IN MEMORIAM OTTO KOBEL

SEINE ZEICHNUNGEN ZUR
INSZENIERUNG DES SPIELS
FÜR DIE PASSIONSBÜHNE ZU WAAL
"ICH PAULUS GEFANGENER GOTTES"
VON PAUL SCHMIDKONZ


EINE SEITE VON THEODOR FREY

PLATZ IN JERUSALEM

Wie lange soll das da drinnen denn noch dauern? . . . 

Los Steinigt ihn [Stefanus] endlich!

AUF DEM WEG NACH DAMASKUS

Saulus, Saulus! Warum verfolgst du mich?

DAMASKUS - IM HAUS DES JUDAS

Es war verrückt von dir, diesen Mann aufzunehmen! . . . Du setzt unser aller Leben aufs Spiel! . . . Der Kerl ist nicht mein Bruder. er ist mein Feind! . . .

Hat der Herr nicht gesagt: Liebet eure Feinde; tut Gutes denen , die euch hassen! . . .

Das darf man nicht wörtlich nehmen. . .

Wie soll denn der Friede des Herrn in die Welt kommen, wenn auch wir die Menschen fein säuberlich in Freunde und Feinde scheiden?

SYNAGOGE VON LYSTRA

Wozu brauen wir eine neue Auslegung? . . . Wer Neues verkündigt, versündigt sich an Gott!

Gott aber hat ihn nach drei Tagen von den Toten auferweckt . . .


Er lästert Gott! Steinigt ihn!

FREIES FELD

Man muß die Sünde bekämpfen, aber die Sünder lieben, wenn man den Frieden will.

ANTIOCHIA

Frau, schenk ein! Der süße Wein soll die Bitterkeit meines Herzens lösen. . . .
Seit ich  in den Synagogen nur Ablehnung erfahre, wende ich mich an die Heiden.

SYNODE VON JERUSALEM

Wir wollen keine Heiden in der Gemeinde! Keine Ausländer ! Keine Götzendiener! Unsere Lehre muß rein bleiben!

Bruder! Ihr lauft Gefahr, an eurer selbstgefälligen Gerechtigkeit zu ersticken. Ihr habt das Gesetz - gut. Aber sündigt ihr deshalb weniger als die Heiden? . . . Nur durch den Glauben an ihn sind wir gerechtfertigt, und Glaube ist nicht Verdienst, sondern Gnade.

HAFEN

Wohin geht die Reise?


Nach Europa. Erst Mazedonien, dann Athen, Rom . . . Wer weiß? Die Welt ist groß!

VOR DEN TOREN PHILIPPINS

Keine Sorge! Gleich kommt sie wieder zu sich; aber du wirst sie nie mehr ausbeuten: Mit der Wahrsagerei ist es aus und vorbei, denn nur Gott kennt die Zukunft.

KERKER

Allmächtige Götter! Ein Erdbeben! Sie sind weg - geflohen . . .

AGORA VON ATHEN

Ich fand einen Altar mit der Inschrift: dem unbekannten Gott. Von ihm, den ihr verehrt, ohne ihn zu kennen, will ich nun sprechen.

AGORA VON KORINTH

Warum schont er sich nicht?

Weißt du, was er mir sagte? "Ich bin ein alter störrischer Gaul, der die Peitsche braucht. Ich gehöre auf den Acker, nicht in den Stall. Die Liebe Christi treibt mich vorwärts - immer weiter!"

IN MILET MIT DEN ÄLTESTEN

Geh nicht nach Jerusalem! 

Warum macht ihr mir das Herz schwer? Ich bin bereit, mich für Jesus fesseln zu lassen . Lebe ich, so lebe ich nur durch Christus; sterbe ich, so sterbe ich für ihn. Sein Wille geschehe.

JERUSALEM

Ihr habt mit uns einen Vertrag  geschlossen, Tempelschänder auszuliefern, damit wir sie steinigen.

Bringt sie nach Cäsarea!

 

IN CÄSAREA VOR DEM PROKURATOR VON JUDÄA

Also verbreitest du falsche Lehren!

