Bogenhauser
Friedhof 
St. Georg 

 

Friedhofsplan  
Ostteil

Grabmal von Hans Wimmer

       Zum Friedhofsplan - Westteil            Zur Übersichtsseite         Eine Seite von Theodor Frey

Die Seiten werden zur Zeit überarbeitet. Ich bitte dafür um Ihr Verständnis. 
Für Hinweise, Berichtigungen,  Anregungen bin ich sehr dankbar.
    

   KONTAKT  


       PLAN DES OSTTEILS
    Osten

       Süden

Eingang

170

178

179

186

191

198

169

Hanfstaengl
v. Sedgwick
(Bild)

Menshausen

Kästner
Enderle

(Bild)

Feiler

Rothmüller

Hemmerle

    

Wery

168

Wunderlich

Weg

Weg

167

Jungel

Gebhardt
Endrös

171

Stengel
Poehlmann

180

192

Meyer

166

Kolb Wittmann 172 Grohaußer 181 193

Fernau

165

Waldau
Hagen
Gruber 173 Haßlauer 182

Horvath

187

194

Strauß
Stuhler

Weg

Lutz
Ritter

174

Herburger

183

Hegenberger

188

164 Hausenstein Wittmann
Steub
175 Boeck 184

Schwarz
Mikus
Schmidt

189 195

Vorstoffel
Hinkofer

163 Kreindl

162

Lietzau

Fischer

176

Brüdern

185

Schwarz

190

196

v. Wallis

Diepold 177 197

Ziegler
v. der Heyde

161

Roeckl

Weg

160

Scherer

159

Amberger
Glas
Gleissner

158

Seidenberger
Neumaier

157

Ziersch

Weg

KIRCHE

156

Theissing
(Bild)

155

Proebst

154

Rößler

Mertz von Quirnheim

K12

153

von Schall -
Riaucour

152

Wimmer

Schreiber

137

Sepp

125

Kreuser

138

Hendriok

126

Bechtolsheim

124

151

Gröschler
Mühlbauer

Spindler

139

Hermann
Vogel

136

Forell

123

150

Leibrecht

149

Schmid

Carl

140

Schreiber

127

148
a

Brunnmeier
Bild

Greve
Haid

141

Lill

135

Hendel Ackermann Soldner

122

148

Bayer

Mühlpoltner
Krug
Müller

142

Rathgeber
Zehner

121

147

Bühler

Röhl

143

Ott

134

Sachtleben

128

Kronenberg

120

146

Liebig

Liegl

133

Müller

129

145

Preetorius

Ernstberger

130

(neu)Berger (früher)Reitmeyr

119
144

Bader
Incrisch

Kiendl
Biester
Graff
Proksch

132 Muffler 131

Weg

(Urnengräber)
I

(Urnengräber)
II

 


U
RNENGRÄBER   I                                             NORDÖSTLICHE ECKE

U1 U4 U7 U10 U13 U16 U19

Lohse

Eissfeldt

Peter
Markgraf

Lützkendorf

Karpf

Lefevre

Mürringer

U2 U5 U8 U11 U14 U17 U20

Breitbach
(Bild)

Karl
(Bild)

Goedecke

Schmidt-Pollex

Hartmann

Ueblacker

U3 U6 U9 U12 U15 U18 U21

Gerdts

Erb

Wagner

früher:Valenci

Windisch

Schlüssl

Schmidinger

Hauffe


Urnengräber II

U22 U25 U28

+

Wilkens

Wagner

U23 U26 U29

Kenezy

Gehauf
Kiesel

Knorr

U24 U27 U30

Schwarz

Orlamünder

Hielscher

 


  HANS WIMMER
  



 
(1907  - 1992 )

 
Grab Nr. 152



   Eintrag bei Wikipedia

  

 

Hier mehr über Hans Wimmer auf meinen Seiten

 


Inschrift am Kreuz von Hans Wimmer

Inquietum est cor nostrum, donec requiescat in te

Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in Dir

Augustinus, confessiones, I, 1

 

 

 

 

ZUM SEITENANFANG

 


 
WILHELM HAUSENSTEIN
  



 
(1882  - 1957 )

 
Grab Nr. 164   



   Eintrag bei Wikipedia

Mehr über Hausenstein 
auf meinen Seiten:

  RENAISSANCE 

  ROKOKO

  BAROCK


Aus seinen Tagebuchaufzeichnungen: 

"Ein Grab auf dem kleinen Friedhof in Bogenhausen ist uns zugesagt. Das wäre ein gutes Ende, was das Äußere angeht . . . Der Gedanke, dass wir ein Grab erworben haben, erfüllt uns mit einer Art beständiger Heiterkeit. Aber freilich: alles wird anders sein, sobald das Grab sich erst öffnet . . . "

Quelle. 
Michaela März-Lehmann in "Der Friedhof von St. Georg" - Pfarrei Heilig Blut

 

 Foto

Wilhelm Hausenstein war ein universal gebildeter Mensch, der als Reiseschriftsteller, Kunstschriftsteller, -kritiker, -historiker und -soziologe zugleich Maßstäbe setzte, die unverändert gültig sind.  

Er wurde in Hornberg geboren, besuchte in Karlsruhe das Gymnasium und in Heidelberg die Universität und vertrat wie kaum ein anderer das, was im besten Sinne badisch ist - ohne provinzielle Enge, aber mit Scharfsicht und dem Scharfsinn dessen, der die Welt kannte und in der Fremde begriff, was die Heimat bedeutet. 
Er war, gerade als Badener, ein Brückenbauer zum Nachbarn: als Literat und als Diplomat hat er, und zwar unter großen Schwierigkeiten, nach 1945 die Partnerschaft mit Frankreich neu begründet. Und dies konnte nur gelingen, weil er schließlich auch ein vorbildlicher Mensch war, der seiner Überzeugung treu blieb, auch als es ihn, in finsteren Zeiten, fast das Leben kostete.


Lebte in München in der
Viktor-Scheffel-Straße 18

Nach Wilhelm Hausenstein wurden benannt: 

1965
ein Promenadenweg in den Maximiliansanlagen in München

1972

das Neusprachliche Gymnasium an der Elektrastraße in München, Neu-Bogenhausen

1982

die Grund- und Hauptschule in Hornberg

1982

eine Allee in Karlsruhe (ehem. Knielinger Allee)

1990

das Gymnasium in Durmersheim

 

 

Aus seiner Kunstgeschichte für Jedermann (1928)

Es ist begreiflich, daß das Zeitalter, so wie es nun war, in seiner tiefen Verwirrung die erste Hilfe beim technischen Verstand erborgte: bei den Physikern, Geometern, Ingenieuren.

Malerei und Bildnerei machten sich die Formen der Mechanik zu eigen: Zylinder, Kugel, Kegel, Keil, Pyramide, Kubus, Quader.

Neben dem mechanischen Prinzip trat unvermittelt das Gegenteil dieses Prinzips auf - das religiöse, das metaphysische. Ja, es geschah sogar dies: die feindlichen Grundsätze standen nicht bloß nebeneinander, sondern sie wuchsen in der seltsamsten aller Vermischungen sogar durcheinander.

Man unterbrach den mechanistischen Aufbau; es blieben offene Seiten; es blieben Wunden; die Zusammenhänge wurden ins Ungewisse gehoben; die Grundlagen des Ganzen wurde problematisch - mehr: mystisch.

Mitten aus dem Technischen, mitten aus dem Mechanischen heraus fühlt sie sich plötzlich auf das Übersinnliche angewiesen; mitten in einer mechanistischen Vorstellung fühlt Kunst jählings ihre ewige Abhängigkeit vom ewig Unerklärlichen.

Der alte "Gegenstand" war und blieb aufgegeben; nicht so sehr absichtlich als schicksalhaft - es ist wichtig, daran immer wieder zu denken, damit törichte Vorwürfe und Forderungen da schweigen, wo ein Verhängnis ist.

Man wußte nicht genau, worin das Metaphysische bestand; man war ohne eindeutige Religiosität; aber man rettete die Ahnung, daß, wie das Leben, so die Kunst die wichtigsten Verknüpfungen im Jenseits habe. Man versehrte die natürliche Gestalt der Dinge um anzudeuten, daß der Bestand der Dinge nicht im Sinnlichen, sondern im übersinnlichen verankert sei.

Und - ist denn nicht auch ohnehin wahr, daß die Dinge gestorben, zerstört, zerschollen, gesprengt sind? Wohl meinen wir, es gäbe noch unversehrte Welt. Ist dies aber nicht ein bloßer Schein? Ein erquickendes Phantom? Hat dieser Krieg und alles was dazu gehört, denn nicht dies ganz Europa in einen Trümmerhaufen, in ein Loch verwandelt?

