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SYMPHONIEN |
Wie in
meinem Empfinden die Musik Anton Bruckners Gestalt wird, |
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Messe in f-moll |
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"Für
einen normalen Menschen ist die Zeit das, was nach dem Anfang kommt.
Sergiu Celibidache
Mariss Jansons "Für mich hat die Musik Anton Bruckners eine Qualität, die sie von den Werken der meisten anderen Komponisten absetzt, ja darüber erhebt: Majestät. Diese würdige Erhabenheit, diese empfindsame Tiefe finden wir sonst nirgendwo. Heutzutage verspüren wir ein Bedürfnis nach der klaren Reinheit, der geistvollen Einfalt Brucknerschen Musik; deshalb schätzen wir sie heute mehr denn je." Lorin Maazel (1998) Der 2. Symphonie Alfred Schnittkes liegt ein persönliches Erlebnis des Komponisten in der Stiftskirche St. Florian zugrunde, die er 1977 besuchte. "Wir erreichten St. Florian in der Abenddämmerung, als der Zugang zu Bruckners Grabstätte nicht mehr geöffnet war. Die kalte, dunkle Barockkirche hatte etwas Geheimnisvolles. Irgendwo in der Kirche sang ein kleiner Chor die Abendmesse: eine 'Missa invisibilis'. Als wir die Kirche betreten hatten, ging jeder von uns in eine andere Richtung, um die kalte und mächtige Weite des Raumes ungestört auf sich einwirken zu lassen. . . . Die vier Sätze folgen der gewöhnlichen Meßordnung, und in den Choralabschnitten werden liturgische Melodien zitiert. . . . Die Symphonie ist zwar gleichzeitig eine Messe, ist aber weniger Messe als Symphonie, weil sich das, was auf die Messe bezieht, meist nur am Anfang eines Satzes ereignet." Alfred Schnittke im Booklet zur 2. Symphonie (BIS)
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Wie war Bruckner ?
Ein armer, verrückter Mensch, den die Pfaffen von St. Florian auf dem Gewissen haben? (Brahms)
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Symphonie IN D-MOLL "Nullte" |
eigene Zeichnung entstanden beim Hören des Werks |
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Gehört
mit
dem Symphonieorchester des Bayerisches Rundfunks |
Mariss
Jansons |
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TAM "In
Anton Bruckners entwaffnend grandioser III. Symphonie drängen die
motivischen Entwicklungen immer wieder zum blech-gepanzerten Choral, zum
überirdisch festlichen Fortissimo-Flimmern - wie zu einer Erlösung! .
. . Nun hatte Thielemann in Münchens Philharmonie die umfängliche Erstfassung von 1872/73 dieser vom Komponisten immer wieder umgearbeiteten Symphonie gewählt. Deren Reichtum beschwört den visionären Gegensatz zwischen donnernd Choralhaftem und empfindsam Meditativem fast süchtig - zumal in der Durchführung des ersten Satzes, auch im Adagio. Thielemann stellt sich dieser mystischen Vielfalt, indem er, immer freier werdend, eine höchst spannende Pausen-Dramaturgie bietet. . . . Momente wie die immer wiederkehrende, berühmte "Marien-Cadenz" im langsamen Satz, wie der von Thielemanns Pausen eben nicht zerrissene, sondern vielmehr verklärte meditative Beginn der Durchführung des Kopfsatzes oder auch gewiss das überlange Finale gewannen so an immenser Eindringlichkeit. . . ." JOACHIM KAISER in der SZ vom 25.4.2009 |
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mit
dem Bayerischen
Staatsorchester unter Kent Nagano am 30./ und 31.5.2006
mit den Münchner Philharmonikern unter Ingo Metzmacher am 15.Februar 2004 (2. Fassung)
mit den Münchner Philharmonikern unter Christian Thielemann am 21.Februar 2008 (Endfassung 1880/1881) |
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Eine
der wenigen schriftlich fixierten (privat-)philosophischen
Äußerungen Bruckners fällt in das Jahr 1874, in das Entstehungsjahr
der Urfassung seiner IV. Symphonie: "Weil die gegenwärtige Weltlage geistig gesehen Schwäche ist, flüchte ich zur Stärke und schreibe kraftvolle Musik."
