DER FRIEDHOF VON ST. GEORG IN MÜNCHEN - BOGENHAUSEN

Denen, die an dich glauben, Herr, wird das Leben nicht genommen, sondern es wird verwandelt.


Die Seiten werden zur Zeit überarbeitet. Ich bitte dafür um Ihr Verständnis. 
Für Hinweise, Berichtigungen, Ergänzungen und Anregungen bin ich sehr dankbar.

KONTAKT

Bogenhausener Friedhof                                                             EINE SEITE VON THEODOR FREY




ÜBER DAS STERBEN UND DEN TOD


VON DER ERLÖSUNG
ZUR FÜLLE DES SEINS

Der kleine Gottesacker liegt am Fuße der schönen alten Pfarrkirche von München-Bogenhausen,  die dem heiligen Georg geweiht ist. 
Der Entwurf der Kirche ist von Johann Michael Fischer und wurde 1770  von Balthasar Trischberger vollendet.
Kanzel und  Korbiniansaltar  wurden von Ignaz Günther gestaltet.

 Der Friedhof besteht wohl schon seit dem 9. Jahrhundert. Obwohl Bogenhausen schon seit 1892 eingemeindet wurde, übernahm die Stadt München den Friedhof erst 1902. Er wurde 1959 neu gestaltet.

Der Friedhof ist zur Ruhestätte für die alteingesessenen Bogenhausener  Familien  und inzwischen über Bogenhausen hinaus geweitet worden. Prominente Münchner- und Wahlmünchner,  Künstler, Wissenschaftler, Politiker,  Beamte,  Unternehmer haben hier eine Gedenkstätte erhalten.

St. Georgs Kirche
im Zentrum des
Bogenhauser Friedhofs


 

Zur Einstimmung ein kleiner Rundgang durch den Friedhof hier . . .     

Die Seiten möchten Ihnen einen Spaziergang über den Friedhof ermöglichen und mit ausgewählten Hinweisen die Gestalten etwas verlebendigen.

 

Das hervorgehobene Grab: Erna Baumbauer



  

  Alphabetische Personenübersicht bekannter Personen

(in Klammer die Gräbernummer des Friedhofsplanes - durch Anklicken sehen sie die Grabstätte - noch in Bearbeitung) 

 

A

I/J

R

Reiffenstuel, Hans
Rothmüller (186)

B

K

S

Bächler, Wolfgang (56 a)

Baumbauer (65)

Behrens

Blumenschein
Breitbach, Joseph
(U4)

Burda (97)

Kästner, Erich /Endele (178)
Karlstadt (Wellano) (Bild)

Kempe (aufgelöst)

Knappertsbusch (111)
Kolb, Annette (166)

Schedl (Bild)

Schneider (Bild)

Schweikart

Sedlmayer, Walter (66)

Seeliger (Bild)

Soldner (K10)
Spindler (139)

C

L

T

Lamont (Bild)

Lietzau, Hans (162)

Lüftner , Monti (32)

D

M

U

Delp (K11)

Dicknether (105)

Diess

Dietl
Doerfler
Domin, Friedrich (80)

Droemer (101)

Mendelssohn, Peter de (67)

Meyer

Möhl - Schnizlein, (74)

Unützer

E

N

V

F

O

W

Fassbinder Bild
Fernau, Joachim (193)
Fischer, Helmut (176)

Waldau, Gustl (165)
Wehrle
(K11)
Wery
(198)
Wimmer, Hans (152) 
Seemüller Wimmer (Bild)

Wuesthoff

G

P

X/Y/Z

Graf, Oskar Maria (60)

Preetorius (145)
Proebst, Hermann (155)

H

Q

Hausenstein, Wilhelm (164)
Hürlimann, Ernst (59)
Hanfstaengl (169)

zum Seitenanfang

 

Numerische Personenübersicht aller Gräber

Die Gräbernummern entsprechen denen des Friedhofsplanes - Nähere Informationen durch Anklicken  - erst in Bearbeitung)) 