Wenn die positive Religiosität fehlte, wo waren dann noch Möglichkeiten der Kunst? ... Weshalb sich nicht endgültig zum Verzicht auf jeden Gegenstand bekennen? Man kam dahin- Man verkündete die "absolute Form", die "absolute Farbe". Wassili Kandinsky ging in diese Region. Franz Marc und August Macke sind dahin gegangen; Paul Klee ging dahin; sogar der konservative Franzose Henri Matisse ist in den Grenzbezirken dieser Region gewesen. Es sollte nur noch darauf ankommen, Farben und Striche sich selbst bewegen zu lassen: nach Regeln des Verkehrs, die den Farben selbst, gewissermaßen dem Paarungstrieb der Farben, dem Kristallisationsgesetz für Striche, Linien, Umrisse innewohnen. Bewegung der Farben, Rhythmus, Maß, Ausbreitung - alles schien in Gesetzen jener bunten Gesellschaft, die man mit sammelndem Begriff "die Farbe" nennt, vorausbestimmt zu sein: dieser Verlauf des Roten, dieser Einwand des Grünen, dieser Takt des Gelben, dieses Flächenmaß des Blauen, dies Verhältnis zwischen dem Violetten und dem Orange, diese Ordnung der ganzen Palette.

Wohlan. Aber wo war schließlich das bewegende Element in allen diesen farbigen und zeichnerischen Gemengen?
Man meinte, ohne Gegenstand zu sein. In Wahrheit war nur die Mitte der Wahrnehmung verlegt. Die Sinne waren einwärts gewandert; das Auge lag in der Brust tiefinnen und war dort auf der Lauer; oder es wanderte im Blut umher und suchte, suchte.

 

 

ZUM SEITENANFANG

1882

Wilhelm Hausenstein wird am 17. Juni 1882 in Hornberg im badischen Schwarzwald geboren; sein Vater ist großherzoglicher Finanzbeamter, seine Mutter die Tochter des "Bärenwirts" in Hornberg.

1891-1900

Humanistisches Gymnasium in Karlsruhe

1900-1905

Studium an den Universitäten Heidelberg, Tübingen, München:  Philosophie, klassische Philologie, mittlere und neuere Geschichte, Nationalökonomie. 
Promotion ("summa cum laude").

1906

Paris:  Vorleser der im Exil lebenden Königin Marie-Sophie von Neapel-Sizilien, Schwester der Kaiserin Elisabeth von Österreich.

1907

Eintritt in die Sozialdemokratische Partei; intensive Mitarbeit in den Arbeiter-Lehrkursen und an den "Sozialistischen Monatsheften". Hierdurch wird die geplante Habilitation unmöglich gemacht. 
Freier Schriftsteller. Nachträglich Beginn des Studiums der Kunstgeschichte.

1908

Ausgedehnte Reisen nach Frankreich, Belgien, Österreich, Italien, Holland, später auch Dänemark, Griechenland und Kleinasien.

1910

Erstes Buch: "Der Bauern-Bruegel" (erste deutsche Monographie über den Maler). 
Dann: "Rokoko. Französische und deutsche Illustratoren des 18. Jahrhunderts"; 
"Der nackte Mensch in der Kunst aller Zeiten und Völker", etc.

1915

Erste Begegnung mit Rainer Maria Rilke.

1916-1917

Mitglied der Pressesektion der Politischen Abteilung beim deutschen Generalgouverneur in Brüssel. 
Redakteur des "Belfried", Brüssel;  Beginn der Mitarbeit bei der "Frankfurter Zeitung". 
Hausenstein lernt in Brüssel seine spätere Frau, Margot Lipper, kennen. 
Intensive Studien zum Barock.

1918

Publizistische Tätigkeit:  "Frankfurter Zeitung",  "Münchner Neueste Nachrichten";  
Mitherausgeber des "Neuen Merkur".

1919

Austritt aus der Sozialdemokratischen Partei, weil sie ihm in einem gefährlichen Kompromiß mit der Rechten zu stehen schien. 
Heirat mit Margot Lipper, München;  Trauzeugen: Rainer Maria Rilke und Emil Preetorius. 
Bücher über den Isenheimer Altar, den Expressionismus in der Malerei und Paul Klee.

1922

Geburt des einzigen Kindes; nach Rainer Maria Rilke auf den Namen Renée-Marie getauft.

1923

Lunacarskij veröffentlicht in Moskau eine große Abhandlung über Hausensteins Arbeit, insbesondere seine Soziologie der Kunst.

1926

In der Sowjet-Enzyklopädie erscheint von Hausenstein ein großer Beitrag über das Barock. 
Hauptwerke:  "Kunstgeschichte",  "Rembrandt";  es folgen Monographien über Giotto, Fra Angelico, Carpaccio, etc.

1933

Auf Weisung der Müchner Staatspolizei fristlose Entlassung aus der Redaktion der "Münchner Neuesten Nachrichten".

1934-1943

Schriftleiter "Literaturblatt" und "Die Frau" der "Frankfurter Zeitung".

1936

Verbot, Bücher zu veröffentlichen. Einstampfung der "Kunstgeschichte", weil Hausenstein sich weigert, jüdische Künstler zu streichen und die Moderne im Sinne der Ausstellung "Entartete Kunst" zu verwerfen;  in dieser Ausstellung wird er als "entarteter Künstler" angeprangert.

1940

Übertritt vom Protestantismus zum Katholizismus.

1942

Emigration der Tochter nach Brasilien.

1943

Fristlose Entlassung aus der "Frankfurter Zeitung" wegen seiner jüdischen Ehefrau. Verbot jeglicher publizistischen Tätigkeit.

1944-1945

Vollzug der Deportation auf Weisung der Geheimen Staatspolizei unterbleibt in letzter Stunde aufgrund der voranschreitenden Auflösung. 
Arbeit an "Lux Perpetua" (Autobiographie), an Übersetzungen französischer Gedichte des 19. Jahrhunderts und anderen Büchern, die dann nach 1947 in dichter Folge erscheinen.

1945

Mitbegründer der "Süddeutschen Zeitung";  Mitarbeiter der "Badischen Zeitung", der "Neuen Zeitung", der Zeitschriften "Hochland", "Wandlung" und "Gegenwart".

1948

Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste;  1950 deren Präsident. 
Präsident der (deutsch-französischen) Schickele-Gesellschaft.

1949

Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz;  Ehrenmitglied der Academia Goetheana in Sao Paulo, Brasilien. 
Hebel-Preis des Badischen Staates.

1950

Mitglied der Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt;  Mitglied des PEN-Club.

Juli 1950

Konrad Adenauer beruft Hausenstein als Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland nach Paris.

1951

Chargé d'Affaires der Bundesrepublik Deutschland in Paris.

1952

Verleihung des Großen Verdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland mit Stern und Schulterband.

1953

Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Paris (ad personam).

1954

Literaturpreis der Stadt München.

1955

Grand Officier de la Légion d'Honneur als erster Deutscher in diesem Jahrhundert. 
Verleihung des Professortitels durch das Land Baden-Württemberg.

Mai 1955

Wilhelm und Margot Hausenstein kehren von Paris nach München und Tutzing zurück. 
Hausenstein arbeitet wieder als freier Schriftsteller; sein Werk umfaßt inzwischen etwa 80 Bücher und unzählige Beiträge für Zeitungen, Zeitschriften und Rundfunk.

1957

Wilhelm Hausenstein erliegt am 3. Juni einem Herzinfarkt und wird auf dem Friedhof von St. Georg in München-Bogenhausen begraben.

 

ZUM SEITENANFANG

 

 

 

 

CARL WERY

7.8.1897 - 14.3.1975

Er hieß eigentlich Wery de Lemans und wurde am 7. August 1897 in Trostberg (Chiemgau) geboren. Nach dem Abitur wollte er Maler werden. Aber er sah bald ein, daß er für diesen Beruf nicht genügend begabt war. So wurde er Kaufmann. Nach fünfzehn Jahren hatte er sich bis zum Direktor einer Holzfabrik hinaufgearbeitet. Eines Tages gab er seine gutbezahlte Stellung auf. Er kehrte von einer Dienstreise nicht zurück und stellte sich kurz darauf zum erstenmal einem Theaterpublikum vor: als "Faust" in Bielefeld. Über Münster kam er 1932 ans Berliner Schiller- und Renaissance-Theater. Von dort holte ihn Otto Falckenberg an die Münchener Kammerspiele, denen er von 1934 bis 1948 angehörte. Er spielte in klassischen und modernen Stücken und er spielte alle Rollen, die ihm geeignet erschienen: vom "Jago" im "Othello" bis zum "Nikolaus" im Weihnachtsmärchen für Kinder. Zuletzt trat er 1963 im Münchener Staatsschauspiel als "König Lear" auf.

