![]() |
|
|
BOGENHAUSENER
FRIEDHOF |
|
Für Hinweise, Berichtigungen, Anregungen bin ich sehr dankbar.
KONTAKT
|
Um 1770 heiratet Carl Theodor von Schall die Tochter des Grafen Andreas von Riaucour. Durch Heirat mit Henriette Gräfin Riaucour kamen die Schall zu Bell in die Oberlausitz. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Familie in ein Sammellager auf Rügen deportiert, das Schloss wurde 1945 enteignet. Die Mitglieder der Familie flohen nach Bayern und in das Rheinland.
|
|
|
|
|
|
|
Wie hat er schon als Student die Kulturlandschaft um Wasserburg am Inn beschreiben können! Später so oft entscheidende geistesgeschichtliche Situationen des 19. Jahrhunderts erzählend geschildert! Mit der Feder in der Hand ist er am Schreibtisch in der SZ-Redaktion gestorben.
Sein Werk über München: Denk ich an München, ein Buch der Erinnerungen
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
HANS SCHERER
|
|
||||
|
|
Roeckl
Handschuhe im Münchner Stadtmuseum Annette Roeckl führt den 1839 gegründeten Handschuhladen ( Roeckl Handschuhe & Accessoires GmbH - Isartalstraße) in der sechsten Generation. Ihr jüngerer Bruder Stefan führt die Roeckl Sport-Handschuhe GmbH.
|
|
|
"Er war ein Vulkan"
Helmut Griem
Aber zum guten Ende wurden seine letzten zehn Lebensjahre in München eine wunderbare "Spätlese" dieses außerordentlichen Mannes.
Er begann wieder am Residenztheater 1980 mit Strindbergs Vater und dem Lear, beide Male mit Martin Benrath in der Hauptrolle.
Inzenierungen an den Münchner Kammerspielen:
1981 Maria Magdalena von Friedrich Hebbel 1987 Onkel Wanja von Anton Tschechow 1988 Der Theatermacher von Thomas Bernhard ; (gesehen) 1989 John Gabriel Borkmann von Henrik Ibsen 1991 Der blaue Boll von Ernst Barlach (gesehen) Bühne: Jürgen Rose; Licht: Max Keller
Helmut Griem über die Proben zu Onkel Wanja:
" Fazination, Leidenschaft des Denkens, Vertreibung von Pathos und Sentimentalität, Verhinderung von trendigem Brimborium, Durchdringen und Versinnlichen der Sprache, liebevoll-kritische Betrachtung der Stück-Figuren - herrliche, nie langweilige Proben, und wieder die Beschwörung der Grundlagen des Schauspielers: das Handwerk, das Können, das Metier, etwas, das heute bei den meisten jüngeren Regieheroen als altväterlicher Quatsch beiseite geschoben wird." |
|
|
Kurzbiografie von Stephanie D'heil Seit Mitte der 60er Jahre war Kreindl verstärkt für Film und Fernsehen tätig, wirkte in Hörspielen und Funklesungen mit. Seinen ersten Leinwandauftritt hatte der Schauspieler 1958 in dem Streifen "Zwei Bayern in Bonn", im Verlaufe der Jahre folgten Rollen in Filmen wie beispielsweise "Engel, die ihre Flügel verbrennen" (1970), "Die Formel" (1980), "So weit das Auge reicht" (1980), "Geld oder Leber!" (1986) oder "Bei mir liegen Sie richtig" (1990), doch der Schwerpunkt seiner Arbeit für den Film lag beim Fernsehen. Neben Auftritten in so beliebten Krimi-Serien wie "Die Fünfte Kolonne", "Der Kommissar", "Derrick", "Der Alte", "Sonderdezernat K1" oder "Tatort" sah man Kreindl unter anderem 1967 in dem Mehrteiler "Nobile – Sieben Wochen auf dem Eis" sowie als Göring in dem Zweiteiler "Der Reichstagsbrandprozess". 1972 übernahm er in dem historisch-dokumentarischen Mehrteiler "Die Rote Kapelle" unter der Regie von Franz Peter Wirth die Rolle des "Großen Chef" und Spion Léopold Trepper oder war 1974 als Dr. Ezra Jennings in "Der Monddiamant" zu sehen. Ungeheure Popularität erlangte Kreindl ab 1978 als Hauptkommissar Karl Göttmann in der TV-Serie "SOKO 5113", eine Rolle, die er 150 Folgen lang bis zu seinem Tod 1992 spielte. Werner Kreindl
verstarb am 6. Juni 1992 mit 64 Jahren im österreichischen
Wagrein an Herzversagen; er war zuletzt mit seiner Kollegin, der
Schauspielerin Diana Körner verheiratet.