1

Lamont

31

Mayer

61

Schulze- Varell Heinz, Modeschöpfer,
1907-1985

91

Roth

121

Rathgeber
Zehner Zita, Geschäftsfrau, 1900-1978

151

Gröschler

181

Grohaußer

2

Rieffert

32

Lüftner

früher:
Kempe

62

Schmid Ludwig, Rechtsanwalt, Stadtrat 1900-1987

92

de Rivo

122

Soldner

152

Wimmer, Hans

182

Haßlauer

3

Schneider

33

Fassbinder Rainer Werner, Filmregisseur 1945-1982r

63

Dressbach Martha, Museumsdirektorin 1929-1980

93

Kuhn

123

Forell

153

von Schall- Riaucour

183

herburger

4

Karlstadt
(Wellano)

(Bild)

 

34

Diess Wilhelm, 1884-1957 Behrens

64

Vogel Rudolf, Schauspieler 1900-1967
Vogel Peter, Schaupieler 1937-1978

94

Kühnhackel

124

Bechtolsheim

154

Rößler

184

Boeck

 5/6

Markl
Braun

(Bild)

 

35

Steffan

65

Baumbauer

95

Spengler

125

Sepp

155

Proebst Hermann, Journalist 1904-1970t

185

Brüdern Gerd, Schauspielr, 1920-1968

36

Hellmayr

66

Sedlmayr

96

Waltz Johannes, Bühnenbildner, 1922-1964

126

Hendriok

156

Theissing

186

Rothmüller Hans, Goldschmied, 1898-1983

7

Seeliger

(Bild)

 

37

Weber

67

Mendelssohn Peter de, Journalist 1908-1982

97

Burda

127

Schreiber

157

Ziersch

187

Horvath

8

Grasmann

(Bild)

 

38

Jehmüller

68

Stanischeff

98

Sperl

128

Sachtleben

158

Seidenberger
Neumaier

188

Hegenberger

9

Steigen-
berger

(Bild)

 

39

Betz

69

Zenneck Jonathan, Physiker, 1871-1959
Burckhardt

99

Graf Robert, Schauspieler 1923-1966

129

Müller

159

Amberger
Glas
Gleissner

189

Schwarz
Mikus
Schmidt

10

Schedl

(Bild)

 

40

Wachter

70

Benzinger

100

Wetter

130

Ernstberger Anton, Aufsichtsrat-
vorsitzender 1910-1978

160

Scherer

190

Schwarz

11

Cammerer

(Bild)

 

41

Weickmann

71

Schwarz

101

Droemer

131

Muffler

161

Roeckl

191

Hemmerle

12

Rehbach

(Bild)

 

42

Griffl

72

Kramer
Opera Hachmann

102

Romeis Karl, Bildhauer, 1895-1960, Romeis Benno, Anatom, 1888-1971

132

Kiendl
Biester
Graff
Proksch

162

Lietzau

192

Meyer

13

Reiffenstuel

(Bild)

   

43

Manz

73

Seidel

103

Model

133

Liegl

163

Kreindl

193

Fernau Joachim, Schriftsteller, 1909-1988

14

(ohne Namen)

44

Lob Alfons, Chirurg 1900-1977

74

Möhl
Schnizlein

104

Huber

134

Ott

164

Hausenstein Wilhelm, 1882-1957

194

Strauß
Stuhler

15

Schaetz

(Bild)

 

