ST. AEGIDIUS

1170 - 1173

 

 

 

 

 

 

STERBEN IST DAS AUSLÖSCHEN EINER LAMPE IM MORGENLICHT,
NICHT DAS AUSLÖSCHEN DER SONNE

Grabinschrift

 

 

 

 









Durch meiner Seele enge Mulde schießt die Zeit . . .

Auf meinem Leibe brennt das Mal: Vergänglichkeit.

Ernst Stadler
















Du aber bist der Spiegel, über dessen Rund

Die Großen Bäche alles Lebens gehn

Ernst Stadler
















Und hinter dessen quellend gold'nem Grund

Die toten Dinge schimmernd aufersteh'n

Ernst Stadler














Form will mich verschnüren und verengen,

Doch ich will mein Sein in alle Weiten drängen

Ernst Stadler














Und in grenzenlosem Michverschenken

Will mich Leben mit Erfüllung tränken

Ernst Stadler















Was zitterst Du im Dunkel? Bist du selber nicht das Instrument,

Darin der Aufruhr aller Töne sich zu hochzeitlichem Reigen schlingt?

Ernst Stadler














Sieh doch, dein letzter Wunsch, nach dem dein Leben heiße Hände ausgestreckt

Stand schimmernd schon am Himmel deiner frühsten Sehnsucht aufgesteckt.

Dein Schmerz und deine Lust lag immer schon in dir verschlossen wie in einem Schrein,

Und nichts, was jemals war und wird, das nicht schon immer dein.

Ernst Stadler














Auf meiner Stirne tritt kaltes Metall.

Spinnen suchen mein Herz.

Es ist ein Licht, das in meinem Mund erlöscht.

Ernst Stadler




















































































































































































































































































































GOTT

Wir haben ihn mehr geliebt als uns und ihm nicht nur unsern »eingeborenen Sohn« zum Opfer gebracht.

Ihr macht es euch zu leicht, ihr Gottlosen! Gut, es mag so sein, wie ihr sagt: die Menschen haben Gott geschaffen - ist dies ein Grund, sich nicht mehr um ihn zu kümmern?

NIETZSCHE - Nachlassaufzeichnung Herbst 1881

 

"Was an Gott verneint und bekämpft werden kann, ist danach nur die von ihm ausgeübte Herrschaft über das menschliche Denken, Streben und Wollen, also die »imperatorische« Funktion des Gottesbegriffs, nicht jedoch die Göttlichkeit Gottes, nicht seine Existenz. Und nicht genug damit; Nietzsche überbietet diesen Gedanken noch mit der These, daß nicht einmal der Standpunkt FEUERBACHS, wonach der Gottesgedanke lediglich als eine Selbstprojektion des Menschen zu gelten habe, einen echten Einwand gegen Gott bilden könne. "

BISER -  Gottsucher oder Antichrist? - S.  53







 

 

 

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