nerven zucken lässt. Und der berühmte Neunklang im Adagio, der wie eine Vorahnung eines Clusters wirkt, konnte zu Beginn noch etwas weniger drastisch genommen werden, da er im gesamtsymphonischen Verlauf im letzten Satz wie eine jähe Schmerzenserinnerung wieder auftaucht und seinen Sinn enthüllt: Das Weh des Daseins, das Weh des Wegmüssens." REINHARD SCHULZ in der SZ vom 1.12.2003 über das Konzert in München(Gasteig)
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Georg Trakl |
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Wir wandeln in Verlassenheit Und sind im Ewigen verloren, |
gehört
mit den
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| Gesang zur Nacht |
Georg Trakl |
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Wir wandeln in Verlassenheit Und sind im Ewigen verloren, |
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Georg Trakl |
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Uraufführung
am 25. 11.1901
Wir wandeln in Verlassenheit Und sind im Ewigen verloren, |
gehört
mit den
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Mahler über seine Vierte: "Alle Routine, die man sich erworben, nützt einem nichts. Man muß von neuem erst wieder lernen für das Neue. So bleibt man ewig Anfänger."
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Seine ursprüngliche Programmskizze: Nr. 1 Die Welt als ewige Jetztzeit, G-dur Nr. 2 Das irdische Leben, es-moll Nr. 3 Caritas, H-dur (Adagio) Nr. 4 Morgenglocken, F-dur Nr. 5 Die Welt ohne Schwere, D-dur (Scherzo) Nr. 6 Das himmlische Leben, G-dur
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Wir wandeln in Verlassenheit Und sind im Ewigen verloren, |
gehört
mit dem
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| Auferstehung |
Wir wandeln in Verlassenheit Und sind im Ewigen verloren, |
gehört
mit den
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Grabmal Wien, 19. Bezirk, Grinzinger Friedhof
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Wir wandeln in Verlassenheit Und sind im Ewigen verloren, |
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D-Dur
Titan nach einem
Roman von Jean Paul; Erste Entwürfe
mit 24 Jahren (1884) Im Dezember 1877 hörte Mahler die Uraufführung von Anton Bruckners 3. Symphonie und wurde beauftragt, einen vierhändigen Klavierauszug dafür herzustellen und erhielt dazu von Bruckner das handschriftliche Manuskript der ersten drei Sätze erhielt. Gustav Mahlers Witwe Alma Mahler-Werfel versuchte Ende der 1930er Jahre dieses Autograph an die Nationalsozialisten zu verkaufen, die wegen Hitlers Interesse an Bruckners Musik europaweit versuchten, die noch verbleibenden Manuskripte zu sammeln. |
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Wir wandeln in Verlassenheit Und sind im Ewigen verloren, |
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Uraufführung
am 25. 11.1901
Wir wandeln in Verlassenheit Und sind im Ewigen verloren, |
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Seine ursprüngliche Programmskizze: Nr. 1 Die Welt als ewige Jetztzeit, G-dur Nr. 2 Das irdische Leben, es-moll Nr. 3 Caritas, H-dur (Adagio) Nr. 4 Morgenglocken, F-dur Nr. 5 Die Welt ohne Schwere, D-dur (Scherzo) Nr. 6 Das himmlische Leben, G-dur
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| Gesang zur Nacht |
Georg Trakl |
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Wir wandeln in Verlassenheit Und sind im Ewigen verloren, |
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Georg Trakl |
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Wir wandeln in Verlassenheit Und sind im Ewigen verloren, |
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gehört mit den Münchner Philharmonikern unter Michael Gielen am 27.11.2003 (Generalprobe) |
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" Die
Zeit ist da, die Feder ist zur Hand -
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"Meine Symphonien erschöpfen den Inhalt meines ganzen Lebens; es ist Erfahrenes und Erlittenes, was ich darin niedergelegt habe; Wahrheit und Dichtung in Tönen. Und wenn einer gut zu lesen verstünde, müsste ihm in der Tat mein Leben darin durchsichtig erscheinen. So sehr ist bei mir Schaffen und Erleben verknüpft, dass wenn mir mein Dasein fortan ruhig wie ein Wiesenbach dahin flösse, ich - dünkt mich - nichts Rechtes mehr machen könnte."(Gustav Mahler) |
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Das Geheimnis der „letzten“ Sinfonie hat die Menschen von jeher gefesselt. „Es sieht so aus“, vermutete Arnold Schönberg, „als ob uns in der ,Zehnten‘ etwas gesagt werden könnte, was wir noch nicht wissen sollen“. Er huldigte damit der Aura jener ominösen Zahl, an der so viele bedeutende Sinfoniker, darunter Beethoven und Bruckner, gescheitert waren. Auch Gustav Mahler gelang es nicht, eine 10. Sinfonie zu vollenden. Sein letztes Werk teilt mit Schuberts „Unvollendeter“ den Charakter des Fragments; mit Bruckners „Neunter“ und dem Requiem von Mozart verbindet diese „Zehnte“ zugleich das Los, dass der Tod des Komponisten die Vollendung buchstäblich vereitelt hat.