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Der Titel „Bruckner-Orchester“, den die Münchner Philharmoniker sich seit langem erworben haben, bezieht sich gewiss auf ihre einhundertzehnjährige, an Bruckner-Sternstunden reiche Geschichte, zu der auch gehört, dass Ingo Metzmachers (neulich gestorbener) Vater von 1930 an Solocellist im Orchester war. Bezieht sich genauso auf die spezifischen Spiel- und Klangqualitäten des Orchesters, auf den Sound mit seiner Verschmelzungsdichte der Klanggruppen, die Phrasierungsgenauigkeit, die Art, Übergänge völlig organisch zu gestalten. Die Musiker der Münchner Philharmoniker – rund zwei Drittel spielten wohl noch unter Celibidache – haben es verinnerlicht, aufeinander wie auch auf die Musik selbst intensiv zu hören. Ein dunkel timbrierter, warmer Streicherklang, ausdruckssatte Holzbläser, weiche Hörner, nie lärmendes Blech – man kann sagen, dass sich mit dem sicheren Dispositionsgefühl für Steigerung und machtvolle Klangentfaltung eine Bruckner-Symphonie ideal verwirklichen lässt. So „floss“ das Stück mit beeindruckender Selbstverständlichkeit sozusagen aus dem Orchester heraus. Und Ingo Metzmacher, der seinen internationalen Ruf festigen kann (wie soeben in Zürich, Mailand, London bestätigt), hat an Dirigiersouveränität noch gewonnen. Er steuert das Orchester mit deutlichen klaren Gesten durch die Partitur. ... Natürlich hört der 43-jährige Musiker die Bruckner-Symphonie deutlich schneller und leichter als der alte Celibidache, was allerdings auch zur Folge hat, dass die großen Steigerungswellen von Kopfsatz und Andante etwas weniger plastisch in Erscheinung treten. Doch wie beeindruckend auch diesmal, so wie vor zehn, fünfzehn Jahren, die herb-elegischen Bratschen-Rezitative über den Streicher-Pizzicati! Und natürlich könnte sich der musikalische Raum gewiss noch weiter öffnen, der Atem länger werden. Schade, dass das allzu rasche Scherzo-Tempo die hektischen Holzbläsereinwürfe um eine Spur zu flüchtig werden lässt. Dennoch aber: Die Aufführung besticht durch eine in der musikalischen Architektur sicher und überschaubar, fließend in Klang gesetzte konzeptionelle Geschlossenheit. Und die in die Tiefe bohrenden Denkens führende Klangkombinatorik, die phantastisch dichte Themendurchführungsarbeit Anton Bruckners, wie Celibidache sie prachtvoll realisieren ließ, sie erfreut sich hier sogar einer gewinnenden Eleganz. Unter diesem Stern stand denn auch die berühmte Coda des Finalsatzes, diese gewaltige Zusammenfassung der Symphonie im Zeichen choralhafter Überwölbung. WOLFGANG SCHREIBER in der SZ vom 16.2.2004 |
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Symphonie Nr. VII in
E-Dur
Generalprobe gehört unter Mariss Jansons mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks am 26.9.2007
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Aus der ambivalenten Begegnung mit den Heiligen, das
erschreckend und beglückend ist in einem, Ehrfurcht fordert und Hingabe.
Aus diesem Spannungsverhältnis erwächst die ungeheure Dramatik. Sie
beruht auf Gegensätzen, die nach christlichem Glauben sowohl in Gott als
auch im Menschen bestehen. ... Bruckners Alltagsfrömmigkeit zeigt nur die
Außenseite einer Religiosität, die in Wahrheit ekstatische Höhen und
lichtlose Abgründe kannte: Glaubensgewißheit und Todesangst. ... Ein
schmerzerfülltes, aber unzerstörbares Credo spricht aus seiner Musik:
Bleibt die heutige Welt ihm taub?
