Eine Seite von Theodor Frey 

 

 

ST. GEORG

IN OBERMENZING/MÜNCHEN

EIN WIEDERHERGESTELLTES KLEINOD

WIEDERERÖFFNET AM 21. MAI 2016

 

Beim Erstellen der Seite war mir die Broschüre
"Eine Handreichung für Kirchenbesucher"
von Dr. Johannes Wittmann eine sehr wertvolle Hilfe

Weitere Informationen auf der Seite der Bürgervereinigung Obermenzing e.V.

SCHLOSSKAPELLE BLUTENBURG ST. WOLFGANG -PIPPING

ST. GEORG - OBERMENZING

 


 

WAS GESCHAH ZU DIESER ZEIT:

1417 endet das Abendländische Schisma (Konzil von Konstanz)

1429 führt Jeanne d’Arc die französischen Truppen zu einem Sieg gegen die Engländer im Hundertjährigen Krieg.

1440 Johannes Gutenberg erfindet den Satz mit beweglichen Lettern, revolutioniert die Druckkunst und bricht das Informationsmonopol der Kirche.

1419 bis 1436: Hussitenkriege in Mitteleuropa.

1453 fällt Konstantinopel an das Osmanische Reich.

Nikolaus Cusanus (1401–1464), Universalgelehrter und Philosoph postuliert erstmals die Unendlichkeit des Weltalls

1397–1402 Aufstand der Zünfte gegen Patrizier und die Wittelsbacher

1494 Einweihung des Neubaues der Frauenkirche in München

1429 wütete in München wieder ein zerstörerisches Feuer, dem Teile der Stadt zum Opfer fallen. Durch das Bündnis von Herzog Ernst mit Kaiser Sigismund war auch München von den Hussiten bedroht, so dass die Stadtbefestigung im selben Jahr durch einen äußeren Mauerring verstärkt wurde.

1435 wurde unter Albrecht III. das Schloss Blutenburg erbaut.

1442 wurden die Juden durch Herzog Albrecht III. aus der Stadt und aus ganz Oberbayern vertrieben. Erst 250 Jahre später wurde jüdische Ansiedlung wieder gestattet.

1460 ereignete sich ein weiterer Stadtbrand in München.

Quelle. Wikipedia

 
 

DER ERSTE TAG

1. Mose - Kapitel 1

1 Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
2 Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.
3 Und Gott sprach: Es werde Licht! und es ward Licht.
4 Und Gott sah, daß das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis
5 und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.

Ein seltenes Symbol für den ersten Tag der Schöpfung. Der Kreis, als Symbol für die Einheit und Unendlichkeit, wird horizontal geteilt. Im unteren Teil das Urmeer (Wasser), als Symbol für die Quelle allen Lebens. Oben das Licht des Tages (Sonne) getrennt vom Licht der Nacht (Mond).

Wo ist dieses Symbol noch anzufinden?

Symbol für den Schöpfungsbeginn aus meinen Versuchen"VOM OFFENEN GEHEIMNIS".

 

 

Auf den anfänglichen Entwurf zurückgeworfen

Die Ausmalung der Fresken erfolgte in Kalk-secco-Malerei. Dazu wurden Vorzeichnungen auf den noch frischen Kalkputz aufgetragen und die Ausmalung auf dem bereits trockenen Putz. Die farbige Malerei löste sich auf und übrig blieb im wesentlichen die Rötelvorlage.

 

Leider nur die Rötelvorlage? Nein, es ist faszinierend dem Anfang des Schaffensprozesses beiwohnen zu können. Die klaren Strukturen zeigen, wie der Schaffende aus dem Rohen das Gewollte entstehen lässt. Und ist nicht dieses Holzschnittartige uns Heutigen näher als der Versuch eines perfekten Abbildes, z.B. in der Kunst des 19. Jahrhunderts? Die Darstellungen wirken im guten Sinne archaisch, im Sinne von ursprünglich und althergebracht, aber nicht altertümlich sondern modern.


Vielleicht wär die Art der Darstellung auch für einen HAP Grieshaber (1909 -1981) eine Inspirationsquelle gewesen ?











