EINE SEITE VON THEODOR FREY

Oswald von Nell-Breuning war eine der prägenden Gestalten der Katholischen Soziallehre im 20. Jahrhundert.
"1908 legte er am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Trier die Reifeprüfung ab - hier hatte auch Karl Marx das Abitur bestanden. . . . Zunächst studierte er vier Semester theoretische Physik und Mathematik, es schlossen sich Studien in Theologie und Philosophie sowie in Rechtswissenschaft an; autodidaktisch erarbeitete er sich die Nationalökonomie. . . . 1911 erfolgte der Eintritt in den Jesuitenorden; .  .  . .  1928 wurde er Professor für Moraltheologie, Kirchenrecht und Gesellschaftswissenschaften an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Jesuiten St. Georgen in Frankfurt am Main; . . . Wichtige theoretische Anregungen empfing er, der selbst kein originärer Systematiker und Theoretiker war, vom 'Königswinterer Kreis', einem Zusammenschluss bedeutender katholischer Sozialwissenschaftler.

Unter Pius XI. war er maßgeblich an der Erarbeitung der Sozialenzyklika 'Quadragesimo anno' (1931) beteiligt. Gegenüber 'Rerum novarum' wird der Blick über die Arbeiterfrage hinaus auf die gesamte gesellschaftliche Ordnung gerichtet. In seinen Vorarbeiten für die endgültige Textfassung arbeitete er intensiv auf die Überwindung der gesellschaftlichen Klassen hin. Die Gewerkschaften wurden nicht mehr nur geduldet, sondern ausdrücklich gebilligt. Der Kapitalismus wurde, obzwar als nicht verwerflich gekennzeichnet, nur innerhalb bestimmter Grenzziehungen akzeptiert. Eine berufsständische Ordnung sollte die Klassengegensätze überwinden helfen. Nell-Breuning lag es fern, mit diesem Begriff an sozialromantisch-ständisch geprägte Vorstellungen anknüpfen zu wollen. Die missverständliche Rezeption des Begriffs - vor allem durch die sachlich überhaupt nicht gegebene Verbindung zu nationalsozialistisch- faschistischen Gesellschaftsvorstellungen - sollte aber die Wirkung der Enzyklika nachhaltig beeinträchtigen. Obwohl er während des nationalsozialistischen Regimes kein offizielles Schreibverbot hatte, war ihm das Publizieren praktisch nicht mehr möglich. Er arbeitete in der Finanzverwaltung seines Ordens mit, sah sich, wie viele anderen Ordensangehörigen damals, einer Strafverfolgung wegen angeblicher Devisenvergehen ausgesetzt; die 1943 ausgesprochene dreijährige Zuchthausstrafe musste er aber aufgrund des Haftunfähigkeitszeugnisses des Leibarztes des Münchener Gauleiters nicht absitzen.

Nach dem Krieg beteiligte sich Nell-Breuning intensiv an der Reorganisation des sozialen Katholizismus. Zahlreiche Schulungsmaterialien aus seiner Feder trugen dazu bei, katholisches Gedankengut in gesellschaftliche und politische Bereiche hineinzutragen. Sein Rat wurde seit 1945 von Regierungen, Parteien, Gewerkschaften, aber auch von Unternehmerseite angefragt. Er blieb dabei allen ein kritisch distanzierter Partner, ein oft unbequemer und unbestechlicher Anreger. Er vermied es mit Erfolg, auf eine der gesellschaftlichen Gruppen festgelegt zu werden. . . . Frühzeitig hatte er Kontakt mit einzelnen Vertretern der Sozialdemokratie. Im Gegensatz zu seinem Ordensbruder Gustav Gundlach beurteilte er deren 'demokratischen Sozialismus' positiver. Das am 15. November 1959 verabschiedete Godesberger Programm der SPD kam nach seiner Einschätzung einem 'Kompendium der katholischen Soziallehre' gleich. Die fünfziger und sechziger Jahre waren bestimmt von der Diskussion über Mitbestimmung und Vermögensbildung. Nell-Breunings Plädoyer für eine Umverteilung des Produktivvermögens und für eine weitreichende qualifizierte Mitbestimmung der Arbeitnehmer in Betrieben und Unternehmen brachte ihn in Gegensatz zu anderen Auffassungen auf katholischer Seite. Gleiches betraf sein entschiedenes Eintreten für die Einheitsgewerkschaft. . . . Die intensive wissenschaftliche Auseinandersetzung mit marxistischen Theorien bewog manche Kritiker zum Urteil, Nell-Breuning distanziere sich nicht ausreichend vom Marxismus, seine Kapitalismuskritik falle zu einseitig aus.