45

Woerner

75

Maull

105

Dicknether

135

Lill Hansjakob, Architekt, 1913-1967

165

Waldau Gustl, Schauspieler 1871-1958
Hagen Hertha von, Schaspieleron 1876-1962

195

Vorstoffel

16

Reich

46

Fahsel

76

Holzer Siegfried, Generaldirektor 1905-1987

106

Hartmann

136

Vogel

166

Kolb Annette. Schriftstellerin 1870-1967

196

v. Wallis

17

Blumenschein Max, Prälat, 1884-1965 Oberbauer Ettmayr

47

Throll

77

Schottenhamel

107

Kuhn

137

Schreiber

167

Jungel

197

Ziegler
v. der Heyde

18

Pechmann Günther Freiherr von, Museumsdirektor 1882-1968

48

Weickmann
Sch
licht

78

Beichel

108

Konen

138

Kreuser

168

Wunderlich

198

Wery Carl, Schauspieler,
1897-1975

19

Krenleitner

49

Selmayr

79

Fabricius Ludwig, Forstwissenschaftler, 1875-1967

109

Hornstein
Bayer

139

Spindler Max, Historiker, 1894-1986

169

Hanfstaengl Ernst, 

20

Kröninger

50

Neumann

80

Domin Friedrich, Schauspieler, 1902-1961

110

Gebhard Hans, Kulturpolitiker 1900-1960

140

Carl

170

Menshausen

21

Rid

51

Strasser 
Bauschinger
Schwenk

81

Spatz
Veit

111

Knappertsbusch Hans, Generalmusik-
direktor,
1888-1965h

141

Greve
Haid

171

Gebhardt
Endrös

22

Schweikart Hans, Regisseur 1895-1975

52

Weigmann

82

Jaeger

112

Wagner 
Räth
Strabel

142

Mühlpoltner
Krug
Müller

172

Wittmann

23

Wimmer Maria - Seemüller Otto, Stadtrat, 1911-1987  

53

Caspary
Weickmann

83

Blohm

113

Heitzer

143

Röhl

173

Gruber Otto, "Srahlgruber", Kaufmann 1900-1969

24

Dietl

54

Unnützer

84

Eder

114

Zentz
Francke

144

Bader
Incrisch

174

Lutz
Ritter

25

Mack

55

Wuesthoff Freda, Physikerin, 1896-1956

85

Jungwirth
Mark

115

Heßdörfer Ludwig, Präsident Bundesfinanzhof
1894-1988

145

Preetorius Emil, Bühnenbildner 1883-1973

175

Wittmann
Steub

26

Theobald

56

Mann

86

Weixner

116

Strachwitz

146

Liebig

176

Fischer

27

Doerfler

57

Blank

87

Volkhardt
Brssich de Savetich

117

Freymuth Emil, Architekt, 1890-1961

147

Bühler

177

Diepold

28

Meyer

58

Gaertner

88

Then

118

Schneider
Legorje

148

Brunnmeier, Alfred J.
1932-2009 
StB/WP  Bogenhausen
Bild

früher:Bayer

178

Kästner Erich, Schriftsteller 1904-1974
Enderle

29

Kuttner Ludwig, Kaufmann, 1912-1983

59

Hürlimann

89

Schörghuber

119

Reitmeyr

149

Schmid

179

Feiler Max Christian, Schriftsteller, 1904 - 1973

30

Frank

60

Graf Oskar Maria, Dichter, 1894-1967

90

Lowitz

120

Kronenberg

150

Leibrecht

180

Stengel
Poehlmann

Die Urnengräber

U1

U6

Erb Willi, Architekt 1885 - 1977

U11

U17

U21

Hauffe Hans Günther, Rechtsanwalt, Schriftsteller, 1904-1985

U26

U2 U7 U12 U18 U22 U27
U3

U8

Karl Georg, Buch- und Kunstantiquar 1892-1979

U13

U19

U23

U28

Wagner Richard, Physiologe, 1893-1970 

U4

Breitbach Josef, Schriftsteller, 1903-1980 

U9

Valenci Peps (Josef), Universitäts- tanzlehrer, 1892 - 1977

U14

U20

U24

U29

U5

U10

U15

U21

U25

Wilkens Alexander, Astronem, 1881 - 1968

U30

Hielscher Erwin, Stadtkämmerer, 1898-1971

Die Gräber an der Kirche

K4 Selmayr, Josef, Ziegeleibesitzer, 1851 - 1909
K10

Soldner Johann Georg von, Astronom 1776-1833

K11

Delp
Wehrle


 

zum Seitenanfang

 

Joseph Breitbach   (1903 -1980)

 

Urnengrab U 4

zum Bild des Urnengrabes





WEITERES

   Der Wallstein Verlag, Göttingen eröffnet 2006 die Werkausgabe mit dem Roman "Die Wandlung der Susanne Dasseldorf" und mit Briefen und Dokumenten zu diesem Roman.