|
|
|
Er
wurde in Hornberg geboren, besuchte in Karlsruhe das Gymnasium und in
Heidelberg die Universität und vertrat wie kaum ein anderer das, was im
besten Sinne badisch ist - ohne provinzielle Enge, aber mit Scharfsicht
und dem Scharfsinn dessen, der die Welt kannte und in der Fremde begriff,
was die Heimat bedeutet. Nach Wilhelm Hausenstein wurden benannt:
|
|
LEBENSDATEN |
|
|
1882 |
Wilhelm Hausenstein wird am 17. Juni 1882 in Hornberg im badischen Schwarzwald geboren; sein Vater ist großherzoglicher Finanzbeamter, seine Mutter die Tochter des "Bärenwirts" in Hornberg. |
|
1891-1900 |
Humanistisches Gymnasium in Karlsruhe |
|
1900-1905 |
Studium
an den Universitäten Heidelberg, Tübingen, München:
Philosophie, klassische Philologie, mittlere und neuere
Geschichte, Nationalökonomie. |
|
1906 |
Paris: Vorleser der im Exil lebenden Königin Marie-Sophie von Neapel-Sizilien, Schwester der Kaiserin Elisabeth von Österreich. |
|
1907 |
Eintritt
in die Sozialdemokratische Partei; intensive Mitarbeit in
den Arbeiter-Lehrkursen und an den "Sozialistischen
Monatsheften". Hierdurch wird die geplante Habilitation
unmöglich gemacht. |
|
1908 |
Ausgedehnte Reisen nach Frankreich, Belgien, Österreich, Italien, Holland, später auch Dänemark, Griechenland und Kleinasien. |
|
1910 |
Erstes
Buch: "Der Bauern-Bruegel" (erste deutsche
Monographie über den Maler). |
|
1915 |
Erste Begegnung mit Rainer Maria Rilke. |
|
1916-1917 |
Mitglied
der Pressesektion der Politischen Abteilung beim deutschen
Generalgouverneur in Brüssel. |
|
1918 |
Publizistische
Tätigkeit: "Frankfurter Zeitung",
"Münchner Neueste Nachrichten"; |
|
1919 |
Austritt
aus der Sozialdemokratischen Partei, weil sie ihm in einem
gefährlichen Kompromiß mit der Rechten zu stehen schien. |
|
1922 |
Geburt des einzigen Kindes; nach Rainer Maria Rilke auf den Namen Renée-Marie getauft. |
|
1923 |
Lunacarskij veröffentlicht in Moskau eine große Abhandlung über Hausensteins Arbeit, insbesondere seine Soziologie der Kunst. |
|
1926 |
In
der Sowjet-Enzyklopädie erscheint von Hausenstein ein großer
Beitrag über das Barock. |
|
1933 |
Auf Weisung der Müchner Staatspolizei fristlose Entlassung aus der Redaktion der "Münchner Neuesten Nachrichten". |
|
1934-1943 |
Schriftleiter "Literaturblatt" und "Die Frau" der "Frankfurter Zeitung". |
|
1936 |
Verbot, Bücher zu veröffentlichen. Einstampfung der "Kunstgeschichte", weil Hausenstein sich weigert, jüdische Künstler zu streichen und die Moderne im Sinne der Ausstellung "Entartete Kunst" zu verwerfen; in dieser Ausstellung wird er als "entarteter Künstler" angeprangert. |
|
1940 |
Übertritt vom Protestantismus zum Katholizismus. |
|
1942 |
Emigration der Tochter nach Brasilien. |
|
1943 |
Fristlose Entlassung aus der "Frankfurter Zeitung" wegen seiner jüdischen Ehefrau. Verbot jeglicher publizistischen Tätigkeit. |
|
1944-1945 |
Vollzug
der Deportation auf Weisung der Geheimen Staatspolizei
unterbleibt in letzter Stunde aufgrund der voranschreitenden
Auflösung. |
|
1945 |
Mitbegründer der "Süddeutschen Zeitung"; Mitarbeiter der "Badischen Zeitung", der "Neuen Zeitung", der Zeitschriften "Hochland", "Wandlung" und "Gegenwart". |
|
1948 |
Mitglied
der Bayerischen Akademie der Schönen Künste; 1950
deren Präsident. |
|
1949 |
Mitglied
der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz;
Ehrenmitglied der Academia Goetheana in Sao Paulo,
Brasilien. |
|
1950 |
Mitglied der Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt; Mitglied des PEN-Club. |
|
Juli 1950 |
Konrad Adenauer beruft Hausenstein als Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland nach Paris. |
|
1951 |
Chargé d'Affaires der Bundesrepublik Deutschland in Paris. |
|
1952 |