Der Gesamteindruck des Alterraums






Das barocke Fresko des "Jüngsten Gerichts" an der Ostseite desLanghauses





Da ist aber was los!

In der Barockzeit meinte man mehr über die Hölle zu wissen. "Jesuiten bezogen ihr Wissen oft aus dem Kommentar ihres Ordensbruders Franciscus Suarez zur Theologischen Summe des Thomas von Aquino.". . . . Dem Autor ist es wichtig, daß es sich um 'wahre' Orte handle, und 'wahr' bedeutet hier: sinnlich, körperlich."
Suarez meint: "Der ganze Raum ist voll von Feuer; als Feuerpfuhl oder See voll glühenden Pechs schließt er die Verdammten ein. Seine Qual setzt nie aus".

Quelle:  Kurt Flasch - Der Teufel und seine Engel - S. 284 f.

Siehe dazu auch die Auffassung , dass die Darstellung an einer Ostwand ungewöhnlich ist - Beispiel: St. Ludwig in Schwabing . . .


 

Im Zentrum Christus in der Mandorla

Christus, als Herrscher über das All, als Pantokrator, ist in Form einer Mandorla, italienisch für „Mandel“, dargestellt. Die Seccomalereien stammen aus gotischer Zeit.

 
 
 

Zum Vergleich hier eine wieder hergestellte Darstellung aus der Romanik vom Petersberg bei Dachau.

 

 und die Mandorla in der romanischen Kapelle in Keferloh

hier mehr über. ST. ÄGIDIUS KEFERLOH

 

 

 

Die Evangelisten,
dargestellt im Sternenraum

Und ihre Gesichter sahen so aus: Ein Menschengesicht (blickte bei allen vier nach vorn), ein Löwengesicht bei allen vier nach rechts, ein Stiergesicht bei allen vier nach links und ein Adlergesicht bei allen vier (nach hinten). (Ez 1,4–10)

LUKAS - der geflügelte STIER

 

Wunderbar klar gestaltet mit der Buchrolle zwischen den Hufen.  

 

 

Die Evangelisten

MARKUS- der geflügelte Löwe mit langer Zunge

 

Man könnte meinen, er ist auf dem Sprung. Eine sehr dynamische Darstellung!

 

 

 

Die Evangelisten

MATTHÄUS -  der geflügelte MENSCH - der ENGEL

 

Interessant wäre es zu wissen, wie die nur angedeuteten Flügel ausgemalt wurden!

 

 

Die Evangelisten

JOHANNES -  der ADLER

 

Waren die Buchrollen, die Spruchbänder beschriftet? 

 

 
 

 


 Impressionen von und aus der St. Georgskirche in Obermenzing 

Durch Anklicken werden die Bilder vergrößert

 

 

 

 

 Impressionen des Innenraums

Durch Anklicken werden die Bilder vergrößert

 Lanze des Longinus

"Heilige Lanze" des Longinus

Wiedereröffungsgottesdienst (21.5.16)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine sehr beachtenswerte Kopie des Gekreuzigten von Rubens

 

 




Die heilige Familie - Maria bekrönt, anmutig sitzend auf einem herrschaftlichem gotischen Thron;
rechts wohl Josef mit Bart

Es sieht so aus, als ob das Jesuskind den Kelch eher füllt (ein Hinweis auf das Abendmahl ?)
als er ihn als Geschenk vom König in Empfang nimmt.

links einer der drei Könige mit Heiligenschein,
weiter links zwei weitere Könige mit Kronen.
 
Über allem ein herausgehobener Stern mit Kometenschweif.
 An die Geburt erinnert auch der angedeutete Ochsenkopf
;
Unten in der Mitte (neben dem hellen Oval) ist auch ein Kopf angedeutet.
Er schaut zwar wie ein Menschenkopf aus, das Ohr  könnte aber auch auf ein Schaf hindeuten.

Alles ist eingebunden in einen kosmischen Sternenraum!
Wie kann man sich die ausgestaltete, farbige ursprüngliche Gestalt vorstellen?
Wäre es nicht reizvoll, den Versuch zu unternehmen, aus unserer heutigen Sicht, die Gestaltung neu zu wagen?



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