Die Manuskripte zur „Zehnten“ entstehen zwischen dem 3. Juli und dem 3. September 1910. Diese Wochen verbringt Mahler in seinem Südtiroler Feriendomizil bei Toblach; In diesem Sommer freilich wird die kompositorische Besinnung durch Ereignisse von tiefgreifender, existentieller Bedeutung gestört: Durch ein Versehen (oder gezielte Indiskretion) erfährt Mahler zu Ferienmitte von der Affäre, die seine Frau Alma seit Anfang Juni mit dem Architekten Walter Gropius unterhält. Die Enthüllung vernichtet für ihn jäh alle familiäre Sicherheit. Verlustängste quälen ihn fortan – und dies, wie man heute weiß, keineswegs ohne Grund: Denn trotz einer Aussprache mit Gropius verfolgt Alma die intime Beziehung heimlich weiter. Um der unmittelbaren psychischen Folgen der Ehekrise Herr zu werden, reist Mahler noch Ende August ins südholländische Leiden und sucht in einem therapeutischen Gespräch Rat bei Sigmund Freud. Doch dessen Analyse gewährt keine dauerhafte Besserung: Von dieser Zeit an vermitteln Mahlers private Briefe das erschütternde Zeugnis eines seelisch höchstgradig labilen Menschen. Am 18. Mai 1911 stirbt Gustav Mahler.
In der vorliegenden Form wird der Ablauf des Adagio durch den Wechsel dreier Themen konstituiert: Während das anfangs von den Bratschen allein vorgetragene erste Thema dem Archetypus der „traurigen Weise“ aus Wagners „Tristan“ verhaftet ist, beschwört das zweite einen ekstatischen Tonfall: Über weitgespannten Intervallen, im ständigen Auf und Ab gekreuzter melodischer Linien, entfalten sich expressionistische Ausdrucksgesten, in denen die Dissonanz zum Eigenwert erhoben scheint. Das dritte Thema hebt sich durch Scherzando- Elemente (Trillerketten und Pizzicato) von dem pathetischen Duktus der ersten beiden ab. Immer neue Formulierungen dieser Themen bestimmen den Verlauf des Satzes: Motivmaterial wird abgespalten, variiert, kombiniert, und nur vage bleibt dahinter das tradierte Muster der Sonatensatzform erkennbar. Der Durchführungsgedanke, von Beethoven erstmals auf alle Satzteile ausgedehnt, überlagert jedes Formgesetz – es entsteht die Musik einer endlosen Metamorphose. Umso schärfer kontrastieren zwei gleichsam „von außen“ in die Musik einbrechende Ereignisse am Schluss des Satzes: Mit einem Orchestertutti stürzt plötzlich ein Choral über den Hörer herein und öffnet den Blick für Regionen der Transzendenz, die nur dem Gefühl oder dem Glauben zugänglich sind. Doch die religiöse Vision mag nicht zu bestehen; sie bricht förmlich zusammen in einem kakophonen Akkord, der bis auf drei Töne sämtliche Stufen der chromatischen Tonleiter enthält. Dieser Neuntonklang ist zu Recht als Ausdruck totaler Entropie, als Todessymbol gedeutet worden. Tatsächlich löst sich die Musik im folgenden auf, verliert sich in thematische Fragmente. Der Ausklang mündet nicht in Resignation, sondern in Schweigen.
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Während Mahler den Sommer 1910 wie gewohnt zurück- gezogen in seinem Toblacher Komponierhäuschen verbrachte, ließ sich Alma bei einem Kuraufenthalt auf eine Affäre mit dem Architekten Walter Gropius ein. Kurze Zeit später erhielt der ahnungslose Mahler einen Brief, der ihn zur Freigabe seiner Frau aufforderte. Zwar besann sich Alma schließlich auf Mahler als "Zentralpunkt" ihres Daseins und kehrte in den Hafen der Ehe zurück, doch der Schock saß tief und schlug sich nach Ansicht einiger Mahler-Exegeten direkt in den Skizzen zur 10. Sinfonie nieder. ... Immerhin überschreib Mahler dieses scheinbar naive Allegretto moderato mit dem dantesken Titel "Pugatorio" und übersäte das Manuskript mit verzweifelten Randnotizen persönlichen Charakters.