Verleihung des Großen Verdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland mit Stern und Schulterband. |
|
1953 |
Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Paris (ad personam). |
|
1954 |
Literaturpreis der Stadt München. |
|
1955 |
Grand
Officier de la Légion d'Honneur als erster Deutscher in
diesem Jahrhundert. |
|
Mai 1955 |
Wilhelm
und Margot Hausenstein kehren von Paris nach München und
Tutzing zurück. |
|
1957 |
Wilhelm
Hausenstein erliegt am 3. Juni einem Herzinfarkt und wird
auf dem Friedhof von St. Georg in München-Bogenhausen
begraben. |
|
Aus
seiner Kunstgeschichte für Jedermann (1928) Es ist begreiflich, daß das Zeitalter, so wie es nun war, in seiner tiefen Verwirrung die erste Hilfe beim technischen Verstand erborgte: bei den Physikern, Geometern, Ingenieuren. Malerei und Bildnerei machten sich die Formen der Mechanik zu eigen: Zylinder, Kugel, Kegel, Keil, Pyramide, Kubus, Quader. Neben dem mechanischen Prinzip trat unvermittelt das Gegenteil dieses Prinzips auf - das religiöse, das metaphysische. Ja, es geschah sogar dies: die feindlichen Grundsätze standen nicht bloß nebeneinander, sondern sie wuchsen in der seltsamsten aller Vermischungen sogar durcheinander. Man unterbrach den mechanistischen Aufbau; es blieben offene Seiten; es blieben Wunden; die Zusammenhänge wurden ins Ungewisse gehoben; die Grundlagen des Ganzen wurde problematisch - mehr: mystisch. Mitten aus dem Technischen, mitten aus dem Mechanischen heraus fühlt sie sich plötzlich auf das Übersinnliche angewiesen; mitten in einer mechanistischen Vorstellung fühlt Kunst jählings ihre ewige Abhängigkeit vom ewig Unerklärlichen. Der
alte "Gegenstand" war und blieb aufgegeben; nicht so sehr
absichtlich als schicksalhaft - es ist wichtig, daran immer wieder zu
denken, damit törichte Vorwürfe und Forderungen da schweigen, wo ein
Verhängnis ist. |
|
Und - ist denn nicht auch ohnehin wahr, daß die Dinge gestorben, zerstört, zerschollen, gesprengt sind? Wohl meinen wir, es gäbe noch unversehrte Welt. Ist dies aber nicht ein bloßer Schein? Ein erquickendes Phantom? Hat dieser Krieg und alles was dazu gehört, denn nicht dies ganz Europa in einen Trümmerhaufen, in ein Loch verwandelt? Wenn die positive Religiosität fehlte, wo waren dann noch Möglichkeiten der Kunst? ... Weshalb sich nicht endgültig zum Verzicht auf jeden Gegenstand bekennen? Man kam dahin- Man verkündete die "absolute Form", die "absolute Farbe". Wassili Kandinsky ging in diese Region. Franz Marc und August Macke sind dahin gegangen; Paul Klee ging dahin; sogar der konservative Franzose Henri Matisse ist in den Grenzbezirken dieser Region gewesen. Es sollte nur noch darauf ankommen, Farben und Striche sich selbst bewegen zu lassen: nach Regeln des Verkehrs, die den Farben selbst, gewissermaßen dem Paarungstrieb der Farben, dem Kristallisationsgesetz für Striche, Linien, Umrisse innewohnen. Bewegung der Farben, Rhythmus, Maß, Ausbreitung - alles schien in Gesetzen jener bunten Gesellschaft, die man mit sammelndem Begriff "die Farbe" nennt, vorausbestimmt zu sein: dieser Verlauf des Roten, dieser Einwand des Grünen, dieser Takt des Gelben, dieses Flächenmaß des Blauen, dies Verhältnis zwischen dem Violetten und dem Orange, diese Ordnung der ganzen Palette. Wohlan. Aber wo war schließlich das bewegende Element in allen diesen farbigen und zeichnerischen Gemengen? Man meinte, ohne Gegenstand zu sein. In Wahrheit war nur die Mitte der Wahrnehmung verlegt. Die Sinne waren einwärts gewandert; das Auge lag in der Brust tief innen und war dort auf der Lauer; oder es wanderte im Blut umher und suchte, suchte. |
|
|
Gustl Waldau (eigentlich Gustav Freiherr von Rummel) und seine Gattin gehörten viele Jahrzehnte dem Ensemble des Bayerischen Schauspielhaus an.
