OTTO KOBEL

1919 - 2002












Eine Seite von Theodor Frey



   KONTAKT     Die Seiten sind erst im Entstehen begriffen. 
                     Für Hinweise, Korrekturen, Texte und Bilder, Standorte seiner Werke usw. 
                     wäre ich sehr dankbar



ENTFALTUNG SEINES LEBENS

EINFALTUNG IN GEWORDENES
(erste Ergebnisse)

ENTFALTUNG DES ANTLITZES
(in Bearbeitung)

ENTFALTUNG DER HEILSGESCHICHTE
(in Bearbeitung)

SEINE ZEICHNUNGEN ZUM  SPIEL
"ICH PAULUS GEFANGENER GOTTES"


















Verkündigungsszene
aus dem Marienaltar
der Pfarrkirche
St. Ulrich in Aitrang

hier mehr . . . 



Unter dem Leitwort der "FALTUNG" versuche ich
Aspekte des Lebens und Werks von Otto Kobel darzustellen.
Die Begriffe aus dem Wortstamm "Faltung" habe ich gewählt,
da gerade bei einem Bildhauer der Faltenwurf eine besondere
gestalterische Bedeutung hat.

Der Variationsreichtum dieser Ent- und Einfaltungen möchte ich
unter meiner ganz persönlichen Sichtweise  auf diesen Seiten Gestalt
geben.  Sie sind gleichzeitig eine dankbare Erinnerung
an meine Begegnung mit Otto Kobel.



Die Entfaltung  soll vierfach geschehen:
 

   In einer kurzen Darstellung seiner Vita.

   In den Gestalten, die er für das menschliche Antlitz fand,
denn im Mittelpunkt seines Werkes und auch seines Lebens stand das Du, der Andere.

   In den ausdruckstarken Darstellungen des christlichen Heilsgeschehens.
Er lebte in der tiefen Zuversicht, dass der Mensch immer zurückgebunden und ausgerichtet ist
an seinen Schöpfer und Erlöser.  Dieses Drama der Geschichte des Menschen mit Gott darzustellen, war nach meiner Auffassung sein Hauptanliegen.

   Im Aufzeigen, wie er die Traditionen in einer eigenständiger Formensprache aufgriff
und sein Werk in bereits Gewordenes einfaltete.

Verwendete Literatur:

   Werner Scharrer: "Die Wahrheit möchte ich suchen - Otto Kobel, Maler - Bildhauer - 
       Spielleiter",  Waal - Buchloe - Luimoos 2001

   Georg Ried: Portrait eines Künstlers - Erinnerungen an Otto Kobel" aus der DVD Serie -
       Allgäuer Dialektreise (3)  Hrsg: mundART Allgäu e.V., Simon Gehring

 




 


ENTFALTUNG SEINES LEBENS

im Waaler Atelier 1960

      Geboren am 7.10.1919 in Aislingen/Dillingen an der Donau
          zu einer Zeichnung seiner Eltern . . .

      1928  Übersiedlung der Familie in den Passionsspielort Waal bei Buchloe;
          Erste Rolle "als Judbue", palmenschwingend unds Nagelkistle"  tragend".

Mit 10 Jahren in der Volksschule Waal

      1932  Erste große Rolle als den 12-jährigen Jesusknaben bei den
          Muttergottespielen

      1934 - 1939  Lehre beim Kirchenmaler Hartmann in Buchloe
         

Eine der ersten Schnitzarbeiten mit dem Taschenmesser aus dieser Zeit.
Im Gewand des zentralen Engels ist auf das Kreuz bereits vorausverwiesen.
Gleichzeitig zeigt sich hier seine Wurzel im süddeutschen Rokoko.

Gloria in excelsis Deo,
et in terra pax hominibus bonae voluntatis

„Ehre sei Gott in den Höhen und Friede auf Erden unter den Menschen, 
an denen Gott Wohlgefallen hat.“

Die Gloriasequenz zeigt bereits hier seine Lebenseinstellung an. 