Dazu die Konzertbesprechung in der SZ: "Von solchen Emotionen, die den Klang zerfetzen, ihn ins Surreale treiben, konnte sich Cooke natürlich nicht leiten lassen. So vernimmt man in der rekonstruierten Fassung, vor allem in den Sätzen 2, 4 und 5, immer wieder einen Spannungsabfall, wo die Musik ins Flächige geht und dem Bersten der Konturen nur wenig Raum gibt. Aber zugleich macht die Fassung die Relationen des Werks klar, ihr Umstülpen der formalen Konzeption, die die schnellen, überhitzten und bizarren Teile nach innen drängt, mit dem ganz knappen Purgatorio, einer Monade gleich, in der Mitte. Außen waltet Ruhe, desolate zu Beginn, eine sich ins auroraartig Ätherische öffnende am Schluss. Mahler hat, das erweist der Gesamtbau, ein Werk entworfen, in dem menschliche Tragödie und göttliche Komödie in eins laufen. Michael Gielen, der die Münchner Philharmoniker durch die Cooke-Fassung der Zehnten leitete, war idealer Sachwalter. Man kann diese Rekonstruktion nur als offene Frage interpretieren, zugleich muss die Härte und Unversöhnlichkeit der Diktion immer spürbar bleiben, auch da, wo das Unerratbare von Cooke mit einem Mantel des Mittelwegs abgedeckt ist. Gnadenlos gestaltete Gielen in der Münchner Philharmonie den Schlag der Tambourtrommel am Schluss des vierten Satzes, der dann, wie eine Hinrichtungssalve auch im letzten Satz immer wieder die Nerven zucken lässt. Und der berühmte Neunklang im Adagio, der wie eine Vorahnung eines Clusters wirkt, konnte zu Beginn noch etwas weniger drastisch genommen werden, da er im gesamtsymphonischen Verlauf im letzten Satz wie eine jähe Schmerzenserinnerung wieder auftaucht und seinen Sinn enthüllt: Das Weh des Daseins, das Weh des Wegmüssens." REINHARD SCHULZ in der SZ vom 1.12.2003 über das Konzert in München(Gasteig)
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"Der Teufel tanzt es mit mir/Wahnsinn, fass mich an, Verfluchten!/ vernichte mich/daß ich vergesse, daß ich bin!/ daß ich aufhöre, zu sein/ daß ich ver" Mahler auf der Titelseite des vierten Satzes "Du allein weisst, was es bedeutet / Ach! Ach! Ach! / Leb' wol mein Saitenspiel! / Leb wol / Leb wol" Mahler im Particell am Ende des vierten Satzes
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Mahler-Werfel - Mein Leben |
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Nach außen vermittelt Mahler den Eindruck, als habe sich in ihm ein asketischer Mystiker inkarniert, obwohl er das Leben mit allen Sinnen aufzunehmen und zu genießen wusste. In den Nahkampf mit der Realität verstrickt, war er mit allen Fasern seiner weitgespannten, empfindungsreichen Persönlichkeit der Utopie eines "besseren" Daseins verfallen, einer Traumwelt, in der die Gebrochenheit des Irdischen aufgehoben und von der Vision seiner idealen Ganzheit überwölbt sein sollte. Je mehr die Erfolgskurve in die Höhe schnellte, desto abgrundtiefer verlief die Krise in Mahlers Seelenleben, für die als Auslöser der Tod seiner Tochter Maria Anna und das unheilbare Zerwürfnis mit seiner manisch fremdgehenden Gattin Alma fungierte. Seinem engsten Vertrauten jener Jahre, Bruno Walter, machte er das Geständnis, "dass ich einfach mit einem Schlage alles an Klarheit und Beruhigung verloren habe, was ich mir je errungen, und nun am Ende eines Lebens als Anfänger wieder gehen und stehen lernen muss. Wie sollte ich die Darstellung einer solchen ungeheuren Krise versuchen! Ich sehe alles in einem neuen Lichte - bin so in Bewegung; ich würde mich manchmal gar nicht wundern, wenn ich plötzlich einen neuen Körper an mir bemerken würde!" Das Thema "Abschied" ist in der IX. Symphonie allgegenwärtig - Abschied vom zertrümmerten Gebäude des eigenen Lebens, Abschied vom chaotischen Leerlauf einer geistlosen Umwelt, Abschied von den Idealen der Kunst und damit Abschied vom eigenen Ich. Dennoch steht die Geste des Abschiednehmens und der Trauer musikalisch nicht im Widerspruch zur gleichzeitigen, geradezu emphatischen Beschwörung des Ewigkeitsgehalts und Kunstschönen von Musik. Der Abschied vom Leben löst sich in Nichts auf: Schattenhafte, fast nur noch geräuschhafte Bewegungen der Instrumente, kammermusikalische, bis hin zur Einstimmigkeit ausgedünnte Klänge erzeugen eine gläserne Atmosphäre, die in Anonymität, Ausdruckslosigkeit, Erstarrung endet. Arnold
Schönberg glaubte: "Dieses Werk ist nicht mehr im Ich-Ton
gehalten. Es bringt sozusagen objektive, fast leidenschaftslose
Konstatierungen von einer Schönheit, die nur dem bemerkbar wird,
der auf animalische Wärme verzichten kann und sich in geistiger
Kühle wohlfühlt."