   Der reich bebilderte Begleitband enthält bisher unbekanntes Material zu Leben und Werk Breitbachs, der zeitlebens nur wenig von sich selbst preisgab. Erstmals werden mehr als 100 unzensierte Briefe des Autors an seinen Jugendfreund Alexander Mohr abgedruckt und Akten aus Archiven ausgewertet, die die Hintergründe des Romans erhellen und durch Parallelen als Quelle zur Biographie und zum Werk Breitbachs eine Sensation sind.

   Eintrag bei Wikipedia

Geboren 20. September 1903 in Ehrenbreitstein/Koblenz
gestorben 9.Mai 1980 in München (seinem zweiten Wohnsitz seit 1961 neben Paris)




Joseph-Breitbach-Preis

"Joseph Breitbach liebte die Literatur - und kannte das Leben. Er stand der Kommunistischen Partei nahe und entfernte sich wieder von ihr, verließ Deutschland, nachdem die Nazis seine Schriften auf die Ehrenliste der verbotenen Bücher gesetzt hatten, gab 1937 in Paris seinen deutschen Pass zurück, schloss sich für die "Dauer des Krieges" der Fremdenlegion an und engagierte sich in der Rèsistance, wartete als Staatenloser bis 1945 auf seine Einbürgerung in Frankreich und führte danach, begünstigt durch ein beträchtliches Vermögen, die Existenz eines von Anpassungsdruck freien "homme de lettres".

Breitbach war ein literarischer Magnet. ..Er traf alle bedeutenden europäischen Autoren - und jeder kannte ihn. Politisch verhielt sich Breitbach oft inkorrekt - und hatte eine diebische Freude dabei. Er konnte mit Widerspruch, nicht aber mit Unlauterkeit leben. In der Regel hing er sein Mäntelchen gegen den Wind - auf die Gefahr sich hin, sich in den Stürmen der Zeit zu erkälten. Auf die Frage, welches Werk der Weltliteratur er selbst gerne geschrieben hätte, würde er, der als seine Lieblingsbeschäftigung "das Entlarven" nannte, wohl Molières Tartuffe gewählt haben.

Der "civis Rhenanomosellanus", wie er sich selbst nannte, war von einer Kultur fasziniert, in der Weinhändler Gesundheitsminister wurden, Kardinäle an den Konjunktiv glaubten, in politischen Kommuniquès, damit jeder sie sofort verstand, die Fabeln La Fontaines zitiert wurden, und ein großer Kenner Hölderlins, Pierre Bertaux, als sei es die selbstverständlichste Sache der Welt, Chef der Suretè werden konnte. In Breitbachs 1978 gesammelten Feuilletons kann man diese Faszination heute nacherleben.

Joseph Breibach war ein Mittler zwischen Erbfeinden, französischer Freund und deutscher Schriftsteller zugleich, Kerneuropa in einer Person."

Wolf Lepenies in der SZ zum 100. Geburtstag

 

Stationen u.a.: Lehre als Verlagskaufmann. Schriftsteller. Journalist. Zeitweise Mitglied in der KP. Lebt seit 1929 in Frankreich. 1933 Verbot seiner Bücher in Deutschland. 1937 gibt er seinen deutschen Pass ab. 1939 Internierung in Frankreich. Arbeitet für den französischen Geheimdienst und hat Verbindung zur . 1945 erhält er die französische Staatsbürgerschaft. Ab 1961 wieder Wohnsitz in Deutschland. 1963 ausgedehnte USA-Reise. 1966 finanziert er die Gründung  von  "Quinzaine Littéraire". 1980 Herzoperation in Paris. Die Vaduzer Breitbach-Stiftung vergibt seit 1998 die z.Z. höchstdotierte Auszeichnung für deutschsprachige Schriftsteller, den Joseph-Breitbach-Preis.

Arbeitsgebiete: Erzählung, Drama, Roman, Kritik

Auszeichnungen/Ehrungen/Preise (Auswahl): Bundesverdienstkreuz (1962). 
Prix Combat (1965). Grosses Bundesverdienstkreuz (1969). Goethe-Medaille (1975). Grosses Verdienstkreuz mit Stern der BRDeutschland (1979).
- Seit 1966 Mitglied in der Bayerischen Akademie.