Auch im Film hatte sich der Schauspieler mit der urwüchsigen Gestalt einen Namen gemacht. Er begann als Darsteller beim Film in "Keinen Tag ohne Dich" (1933), agierte in den Streifen "Königswalzer" (1935), "Wasser für Canitoga" (1939, mit Hans Albers), "Kleine Residenz" (1942) und "Via mala" (1945). Nach dem Zusammenbruch setzte er seine Filmkarriere fort, drehte "Die seltsame Geschichte des Brandner Kaspar", "Die große Versuchung", "Heidi", "Ein Herz spielt falsch", "Ave Maria", "Konsul Strotthoff", "Es geschah am 20. Juli", " Der Meineidbauer", "Der Bauerndoktor von Bayrischzell", "Die grünen Teufel von Monte Cassino", "Arzt aus Leidenschaft" und "Kriegsgericht", um nur einige Leinwandrollen zu nennen. Unvergeßlich bleibt seine Darstellung des verbitterten alten Menschenfeindes "Grummel", dem durch eine Schar von Kindern eine menschlich gütige Wandlung widerfährt, in dem von Erich Waschnek inszenierten Streifen "Hab’ Sonne im Herzen" (1952, mit Liselotte Pulver). Das Drehbuch schrieb nach dem Tod von Walter Lieck die Gattin des Schauspielers, Erna Fentsch, zu Ende.

Erna Fentsch schrieb die Drehbücher zu vielen seiner Filme, so auch für "Am Galgen hängt die Liebe", gedreht nach dem Bühnenstück "Philemon und Baucis" von Leopold Ahlsen, das in den griechischen Bergen von 1944, als deutsche Soldaten und Partisanen sich einen erbitterten Kleinkrieg lieferten, spielte. Die schwierige Rolle des alten "Nikolaos" verkörperte er bereits 1956 meisterhaft bei der Uraufführung des Schauspiels in den Kammerspielen in München. Wie im Film war damals Annie Rosar seine Partnerin.

Der einzige Halt, der dem schwerkranken, oft hoffnungslos verzweifelten Carl Wery geblieben war, war seine geliebte Frau Erna. Der Schauspieler Carl Wery starb am 14. März 1975 an einer Lungen- und Rippenfellentzündung in einem Münchener Krankenhaus und wurde auf dem Friedhof Bogenhausen beerdigt.

 

 

 

1939

In Geiselgasteig entsteht eine Westernstadt, in deren Dekoration zwei Filme entstehen: WASSER FÜR CANITOGA mit Hans Albers, Beppo Brem und Carl Wery unter der Regie von Herbert Selpin, und GOLD IN NEW FRISCO mit Hans Söhnker, Gustav Waldau, Alexander Golling, Otto Wernicke und Paul Verhoeven.

Dokumentations-Spielfilm

D

1955

FSK: 12

73 Min.

Regie:

Georg Wilhelm Pabst

Darsteller:

Bernhard Wicki, Karl Ludwig Diehl, Erik Frey, Carl Wery,
Kurt Meisel, Siegfried Lowitz

Originaltitel:

Es geschah am 20. Juli


Inhalt:

Was geschah wirklich am 20. Juli 1944? Der Dokumentarspielfilm von G.W. Pabst ist einer der wichtigsten Filme im jungen Nachkriegsdeutschland. Er versucht die Hintergründe des misslungenen Hitler-Attentats vom 20. Juli 1944 aufzudecken. Im Mittelpunkt steht Graf von Stauffenberg, der als Anhänger einer Widerstandsbewegung versucht, Hitler zu ermorden, um wieder Recht und Ordnung in Deutschland herzustellen. Bereits im Jahr der Veröffentlichung geriet der Film in die Kritik, die historischen Ereignisse nicht wahrheitsgemäß wiederzugeben. Aufgrund des heutigen Wissenstandes ist der Film aber weniger als historisches Zeitdokument zu verstehen, als vielmehr ein kontrovers diskutierbares atmosphärisches Spiegelbild der 50er Jahre.

 

 

Rothmüller

Von Mitte des 19. Jahrhunderts an erhielt das Kunsthandwerk eine enorme Aufwertung. Maximilian ll. und später sein Sohn Ludwig ll. förderten das Handwerk und vor allem das traditionelle Kunsthandwerk. .. Gegen Ende des ausgehenden 19. Jahrhundert zeichneten sich zwei Tendenzen in Münchens Schmucklandschaft ab. 1897 wurden die " Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk“ gegründet, deren Mitglieder sich einer "material- und stilgemässen Sachlichkeit“ verschrieben. Diese Sachlichkeit kann als eigentliche Gegenbewegung zum Jugendstil verstanden werden und lehnte auch die Vorbilder der Pariser Juweliere ab. Der daraus sich entwickelnde Stil wurde typisch für München und war vermutlich auch der Anfang einer noch immer herrschenden Tendenz zur Schlichtheit und Zurückhaltung im Schmuckdesign in München. Diese Stilrichtung wurde vor allem von Kunsthandwerkern verfolgt. Im Gegensatz dazu standen zwei herausragende Juweliere der Jahrhundertwende: Karl Rothmüller und Theodor Heiden. Rothmüller wurde weit über die Grenzen Münchens hinweg bekannt und stellte seine vom Jugendstil beeinflussten Werke auch an der Pariser Weltausstellung im Jahre 1900 aus. Theodor Heiden’s Nachfahren führen noch heute ein Juweliergeschäft am Promenadeplatz.

1902 wurden in München die "Lehr- und Versuchs-Ateliers für freie und angewandte Kunst“ von Hermann Obrist und Wilhelm v. Debschitz gegründet. Hier bildete sich ein Stil heraus, der das Organische des Jugendstil in eine abstraktere Ornamentik hinein entwickelte. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand die "Akademie der Bildenden Künste“, die seither zu einem der international renommiertesten Lehrstühle für Schmuckgestalter wurde. Der erste Lehrer Franz Rickert (1946 – 1972), war ein sehr handwerklich orientierter Lehrer. Ihm folgte sein Schüler Hermann Jünger (1972-1990). Er führte den Schmuckbegriff näher an die Kunst heran und prägte damit eine ganze Generation von Schmuckdesignern. Seit 1991 steht der Fakultät Otto Künzli, der seinerseits ein Schüler von Hermann Jünger ist, vor.  ....

Die Gründe für die Vielfalt der Münchner Schmuckszene sind vielfältig. Institutionen wie der Bayerische Kunstgewerbeverein stehen für die 150jährige gezielte Förderung des Kunsthandwerks. Die Akademie als international angesehene Lehranstalt bildet einen Anziehungspunkt für herausragende Talente. Die jährliche Handwerksmesse bietet den Schmuckschaffenden ein Fenster zur Welt.  Zusätzlich verleiht die Stadt attraktive Förderpreise. Eine besonders wertvolle Einrichtung ist die renommierte Danner-Stiftung. Die Stiftung der Witwe Terese Danner im Andenken an ihren Mann Benno konzentriert sich auf die Förderung des Goldschmiedehandwerks. Sie vergibt alle vier Jahre einen Preis, unterstützt Schulen, gewährt Schmuckschaffenden Darlehen und besitzt eine umfangreiche Schmucksammlung, die in Kürze in die Neue Sammlung der Pinakothek der Moderne eingehen wird. 

Susan Sagherian  

Schmuckszene München
(Erschienen im Februar 2000 in der Goldschmiede Zeitung)

 

 

 

1908 wurde Professor Karl Rothmüller der Titel Königlich-Bayerischer Hofgoldschmied verliehen, es wurden Juweliergeschäfte in der Müllerstraße, einer Filiale im Regina-Palast-Hotel und später in der Perusastraße gegründet. Seit 1920 ist die Familie auch in der Danner'schen Kunstgewerbe-Stiftung, welche auf Anregung von Professor Rothmüller gegründet wurde, tätig. Golschmiedemeister um Gemmologe Karl Rothmüller leitet heute das 1973 von seinem Vater übernommene Juweliergeschäft P. Rath in der Theatinerstraße.

Erich Kästner
23. 2. 1899 – 29. 7.1974

Wohnung in der Flemingstraße 52 im Herzogpark

Im Sommer 1981 gab Erich Kästners Sohn einem österreichischen Satiriker ein Interview, in dem er mitteilte, daß sein Vater nicht der Sohn von Emil Kästner, sondern vom Hausarzt der Familie, Sanitätsrat Dr. Zimmermann sei. Dieses Familiengeheimnis war bis dahin auf den Wunsch Erich Kästners, der es aus Liebe zu seiner Mutter gewahrt wissen wollte, auch von denen respektiert worden, die bereits eingeweiht waren.