Denkmal
am Gustl Waldau Steg (Herzogpark)
|
|
|
1903
Ölporträt von Hugo von Habermann,
Georg
Kolbe : Annette Kolb Foto SZ (bearbeiter Ausschnitt)
1960
Aus der Gedenkrede zur PEN-Jahresversammlung am 19. April 1968 in Kassel " Das Zuverlässigste, was ich über Mademoiselle Kolb zu sagen wüßte, wäre: daß sie eine Persönlichkeit war. Es ist nur schade, daß ich nicht zuverlässig zu sagen weiß, was eine Persönlichkeit ist. (...) Niemand konnte sich der unwiderstehlichen Ausstrahlung erwehren. Keiner der Schriftsteller, auch wenn sie bedeutender waren als sie, und keiner der Staatsmänner, die sie traf. Wenn sie, auf ihren Stock gestützt, der Tür zuschritt, wo sie erwartet wurde, fühlte man sich durchaus an Friedrich den Großen erinnert. (...) Dabei wäre ihr der Vergleich mit Friedrich gar nicht recht gewesen. Denn ihr waren die Preußen von Herzen zuwider. Und man mußte schon ziemlich sympathisch sein, um, etwa als Sachse, nicht zum Preußen ernannt zu werden. Sie war bayrisch wie der Vater und Französin wie die Mutter. Das waren ihre Landesgrenzen und, bis zu einem gewissen Grade, überhaupt die ihr gezogenen Grenzen.# Auf dem Kopf trug sie eine Toque. Und dieses randlose Hütchen trug sie, wenn man sie besuchte und sie sich gerade ausruhte, auch im Bett. Sie trug es, wenn sie nicht allein war, jederzeit, ob sie (...) in der Münchener Händelstraße auf ihrem geliebten Flügel ein bißchen Mozart vorspielte. Mozart in der Händelstraße. Nur ein paar Steinwürfe weit vom alten Bogenhausener Friedhof entfernt, wo sie nun begraben liegt, in der Nähe ihrer alten Freunde: Gustl Waldaus und Wilhelm Hausensteins. ... Ich machte mir [die] These, da sie, soviel ich. August weiß, nicht widerrufen worden ist, wenigstens als Hypothese zu eigen, und nur als solche möchte ich sie [...] verstanden wissen. Ihrzufolge war Annette Kolbs Vater, der Königliche-Bayerische-Gartenbau- dirketor in München, ein Sohn des bayerischen Königs Max II. Joseph. Jeder kennt die nach ihm benannte Maximilianstraße. Jeder kennt das Maximilianeum, also das bayerische Parlament. Und jeder kennt sein Denkmal, das unterm Namen "Max Zwo" als Straßenbahnhaltestelle täglich Tausende von Malen in aller Munde ist. 1848, im Revolutionsjahr, wurde er der Nachfolger Ludwigs I., seines Vaters, der, unter anderem, wegen Lola Montez abdanken mußte. Das 19. Jahrhundert war für die Wittelsbacher ein romantisches, kunstsinniges und gefährliches Jahrhundert. Otto, der jüngere Bruder Maximilians II., wurde König von Griechenland und 1962 gestürzt und vertrieben. Max II. ältester Sohn regierte als Ludwig II., wurde geisteskrank und starb im Starnberger See. Das war 1886. Sein jüngerer Bruder, seit 1972 geisteskrank, wurde, als König Otto I. trotzdem sein Nachfolger, freilich ohne auch nur einen Tag zu regieren, - sein Onkel Luitpold leitete die Regierungsgeschäfte als Prinzregent bis zu Ottos Tod 1913. Ein Überblick in Stichworten kurz und makaber. ... Träfe das zu, dann erklärt sich manches noch einfacher und besser als bisher. Annettes selbstbewußtes Auftreten, ihr bayerischer Patriotismus, ihr antipreußischer Affekt, ihre monarchisch-katholische Dickköpfigkeit und auch die an Devotion und Hofknicks grenzende echte Verehrung im Umkreis des Adels und Hochadels. ... Annettes Reise nach Israel wat ihre letzte vor der allerletzten gewesen. Niemand hatte ihr die gefährlich späte "Fahrt ins Heilige Land" ausreden können. Sie setzte ihren Willen auch diesmal durch. Womöglich hätte sie, ohne jenen Israel-Flug, die letzte kurze Fahrt von der Händelstraße 1 hinüber zur kleinen Bogenhausener Kirche mit dem grünen Zwiebelturm noch ein wenig aufschieben können. Doch ich glaube nicht, daß ihr an einer Fahrplanverspätung gelegen war. Wer hundert Jahre alt wird, der weiß, vermute ich, die letzte Pünktlichkeit zu schätzen.