November 1966

„Ohne Zweifel hat man niemals einen Schriftsteller gesehen, der sich so viel Mühe gegeben hat, andere Autoren bekannt zu machen.“ 

Joseph Breitbach lud an zwei Abenden jeweils drei Dutzend seiner Bekannten in das Münchner Volkstheater ein, weil er von dem Stück „Der starke Stamm“ von Marieluise Fleißer so begeistert war. Zuvor hatte er bereits allen Fleißers Buch „Avantgarde“ (1963) geschickt.


Quelle:

Joseph Breitbach und Ernst Robert Curtius.
Eine Momentaufnahme aus derHeidelberger Bibliotheks- und Geistesgeschichte von Achim Bonte

 

Alphabetische Personenübersicht

zum Seitenanfang

 

Soldner, Johann Georg von
(1776 - 1833)

Sternwarte in Bogenhausen

Soldner stammte aus Mittelfranken und hatte seine astronomische Ausbildung bei Bode in Berlin erhalten. Dort war auch seine erst über 100 Jahre später in ihrer Bedeutung erkannte Arbeit "Über die Ablenkung eines Lichtstrahls von seiner geradlinigen Bewegung, durch die Attraktion eines Weltkörpers, an welchem er nahe vorbeigeht" entstanden, die ihn zu einer Art Vorläufer Einsteins werden liess. Ab 1805 hatte er die Vermessung des damals noch preussischen Fürstentums Ansbach geleitet, bevor er 1808 als Trigonometer bei der in München gerade neu gegründeten Steuervermessungskommission eingestellt worden war. Hier hatte er in den folgenden Jahren die theoretischen Grundlagen für die bayerische Landesvermessung gelegt, als deren Vater er angesehen wird. U.a. auch wegen dieser Verdienste wurde ihm später der persönliche Adelstitel verliehen.

Soldner Bild

Gedenkstein für Soldner vor dem Vermessungsamt im Lehel 

P. Alfred Delp S.J.(1907-1945)

"Im Angesicht des Todes"  

 

1907

15. September: Alfred Friedrich Delp wird als Sohn des Kaufmanns Friedrich Delp und dessen Frau Maria (geb. Bernauer) in Mannheim geboren.

1924

Auf Wunsch des Vaters protestantisch getauft, konvertiert Delp zum Katholizismus.

Er wird durch die Jugendbewegung geprägt.

1926

Nach dem Abitur tritt er in die Gesellschaft Jesu ein.

1935

Delps erstes Buch "Tragische Existenzen" erscheint. Ausgehend von Martin Heideggers Existenzphilosophie, entwickelt er darin sein System des "theonomen Humanismus". In diesem Werk zeigt er seine Vorstellungen einer christlich geprägten, aber sozialen Grundsätzen verpflichteten Gesellschaft nach dem erhofften Zusammenbruch des NS-Regimes auf.

1937

Nach der im Jesuiten-Orden üblichen Ausbildungszeit wird Delp zum Priester geweiht. Er wird Mitarbeiter der Zeitschrift "Stimmen der Zeit" in München. 

1939

Er wird einer der Schriftleiter der Zeitschrift.

1941

Nach dem Verbot der Zeitschrift sowie der Enteignung des Redaktionsgebäudes durch die Nationalsozialisten zieht sich Delp nach München-Bogenhausen zurück. Er wird Prediger der dortigen Gemeinde St. Georg.

1942

Auf Wunsch seines Provinzials tritt er in Kontakt mit dem "Kreisauer Kreis" um Helmuth James Graf von Moltke. Delp erarbeitet die Grundlinien einer katholischen Soziallehre für die Neuordnung der Gruppe, verfaßt Denkschriften zur "Arbeiterfrage" sowie zum "Bauerntum" und stellt Kontakte zu Münchener Widerstandskreisen her.

1944

20. Juli: Im Gegensatz zu anderen Kreisauern ist Delp an den Umsturzplänen, die dem Attentat auf Adolf Hitler vorausgingen, nicht beteiligt.