Luiselotte Enderle

Literatur: rororo Bildmonograhien: Erich Kästner von Luiselotte Enderle

Zur Erich Kästner Bibliothek in Oberschwarzac
h . . .

Zum Erich Kästner Museum in Dresden . . . 

Nachlaß

Der Nachlaß Erich Kästners befindet sich zum größten Teil im Deutschen Literaturarchiv Marbach, das dem Erich Kästner Museum Dresden seinerseits, soweit urheberrechtlich vertretbar, Materialien v.a. zu den Schwerpunktthemen des Erich Kästner Museums, zur Verfügung stellen will. Aus dem Nachlaß der Lebensgefährtin Kästners, Frau Enderle, wurden dem Erich Kästner Museum vom Erich Kästner Kinderdorf in Oberschwarzach ein Anzug geschenkt sowie eine Schreibmaschine und ein Hut Erich Kästners als Leihgaben überlassen.

 

 


Es gibt nichts Gutes. 
Außer: Man tut es !
(Erich Kästner)

 

Gleich nach der deutschen Kapitulation zog es ihn nach München, das sich als Treffpunkt der Intelligenz im südwestdeutschen Raum entpuppte. Hier trafen sich Schauspieler, Chansoniers und Autoren, um noch 1945 das Kabarett “Die Schaubude” zu eröffnen – und Erich Kästner war dabei.

In München etablierte die amerikanische Militärregierung auch “Die neue Zeitung”, mit der die jahrelang gleichgeschalteten Deutschen wieder an Politik und Kultur herangeführt werden sollten. Kästner war als Leiter des Feuilletons beteiligt.

Titelblatt von Richard Seewald

Luiselotte Enderle über die letzten Tage von Erich Kästner:

... Nach einer gründlichen eintägigen Untersuchung im Krankenhaus eröffnete der berühmte Spezialist dasselbe: Speiseröhrenkrebs. Er empfahl eine Klinikaufenthalt bei einem Art, der mit seinem Verfahren in solchen Fällen Erfolg gehabt habe. Ich bestellte dort ein Zimmer. Erich weigerte sich jedoch, hinzufahren. Auch das ruhige Zureden eines ärztlichen Freundes half nicht. 

Erich war sehr mager geworden. Von Suppe, Fleischbrühe, ein bißchen Tartar, Eis und Obstsäften kann kein Mensch gedeihen. Am 25. Juli verlangte Erich nach dem Hausarzt. Es war ihm so schwindlig. Um drei Uhr nachmittags wurde er ins Krankenhaus Neuperlach gebracht und sofort durch Tropfinfusion in die Armvene ernährt. Als ich ihn am 26. Juli besuchte, war er ungehalten über die Kanüle im Arm. Blödsinn! flüsterte er. Ich tröstete ihn: "Irgendwie mußt du wieder zu Kräften kommen!" Er schnaubte zweifelnd durch die Nase. Am 27. Juli hatte seine Gesichtshaut einen ganz zarten rosa Schimmer. Ich sage ihm, daß er etwas besser aussähe und daß er aushalten möge, damit er bald nach Hause kommen könne. Er lächelte ein wenig. Als ich am 28. kam, war es viel schlechter geworden. Er war unruhig und warf sich hin und her. Die Augen waren geschlossen. Einmal machte er die Augen auf. Wie zum Gruß bewegte er die Finger ein wenig. Dann schloß er die Augen wieder. Er lag nun ruhiger da.

Am 29. Juli 1974 früh rief das Krankenhaus an: Erich Kästner war an diesem Morgen 6 Uhr 35 gestorben. ...

Nach seinem Willen wurde Erich Kästner eingeäschert. Am 1. August, im Krematorium des Münchner Ostfriedhofs. Es waren nur geladene Freunde und Bekannte anwesend. Die Beisetzung der Urne fand im kleinsten Kreis am 5. August statt auf dem romantischen kleinen Bogenhausener St. Georgs- Friedhof. Wir spielten ihm dabei ganz leise den Walzer aus dem "Rosenkavalier", wie er sich's einmal gewünscht hatte.

Heute morgen haben wir sein Grab bepflanzt. Mit rosa und rosalila Hortensien aus unserem Garten in der Flemingstraße. Denn er hat diesen Garten sehr geliebt. Hinter seiner letzten Ruhestätte steht, an der Straßenseite der Mauer, eine grünumrankte Laterne. Eine Laterne wie zu Hause in seinem Garten.

"Ein Tag ist zu Ende", schrieb ein Verleger und Freund des Hauses. "Sprechen wir nicht von Sonnenuntergang. Sprechen wir von dem, was im Italienischen 'Tramonte' heißt. Die Sonne ist nicht untergegangen. Die Sonne ist über die Berge entschwunden, aber sie ist da!"

Tramonte!               

13. August 1974 
Luiselotte Enderle

 

 

Was auch immer geschieht:
Nie dürft ihr so tief sinken,
von dem Kakao, durch den man euch zieht,
auch noch zu trinken!

Annette Kolb

1870 - 1967

1903 Ölporträt von Hugo von Habermann,
 Mitbegründer der Münchner Secession 
und Nachbar der Kolbs

Georg Kolbe : Annette Kolb
Bronzekopf um 1919 
(Kunstmuseum Bern)

1960

 

Erich Kästner über Annette Kolb:

Aus der Gedenkrede zur PEN-Jahresversammlung am 19. April 1968 in Kassel

" Das Zuverlässigste, was ich über Mademoiselle Kolb zu sagen wüßte, wäre: daß sie eine Persönlichkeit war. Es ist nur schade, daß ich nicht zuverlässig zu sagen weiß, was eine Persönlichkeit ist. (...)

Niemand konnte sich der unwiderstehlichen Ausstrahlung erwehren. Keiner der Schriftsteller, auch wenn sie bedeutender waren als sie, und keiner der Staatsmänner, die sie traf. Wenn sie, auf ihren Stock gestützt, der Tür zuschritt, wo sie erwartet wurde, fühlte man sich durchaus an Friedrich den Großen erinnert. (...) Dabei wäre ihr der Vergleich mit Friedrich gar nicht recht gewesen. Denn ihr waren die Preußen von Herzen zuwider. Und man mußte schon ziemlich sympathisch sein, um, etwa als Sachse, nicht zum Preußen ernannt zu werden. Sie war bayrisch wie der Vater und Französin wie die Mutter. Das waren ihre Landesgrenzen und, bis zu einem gewissen Grade, überhaupt die ihr gezogenen Grenzen.#

Auf dem Kopf trug sie eine Toque. Und dieses randlose Hütchen trug sie, wenn man sie besuchte und sie sich gerade ausruhte, auch im Bett. Sie trug es, wenn sie nicht allein war, jederzeit, ob  sie  (...) in der Münchener Händelstraße auf ihrem geliebten Flügel ein bißchen Mozart vorspielte. Mozart in der Händelstraße. Nur ein paar Steinwürfe weit vom alten Bogenhausener Friedhof entfernt, wo sie nun begraben liegt, in der Nähe ihrer alten Freunde: Gustl Waldaus und Wilhelm Hausensteins. ...

Ich machte mir [die] These, da sie, soviel ich. August  weiß, nicht widerrufen worden ist, wenigstens als Hypothese zu eigen, und nur als solche möchte ich sie [...] verstanden wissen. Ihrzufolge war  Annette Kolbs Vater, der Königliche-Bayerische-Gartenbau- dirketor in München, ein Sohn des bayerischen Königs Max II. Joseph. Jeder kennt die nach ihm benannte Maximilianstraße. Jeder kennt das Maximilianeum, also das bayerische Parlament. Und jeder kennt sein Denkmal, das unterm Namen "Max Zwo" als Straßenbahnhaltestelle täglich Tausende von Malen in aller Munde ist. 1848, im Revolutionsjahr, wurde er der Nachfolger Ludwigs I., seines Vaters, der, unter anderem, wegen Lola Montez abdanken mußte.

Das 19. Jahrhundert war für die Wittelsbacher ein romantisches, kunstsinniges und gefährliches Jahrhundert. Otto, der jüngere Bruder Maximilians II., wurde König von Griechenland und 1962 gestürzt und vertrieben. Max II. ältester Sohn regierte als Ludwig II., wurde geisteskrank und starb im Starnberger See. Das war 1886. Sein jüngerer Bruder, seit 1972 geisteskrank, wurde, als König Otto I. trotzdem sein Nachfolger, freilich ohne auch nur einen Tag zu regieren, - sein Onkel Luitpold leitete die Regierungsgeschäfte als Prinzregent bis zu Ottos Tod 1913. Ein Überblick in Stichworten kurz und makaber. ...