Joseph
Breitbach (Urnengrab U4) schrieb das Nachwort "Die
Schaukel". Annette
Kolbs Romane "vom Erstling 'das Exemplar' (1913) über 'Daphne
Herbst' (1928) bis zu 'Die Schaukel' (1934) - leben von der Erinnerung an
das München des Fin des Siècle und frühen 20. Jahrhunderts, sind
Nachrufe auf das Lebensgefühl einer Epoche, die im Ersten Weltkrieg
unterging". (Lothar Müller in der SZ
26./27. April 2008)
|
|
Zeichnung von Hans Wimmer - - Annette Kolb am Klavier - 1967, ihrem Todesjahr Annette Kolb wohnte in der Händelstraße 1 im Nordosten des Bogenhausener Friedhofs. Die Inschrift am Haus lautet: "In diesem Haus wohnte von 1961 bis 1967 die Schriftstellerin Annette Kolb" Die
Grabstätten von Hans Wimmer
und Annette Kolb befinden sich auf dem Bogenhausener Friedhof in der
östlichen Reihe.
|
|
|
Foto: Michael Doster (Ausschnitt) geb.
3. 5 1930 in Weimar
Neben Theaterstücken und vielen Filmen, wie Trotta, Die Wahrheit über Rosemarie, Hula-Hopp Conny, Der lachende Vagabund, stattete Wunderlich auch Fernsehspiele und Serien, wie Laura, Das Erbe der Guldenburgs, die Shows der Tänzerin und Sängerin Margot Werner mit seinen eleganten Kreationen aus. Mit viel Freude arbeitete er 1975 an der Meisterschule für Mode als Gastdozent um mit den Studierenden eine Kollektion zu gestalten. Die jungen Auszubildenden waren von ihrem Lehrer begeistert, der es klug verstand, ihnen mit Phantasie und Realitätssinn seine Ideen zu vermitteln. Durch
die Ausstattung der Fernsehserien war es ihm in den schwierigen achtziger
Jahren möglich, als so mancher Salon schließen musste, sein Geschäft zu
retten. Sein Atelier blieb ein beliebter Treffpunkt. Seine
letzte Präsentation der Saison 1990/91 war ein grandioser Erfolg.
Eleganz und Originalität waren die herausragenden Merkmale von
Wunderlichs Damenmode und vielen galt er vier Jahrzehnte lang als der Größte
unter den deutschen Couturiers. Der große Modeschöpfer starb im Februar
1991 im Alter von nur 60 Jahren an einem Herzversagen.
Filme: Hallo Fräulein! (1949) Ehekarusell (1951) Der lachende Vagabund (1958) Der Raub der Gloria Nylon (1959) Hula-Hopp, Conny (1959) Das indische Grabmal (1959) Der Tiger von Eschnapur (1959) Ein Mann geht durch die Wand (1959) Ich suche einen Mann (1966) Ohrfeigen (1970) Trotta (1971 Fernsehen: Es geschah in Paris (1960) Ein Berliner in Hamburg (1961)Laura (1962) Margot bis Montag (1977) Das Erbe der Guldenburgs (1987-1990) Ausstellungen: Münchner
Stadtmuseumvom 10.6. bis 11.9.1994 Münchner
Stadtmuseumvom 22.1. bis 16.5.2010 Bücher: „Werner Wunderlich - Eine fotografische Hommage“ von Michael Doster Michael Doster - „REFLECTIONS“Galerie Cado Verlag „Prominenz in Bogenhausen“Villen und ihre berühmten Bewohner von
Dorle GriblVolk Verlag Quelle: Text und Foto des Grabes von Fritz Warz Fritz Warz absolvierte von 1958 bis 1961 eine Schneiderlehre bei Werner Wunderlich.
|
|
Ernst-Franz-Sedgwick
Eynon
Marjorie geb. Piera
Egon
|
Im
Jahre 1889 begann Edgar Hanfstaengl die "Villa Hanfstaengl" in
der Liebigstraße/Ecke Widenmayerstraße zu bauen, die um die
Jahrhundertwende bekannter und beliebter Treffpunkt der Münchner Gesellschaft war.
