Eine Seite von Theodor Frey


LUDWIGSKIRCHE



         

 

       

 

 












 



 


 

 


 

 

 

 

 

 

 



 
 

Die katholische Pfarr- und Universitätskirche St. Ludwig, genannt Ludwigskirche, ist der erste Monumentalkirchenbau im Rundbogenstil und besitzt das zweitgrößte Altarfresco der Welt von Peter von Cornelius. Sie wurde im Auftrag von König Ludwig I.  von Friedrich von Gärtner 1829 - 1844 errichtet.

1829 die Grundsteinlegung; 1832 mussten die Arbeiten wegen Kriegsgefahr, politischen Unruhen, Seuchen und der allgemeinen Teuerung eingestellt werden. Es wurde lediglich das Gewölbe geschlossen und durch ein Notdach die bereits vorhandenen Fresken geschützt. Nach dem Finanzausgleich von 1835 zwischen Stadt und Königreich wurden die Arbeiten wieder aufgenommen. Gärtner wurde persönlich für eine Fertigstellung bis 1842 verantwortlich gemacht. Dadurch hoffte die Kgl. Haupt- und Residenzstadt München, den saumseligen Peter von Cornelius zur Vollendung seiner Fresken zu bewegen.

Das Ergebnis der Fresken gefiel aber Ludwig I. nicht; er machte bei einer gemeinsamen Besichtigung der fertigen Kirche mit Peter von Cornelius seinem Ärger Luft. Das bewirkte dann einen Bruch zwischen Ludwig I. und Cornelius. Cornelius ging daraufhin nach Berlin.

Pfarrer Markus Gottswinter in der "POSAUNE Frühjahr 2016 über das 284 qm große Fresko

"Unsere Kirche ist nämlich statisch gesehen tatsächlich ein „Schatz im Acker", denn bis zu ihrem Bau war hier ein sumpfiges Ackergebiet mit einigen Fischweihern. Die erfrischende Feuchtigkeit der Gegend ist heute noch vor allem im Sommer deutlich im Raumklima spürbar. . . .

Steht man ... ganz oben, quasi auf Augenhöhe mit dem Weltenrichter, dann fällt sofort auf, daß die Handhaltung seiner Linken nicht so gedacht ist, wie es der Eindruck von unten vermitteln möchte. Die aus der Perspektive des Kirchenbesuchers offenen Arme des Herrn sind in keiner Weise beide den Betrachtern zugewandt, seine Linke verweist die Seelen der Sünder geradewegs in die Hölle!

Beim Blick in die lkonographie fällt einem allerdings ebenso gleich auf, daß die Darstellungen des Jüngsten Gerichtes niemals für die Ostwand einer Kirche vorgesehen waren - sondern immer für die Westwand. In allen Kirchen Griechenlands finden sich solche Darstellungen an dieser Wandseite, genauso wie in den romanischen Fresken des Westens. Zumeist also über dem Ausgang.  . . .

Jetzt wird man sicher einwenden können, daß man sich in Rom aber nicht daran gehalten habe, denn in der Sixtinischen Kapelle ist das Jüngste Gericht auch an der Altarwand. Das stimmt, nur ist die Altarwand in der Sixtina die Westwand, denn-sie steht genauso verkehrt herum wie der Petersdom neben ihr. Damit bleibt festzuhalten, daß St. Ludwig die einzige kunsthistorisch bedeutende öffentliche Kirche' ist, die an der Ostwand ein Jüngstes Gericht zeigt.

Nein, das Jüngste Gericht von St. Ludwig ist nicht für uns Pfarrkinder gemalt, es ist für all diejenigen gemalt, die wissen sollen, was die bildungspolitische Linie des Herrschers ist. Es ist für die Lehrenden und Studierenden gemalt. Es spricht aber auch Bände für die geistliche Erziehung Ludwigs I. durch seinen Hauslehrer Sambuga und seinen geistlichen Vater Johann Michael Sailer. Die Geschichtsbücher unterrichten uns darüber, daß der Jesuit Sambuga und der spätere Bischof von Regensburg den jungen Kronprinzen in der aufgeklärten Theologie des beginnenden 19. Jahrhunderts weltoffen erzogen hätten. Ein einziger Blick auf das Fresko in St. Ludwig belehrt uns sofort des Gegenteils. Ludwig wollte durch seine Bauten das Volk zur Schönheit einer Kultur erziehen, die es schon lange nicht mehr gab. Und so entfernte er sich, von der undurchdringlichen staatlichen Administration zunehmend desinformiert, immer weiter von der realen Politik. Da bedurfte es dann auch nur mehr einer drittklassigen, tanzender Sängerin, um zu stürzen.

Als die katholischen Studenten - andere gab es kaum - sich anschickten zum Haus der Montez zu ziehen und ihr die Scheiben einzuwerfen, da lief ihnen Ludwig I.. in der Schellingstraße entgegen und bat um Frieden. Die Studenten waren so erstaunt, daß sie tatsächlich in die umliegenden Gaststätten auswichen und ihre Energie anderweitig unter Kontrolle brachten."

 










2010 in der Renovierungsphase


 



















 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Friedrich von Gärtner

 


Die Feldherrnhalle wurde 1841 bis 1844
durch Friedrich von Gärtner
 im Auftrag von König Ludwig I.
nach dem Vorbild der Loggia dei Lanzi in Florenz erbaut.






 

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