Träfe das zu, dann erklärt sich manches noch einfacher und besser als bisher. Annettes selbstbewußtes Auftreten, ihr bayerischer Patriotismus, ihr antipreußischer Affekt, ihre monarchisch-katholische Dickköpfigkeit und auch die an Devotion und Hofknicks grenzende echte Verehrung im Umkreis des Adels und Hochadels. ...

Annettes Reise nach Israel wat ihre letzte vor der allerletzten gewesen. Niemand hatte ihr die gefährlich späte "Fahrt ins Heilige Land" ausreden können. Sie setzte ihren Willen auch diesmal durch. Womöglich hätte sie, ohne jenen Israel-Flug, die letzte kurze Fahrt von der Händelstraße 1 hinüber zur kleinen Bogenhausener Kirche mit dem grünen Zwiebelturm noch ein wenig aufschieben können.

Doch ich glaube nicht, daß ihr an einer Fahrplanverspätung gelegen war. Wer hundert Jahre alt wird, der weiß, vermute ich, die letzte Pünktlichkeit zu schätzen.

 

Zeichnung von Hans Wimmer -  - Annette Kolb am Klavier - 1967, ihrem Todesjahr

Annette Kolb wohnte in der Händelstraße 1 im Nordosten des Bogenhausener Friedhofs. Die Inschrift am Haus lautet: "In diesem Haus wohnte von 1961 bis 1967 die Schriftstellerin Annette Kolb"

Die Grabstätten von Hans Wimmer und Annette Kolb befinden sich auf dem Bogenhausener Friedhof in der östlichen Reihe. 


 

Joachim Fernau


Joachim Fernau starb am 24. November 1988 in Florenz. Eine Woche später wurde er in München beigesetzt. Am 11. September 1999 wäre er 90 Jahre alt geworden. Unvergessen bleibt er als wunderbarer Autor, als Kenner und mutiger Deuter der Geschichte und, nicht zuletzt: als aufrichtiger und warmherziger Beantworter von Leserbriefen.

Autor: Michael Skasa -
Kalenderblatt des Bayerischen Rundfunks

Dass der olle Goethe beim Labern echt gut drauf war, wenn er Girlies anbaggerte, teilt uns Karl Hoche in seinem "Info-Paper" über den dahingegangenen Geheimrat mit. "Goethe", lesen wir da, "war in Wirklichkeit ein enorm kaputter Typ, der alle Mühe hatte, einigermaßen auf dem Damm zu bleiben. Mit seinem ganz schön happigen Weinkonsum war er übrigens echt drogenabhängig. Seine große Gabe: er hatte oft ein wahnsinnig gutes feeling."

Soweit dieser Auszug aus Hoches Goethe-Info. Sie hat bei ihrem Erscheinen in einer Zeitung vor 25 Jahren Zorn erregt: so unverschämt und platt dürfe man mit unserem Dichter nicht umgehen, eine Frechheit sei diese Rotzbengelei. Dabei hatte Hoche mit seiner knapp zwei Seiten lagen Kurzbiographie genau denen eins überbraten wollen, die mit solchem Jargon jede Tiefe an die Oberfläche zerren, um sie dort dann zum Geschwätz einzuebnen.

Einer der ärgsten Umwerter, denen alles, worüber sie reden, zum Geplapper wird, war Joachim Fernau. Zug um Zug, Jahr für Jahr nahm er sich ein Stück Historie vor, ein Land, eine Nation, einen Schluck Kulturgeschichte (möglichst deren pikante Ecken), las darüber drei, vier Bücher, schaute in ein, zwei Lexika und ließ das derart Überflogene nun wieder aus seinem Mundwerk aufs Papier fließen, wo's zu Büchern anschwoll - und diese Bücher wurden Bestseller, eins ums andre: "Rosen für Apoll" (über das alte Griechenland), "Disteln für Hagen" (über die treuen und mutigen Deutschen), "Cäsar lässt grüßen" (natürlich über die Römer), "Halleluja. Die Geschichte der USA" - und so weiter in zwanzig, dreißig Büchern. Bestseller alle.

Fernaus Kniff: nicht lang denken, nicht viel wissen, lieber drauflos reden und schreiben. Spontan, direkt, im Boulevardton. Einfach so dahergesprochen, plapperte es ihm in die Maschine, mit Witzen, kessen Lippen, Kalauern durchsetzt; wichtigster Trick: anachronistisch quatschen. Ob Römer, Hunnen, Amerikaner - alles war sprachlich der gleiche Ramsch, die Atmosphäre des Erzählens war stets das Vereinsfest irgendwo in der Lüneburger Heide: Und jetzt bringt unser Conferencier Joachim Fernau, gut gelaunt wie immer, ein neues Kapitel Weltgeschichte zu Gehör. Freuen Sie sich mit uns auf den Humoristen des heutigen Abends.

Und der flotte Jochen weiß etwa dies von der Reise unserer Nibelungen in Etzels Lande zu berichten - wo sie erst mal über die Donau müssen:
"Schöne Bescherung", heißt es nun, "sie führte Hochwasser. Das fängt gut an, dachte Hagen. Aber Gunther war besten Mutes, hobbelte seinen Mustang an, ließ die Picknickkörbe öffnen und sich selbst häuslich nieder." So läuft bei Fernau alles ganz easy: "Man war vergnügt", schreibt er, "vor allem Gernot ging büttenredend umher und tötete Hagen den Nerv."
Büttenreden ist freilich Fernaus eigenes Rezept, doch mag er auch auf Historiker und tausend andere nervtötend gewirkt haben, es bleibt das Phänomen, dass er mit seinem Quasselstil Millionen Leser fand, die glaubten, dergestalt endlich Geschichte kapiert zu haben, die es fabelhaft fanden, wie locker und unverstellt dieser Autor die Historie vermittle.

Und das ist nun der eigentliche Ärger; denn Fernau vermittelt nicht, er vermanscht und verramscht, ist statt leicht leichtfertig und dreht alle Fakten und Fabeln durch den Wolf seiner Schnodderei - so wird aus jeder Sphäre und jeder möglichen Atmosphäre immer nur der witzelnde Aufguss eines Conferenciers.
Dazu gehört, dass er häufig seine Leser anmacht mit Floskeln wie "Ja, liebe Leute" oder "das hätten Sie wohl nicht gedacht" oder "Nun, meine Damen und Herren, was meinen Sie?" worauf er weitere Scherzchen über Sokrates oder Amerika oder Hitler dahinstrullt. Über eine Million mal wurde allein sein Buch "Deutschland, Deutschland über alles" verkauft, nach wie vor heißt es, er habe endlich die Geschichte vom Podest geholt, sie anschaulich und genießbar gemacht. Nach wie vor ist das Unsinn. Er hat sie auf Stammtischniveau geholt und einen Eintopf aus ihr gerührt.
Wenn der Verlag etwa schreibt "bis zur letzten Seite glaubt man mit Fernau wirklich unter Römern gelebt zu haben", muss es richtig heißen: "Man glaubt, die Römer hätten bei Wuppkes in Bunzlau gelebt."

Seltsam entlarvend ist Joachim Fernaus Bekenntnis: "Meine Anschauung von der Welt ist, dass es keinen Unterschied gibt zwischen der Kreatur, die quatscht, und Tieren und Pflanzen."

 

Emil Preetorius

1883-1973

* 21.6.1883 Mainz      † 27.1.1973 München 

Graphiker, Illustrator, Bühnenausstatter, Buchkünstler, Gebrauchsgraphiker, Schriftsteller 

Nach Jura- und Philosophiestudium Studium an der Kunstgewerbeschule in München, doch weitgehend Autodidakt. Mitarbeiter der "Jugend" und des "Simplicissimus". 1909 mit Paul Renner Gründung der Schule für Illustration und Buchgewerbe. 1910 Leiter der Münchner Lehrwerkstätten. 1912 Mitglied des Deutschen Werkbundes. Mitglied der 1. Gruppe "Die Sechs". 1926 Lehrer für Illustration und Bühnenbild an der Akademie in München. 1927 Professor an der Kunstgewerbeschule in München. Viele Jahre hindurch Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste

 

"Es darf gesagt werden, dass es auch im jungen Deutschland eine Haltung gibt, die dem klassischen Gedanken zustrebt; man findet eine sympathische Repräsentation dieser Haltung im Werk der Süddeutschen: Max Unolds, des in München künstlerisch großgewordenen Richard Seewald, ... man findet ein diszipliniertes Beispiel dieser Haltung in der vorbildlichen typographischen und buchgewerblichen Leistung des Münchners Emil Preetorius. Süddeutschland: ein Tor nach Italien - dorthin, wo jüngere italienische Generationen, die Künstler der "Valori plastici", sich nach dem industriellen Furor des Futurismus der klassischen Einheit und ihres Landes wieder bewußt wurden. Der beste der modernen Italiener, Amadeo Modigliani, ist ein Maler von unbeirrter geschmacklicher Sicherheit auf dem Bode klassizistischer Grundgesinnung."