Nell-Breuning zeichnete eine asketische Lebensführung aus, er bewältigte die ungeheure Publikationsleistung ohne Mitarbeiter. Themen seiner über 1800 Veröffentlichungen in zahlreichen Sprachen sind Fragen der Wirtschaftsethik, der Wirtschafts- und Sozialordnung, das Verhältnis von Arbeit und Kapital, die Stellung und Bedeutung der Gewerkschaften, die (lebenslange) Auseinandersetzung mit dem Marxismus, die Mitbestimmung, die Prinzipien der katholischen Soziallehre: Gemeinwohl, Subsidiarität und Solidarität. Seine sachbezogene Argumentation versuchte ohne Rückgriff auf kirchliche Autoritäten zu überzeugen. Kennzeichen seiner Arbeiten ist das Streben nach einem Höchstmaß an begrifflicher Klarheit. . . . Bis ins letzte Lebensjahrzehnt begleitete er die gesellschaftliche und politische Diskussion mit kritischen Stellungnahmen. Die Auseinandersetzung um die 35-Stunden-Woche Mitte der 80er Jahre war ihm Anlass, eine Verkürzung der Arbeitszeit zu fordern, wobei er im Gegensatz zu den Gewerkschaften allerdings einen Lohnverzicht einforderte. Erst kurz vor seinem Tod beendete der Hochbetagte seine rege Vortragstätigkeit."

Quelle: Auszüge aus dem Kirchenlexikon

 

Das Friedrich-Wilhelm- Gymnasium (FWG) ist eine der ältesten Schulen Deutschlands. Es wurde bereis 1561 als Jesuitenkolleg gegründet.



Um 1930 nahm Johannes Joseph van der Velden Verbindung zu damals führenden Soziologen und Sozialwissenschaftlern auf und führte sie zu Konferenzen im Haus der Christlichen. Gewerkschaften in Königswinter zusammen. Aus diesen Zusammenkünften entstand der 'Königswinterer Kreis' zu dem neben Oswald von Nell-Breuning, Gustav Gundlach und Paul Jostock gehörten.



Quadragesimo anno (lat. für im vierzigsten Jahr) ist eine 1931 von Papst Pius XI. veröffentlichte Enzyklika. Ihr Name leitet sich aus den Anfangsworten ab und bezieht sich auf den vierzigsten Jahrestag der Veröffentlichung der Enzyklika Rerum vovarum unter Papst Leo XIII.

Die Enzyklika spricht, über die Arbeiterfrage hinaus, die gesellschaftliche Ordnung insgesamt an. Sie drängt auf Gesellschaftsreformen und entfaltet unter diesem Aspekt die Gedanken des Subsidiaritätsprinzips und der beruflichen Ordnung. Das Prinzip der Subsidiarität garantiert gesellschaftliche Freiräume. Sie sucht nach Wegen der angemessenen Hilfe durch staatliche oder kommunale Stellen.



Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen
Frankfurt am Main

 
Zur Geschichte der Hochschule . .
 

Zum Nell-Breuning-Institut mit seinem Lebenslauf . . .


Auswahlbibliographie

Soziallehre der Kirche. Erläuterungen der lehramtlichen Dokumente, Wien: Europaverlag, 3. Aufl. 1983.

Arbeit vor Kapital. Kommentar zur Enzyklika Laborem Exercens, Wien: Europaverlag 1983.

Gerechtigkeit und Freiheit. Grundzüge katholischer Soziallehre (Geschichte und Staat 273), München: Olzog 1985.