Nehmen wir als Beispiel das unvollendet Finale von Bruckners Neunter Sinfonie. Als der Meister vor 107 Jahren starb, verkündeten seine Nachlassverwalter die verhängnisvolle Mär, dass die hinterlassenen Skizzen zum Finale nur wirres Zeug eines geistig stark Geschwächten seinen und verteilten viele der losen Blätter freigebig unter Freunden und Adoranten. Erst als sich die Herausgeber der Bruckner-Gesamtausgabe vor einigen Jahren wirklich die Mühe machten, das noch vorhandene Material zu sichten, wurde klar, das Bruckner den Satz fast vollständig komponiert und zum gro0en Teil schon instrumentiert hatte. Die nun klar erkennbare Architektur des Finales offenbarte, dass sich das theologische "Programm" der Neunten Sinfonie keineswegs mit dem Verklärungsschluss erfüllt hatte, sondern sich mit der Vision des Jüngsten Gerichts und der Verheißung göttlicher Erlösung runden sollte. Michael Struck-Schloen in der SZ vom 22.10.2003 Besprechung der Aufnahme mit den Wiener Philharmonikern unter Harnoncourt
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Symphonie NR. VIII IN C-MOLL |
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So
erbittert, wie im 1. Satz dieses Werks hat Bruckner noch nie gekämpft! |
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Im 2. Satz
träumt sich der Michel ins Land hinaus. Er reckt und streckt sich in
seiner eckigen, launigen Art. |
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Im Adagio
werden Gefühle der Ehrfurcht, des Dankes, der Erhabenheit geweckt. |
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Der Kampf
des ersten Satzes wird noch einmal aufgenommen, bis Todesstille
eintritt. |
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BRUCKNERS ADAGIO DER IX. SYMPHONIE |
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Ausklang des Daseins, Abschied vom Leben ist dieses ergreifende Finale. Darüber hinaus war es auch ihm versagt, Klänge zu finden. Aber seine Musik gewinnt eine letzte Fülle, Worte, die so häufig missbraucht werden, gewinnen in seiner Musik ihren vollen Klang. Der Jubel eines großen Finales, blieb dem Seelsorger der Töne versagt, an das von ihm geschaffene, an seine Siebte, seine Achte wollte er noch einmal erinnern . Mit seinem Tod verlor er zwar den Bezug zum Sein in Raum und Zeit, aber das durch ihn Gewordene und Gewonnene bleibt solange im Dasein, bis es endgültig im Geheimnis ankommt und mit ihm die letzte Wirklichkeit bilden wird. Nach dem eindringlichen Rufen des Misereres, erbarme dich mein Gott, glänzen die Klangfarben auf zum Entschwinden in der Zeit, die kalten Schatten lösen sich im Glanz des heilenden Lichts. Diese Lösung aus dem Sein in das Geheimnis hinein, sie geschieht hier für uns im Vorausklang, wie sie überall im ganzen Universum, in ungeahnten Formen, in unsagbaren Weisen, in unausdenkbaren Wesen wirklich werden wird. zu meinen Seiten über Bruckner
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BRUCKNERS STREICHQUINTETT |
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ST. FLORIAN |
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Die Gewißheit in St. Florian beigesetzt zu werden [15.10.1896 in der Krypta], beruhigte Bruckner. "Kurz vor seinem Tode ist Wolf [Hugo] noch einmal bei ihm gewesen, doch war er nicht mehr bei klarem Bewußtsein . . . Und was er dort sah, war ganz eigenartig und tief ergreifend: in einem einfachen Metallbett, ganz in die Kissen vergraben, lag Anton Bruckner mit schmal gewordenem, blassen Antlitz, den Blick starr und unbeweglich zur Decke gerichtet, auf den Lippen ein verklärten Lächeln, und sie wie zu seligem Gesang leise bewegend, schlug er mit ausgestrecktem Zeigefinger den Takt zu einer Musik, die nur er zu hören vermochte." Konrad Huschke in der "Allgemeinen Musikzeitung, 1931; Quelle: Werner Wolff, Bruckner, Atlantis 1980 |
Gedenkstein in St. Florian kombiniert mit eigener Zeichnung |
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