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zu Mahler in "Reiselieder mit böhmischen Quinten" |
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Das Geheimnis der „letzten“ Sinfonie hat die Menschen von jeher gefesselt. „Es sieht so aus“, vermutete Arnold Schönberg, „als ob uns in der ,Zehnten‘ etwas gesagt werden könnte, was wir noch nicht wissen sollen“. Er huldigte damit der Aura jener ominösen Zahl, an der so viele bedeutende Sinfoniker, darunter Beethoven und Bruckner, gescheitert waren. Auch Gustav Mahler gelang es nicht, eine 10. Sinfonie zu vollenden. Sein letztes Werk teilt mit Schuberts „Unvollendeter“ den Charakter des Fragments; mit Bruckners „Neunter“ und dem Requiem von Mozart verbindet diese „Zehnte“ zugleich das Los, dass der Tod des Komponisten die Vollendung buchstäblich vereitelt hat.
Die Manuskripte zur „Zehnten“ entstehen zwischen dem 3. Juli und dem 3. September 1910. Diese Wochen verbringt Mahler in seinem Südtiroler Feriendomizil bei Toblach; In diesem Sommer freilich wird die kompositorische Besinnung durch Ereignisse von tiefgreifender, existentieller Bedeutung gestört: Durch ein Versehen (oder gezielte Indiskretion) erfährt Mahler zu Ferienmitte von der Affäre, die seine Frau Alma seit Anfang Juni mit dem Architekten Walter Gropius unterhält. Die Enthüllung vernichtet für ihn jäh alle familiäre Sicherheit. Verlustängste quälen ihn fortan – und dies, wie man heute weiß, keineswegs ohne Grund: Denn trotz einer Aussprache mit Gropius verfolgt Alma die intime Beziehung heimlich weiter. Um der unmittelbaren psychischen Folgen der Ehekrise Herr zu werden, reist Mahler noch Ende August ins südholländische Leiden und sucht in einem therapeutischen Gespräch Rat bei Sigmund Freud. Doch dessen Analyse gewährt keine dauerhafte Besserung: Von dieser Zeit an vermitteln Mahlers private Briefe das erschütternde Zeugnis eines seelisch höchstgradig labilen Menschen. Am 18. Mai 1911 stirbt Gustav Mahler.
In der vorliegenden Form wird der Ablauf des Adagio durch den Wechsel dreier Themen konstituiert: Während das anfangs von den Bratschen allein vorgetragene erste Thema dem Archetypus der „traurigen Weise“ aus Wagners „Tristan“ verhaftet ist, beschwört das zweite einen ekstatischen Tonfall: Über weitgespannten Intervallen, im ständigen Auf und Ab gekreuzter melodischer Linien, entfalten sich expressionistische Ausdrucksgesten, in denen die Dissonanz zum Eigenwert erhoben scheint. Das dritte Thema hebt sich durch Scherzando- Elemente (Trillerketten und Pizzicato) von dem pathetischen Duktus der ersten beiden ab. Immer neue Formulierungen dieser Themen bestimmen den Verlauf des Satzes: Motivmaterial wird abgespalten, variiert, kombiniert, und nur vage bleibt dahinter das tradierte Muster der Sonatensatzform erkennbar. Der Durchführungsgedanke, von Beethoven erstmals auf alle Satzteile ausgedehnt, überlagert jedes Formgesetz – es entsteht die Musik einer endlosen Metamorphose. Umso schärfer kontrastieren zwei gleichsam „von außen“ in die Musik einbrechende Ereignisse am Schluss des Satzes: Mit einem Orchestertutti stürzt plötzlich ein Choral über den Hörer herein und öffnet den Blick für Regionen der Transzendenz, die nur dem Gefühl oder dem Glauben zugänglich sind. Doch die religiöse Vision mag nicht zu bestehen; sie bricht förmlich zusammen in einem kakophonen Akkord, der bis auf drei Töne sämtliche Stufen der chromatischen Tonleiter enthält. Dieser Neuntonklang ist zu Recht als Ausdruck totaler Entropie, als Todessymbol gedeutet worden. Tatsächlich löst sich die Musik im folgenden auf, verliert sich in thematische Fragmente. Der Ausklang mündet nicht in Resignation, sondern in Schweigen.