Kapitalismus kritisch betrachtet. Zus Auseinandersetzung um das bessere »System«, Freiburg: Herder 1986.

Grundsätzliches zur Politik. München: Olzog 1975.

Soziale Sicherheit. Zu Grundfragen der Sozialordnung aus christlicher Verantwortung, Freiburg: Herder 1979.

Den Kapitalismus umbiegen. Schriften zu Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft, Düsseldorf: Patmos 1990.

Arbeitet der Mensch zuviel? Freiburg: Herder 1985. Unsere Verantwortung. Für eine solidarische Gesellschaft, Freiburg: Herder 1987.



Zu den Grundwerten der katholische Soziallehre . . .




WIRTSCHAFTSETHIK 
nach Oswald von Nell-Breuning 

In einem umfangreichen Artikel setzt sich im "Staatslexikon" Oswald von Nell-Breuning mit der Wirtschaftsethik auseinander. Der Artikel wurde 1963 veröffentlicht, ist aber auch heute noch in vielen Punkten bedenkenswert. Hier die Grundzüge:

Für Nell-Breuning ist Wirtschaft ein "menschlicher Handlungszusammenhang mit dem Ziel der Unterhaltsfürsorge, das ist der Versorgung mit allem, dessen der Mensch als raum- und zeitgebundenes Geist-Leib-Wesen bedarf, um als einzelner und in der Gemeinschaft ein seiner Menschenwürde entsprechendes ('kulturelles') Leben führen zu können. " 

"Subjekt des Wirtschaftens ist aber nicht nur und nicht einmal an erster Stelle das gesellschaftliche Ganze, sondern sind vor allem die Einzelmenschen sowie eine Vielfalt von sozialen Gebilden, insbesondere (Familien)Haushalte und Unternehmungen."

"Mögen die einzelnen Wirtschaftssubjekte sich noch so verschiedene Person- oder Wirkziele [finis operantis] setzen (redlicher Erwerb des Lebensunterhalts, Gewinnmaximierung, Expansion, Weckung und Befriedigung bisher unbekannter Bedürfnisse, Eroberung ökonomischer oder politischer Macht oder was immer), das Sach- oder Werkziel [finis operis] ist bei ihnen und beim Sozialprozeß der Gesamtwirtschaft immer ein und dasselbe: die Unterhaltsfürsorge im weitesten Sinn des Wortes oder doch ein Beitrag dazu."

Nell-Breuning bespricht dann die Frage in welchem Maß die 'Kulturfunktion' der Unterhaltsfürsorge (Sombart) geschehen soll. Es kann ein Hochziel sein, sich mit dem Mindestmaß des Versorgtseins zu begnügen, um ganz für andere, auf höherer Wertstufe stehende Dinge frei zu sein. Ganze Zeitalter haben es als eine Gefahr angesehen, wenn der Mensch der Gier nach materiellen Gütern verfällt.  "In der Neuzeit schlug diese übergroße Befangenheit . . . in die entgegengesetzte Einseitigkeit um, die den im wirtschaftlichen Fortschritt und Aufstieg beschlossenen Werten vorbehaltslos gerecht wird, dabei aber die in ihnen liegende Gefahr des Abgleitens in einen praktischen Materialismus übersieht oder doch sich um sie nicht kümmert."

Die christliche Ethik sieht in der Wirtschaft keinen Höchst- oder Letztwert, sondern einen Dienstwert. Wirtschaftlicher Fortschritt ist angemessen, solange die Unterordnung unter die Werte höherer Rangstufe gewahrt bleibt. "Wirtschaft ist nur ein Teilbereich des Lebens, nicht das ganze Leben." . . . "Als Dienerin der anderen, höheren Lebensbereiche muß die Wirtschaft im Konfliktfall gegenüber deren Belange zurücktreten; andererseits aber können diese sie als  ihre tragende Grundlage gar nicht entbehren; die elementaren wirtschaftlichen Notwendigkeiten müssen daher gerade um der höheren Kultursachbereiche willen befriedigt werden." Als Beispiel für eine Konfliktfall greift Nell-Breuning die Sonntagsruhe auf. "Um ihretwillen sachliche Produktionsmittel stillzulegen läuft einer auf den ökonomischen Bereich beschränkten ratio zuwider, ist aber ein Gebot der Menschlichkeit und für den Christen überdies ein Gebot der Gottesverehrung. Alle wirtschaftliche Tätigkeit am Sonntag stillzulegen würde dagegen umgekehrt wichtige humane und religiöse Belange vereiteln." Gefragt ist die richtige Erkenntnis der sachlichen Zusammenhänge und das richtige ethische Abwägen.

