ST. RITA SOLARSTROM                                                      

EINE SEITE VON THEODOR FREY


Die Zielsetzung        Die Leistung der Anlage             Die Anlage
 

              
                

Die Leistungsentwicklung in den einzelnen Jahren
  

Bilder der Anlage       

 

Solarstrom für Entwicklungsländer 

Wider neue Wachstumsfrömmigkeit

Anthropogener Treibhauseffekt

Der Weltbankpräsident zum Umweltschutz

Energien aus der Sonne

Energiequelle Wasserstoff

                                                                        



Die Zielsetzung

St. Rita Solaranlage

    Deutschland hat sich auf dem Weltklima-Gipfel 1992 in Rio de Janeiro das Ziel gesetzt, eine mehr als 25%ige Kohlendioxid-Einsparung bis zum Jahr 2005 gegenüber dem Stand von 1989 zu erreichen. Wir gehören zu den Ländern der Nordhalbkugel, die rd. 20% der Weltbevölkerung ausmachen, aber 80% der Energie auf dieser Erde verbrauchen; damit verbleiben 80% der Weltbevölkerung die restlichen 20% der Energie. Unser Energieverbrauch trägt damit in einem hohen Maße zur Verschmutzung der Atmosphäre bei und Rohstoffe die in Jahrmillionen entstanden sind , werden von uns in kürzester Zeit unwiederbringlich verbraucht.

    Es ist höchste Zeit zum Nachdenken

    "Unser größtes Problem ist, dass wir uns nicht vorstellen, was wir anstellen."

    (Günther Anders)

    Der Arbeitskreis "Schöpfung und Umwelt" der Gemeinde St. Rita in München -Bogenhausenwar der Überzeugung, dass es bei der Verantwortung für die Schöpfung nicht bei Lippenbekenntnissen bleiben darf, sondern dass Überzeugungen in konkrete Handlungen umgesetzt werden müssen, dass Kontemplation und Aktion zu einer Einheit zusammengeführt werden sollten.

    Am 15. Oktober 1997 war es dann soweit. Auf dem Dach des Gemeindezentrums konnte eine Solaranlage in Betrieb genommen werden. Seit dieser Zeit erzeugt sie Strom aus der Sonne.

 

Die Anlage

 

Installierte Gesamtleistung

7,04 kW

Solarmodule

64 Module Siemens M 110

Installierte Gesamtfläche

60 qm

Jahresleistung

ca. 6700 kWh

Gesamtkosten ohne Eigenleistungen

35 500 (netto)

Vergütung der Stromeinspeisung über das Förderprogramm der Stadt München

10 Jahre lang mit € 1,02 je Kilowattstunde

Amortisationsdauer

ca. 5,5 Jahre

Nutzungsdauer der Anlage

ca. 30 Jahre

                                                                 

Bilder der Anlage

                Hermann Dinkel betrachtet das Werk                                                            Theo Frey und Hans-Peter Fenzl bei der Montage

                                                       
Die Leistung


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Die Leistungsentwicklung in den einzelnen Jahren

Energien aus der Sonne

Solarstrom für Entwicklungsländer

Der Club zur ländlichen Elektrifizierung C.L.E. hat sich zum Ziel gesetzt, die Rahmenbedingungen
für den deutschen Photovoltaik-Export zu verbessern und Konzepte für die ländliche Elektrifizierung
in Entwicklungsländern
umzusetzen. In einer jüngst ergriffenen Initiative fordern die derzeit
16 Mitgliedsunternehmen die Bundesregierung auf, ein »Solarstrom für eine Million Hütten«-Programm
zur ländlichen Elektrifizierung in Ländern des Südens ins Leben zu rufen und finanziell zu unterstützen.

Auch in Zeiten knapper öffentlicher Mittel gibt es gute Gründe und Notwendigkeiten
für das Engagement der Bundesregierung in Projekten der ländlichen Elektrifizierung
in Ländern des Südens. 

Drei erklärte Ziele der Bundesregierung und der Weltgemeinschaft
können hier gleichzeitig aktiv angegangenen werden:

 

1. Verbesserung der Lebensbedingungen der ländlichen Bevölkerung
    
in Entwicklungs- und Schwellenländern.

2. Schaffung von hochwertigen Arbeitsplätzen in Deutschland und
   
in den Zielländern.

3. Verminderung des Anstiegs
   
der CO2-Emmissionen.


Rund fünf Millionen Menschen können mit dem von C.L.E. entworfenen Programm
eine Basiselektrifizierung erhalten, die ihnen eine erhebliche Steigerung
des Lebensstandards ermöglicht. Die dafür von der Bundesregierung
aufzuwendenden Mittel betragen nur einen Teil der von Bundeskanzler Schröder
in Johannesburg 2002 versprochenen 500 Millionen Euro für die Verbesserung
der ländlichen Infrastruktur. Nicht zuletzt im Hinblick auf die Regierungskonferenz
zu erneuerbaren Energien in Bonn im Juni 2004 könnte die Bundesregierung
mit einem solchen Programm ein deutliches Zeichen gegenüber
der Weltgemeinschaft setzen und gleichzeitig die Exportinteressen
der deutschen Industrie unterstützen.