28. Juli: Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli wird Delp verhaftet.

1945

11. Januar: Delp wird zusammen mit Moltke vom Volksgerichtshof wegen Hoch- und Landesverrats zum Tode verurteilt.
2. Februar: Alfred Delp wird in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

1956

Postum werden seine gesammelten Aufzeichnungen und Briefe aus dem Gefängnis unter dem Titel "Im Angesicht des Todes" veröffentlicht.

 

 

 

Proebst Hermann

Wie hat er schon als Student die Kulturlandschaft um Wasserburg am Inn beschreiben können! Später so oft entscheidende geistesgeschichtliche Situationen des 19. Jahrhunderts erzählend geschildert! Mit der Feder in der Hand ist er am Schreibtisch in der SZ-Redaktion gestorben.

Aus: Norbert Lieb - St. Georg in München-Bogenhausen

Knappertsbusch Hans

Seine Popularität in München ist legendär. Wenn er am Pult erscheint, einerlei, ob in der Oper oder auf dem Podium, empfängt ihn ein Beifallsorkan, den er, nach einer kurzen kappen Verbeugung, mit dem Zeichen zum ersten Einsatz rücksichtslos abstoppt. Am Schluß der Aufführungen beginnen die Ovationen von neuem; im Konzert erscheint er zwei- oder dreimal, um dafür zu danken, in der Oper fast nie. Dort tönen die Rufe 'Knappertsbusch' noch durchs Haus, wenn er schon im Restaurant der 'Vier Jahreszeiten' sitzt, wo er wegen seiner kulinarischen Kennerschaft ein hochrespektierter Gast ist. Gelegentlich sieht man seine distinguierte Erscheinung promenierend in der Stadt: nie ohne Spazierstock, nie ohne Handschuhe, nie ohne Perle in der aufs korrekteste gebundene Krawatte. Und die breitrandigen Hüte, ehemals Kalabresen genannt, die er trägt, kennt in München sozusagen jedes Kind. ...

Wahrscheinlich ist er der einzige unter den heute lebenden großen Dirigenten [geschrieben 1958 zum 70. Geburtstag], dessen künstlerisches Weltbild vollkommen unerschüttert und gleichsam abgedichtet gegen alle späteren Wandlungen dieses Jahrhunderts geblieben ist, das für ihn dramatisch in Wagner, symphonisch in Bruckner kulminiert.... 

Im übrigen fügt es sich ins Bild der aus schwer zu vereinbarenden, oft geradezu widersprüchlichen Wesenszügen zusammengesetzten Persönlichkeit Knappertsbusch, daß er, obgleich er sich seiner Wirkung aufs Publikum völlig bewußt ist, im Innersten seiner Kunstausübung von einer großartigen, herrenhaften Distanziertheit bleibt. Das hat ih, dessen größte Stunde doch angesichts der Wagner-Vernarrtheit Hitlers gekommen schien, ein für allemal von den vulgären nazistischen Kunstrummel geschieden...

K. H. Ruppel - Musik unserer Zeit - 

Vor 70 Jahren erschien in den Münchner Neuesten Nachrichten ein Aufruf, in dem sich die "Richard-Wagner-Stadt München" gegen Thomas Mann und seinen Essay "Leiden und Größe Richard Wagners" verwahrte. Der Text ist von einer Bombastik, die etwas Komisches hätte, wäre sie nicht Ausdruck dessen, was sich bald grausig austoben sollte, Das heißt: Komisch ist es nach wie vor, wenn man liest, dass einer wie Mann "kein Recht auf Kritik wertbeständiger deutscher Geistesriesen" habe. Den Protest unterzeichneten Geistesriesen wie Gulbransson, Knappertsbusch und Pfitzner.

Aus SZ 17.10.2003  von Hermann Unterstöger

 

... Generalmusikdirektor Knappertsbusch hat dieses Schreiben der Akademie vorgelegt, und wir haben alle unterschrieben. Jede Zeit hat ihr Nervöses. Warum das herausfordern. Vielleicht ist es jetzt weniger interessant, mit welcher Unterhose Wagner seine Musik machte.  Mir hat es den Magen umgedreht, zu unterschreiben gegen einen Mann mit Frau, die ich kenne und verehre seit 30 Jahren ...