Nell-Breunig unterscheidet dann die Normen für die öffentlich-rechtliche Wirtschaftsgestaltung (Wirtschaftspolitik) von denjenigen der einzelwirtschaftlichen Betätigung. Er weist darauf hin, dass Träger des Handelns und damit der sittlichen Verpflichtung in beiden Fällen physische Personen sind. Im ersten Fall handeln sie als Repräsentanten, meist öffentlicher Gebilde, "im zweiten Fall für sich selbst, für ihre Familien, ihren Haushalt oder ihr Unternehmen, oder als 'Manager' (= 'beauftragte Unternehmer') auf Rechnung und Gefahr ihrer Auftraggeber."

ETHIK DER WIRTSCHAFTSGESTALTUNG

Nell-Breuning hält den (Paläo-)Liberalismus mit seinem Glauben an 'Automatismen, die eine 'harmonia praestabilta' gewährleisten soll für ebenso unrealistisch, wie  einen extremen Kollektivismus. Es bedarf daher unumgänglich einer ordnungspolitischen Entscheidung, wie "grundsätzlich das Verhältnis der einzelnen Wirtschaftssubjekte und der Gesamtwirtschaft zueinander gestaltet sein soll; um sie nicht willkürlich, sondern verantwortlich zu treffen, bedarf es einer Norm. "

Ethisch ist ein doppeltes Ziel:
1. ein Ergebnis, das den Bedürfnissen der Menschen quantitativ und qualitativ entspricht und weißt darauf hin, dass darin eingeschlossen ist, daß alle bedürfenden Menschen ihren angemessenen Anteil daran haben sollen.

2. einen Vollzug, der die Menschen nicht als bloßes Mittel für eigene und fremde Zwecke verschleißt, als 'sich selbst entfremdet' (Karl Marx), sondern ihnen vielmehr ermöglicht, in ihrer wirtschaftlichen Betätigung zugleich ihre Selbstbestätigung und Selbstverwirklichung zu finden und zur echten Bewährung und zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit zu gelangen.

Es gilt eine möglichst hohe und dauernde Beschäftigung zu gewährleisten. Der gleiche, wenn nicht ein noch höherer Rang kommt der Stabilität des Geldwertes zu.

Im folgenden Abschnitt zeigt sich m.E. die Grundeinstellung von Nell-Breuning besonders deutlich:

"Der Wirtschaftsgestalter hat den Menschen zu nehmen, nicht wie sie sein sollten, sondern wie sie sind. Sie sind weder Engel noch Teufel; mit lauter Teufeln kann man keine Wirtschaft machen. Bis zu einem gewissen Grad kann  und muß man er das Gewissen der wirtschaftenden Menschen anspannen, darf aber das unerläßliche Maß nicht überschreiten. Da verschiedene Wirtschaftsverfassungen den wirtschaftenden Menschen in sehr verschieden schwere Konflikte zwischen Eigeninteresse und Verpflichtung gegenüber dem Ganzen stellen ("in Versuchung führen"), hat er diejenige zu wählen, die das sachlich Notwendige mit dem geringsten Maß an sittlicher Belastung erreicht. Unter dieser Rücksicht ist eine Wirtschaftsverfassung, die sich der eigenen Initiative und des Eigeninteresses der Wirtschaftssubjekte zu ihren Zieln zu bedienen versteht auch ethisch den Vorzug vor einer solchen, die mit viel Vorschriften (Dirigismus) den Wirtschaftssubjekten ein Verhalten abverlangt, das ihrem Selbstinteresse zuwiderläuft und von ihnen daher, wenn überhaupt, dann nur widerstrebend geleistet wird. "