Du glaubst doch auch an die Auferstehung? . 

Nun, ich glaube, daß wir alle einmal auferstehen werden.

Wenn wir also alle auferstehen werden, warum sollte dann der, den ich predige, nicht auferstanden sein?

ROM - DIE WOHNUNG DES APOSTELS

Du weißt, ich habe gelernt, mit dem Stachel im Fleisch zu leben. Aber nun fühle ich, daß die Zeit zum Aufbruch gekommen ist, und ich sehne mich nur noch danach, in Christus zu sein.

Man gibt euch die Schuld an der [Feuer]katastrophe.

Wer von euch gehört zu den Christenhunden?

Wir alle.

Jetzt beginne ich zu leben . . .

Zum Gedächtnis von Otto Kobel erklang am 
4. Oktober 2009 im Passionsspielhaus in Waal das Oratorium „Paulus“ von FelixMendelssohn-Bartholdy.

Otto Kobel, der dieses Jahr seinen 90. Geburtstag hätte feiern können, hat 1985 in seiner letzten Hauptrolle selbst die Gestalt des Paulus bei einem Waaler Heiligenspiel verkörpert. 

Mendelssohn beschreibt in seinem 1836 entstandenen Oratorium den Lebensweg des Apostels, einsetzend mit dem Tod des Martyrers Stephanus, den er als Saulus im jüdischem Glauben maßgeblich vorantreibt, dann die Christus-Vision mit Erblindung und anschließender Gesundung, im zweiten Teil das christlich -missionarische Wirken des vom Saulus zum Paulus gewandelten, die Anfechtungen während des Wirkens und am Ende den Abschied von der Gemeinde als Symbol für das Lebensende des Paulus.

Musiziert haben auf Einladung der beiden Kobel-Enkelinnen Barbara und Franziska Gielow ein Projektchor und –orchester, bestehend aus Musikern und Sängern der Region und aus Studenten der Musikhochschulen Stuttgart und München. Die Titelpartie des Paulus sangen der junge Bariton Florian Götz (Weimar), die weiteren Solisten waren Susanne Langbein, Sopran(Weimar), Karina Schoenbeck, Mezzosopran (Weimar) und Christian Zenker, Tenor (Linz). Die Leitung hatte Fabian Wöhrle (Weimar).

ZUM SEITENANFANG

Diese Arbeit wird Jörg Lederer (um 1470-1548/58) zugeschrieben. Sie hat Otto Kobel in der neugotischen Kirche von Waal wohl oft gesehen.

ZUM SEITENANFANG

 

DER GROßE P(AULUS)

AUSSTELLUNG IN DER KATHOLISCHEN AKADEMIE IN MÜNCHEN

Die Bekehrung des Saulus

Apg 9,1 Saulus wütete immer noch mit Drohung und Mord gegen die Jünger des Herrn. Er ging zum Hohenpriester
Apg 9,2 und erbat sich von ihm Briefe an die Synagogen in Damaskus, um die Anhänger des (neuen) Weges, Männer und Frauen, die er dort finde, zu fesseln und nach Jerusalem zu bringen.
Apg 9,3 Unterwegs aber, als er sich bereits Damaskus näherte, geschah es, dass ihn plötzlich ein Licht vom Himmel umstrahlte.
Apg 9,4 Er stürzte zu Boden und hörte, wie eine Stimme zu ihm sagte: Saul, Saul, warum verfolgst du mich?
Apg 9,5 Er antwortete: Wer bist du, Herr? Dieser sagte: Ich bin Jesus, den du verfolgst.
Apg 9,6 Steh auf und geh in die Stadt; dort wird dir gesagt werden, was du tun sollst.
Apg 9,7 Seine Begleiter standen sprachlos da; sie hörten zwar die Stimme, sahen aber niemand.
Apg 9,8 Saulus erhob sich vom Boden. Als er aber die Augen öffnete, sah er nichts. Sie nahmen ihn bei der Hand und führten ihn nach Damaskus hinein.
Apg 9,9 Und er war drei Tage blind und er aß nicht und trank nicht.