Mehr
über den Kunstverlag von
Im
Herzogpark Mauerkircherstraße 12 wohnte Erna Hanfstaengl. "Kurzerhand veranlaßte ich also meine Schwester, in ihrer Wohnung in der Mauerkircherstraße ein kleines Essen zu geben, zu dem wir, außer Schachtleiter und Hitler, auch Helene Raff [sie war die Geliebte von Henrik Ibsen, Adolf Hildebrand und Paul Heyse] und Professor Karl Alexander von Müller baten." Karl Alexander von Müller: Im Wandel der Welt, zitiert nach Rudolf Reiser Alte Häuser - Große Namen S. 268)
|
|
Ernst
Franz Sedgwick In der SZ vom 28./29.4.07 schreibt Christoph Schwennicke über "Putzis Aufstieg und Niedergang" . Er berichtet über die Episode eines Beinahetreffens zwischen Churchill und Hitler und charakterisiert Putzi Hanfstaengl. "Hanfstaengl war eine schillernde Figur. Schon zu Zeiten des Münchner Putschversuchs 1923 geriet er in die unmittelbare Nähe Hitlers; er hielt den kleinen Mann für rhetorisch äußerst begabt. Bei Hanfstaengl im Hause fand Hitler auf seiner Flucht ... Zuflucht ... [hier mehr . . .]. Putzi war fortan ein Privater Alleinunterhalter Hitlers, der ihn immer wieder zum Klavierspiel ermunterte, weil es wiederum ihn ermunterte. ... Hanfstaengl Hüne von Statur und Spross einer Münchner Kunstverleger-Familie, war ein weltläufiger Mann, parkettsicher, gefallsüchtig, eitel, belesen, offenbar auch charmant und mit Schlag bei den Frauen. Er stilisierte sich später als nazikritisch, und war doch einer der glühendsten Hitler-Verehrer in dessen frühen Jahren. ... Hanfstaengl
... hat irgendwann vor Ausbruch des Krieges eine innere Distanz zu dem
Mann aufgebaut, den er nicht aufhörte, Herrn Hitler zu nennen, als alle
nur noch vom Führer sprachen. bei Kriegsausbruch 1939 lebte er nach
einer Flucht über die Schweiz in London und diente von 1942 an seinem
Freund Roosevelt, den er aus seinen Studienzeiten in Harvard kannte -
erst im Pentagon, dann im Weißen Haus, spezialisierte er sich auf die
psychologische Kriegsführung gegen Hitler-Deutschland." |
|
|
Literatur
|
|
|
|
30 Zentimeter weiter rechts
|
||||
|
|
|
|
|
Sein Lächeln an der Münchner Freiheit
geb. 15.11.1926 in München -
Neuhausen
Sich selbst bezeichnete er als
"Gassenkind aus der Donnersberger Straße, renitent, anarchisch und
schulfaul". An seine Schulzeit erinnerte er sich mit Grauen und erzählte
stirnrunzelnd:
Ihren Monaco
Franze, den Stenzen aus dem "Glasscherbenviertel", haben Helmut
Dietl und Patrick Süskind dem Helmut Fischer auf den Leib maßgeschneidert.
Und dabei auch genau erklärt, was ein Stenz ist. Denn ein Stenz soll eben
kein "Strizzi" sein, ein Stenz ist permanent aktiv. Genauer
gesagt ständig mit sich selbst und seiner Wirkung auf andere, vor allem
natürlich auf das andere Geschlecht, befasst. „Geh, Spatzl“ "A
bißl was geht immer." SZ: Wenn sie an der Münchner Freiheit vorbeigehen - blinzeln Sie da manchmal rüber zur Bronzebüste?
Da sitz' ich ja sehr oft mit
Freunden, und da seh ich die Skulptur von meinem Mann natürlich. Das ist
auch sehr vertraut, weil er dort ja wirklich sehr oft saß. Das war unser
Stammplatz. Quelle:
Willibald Georg Eser - Helmut Fischer - S.