Gulbransson an "Neue Rundschau" (1933)

... Zeichne - unterschreibe nicht ...

Erika Mann an Gulbransson

 

Ehemalige Leichenhalle an der Nordseite des Friedhofs

(etwa an der Stelle des Grabes von Hans Knappertsbusch)

Winfried Seipolt lebte mit zwei Mitstudenten der Theologie im Sommersemester 1950 in dieser Leichenhalle. Im linken Seitenbau war eine Kochgelegenheit und die sanitären Einrichtungen. In der Haupthalle haben die Studenten auf amerikanischen Feldbetten geschlafen .

Im Obergeschoß war ein Raum als Treffpunkt für die St. Georg Pfadfinder.

Es kam durchaus vor, dass in diesen Räumlichkeiten Fest mit 40 Leuten gefeiert wurde.

Foto 1950

Aus einem Interview von Rosel Termolen für die SZ (1977) mit Prof. Ratzinger:

Ratzinger Kaplanzeit in der Pfarrei Heilig Blut begann 1951mit einer "Ausleihe". Er wurde nach Moosach weitergeschickt. ... Nach vier Wochen endlich Bogenhausen

"Prälat Blumenschein war ein Original, aber auch ein herausragender Seelsorger, der mit seiner schlichten Gläubigkeit die vorwiegend intellektuellen Mitglieder seiner Pfarrei mehr beeindruckte als er es mit intellektuellen Reden gekonnt hätte."

"Die Jugend in Bogenhausen war ungemein aktiv. Die Pfadfinder, die Pfarrjugend und die Heliand-Gruppe beschlagnahmten mich sofort. Sie hatten das alte Leichenhaus von St. Georg als Jugendheim ausgebaut - und wenn man sich's heute auch nicht mehr vorstellen kann: es war schön!"

Ratzingers Tageslauf war reichlich ausgefüllt. Sechs bis sieben Beichthören, sieben Uhr Messe, um acht Uhr Unterrichtsbeginn - denn Ratzinger war zugleich Religionslehrer an der Gebeleschule am Herkomerplatz. Es ergab sich auch, dass er am Sonntag bei der Frühmesse und beim Kindergottesdienst predigen musste:

"Was ich eigentlich nicht beabsichtigte: Die Erwachsenen fühlten sich von den Kinderpredigten oft mehr angesprochen als von den Ansprachen, die ich für die sorgfältig präpariert hatte."

 

Im Jahre 2000 führte Peter Seewald auf dem Montecassino einige Tage lang ein Gespräch mit Kardinal Ratzinger über den Glauben. Darin erinnert sich Ratzinger auch an seine Kaplanszeit in München. Seewald fragte, ob er sich vorstellen kann, dass auch ein Papst vom Zweifel oder gar vom Unglauben befallen wird?

"Vom Unglauben nicht, aber dass auch er unter den Fragen leidet, die das Glauben schwer machen, das sollte man sich schon vorstellen. Mir ist als Kaplan eine kleine Begegnung aus München unvergesslich geblieben. Mein damaliger Pfarrer Blumschein war mit dem Pfarrer der benachbarten evangelischen Pfarrei befreundet. Eines Tages kam Romano Guardini zu einem Vortrag, und die beiden Pfarrer konnten mit ihm reden. Ich weiß nicht, wie das Gespräch verlaufen ist, aber Blumenschein hat mir dann ganz entgeistert erzählt, Guardini hätte gesagt, es wird, wenn man älter wird, nicht leichter mit dem Glauben, sondern schwerer. Guardini mag damals so um die fünfundsechzig oder siebzig Jahre alt [Guardini war 1951/1952 - 66/67 Jahre alt] gewesen sein. Natürlich, das ist die spezifische Erfahrung eines Menschen, der an sich schwermütig war und viel gelitten hat. Aber, wie gesagt, ganz erledigt ist die Sache nie. Andererseits wird es irgendwie leichter, weil auch die Flamme des Lebens kleiner wird. Aber solange man unterwegs ist, ist man unterwegs."