Die Waaler Passions- und Heiligenspiele zählen zu den ältesten Spielen in Bayerisch-Schwaben und stammen aus der Zeit der furchtbaren Pestjahre um 1626. 
Das älteste Dokument ist ein handgeschriebener Text aus dem Jahre 1791. Spieldauer war in etwa 7 1/2 Stunden.

Weitere bekannte Bürger dieser Gegend:


Peter Dörfler - Schriftsteller

Sein Grabmal auf dem Friedhof der Winthirkirche München - Neuhausen

______________________________

Benedicta Riepp - Ordensgründerin



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Hubert von Herkomer - Portraitmaler


      Danach  Meisterschule für Wandmalerei und Studium an der Akademie der
          Bildenden Kunst in München bei den Professoren Gruber (?) und Hermann
          Kaspar

      1941 (nach Sommersemester) Einberufung zur Wehrmacht; 
          Meldet sich freiwillig zum Sanitätsdienst; 
          "So war (nicht nur) gesichert, dass ich auf keinen Menschen schießen musste"
          Stationiert nahe Berlin; Gasthörer an der Hochschule für Bildende Künste bei
          Professor Wilhelm Tank 

 

Seine Lehrer

Taufe Jesu | Foto C. Hirschfeld
Chorfenster in St. Markus München 
von Hermann Kaspar

Hermann Kaspar (1904 - 1986)

Mosaikfries für den Kongreßsaal des Deutschen Museums in München. 1937 richtete er den Festumzug „Tag der Deutschen Kunst“ aus.
Im Jahre 1938 erhält er von Albert Speer den Auftrag zur Gestaltung der Mosaiken, Fussböden, Friese und Intarsien der Neuen Reichskanzlei. Im gleichen Jahr erhält er eine Professur an der Münchner Kunstakademie. Im Jahre 1945 wird er zunächst von der Akademie entlassen, da er mit zur Kulturprominenz des Dritten Reiches gezählt wird, später jedoch wieder eingestellt.
Zu seinen späteren Werken zählen u.a. die Ausgestaltung des Rathauses der Stadt Aschaffenburg und die Decken der Wallfahrtskirche in Beratzhauen. Zahlreiche bekannte Künstler (Lunau, Kissel, Kreil, Sedlmayr, Barth, Schleinkofer, Greiner, Kobel u.a.) studierten bei ihm.

 

Anatomie-Zeichnungen 
von Wilhelm Tank

 

Wilhelm Tank (1888 - 1967)


Tank veröffentlichte 1932 "Anatomie des Menschen" und 1938 "Anatomie der Tiere". Mit seinen plastischen Arbeiten war er auf zahlreichen großen Ausstellungen vertreten. 

Künstler die Otto Kobel schätzte:

Vor allem Rembrandt,
aber auch Gauguin, 
Franz Marc und Matisse.

(Quelle: Fanny Kobel)

 




Zwei Beispiel
seiner Auseinandersetzung mit der Moderne

  

 


      Ende März 1945 verwundet in Ostpreußen; Sechs Monate in amerikanischer
          Kriegsgefangenschaft

      


Die Erlebnisse und Empfindungen der Kriegszeit  und Gefangenschaft findet ihren Ausdruck in einer Vielzahl von Portraits und Szenen. Die Bilder zeigen vorwiegend eine dunkle Farbgebung.

Auf der Flucht (1944) - Aquarell auf Karton

Die Thematik wurde von Kobel nochmals aufgenommen in der Gestaltung der Heimkehrerkapelle auf Seeleuten.

 

Das Thema der Flucht fand aber auch seinen Niederschlag in solch innigen Krippenszenen aus den sechziger Jahren. Jahre,  in denen er selbst nach Auseinandersetzungen über die künstlerische Weiterentwicklung der Waaler Passionsspiele eine neue Heimat suchte und in Luimoos bei Seeg dann fand. 
 