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Während Mahler den Sommer 1910 wie gewohnt zurück- gezogen in seinem Toblacher Komponierhäuschen verbrachte, ließ sich Alma bei einem Kuraufenthalt auf eine Affäre mit dem Architekten Walter Gropius ein. Kurze Zeit später erhielt der ahnungslose Mahler einen Brief, der ihn zur Freigabe seiner Frau aufforderte. Zwar besann sich Alma schließlich auf Mahler als "Zentralpunkt" ihres Daseins und kehrte in den Hafen der Ehe zurück, doch der Schock saß tief und schlug sich nach Ansicht einiger Mahler-Exegeten direkt in den Skizzen zur 10. Sinfonie nieder. ... Immerhin überschreib Mahler dieses scheinbar naive Allegretto moderato mit dem dantesken Titel "Pugatorio" und übersäte das Manuskript mit verzweifelten Randnotizen persönlichen Charakters.
Dazu die Konzertbesprechung in der SZ: "Von solchen Emotionen, die den Klang zerfetzen, ihn ins Surreale treiben, konnte sich Cooke natürlich nicht leiten lassen. So vernimmt man in der rekonstruierten Fassung, vor allem in den Sätzen 2, 4 und 5, immer wieder einen Spannungsabfall, wo die Musik ins Flächige geht und dem Bersten der Konturen nur wenig Raum gibt. Aber zugleich macht die Fassung die Relationen des Werks klar, ihr Umstülpen der formalen Konzeption, die die schnellen, überhitzten und bizarren Teile nach innen drängt, mit dem ganz knappen Purgatorio, einer Monade gleich, in der Mitte. Außen waltet Ruhe, desolate zu Beginn, eine sich ins auroraartig Ätherische öffnende am Schluss. Mahler hat, das erweist der Gesamtbau, ein Werk entworfen, in dem menschliche Tragödie und göttliche Komödie in eins laufen. Michael Gielen, der die Münchner Philharmoniker durch die Cooke-Fassung der Zehnten leitete, war idealer Sachwalter. Man kann diese Rekonstruktion nur als offene Frage interpretieren, zugleich muss die Härte und Unversöhnlichkeit der Diktion immer spürbar bleiben, auch da, wo das Unerratbare von Cooke mit einem Mantel des Mittelwegs abgedeckt ist. Gnadenlos gestaltete Gielen in der Münchner Philharmonie den Schlag der Tambourtrommel am Schluss des vierten Satzes, der dann, wie eine Hinrichtungssalve auch im letzten Satz immer wieder die Nerven zucken lässt. Und der berühmte Neunklang im Adagio, der wie eine Vorahnung eines Clusters wirkt, konnte zu Beginn noch etwas weniger drastisch genommen werden, da er im gesamtsymphonischen Verlauf im letzten Satz wie eine jähe Schmerzenserinnerung wieder auftaucht und seinen Sinn enthüllt: Das Weh des Daseins, das Weh des Wegmüssens." REINHARD SCHULZ in der SZ vom 1.12.2003 über das Konzert in München(Gasteig)
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Levine
realisiert in München, wo Mahler 1910 den größten Triumph zu Lebzeiten
errang mit der Uraufführung der Achten, eine verblüffende Programmidee:
Er knöpft sich exakt jenes ausufernde Programm vor, das Bruno Walter ein
halbes Jahr nach Mahlers Tod in München an einem einzigen Abend bewältigte:
das Lied von der Erde und die Zweite Symphonie. WOLFGANG
SCHREIBER |
Text " Das Lied von der Erde " (Mahler's
alteration) |
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LEKTÜRE
"Witwe
im Wahn"
Das Leben der Alma Mahler-Werfel von OLIVER HILMES
ZEITGENOSSEN
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Grabmal Wien, 19. Bezirk, Grinzinger Friedhof
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