Wilhelm Hausenstein in "Kunstgeschichte"

 

Emil Preetorius , lange Jahre Präsident der Bayrischen Akademie der Schönen Künste und Präsident der Gesellschaft der Bibliophilen, Träger vieler Auszeichnungen und Ehrungen, war ein bekannter Bühnenbildner, Illustrator, Schriftkünstler und Buchgestalter. Seine Beiträge als Lehrer und Kunstschriftsteller wirken bis heute fort. Emil Preetorius war eine bedeutende Sammlerpersönlichkeit. Seine seit dem frühen 20. Jahrhundert zusammengetragene Sammlung asiatischer Kunst gilt auf ihrem Gebiet als eine der bedeutendsten deutschen Privatsammlungen. Sie repräsentiert ein halbes Jahrhundert engagierter Sammlertätigkeit und einen unbestechlichen, nur der Schönheit und künstlerischen Qualität verpflichteten Geschmack. Viele Gebiete asiatischer Kunst sind in der Sammlung Preetorius vertreten. Neben Masken des japanischen Theaters findet man chinesische und japanische Teekeramik, Grabgefäße der Han-Zeit, Textilien aus China und Japan, alte persische Keramik mit feinen Glasuren, chinesische Weinkannen aus Zinn, frühe chinesische Teppiche. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt aber zweifellos auf der Bildkunst, der Malerei Chinas und Japans, tibetische Thankas, islamische Miniaturen aus Persien und Indien, Druckgraphik des fernen Ostens. 1963 übereigneten Emil und Lilly Preetorius einen großen Teil der Sammlung dem Freistaat Bayern. Sie wird seither im Staatlichen Museum für Völkerkunde in München verwahrt und bildet hier einen Höhepunkt der Sammlungen zur Kunst Asiens. Im Zusammenhang mit dieser Widmung der Sammlung an die Öffentlichkeit, die durch Ausstellungen und Publikationen umgesetzt wurde, steht die Errichtung der Stiftung Preetorius durch gemeinschaftliches Testament von Emil und Lilly Preetorius. Als Lilly Preetorius im September 1997 starb, hatte sie bis zuletzt die nicht in das Museum gegebenen Teile der Sammlung bewahrt und gepflegt. Im Juli 1998 wurde die Preetorius Stiftung gegründet. Ihr Zweck ist die Förderung von Wissenschaft und Kunst im Zusammenhang mit der Sammlung Preetorius. Zugänglichkeit und Wirksamkeit der Sammlung, ihre Ausstellung und wissenschaftliche Erschließung sollen gefördert werden. Ergänzungskäufe werden die Sammlung abrunden. Für diesen Zweck steht das beträchtliche Stiftungsvermögen ebenso zur Verfügung wie die von Emil Preetorius aufgebaute Fachbibliothek zur Kunst und Kultur Asiens. Der Kunstbesitz der Stiftung und die Bestände des Museums bilden die Sammlung Preetorius. Ausstellung, Publikationen, Stipendien, Symposien, Vortragsveranstaltungen zu Kunst und Kultur Asiens sollen der Sammlung Preetorius eine breite Resonanz und Wirkung verleihen.

Hermann Proebst

1904- 1970

Publizist mit viel Gespür für historische Hintergründe wie für tagespolitische Zusammenhänge, denen er als Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung wimmer wieder bedächtig nachgegangen ist

Wie hat er schon als Student die Kulturlandschaft um Wasserburg am Inn beschreiben können! Später so oft entscheidende geistesgeschichtliche Situationen des 19. Jahrhunderts erzählend geschildert! Mit der Feder in der Hand ist er am Schreibtisch in der SZ-Redaktion gestorben.

Aus: Norbert Lieb - St. Georg in München-Bogenhausen

Gustl Waldau (eigentlich Gustav Freiherr von Rummel)

1871 - 1958

 und seine Gattin Hertha von Hagen

1876 - 1962

Schauspieler, der mit seiner Gattin viele Jahrzehnte dem Ensemble des Bayerischen Schauspielhaus angehörte.


 

Max Spindler

Lehrmeister und Betreuer einer ganzen Schar bayerischer Historiker

Auch eine Sichtweise auf Max Spindler (Rezension eines Studenten!)

Jeder, der sich mit bayerischer Geschichte beschäftigt kennt den "Spindler". Denn er ist das in dieser Form einzigartige und umfangreiche Werk zur bayerischen Geschichte überhaupt. Zahlreiche Wissenschaftler haben sich unter der Leitung und Herausgeberschaft von Max Spindler zusammengefunden, um die bayerische Geschichte ein für allemal niederzuschreiben und zu interpretieren. Dabei ist ein voluminöses Werk herausgekommen, das durchaus Achtung verdient.  Aber wie das bei der Geschichtswissenschaft so ist, die Geschichte ist interpretierbar. Und was die Reihe um Spindler beweisen wollte und - abhängig von den einzelnen Beiträgen auch getan hat - ist eine Apologie des jetzigen Bayern. Eine Verteidigung und Grundsteinlegung bayerischer Identität. Nun haben das alle Handbücher zur Landesgeschichten irgendwie so an sich, aber in Bayern ist man - wenn es um die bayerische Identität geht - empfindlicher als anderswo. Unter dem Strich bedeutet dies, daß hier eher die konservative Sicht der bayerischen Geschichte vorgeführt wird. In einem Exemplar dieses Werkes an der Uni Regensburg steht am Rande des Artikels zur Weimarer Zeit, dessen Autor Schwarz heißt - der Name ist Programm. Eine erheiternde Fußnote, die jedoch den Kern trifft. Nun gäbe es zwar einiges an Neuem nachzutragen, denn nicht erst seit einigen Jahren entdeckte man die Sozialgeschichte und definierte eine neue Form der Kulturgeschichte. Aber bereits zu Spindlers Zeiten ließ man diese Sachen gerne aus der Gesamtschau ausgeklammert. Nicht zuletzt war Spindler, Professor für bayerische Landesgeschichte an der ehrwürdigen Münchner Uni und von daher beauftragter Exeget der bayerischen Geschichte, im permanenten Dauerkrieg mit Karl Bosl, der andere Wege der Geschichtsschreibung beschritt. Aber zurück zum Buch, es ist ein Klassiker der Geschichtsschreibung und eine immense Fundgrube geschichtlichen Wissens, das es immer lohnt heranzuziehen, nur sollte man auch andere Bücher daneben legen.

Helmut Fischer

geb. 15.11.1926 in München - Neuhausen
gest. 14.6.1997 an Krebs

Sich selbst bezeichnete er als "Gassenkind aus der Donnersberger Straße, renitent, anarchisch und schulfaul". An seine Schulzeit erinnerte er sich mit Grauen und erzählte stirnrunzelnd:
"Die Rupprecht-Oberrealschule hat mich 1939, nach der 7. Klasse, vorzeitig entfernt. Der Direktor riet mir zum Abschied, Schaffner bei der Straßenbahn zu werden." Die Mutter dagegen - einst Stummfilmpianistin im Kinopalast am Harras - hatte sich gewünscht, dass der Bub die Beamtenlaufbahn einschlägt. "Dann hast einen sicheren Posten und kriegst eine schöne Pension", sagte sie zum Filius. Doch der nahm stattdessen Unterricht bei Otto Falckenberg, weil er davon träumte, Schauspieler zu werden. Das wurde er dann auch - allerdings viele Jahre ohne Erfolg.

Ihren Monaco Franze, den Stenzen aus dem "Glasscherbenviertel", haben Helmut Dietl und Patrick Süskind dem Helmut Fischer auf den Leib maßgeschneidert. Und dabei auch genau erklärt, was ein Stenz ist. Denn ein Stenz soll eben kein "Strizzi" sein, ein Stenz ist permanent aktiv. Genauer gesagt ständig mit sich selbst und seiner Wirkung auf andere, vor allem natürlich auf das andere Geschlecht, befasst.