Nell-Breuning behandelt dann drei Bereiche, die für die Ethik des Wirtschaftens von Bedeutung sind:

1. Die Verteilung

"Seit Jahrhunderten hat die Ethik der Verteilung ihre klassische Form gefunden in der Frage nach dem gerechten preis und gerechten Lohn. Hinter dem individualthischen Problem . . verbirgt sich die sozialethische Frage, welcher Anteil dem selbständig und unselbständig erwerbstätigen Erzeuger einerseits, dem Verbraucher anderseits  an dem zukomme, was wir heute Sozialprodukt nennen. . . . Welche verteilung als gerecht angesehen werden kann, ist in einer dynamisch-expansiven Wirtschaft viel weniger kausal als teleologisch determiniert: Welche Aufgaben sollen - und wollen! - bestimmte Kreise erfüllen; wie müssen sie vermögens- und einkommensmäßig gestellt sein, um  diese Aufgaben . . . erfüllen zu können."
2. Der Wettbewerb

Der Wettbewerb ist "ein zwar für sich allein keineswegs ausreichendes, aber unentbehrliches Instrument, um die Wirtschaft freiheitlich zu ordnen.  . . . Gegen den Wettbewerb wendet man ein, er verstoße gegen das große Gebot der christlichen Ethik, denn er schädige den Nächsten. Auf den gezielten Vernichtungswettbewerb trifft das zu, echter Leistungswettbewerb dagegen kann zwar, muß aber durchaus nicht zu Lasten des Mitbewerbers gehen und noch weniger dies bezwecken. . . . Seinem Sinn nach ist der Wettbewerb viel mehr ein Wetteifer im Bemühen um den Kunden als ein Kampf gegen den Mitbewerber; damit ist der Maßstab gegeben, um wettbewerbliches Verhalten im einzelen ethisch zu beurteilen."

3. Die Werbung

"Im Verhältnis zur umworbenen Käuferschaft ist informatorische Werbung sachdienlich und ist ethisch auch dann bedenkenfrei, wenn sie Wünsche nach bisher Unbekannten weckt. Fragwürdig ist die suggestive, erst gar die den Weg über das Unterbewußtsein wählende Werbung, die es darauf ablegt, Begehren, auch wenn es mangels ausreichender Kaufkraft unerfüllt bleiben muß, hervorzureizen."

Zur Werturteilsfrage der Wirtschaftswissenschaft stell Nell-Breuning fest, daß die Praxis längst entschieden hat, daß die Wirtschaft ohne ethische Normen nicht auskommt und daß eine nicht wertende Wirtschaftswissenschaft sich selbst zur Unfruchtbarkeit verurteilt."

Interessant wäre es natürlich, wie sich Nell-Breuning zur heutigen Finanz- und Wirtschaftskrise äußern würde!

 

Quelle: "Staatslexikon" Herausgegeben von der Görres-Gesellschaft - Achter Band - 1963

 






Zielkonflikt Eigentümer vs. Manager

Im Sinne der Prinzipal-Agent- Theorie neigt der Manager im Gegensatz zum Eigentümer zu Kurzfristhandlungen. Auch haben Untersuchungen gezeigt, dass managergeführte Unternehmen eher den Umsatz steigern als den Gewinn und der Anteil der 'fringe-benefits' in diesen Unternehmen signifikant höher ist.

[Als Fringe Benefits werden keine gesetzlich verankerten Zusatzleistungen, sondern freiwillige Zuwendungen von Unternehmen an seine Mitarbeiter bezeichnet. Die Wendung stammt aus dem englischen Sprachgebrauch und kann mit „zusätzliche Leistungen“ oder „Gehaltsnebenleistungen“ übersetzt werden.]

Im schlimmsten Fall beuten die Manager die Eigentümer aus (wobei hier nicht der klassische, im marxschen Sinne gedachte Ausbeutungsbegriff verwendet wird; daher wäre es genauer zu sagen: ausnutzen.)

Quelle: Wikipedia