 

Die Bandbreite seiner Gestaltungsmöglichkeiten zeigt dieses Bild der Ruhe auf der Flucht.


      Aufbau einer Existenz als Maler, Kirchenmaler, Bildhauer und Restaurator
          in Waal an der Singold

      1948 Beitritt zum neu gegründeten Theaterverein in Waal;

      1949 erstmals Christusdarsteller (des weiteren 1956 - hier zum Foto als Christusdarsteller - ,
          1961, 1976 und 1977);
          Verantwortlich für Probenarbeit, Kostüme, Bühnenbild und -ausstattung, 
          Plakat, Textbuch 

      1953  Trauung mit Franziska Magdalena ("Fanny")  geb. Mayerhofer in
       Kaufbeuren, Kinder: Beate Maria, Ottmar, Gottfried

      1961  Eröffnung des neuen Festspielhause (Architekt Max Meinel, Augsburg)

      1963   Marienspiel

      Zerwürfnis wegen unterschiedlicher Auffassungen, in welcher Weise die
         der Festspiele weitergeführt werden sollte

      1965  Umzug auf einen alten Bauernhof im Weiler Luimoos, zwischen Rückholz 
         und Seeg , den er zu einem Ort der Kunst, Geborgenheit und Arbeit gestaltete.

Luimoos ist für mich eigentlich wie ein Traum. "Der Traum geht zurück in die Gefangenschaft. Da träumte ich in der Nähe der Berge, in der Nähe von Wasser zu leben. Das hat sich mit Luimoos erfüllt".

      Bewirtschaftung des Bauernhofs im Einklang mit der Natur; 
         Verstand sich als "Diener der Schöpfung"; Pflanzte mit seiner Familie eine Vielzahl 
         Bäume; 

      1979 /1997  Franziskusspiel in Waal (Autor Paul Schmidkonz) 


Im Vorgriff auf dieses Spiel, entstand bereits 1942 dieses Bild 
der Vogelpredigt des Heiligen Franziskus - Öl auf Pappe


      1982 Crescentiaspiel von Pius Irl in Kaufbeuren

      1984 /1985 Paulusspiel in Waal (Autor Paul Schmidkonz) 
         "ICH PAULUS GEFANGENER GOTTES"

          Bedeutung des Apostels Paulus 
                          für den Autor Paul Schmidkonz . . . (in Bearbeitung)
                          für Eugen Biser .  .  .   (in Bearbeitung)      


SKIZZE: "SAULUS, SAULUS, WARUM VERFOLGST DU MICH"

      SEINE ZEICHNUNGEN ZUM  SPIEL "ICH PAULUS GEFANGENER GOTTES"198

      1987 Magnusspiel von Arthur Maximilian Miller in Füssen

      1993 Ulrichspiel in Waal (Autor Matthias Pöschl und Otto Kobel)

      1996 von Papst Johannes Paul II. mit der Würde eines Ritters vom Orden des 
          Heiligen Papstes Sylvester ausgezeichnet

      2001 Aufführung der Neufassung der "Waaler Passion von 1791" 
         von Artur Maximilian  Miller (1974)
         (Musik von seinem Bruder Robert Maximilian Miller)

"Trauerspiehl beteutet die übergroße Liebe Gottes gegen das menschliche Geschlecht, vorgestellt durch das Leben, Leyden und Sterben Jesu Christi. Von einer löblichen Bürgerschaft in Waal. Anno Commedie 1791."