Interview mit seiner Frau Utta, mit der er 45 Jahre verheiratet war

SZ: Wenn sie an der Münchner Freiheit vorbeigehen - blinzeln Sie da manchmal rüber zur Bronzebüste?

 

Da sitz'  ich ja sehr oft mit Freunden, und da seh ich die Skulptur von meinem Mann natürlich. Das ist auch sehr vertraut, weil er dort ja wirklich sehr oft saß. Das war unser Stammplatz.

Aufgenommen am 8.10.2008
Noch 11 Jahre nach seinem Tod ist er nicht vergessen!

„Geh, Spatzl“                

  

                         

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                 

 

 

 

Hans Lietzau

 

 

 

"Er war ein Vulkan"

 

"Lietzau durfte wollen, weil er konnte. Er war einer der bedeutendsten Regisseure (und zum Widerspruch reizend wie kaum ein anderer), den das deutsche Theater hervorgebracht hat. "

Helmut Griem

 

Aber zum guten Ende wurden seine letzten zehn Lebensjahre in München eine wunderbare "Spätlese" dieses außerordentlichen Mannes.

 

Er begann wieder am Residenztheater 1980 mit Strindbergs Vater und dem Lear, beide Male mit Martin Benrath in der Hauptrolle.

 

Inzenierungen an den Münchner Kammerspielen:

 

1981     Maria Magdalena von Friedrich Hebbel

1987     Onkel Wanja von Anton Tschechow

1988     Der Theatermacher von Thomas Bernhard ;  (gesehen)

1989     John Gabriel Borkmann von Henrik Ibsen

1991     Der blaue Boll von Ernst Barlach (gesehen)

Bühne: Jürgen Rose; Licht: Max Keller

 

Helmut Griem über die Proben zu Onkel Wanja:

 

" Fazination, Leidenschaft des Denkens, Vertreibung von Pathos und Sentimentalität, Verhinderung von trendigem Brimborium, Durchdringen und Versinnlichen der Sprache, liebevoll-kritische Betrachtung der Stück-Figuren - herrliche, nie langweilige Proben, und wieder die Beschwörung der Grundlagen des Schauspielers: das Handwerk, das Können, das Metier, etwas, das heute bei den meisten jüngeren Regieheroen als altväterlicher Quatsch beiseite geschoben wird."

 

Werner Kreindl wurde am 20. Oktober 1927 im oberösterreichischen Wels (Salzkammergut) als Sohn eines Polizeibeamten geboren; seine Mutter stammte aus einer Weinbauernfamilie. Der junge Werner wuchs im benachbarten Vöcklabruck auf, interessierte sich schon früh, für alles, was mit dem Theater zusammenhing und wirkte schon in der Volksschule bei Schüleraufführungen mit. Später besuchte er das Realgymnasium. machte sein Abitur und musste dann zunächst seine Pläne, Schauspieler zu werden wegen des 2. Weltkrieges "begraben". Er wurde zum Wehrdienst einberufen und erlitt noch gegen Ende des Krieges als Granatwerfer-Richtschütze einen Kopfschuss, von dem er sich jedoch wieder erholte. Nach Kriegsende begann Kreindl in Wien ein Studium der Germanistik und der Theaterwissenschaften und gehörte 1946 zu den Mitbegründern eines Studententheaters. 1948 brach er das Studium ab, da er unbedingt auf der Bühne stehen wollte, und nahm ein Engagement in Graz an. Weitere Stationen seiner Theaterkarriere wurden dann unter anderem das Burgtheater in Wien sowie die Theater in Bonn, Darmstadt, München, Berlin und Hamburg.

Seit Mitte der 60er Jahre war Kreindl verstärkt für Film und Fernsehen tätig, wirkte in Hörspielen und Funklesungen mit. Seinen ersten Leinwandauftritt hatte der Schauspieler 1958 in dem Streifen "Zwei Bayern in Bonn", im Verlaufe der Jahre folgten Rollen in Filmen wie beispielsweise "Engel, die ihre Flügel verbrennen" (1970), "Die Formel" (1980), "So weit das Auge reicht" (1980), "Geld oder Leber!" (1986) oder "Bei mir liegen Sie richtig" (1990), doch der Schwerpunkt seiner Arbeit für den Film lag beim Fernsehen. Neben Auftritten in so beliebten Krimi-Serien wie "Die Fünfte Kolonne", "Der Kommissar", "Derrick", "Der Alte", "Sonderdezernat K1" oder "Tatort" sah man Kreindl unter anderem 1967 in dem Mehrteiler "Nobile – Sieben Wochen auf dem Eis" sowie als Göring in dem Zweiteiler "Der Reichstagsbrandprozess". 1972 übernahm er in dem historisch-dokumentarischen Mehrteiler "Die Rote Kapelle" unter der Regie von Franz Peter Wirth die Rolle des "Großen Chef" und Spion Léopold Trepper oder war 1974 als Dr. Ezra Jennings in "Der Monddiamant" zu sehen. Ungeheure Popularität erlangte Kreindl ab 1978 als Hauptkommissar Karl Göttmann in der TV-Serie "SOKO 5113", eine Rolle, die er 150 Folgen lang bis zu seinem Tod 1992 spielte.

Werner Kreindl verstarb am 6. Juni 1992 mit 64 Jahren im österreichischen Wagrein an Herzversagen; er war zuletzt mit seiner Kollegin, der Schauspielerin Diana Körner verheiratet.


Die Kurzbiografie wurde verfasst von Stephanie D'heil

hier zu Ihrer Seite über Kreindl ...

und zu Ihrer Internetseite ...


Werner Kreindl02

Lill

 


  Hansjakob Lill
  




 
(1913 - 1967)


   Grab Nr. 135    


   

 

Pfarrkirche "Zu den heiligen Engeln" in Giesing (1954) 

Pfarrkirche St. Helena in Giesing (1964) 

Haus Nr. 18 am Marienplatz

Das im Zuge des Wiederaufbaus 1954 nach einem Entwurf des Architekten entstandene Geschäftshaus Marienplatz 18 ist gekennzeichnet durch eine Fülle von Materialien, Formen, bildlichen Darstellungen und dekorativen Motiven im Stil der 1950er Jahre.. Die Fassade ist mit Malereien des Künstlers Johannes Segieth verziert. 

Gedenkstätte für die Widerstandskämpfer 

Pfarr- und Klosterkirche St. Willibald - München-Pasing (1958)

Pfarrkirche Hl. Josef in Feld am See - Österreich - Villach-Land (1960)

Stadtpfarrkirche St. Peter in Passau (1963 - 1965) 

 

 

 

ZUM SEITENANFANG

Roeckl

Annette Roeckl führt den 1839 gegründeten Handschuhladen ( Roeckl Handschuhe & Accessoires GmbH - Isartalstraße) in der sechsten Generation. Ihr jüngerer Bruder Stefan führt die Roeckl Sport-Handschuhe GmbH.

 

 

Hanfstaengl


Ernst-Franz-Sedgwick
11.2.1887 - 6.11.1975
Erna     
31.10.1885 - 6.5.1981 (Sängerin)

Eynon 
24.11.1950 - 6.12.1987

Marjorie geb. Piera
26.6.1917 - 28.6.1991

 

Im Jahre 1889 begann Edgar Hanfstaengl die "Villa Hanfstaengl" in der Liebigstraße/Ecke Widenmayerstraße zu bauen, die um die Jahrhundertwende bekannter und beliebter Treffpunkt der Münchner Gesellschaft war.

So trafen sich hier die Komponisten Richard Strauss und Eugen d' Albert sowie dessen Schüler, der Pianist Wilhelm Backhaus, der Musiker und Violinvirtuose Pablo de Sarasate, der Pianist und Komponist Ferruccio Busoni, der Malerfürst Franz von Stuck und Thomas Mann.

Edgar Hanfstaengl übergab dann die Leitung des Verlags
an seinen jüngeren Bruder Edgar II, der Anfang dieses Jahrhunderts das Haus errichtete. Der jüngere Bruder von Edgar II war Ernst ("Putzi") Hanfstaengl, der den Verlag während der Kriegsjahre weiterführte.
Als USA- und Englandkenner wurde dieser Auslandspressechef unter Hitler .

 

Mehr über den Kunstverlag von
Helmut Heß, Kunstverlag Franz Hanfstaengl, in: 
Historisches Lexikon Bayerns
 

Ernst Franz Sedgwick 
("Putzi") Hanfstaengl

mehr über ihn hier . . .

In der SZ vom 28./29.4.07 schreibt Christoph Schwennicke über "Putzis Aufstieg und Niedergang" . Er berichtet über die Episode eines Beinahetreffens zwischen Churchill und Hitler und  charakterisiert Putzi Hanfstaengl.