zum Seitenanfang

 

Weitere Links

 

 

Grabstätten von Persönlichkeiten 
aus aller Welt

St. Ludwig, München

Friedhof am Perlacher Forst, München

Weiße Rose

Der verlorene Sohn (TAM)

Ölkreide 


Grab 136

Hans-Jochen Vogel zu seinen Eltern in br-alpha

"Wenn Sie erlauben, würde ich nun unseren Zuschauern gerne den Menschen Hans-Jochen Vogel näher bringen. 
Sie sind am 3. Februar 1926 in Göttingen geboren, Ihr  Vater war gebürtiger Münchner. 
Welches Verhältnis hatten Sie zu Ihren Eltern? Wie sind Sie erzogen worden?

Dr. Vogel:

Es war ein ausgesprochen bürgerliches Elternhaus: natürlich von der Art, wie man eben in einer Familie in den zwanziger und dreißiger Jahren dieses Jahrhunderts lebte. In der Familie herrschte ein gutes Klima, und meine Mutter hat unseren Weg in diesen ersten Jahren ganz besonders begleitet und geprägt. Ich sage "unseren Weg", weil ich dabei auch an meinen Bruder denke. Mein Vater befand sich in einer nicht ganz einfachen Lebenssituation, denn er hatte vor 1933 Sympathien für die NSDAP besessen und war auch schon im Jahr 1932 in die Partei eingetreten. Er hat dann aber schon ab 1934/35 die Nazis immer schärfer kritisiert. In seinen Äußerungen ab diesem Zeitpunkt kam dabei immer fast so etwas wie Haß zum Ausdruck, so daß ich ihn als Bub manchmal gefragt habe: "Vater, du wirst doch als Beamter von diesem Staat bezahlt. Wie kannst du denn da in einer solchen Art und Weise Kritik äußern?" Insgesamt aber erinnere ich mich gerne an diese Jugendjahre. Ich habe in Göttingen zunächst die Volksschule besucht und dann in Gießen das Gymnasium. In meiner Kindheit war ich auch Meßdiener. Nein, die Erinnerung an diese Zeit und an beide Eltern ist wirklich warm und herzlich.

Herr Reuß:

Sie haben 1943 während der Kriegszeit das Abitur gemacht und wurden dann auch noch eingezogen. In Italien sind Sie verwundet worden und kamen dann in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Hat Sie diese Kriegsgefangenschaft in irgendeiner Weise geprägt?

Dr. Vogel:

Das glaube ich nicht, denn dafür war sie zu kurz. Ich hatte großes Glück: Ich bin nur etwa ein Vierteljahr in Gefangenschaft gewesen und kam dann schon Mitte Juli mit den ersten Zügen, die wieder fuhren, über den Brenner nach Heufeld bei Bad Aibling. Dort gab es dann noch einmal acht Tage, die von den äußeren Bedingungen her außerordentlich unangenehm waren. Aber ich wurde dann schließlich doch zusammen mit einer größeren Gruppe entlassen. Ich konnte ein bißchen Englisch und habe daher während der Zeit aus der amerikanischen Armeezeitschrift "Stars and Stripes" Meldungen übersetzt, die dann an einem Schwarzen Brett angeheftet wurden. Außerdem muß ich korrekterweise sagen, daß die Lebensbedingungen in diesen Lagern erträglich bis gut waren. Wir hatten weder Hunger noch sonstwie unangenehme Bedingungen zu erleiden: Insofern war das für mich keine prägende Periode. Aber die Kriegsteilnahme als solche hat für mein späteres Leben doch immer wieder im Sinne des "Nie-Wieder" eine Orientierung bedeutet."



 


  Gruber 
  




  



   Grab Nr. 111    


  Die Gründer der Firma Stahlgruber



 

ZUM SEITENANFANG



Inschrift am Kreuz von Hans Wimmer

Inquietum est cor nostrum, donec requiescat in te

Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in Dir

Augustinus, confessiones, I, 1

 

Neue Gräber

 

Brunnmeier, Alfred J.
1932-2009 
StB/WP  Bogenhausen

Grab 149

Bild