55
Aufgenommen
am 8.10.2008 im Standl am Englischen Garten Oase der letzten Bleibe Am
11. Juli 1997 fand die Urnenbestattung auf dem Bogenhausener Friedhof
statt. "Eine von Weinranken umklammerte alte Friedhofsmauer
. . . läßt seine Besucher durch ein schmiedeisernes Tor in die Oase der
letzten Bleibe eintreten. Nur ein kleine Häufchen engster Angehöriger
und Freunde gab Fischer das letzte Geleit."
Quelle: Willibald Georg Eser - Helmut Fischer - S. 79 - S. 144/145 |
||||
|
Der
Helmut-Fischer-Platz an der Ecke Herzog-, Ranke- und Fallmerayerstraße |
|||||
|
|
|
|
|
Das
neu restaurierte Grab
Gleich nach der deutschen Kapitulation zog es ihn nach München, das sich als Treffpunkt der Intelligenz im südwestdeutschen Raum entpuppte. Hier trafen sich Schauspieler, Chansoniers und Autoren, um noch 1945 das Kabarett “Die Schaubude” zu eröffnen – und Erich Kästner war dabei. In München etablierte die amerikanische Militärregierung auch “Die neue Zeitung”, mit der die jahrelang gleichgeschalteten Deutschen wieder an Politik und Kultur herangeführt werden sollten. Kästner war als Leiter des Feuilletons beteiligt.
|
|
|
Schauspieler und Regisseur Von 1952 bis zu seinem frühen Tod 1968 leitete er die Otto-Falckenberg-Schule Elisabeth Wicki-Endriss lernte1977 den Schauspieler, Fotografen und Regisseur Bernhard Wicki kennen und trat unter anderem in seinen Filmen Sansibar oder der letzte Grund und Das Spinnennetz auf. 1995 heiratete sie Wicki. Sie erzählt im Alpha-Forum des BR , dass sie in der Otto Falkenberg Schule die Prüfung abgelegt hatte. "Der Leiter damals war merkwürdigerweise Gerd Brüdern, ein Freund von Bernhard, wie ich viele, viele Jahre später erfahren habe. " |
|
|
1908 wurde Professor Karl Rothmüller der Titel Königlich-Bayerischer Hofgoldschmied verliehen, es wurden Juweliergeschäfte in der Müllerstraße, einer Filiale im Regina-Palast-Hotel und später in der Perusastraße gegründet. Seit 1920 ist die Familie auch in der Danner'schen Kunstgewerbe-Stiftung, welche auf Anregung von Professor Rothmüller gegründet wurde, tätig. Golschmiedemeister und Gemmologe Karl Rothmüller leitet heute das 1973 von seinem Vater übernommene Juweliergeschäft P. Rath in der Theatinerstraße.
1902 wurden in München die "Lehr- und Versuchs-Ateliers für freie und angewandte Kunst“ von Hermann Obrist und Wilhelm v. Debschitz gegründet. Hier bildete sich ein Stil heraus, der das Organische des Jugendstil in eine abstraktere Ornamentik hinein entwickelte. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand die "Akademie der Bildenden Künste“, die seither zu einem der international renommiertesten Lehrstühle für Schmuckgestalter wurde. Der erste Lehrer Franz Rickert (1946 – 1972), war ein sehr handwerklich orientierter Lehrer. Ihm folgte sein Schüler Hermann Jünger (1972-1990). Er führte den Schmuckbegriff näher an die Kunst heran und prägte damit eine ganze Generation von Schmuckdesignern. Seit 1991 steht der Fakultät Otto Künzli, der seinerseits ein Schüler von Hermann Jünger ist, vor. .... Die Gründe für die Vielfalt der Münchner Schmuckszene sind vielfältig. Institutionen wie der Bayerische Kunstgewerbeverein stehen für die 150jährige gezielte Förderung des Kunsthandwerks. Die Akademie als international angesehene Lehranstalt bildet einen Anziehungspunkt für herausragende Talente. Die jährliche Handwerksmesse bietet den Schmuckschaffenden ein Fenster zur Welt. Zusätzlich verleiht die Stadt attraktive Förderpreise. Eine besonders wertvolle Einrichtung ist die renommierte Danner-Stiftung. Die Stiftung der Witwe Terese Danner im Andenken an ihren Mann Benno konzentriert sich auf die Förderung des Goldschmiedehandwerks. Sie vergibt alle vier Jahre einen Preis, unterstützt Schulen, gewährt Schmuckschaffenden Darlehen und besitzt eine umfangreiche Schmucksammlung, die in Kürze in die Neue Sammlung der Pinakothek der Moderne eingehen wird. " Quelle:
Susan
Sagherian - Schmuckszene
München |
|
|
|
|
HERMANN SCHWARZ
|
|
||||
|
STRAUSS
- STUHLER
|
|
||||
|
|
|
||||
![]() |
|
|
Autor: Michael Skasa - Kalenderblatt des Bayerischen Rundfunks Dass der olle Goethe beim Labern echt gut drauf war, wenn er Girlies anbaggerte, teilt uns Karl Hoche in seinem "Info-Paper" über den dahingegangenen Geheimrat mit. "Goethe", lesen wir da, "war in Wirklichkeit ein enorm kaputter Typ, der alle Mühe hatte, einigermaßen auf dem Damm zu bleiben. Mit seinem ganz schön happigen Weinkonsum war er übrigens echt drogenabhängig. Seine große Gabe: er hatte oft ein wahnsinnig gutes feeling." Soweit dieser Auszug aus Hoches Goethe-Info. Sie hat bei ihrem Erscheinen in einer Zeitung vor 25 Jahren Zorn erregt: so unverschämt und platt dürfe man mit unserem Dichter nicht umgehen, eine Frechheit sei diese Rotzbengelei. Dabei hatte Hoche mit seiner knapp zwei Seiten lagen Kurzbiographie genau denen eins überbraten wollen, die mit solchem Jargon jede Tiefe an die Oberfläche zerren, um sie dort dann zum Geschwätz einzuebnen. Einer der ärgsten Umwerter, denen alles, worüber sie reden, zum Geplapper wird, war Joachim Fernau. Zug um Zug, Jahr für Jahr nahm er sich ein Stück Historie vor, ein Land, eine Nation, einen Schluck Kulturgeschichte (möglichst deren pikante Ecken), las darüber drei, vier Bücher, schaute in ein, zwei Lexika und ließ das derart Überflogene nun wieder aus seinem Mundwerk aufs Papier fließen, wo's zu Büchern anschwoll - und diese Bücher wurden Bestseller, eins ums andre: "Rosen für Apoll" (über das alte Griechenland), "Disteln für Hagen" (über die treuen und mutigen Deutschen), "Cäsar lässt grüßen" (natürlich über die Römer), "Halleluja. Die Geschichte der USA" - und so weiter in zwanzig, dreißig Büchern. Bestseller alle. Fernaus Kniff: nicht lang denken, nicht viel wissen, lieber drauflos reden und schreiben. Spontan, direkt, im Boulevardton. Einfach so dahergesprochen, plapperte es ihm in die Maschine, mit Witzen, kessen Lippen, Kalauern durchsetzt; wichtigster Trick: anachronistisch quatschen. Ob Römer, Hunnen, Amerikaner - alles war sprachlich der gleiche Ramsch, die Atmosphäre des Erzählens war stets das Vereinsfest irgendwo in der Lüneburger Heide: Und jetzt bringt unser Conferencier Joachim Fernau, gut gelaunt wie immer, ein neues Kapitel Weltgeschichte zu Gehör. Freuen Sie sich mit uns auf den Humoristen des heutigen Abends. Und
der flotte Jochen weiß etwa dies von der Reise unserer Nibelungen in
Etzels Lande zu berichten - wo sie erst mal über die Donau müssen: Und
das ist nun der eigentliche Ärger; denn Fernau vermittelt nicht, er
vermanscht und verramscht, ist statt leicht leichtfertig und dreht alle
Fakten und Fabeln durch den Wolf seiner Schnodderei - so wird aus jeder
Sphäre und jeder möglichen Atmosphäre immer nur der witzelnde Aufguss
eines Conferenciers. Seltsam
entlarvend ist Joachim Fernaus Bekenntnis: "Meine Anschauung von der
Welt ist, dass es keinen Unterschied gibt zwischen der Kreatur, die
quatscht, und Tieren und Pflanzen." |
|
|
Der einzige Halt, der dem schwerkranken, oft hoffnungslos verzweifelten Carl Wery geblieben war, war seine geliebte Frau Erna. Der Schauspieler Carl Wery starb am 14. März 1975 an einer Lungen- und Rippenfellentzündung in einem Münchener Krankenhaus.
|
|
BOGENHAUSENER
FRIEDHOF |
|