"Hanfstaengl war eine schillernde Figur. Schon zu Zeiten des Münchner Putschversuchs 1923 geriet er in die unmittelbare Nähe Hitlers; er hielt den kleinen Mann für rhetorisch äußerst begabt. Bei Hanfstaengl im Hause fand Hitler auf seiner Flucht ... Zuflucht ... [hier mehr . . .].

Putzi war fortan ein Privater Alleinunterhalter Hitlers, der ihn immer wieder zum Klavierspiel ermunterte, weil es wiederum ihn ermunterte.  ... Hanfstaengl Hüne von Statur und Spross einer Münchner Kunstverleger-Familie, war ein weltläufiger Mann, parkettsicher, gefallsüchtig, eitel, belesen, offenbar auch charmant und mit Schlag bei den Frauen. Er stilisierte sich später als nazikritisch, und war doch einer der glühendsten Hitler-Verehrer in dessen frühen Jahren.  ...

Hanfstaengl ... hat irgendwann vor Ausbruch des Krieges eine innere Distanz zu dem Mann aufgebaut, den er nicht aufhörte, Herrn Hitler zu nennen, als alle nur noch vom Führer sprachen. bei Kriegsausbruch 1939 lebte er nach einer Flucht über die Schweiz in London und diente von 1942 an seinem Freund Roosevelt, den er aus seinen Studienzeiten in Harvard kannte - erst im Pentagon, dann im Weißen Haus, spezialisierte er sich auf die psychologische Kriegsführung gegen Hitler-Deutschland."

Literatur

  • Ernst Hanfstaengl, Hitler: The Missing Years;
  • Ernst Hanfstaengl, Zwischen Weißem und Braunem Haus: Memoiren eines politischen Aussenseiters; München R. Piper & Co Verlag 1970
  • Ernst Hanfstaengl, The Unknown Hitler: Notes from the Young Nazi Party;
  • Ernst Hanfstaengl, John Toland (Designer), Hitler
  • Peter Conradi, Hitler's Piano Player: The Rise and Fall of Ernst Hanfstaengl, Confidante of Hitler, Ally of FDR;

 

30 Zentimeter weiter rechts

Am 9. November 1923 marschierte eine Kolonne von rund 2000 Mann - darunter viele wie Hitler bewaffnet - vom Bürgerbräukeller zum Kriegsministerium in der Schönfeldstraße (heute Hauptstaatsarchiv).

"Am oberen Ende der Residenzstraße, als die Maschierer zum Odeonsplatz an die Feldherrnhalle kamen ... trafen sie auf den zweiter größeren Polizeikordon. 'Da kommens, Heil Hitler!' schrie ein Zuschauer auf. Dann ertönten Schüsse. Wer zuerst geschossen hat, wurde nie ganz geklärt, aber es war vermutlich einer der Putschisten. Danach folgte ein wilder, fast halbminütiger Schußwechsel. Als das Feuer eingestellt wurde, lagen 14 Putschisten und vier Polizisten tat am Boden. Unter den Toten war einer der Initatoren des Putsches, Max Erwin von Scheubner- Richter. ... Hätte die Kugel, die Scheubner-Richter tötete, 30 Zentimeter weiter rechts getroffen, wäre die Weltgeschichte anders verlaufen."

(Aus Ian Kershaw - Hitler 1889-1936 S. 265)

Am Ort des Geschehens heute wurde an dieses Geschehen mit Zeitdokumenten erinnert. Eine gespenstische Szenerie bei einfallendem Nebel. Der 9. November ein Schicksalstag der Geschichte.

Hier eine zusammenfassende Darstellung von Michael Brenner - jüdisches Leben in München.

 

 

 

Hitler, der sich seine linke Schulter ausrenkte wurde in Hanfstaengls Haus in Uffing gebracht, wo ihn die Polizei am 11. November aufspürte und verhaftete. "Laut Hanfstaengls später verfaßten Bericht, der auf Aussagen seiner Frau beruhte, sei Hitler bei der Ankunft in Uffing verzweifelt gewesen. Doch für Geschichten, die später kursierten, daß er vom Selbstmord abgehalten werden mußte,  fehlen die sicheren Belege." (Kershaw S. 266)

Helene Hanfstaengl (Frau von Ernst Hanfstaengl) schilderte in ihrem Tagebuch die Flucht Hitlers nach Österreich am Nachmittag des 9. November 1923. Als der Motor des Fluchtwagens bei Uffing streikte, geschah folgendes (Quelle SZ Nr. 260 S. 21): 

"Hitler und seine Gefährten stiegen aus und versteckten sich im Wald, während der Chauffeur den Defekt zu beheben suchte. Bald stellte sich heraus, daß man einen Mechaniker benötigen würde. Die drei Männer konnten es sich nicht leisten gesehen zu werden, da sich die Nachricht von den Ereignissen in München auch auf dem Lande wie ein Lauffeuer verbreitete. Sie versteckten sich im Wald. Hitler dachte an unser Haus und sobald es dunkel war, machten sie sich auf den Weg. Auf dem langen, mühsamen Marsch vermied man Hauptstraßen und wählte versteckte Pfade. Da wir einen Seiteneingang haben, blieb ihre Ankunft unbemerkt. Ich holte sie ins Haus, sperrte ab und führte sie in den ersten Stock. Hitler beklagte den Tod seiner Mitstreiter Ludendorff und Ulrich Graf, die, wie er glaubte, an seiner Seite gefallen waren. Graf hatte, als die ersten Schüsse fielen, Hitler mit seinem Körper geschützt, im Fallen seinen Arm ergriffen und dabei verletzt."  

[Am nächsten Tag] ... "Kurz nach 5 Uhr nachmittags läutete das Telefon. Es war meine in der Nähe wohnende Schwiegermutter, die uns, bevor sie unterbrochen wurde, hastig erzählte, daß bei ihr eine Hausdurchsuchung stattfinde. 'Jetzt ist alles verloren!' rief Hitler. Mit einer schnellen Bewegung ergriff er seinen Revolver, den er auf einem Schrank abgelegt hatte. Ich reagierte sofort, ergriff seinen Arm und nahm die Waffe an mich. 'Wie können Sie beim ersten Rückschlag aufgeben? Denken Sie an Ihre Anhänger!' Während er in einen Sessel sank, versteckte ich den Revolver in einem Behälter Mehl. Dann holte ich Papier und Füllfeder und bat ihn, solange noch Zeit wäre, Instruktionen zu verfassen - ein Blatt für jeden sollte genügen." . . .

 

1924 wurde Hitler zwar zu einer ehrenvollen, hotelähnlichen "Festungshaft" verurteilt, aber diese Verurteilung war ein Sieg.  Der Vorsitzende Geog Neithardt sympathisierte offen mit den Nationalisten. Er verharmloste den Marsch als "Propagandazug". Hitler durfte die Verhandlungen zu mehrstündigen Propagandareden nutzen: er sei kein Hochverräter , vielmehr kämpfe er gegen die Hochverräter und Novemberverbrecher von 1918. Das die Nazis vier Polizisten erschossen hatten, blieb im Prozess unerwähnt.

 

Kommentar von Wolfgang Neuefeind

Nach den ersten Bayerischen Landtagswahlen im Januar jenes Jahres ist am 21. II. 1919 Ministerpräsident (MP) Kurt Eisner ermordet worden. Unter seinem Nachfolger Johannes Hoffmann sind Regierung und Landtag vorübergehend nach Bamberg ausgewichen: dort wurde am 13. VIII. 1919 die sog. Bamberger Verfassung (die Verfassung des Freistaates) beschlossen. Aufgrund der Landtagswahl vom Juni 1920 löste die Regierung Ritter von Kahr die Regierung Hoffmann ab. Es folgten Regierungen unter den MPen Graf von Lerchenfeld und von Knilling; letzterer bestellte Ende September 1923 Ritter von Kahr zum Generalstaatskommissar, der als solcher Inhaber der vollziehenden Staatsgewalt gewesen ist und am 09. XI. 1923 die Bayerische Landespolizei vor der Münchener Feldherrnhalle auf die Hitler-Marschierer schießen ließ (das kostete ihn zehneinhalb Jahre später - im Juni 1934 - im Zuge der Röhm-Affaire das Leben: auch er wurde ermordet). Ab Juli 1924 regierte MP Heinrich Held (das sog. Held-Ministerium): bis 1933 konnten die Bürger des Freistaates die Bayerische Variante der "Goldenen Zwanziger" erleben (vgl. zu allem: Hubensteiner, Bayerische Geschichte, 5. Aufl., 1967, S. 363 ff)