Die Bühne zeigt drei Ebenen: Die oberste des Paradieses, die mittlere der Erdenwelt, die untere der Welt Luzifers. Entsprechend gibt es auch drei sprachliche Ebenen. Christus spricht Evangelientext in Prosa,. Der Hohe Rat und sonstige Rollen sprechen in Versen. Das Volk in Mundart.
Dreiteilig ist auch das Spiel:

1. Teil spielt vom Sündenfall. Eröffnet wird das Spiel von 3 Engeln mit einem Hymnus auf Gott, dem Schöpfer aller Welt. 


Bühnenbildentwurf Acryl auf Holzfaserplatte 2000

Adam und Eva unter dem Baum der Erkenntnis hören die Stimme Gottes: "Von diesem Baum sollt ihr nicht essen. Denn zu der Stunde, da ihr davon esset, werdet ihr sterben des To­des."
Die Verführbarkeit des Menschen durch den Teufel und die 7 Laster!
Es folgt durch Gottes Barmherzigkeit die Verheißung des Erlösers.

2. Teil die Passion.

3. Teil Die Urständ Christi.


   
       2002,  am 4. Dezember, verstorben

 

 

























































































































































Der Erzähler, Dramatiker und Lyriker Arthur Maximilian Miller wurde 1901 als Sohn eines schwäbischen Kaufmanns in Mindelheim geboren. Er besuchte die Lehrerbildungsanstalten in Lauingen und war ab 1924 Volksschullehrer in Immenstadt/Allgäu. Weil er sich in seiner pädagogischen und schriftstellerischen Arbeit vom Nationalsozialismus bedroht fühlte, ließ er sich 1938 nach Kornau versetzen, wo er auch nach seiner krankheitsbedingten vorzeitigen Pensionierung (1959) als freier Schriftsteller lebte. Der schwäbische Mundartdichter, der 1992 in Ottobeuren starb, steht zusammen mit seinem Freund Peter Dörfler in der Tradition der christlichen Volksdichtung. Viele seiner Werke behandeln Grundfragen des Christentums. Zu Millers Hauptwerken zählt der auf mehrjährigem Quellenstudium beruhende kunsthistorische Roman "Der Herr mit den drei Ringen", in dem es um Ruppert Nefs, den Baumeister des Barockklosters Ottobeuren geht.

Seine Grabstätte auf dem Seeger Friedhof

"Ich bin die Auferstehung und das Leben"


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Zum Gedächtnis von Otto Kobel erklingt am 4. Oktober 2009 um 17 Uhr im von ihm maßgeblich mitinitiierten Passionsspielhaus in Waal das Oratorium „Paulus“ von FelixMendelssohn-Bartholdy.

Otto Kobel, der dieses Jahr seinen 90. Geburtstag hätte feiern können, hat 1985 in seiner letzten Hauptrolle selbst die Gestalt des Paulus bei einem Waaler Heiligenspiel verkörpert. Dazu gesellen sich weitere Jubiläen: das des Apostels Paulus (2000 Jahre) und der 200. Geburtstag des Komponisten Felix Mendelssohn.

Mendelssohn beschreibt in seinem 1836 entstandenen Oratorium den Lebensweg des Apostels, einsetzend mit dem Tod des Martyrers Stephanus, den er als Saulus im jüdischem Glauben maßgeblich vorantreibt, dann die Christus-Vision mit Erblindung und anschließender Gesundung, im zweiten Teil das christlich -missionarische Wirken des vom Saulus zum Paulus gewandelten, die Anfechtungen während des Wirkens und am Ende den Abschied von der Gemeinde als Symbol für das Lebensende des Paulus.

Musizieren werden auf Einladung der beiden Kobel-Enkelinnen Barbara und Franziska Gielow ein Projektchor und –orchester, bestehend aus Musikern und Sängern der Region und aus Studenten der Musikhochschulen Stuttgart und München. Die Titelpartie des Paulus singt der junge Bariton Florian Götz (Weimar), die weiteren Solisten sind Susanne Langbein, Sopran(Weimar), Karina Schoenbeck, Mezzosopran (Weimar) und Christian Zenker, Tenor (Linz). Die Leitung hat Fabian Wöhrle (Weimar).

 

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Passionsspiele
in Waal 1956

Otto Kobel als Christus und Elisabeth Wörle als Maria

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