Das auf sieben Jahre angelegte »Solarstrom für eine Million Hütten«-Programm
lässt sich durch intelligente Finanzierungsmodelle unter Einbeziehung der
begünstigten Bevölkerung in den Zielländern sowie eine gezielte Umschichtung
vorhandener Gelder realisieren. Gefördert werden sollen photovoltaische
Einzelhausversorgungen
(Solar Home Systems SHS) sowie Dorfstromversorgungen.
Letztere vor allem dort, wo der schrittweise Ausbau des Energieangebots geplant ist.
In installierter PV-Leistung ausgedrückt, hat das Programm eine Größe von 50 MW,
dies entspricht einer Million Standardmodulen von 50 W. Der kurzfristige Bedarf
in den Zielländern ist jedoch mehr als 100 mal so groß, so dass in der Folge eines
solchen Programms ein Vielfaches an Anlagen und Systemen realisiert werden wird.
Durch den vorgeschlagenen Ansatz werden qualitativ hochwertige Konzepte
für die ländliche Elektrifizierung entwickelt und umgesetzt. Die damit verbundenen
positiven Beispiele werden die Märkte enorm voranbringen. Um eine nachhaltige
Elektrifizierung sicherzustellen, werden für Aufbau und Pflege von Maßnahmen
zur Aus- und Weiterbildung, zum Projektmonitoring und zu anderen übergeordneten
Strukturmaßnahmen 15% der Investitionskosten für die eigentlichen Systeme
notwendig sein. Die Maßnahmen sollen aufbauen auf den bereits laufenden Projekten
zur technischen Zusammenarbeit. Die Mitglieder des Clubs zur ländlichen
Elektrifizierung C.L.E. kommen aus allen betroffenen Branchen der PV-Industrie,
vom Modulhersteller über den Systementwickler bis hin zum Installateur.
Mit der Geschäftsführung ist derzeit das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme
ISE beauftragt. C.L.E. bietet eine Plattform für den Austausch spezieller Informationen
und Erfahrungen in den Märkten zur ländlichen Elektrifizierung. Der eingetragene Verein
betreibt Öffentlichkeitsarbeit für seine Mitglieder und vertritt deren Interessen gegenüber
Ministerien und der Durchführungsorganisation für Entwicklungszusammenarbeit und
Exportförderung. Die Entwicklung nachhaltiger Konzepte für eine ländliche Elektrifizierung,
welche der Bevölkerung in den Zielländern eine dauerhaft verbesserte Lebenssituation
ermöglicht, zählt ebenso zu den Kernaufgaben. Der Club zur ländlichen Elektrifizierung
C.L.E. bündelt die Kompetenzen deutscher Firmen zu Märkten der ländlichen
Elektrifizierung in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Solarindustrie BSI.

Weitere Informationen und Kontakt erhalten Sie bei:
Club zur ländlichen Elektrifizierung e.V.

Dirk Uwe Sauer / Geschäftsführer

Tel.: + 49 (0) 7 61 / 45 88-52 19

E-Mail: sauer@ise.fhg.de

  Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

Heidenhofstraße 2               79110 Freiburg                   Dipl.-Phys. Dirk Uwe Sauer

Tel.: +49 (0) 7 61/45 88-52 81                                         Fax: +49 (0) 7 61/45 88-9281

                        E-Mail: info@cle-export.de        www.cle-export.de          www.ise.fhg.de

 

Wider die neue Wachstumsfrömmigkeit / Von Reinhard Loske in der SZ vom 16.2.2004

 . ..

„Es stellt sich aber die grundsätzliche Frage, ob Grüne und Ökologiebewegte in den Kreis der Wachstumsfreunde überwechseln können, ohne Schaden zu nehmen. Die grüne Wachstumskritik speiste sich seit Anfang der siebziger Jahre vor allem aus drei Quellen: der Überzeugung, dass es in einem begrenzten System wie der Erde kein unbegrenztes Wirtschaftswachstum geben kann; dem Werturteil, dass Konsum jenseits eines bestimmten Niveaus den Blick auf die wesentlichen Dinge des Lebens eher verstellt; der Einsicht, dass das Bruttosozialprodukt die Zufriedenheit der Menschen nur sehr unzureichend spiegelt. Sind diese Motive noch zeitgemäß?  

... der Bericht an den Club of Rome [enthielt) in Wahrheit zwei Botschaften. Die schlechte: Wenn das Wachstum der Weltbevölkerung, der Produktion und des Konsums weiter exponentiell verlaufe, stoße die Menschheit innerhalb weniger Jahrzehnte unweigerlich an Grenzen der Rohstoffverfügbarkeit und der Umweltbelastung. Die gute: Es gibt Alternativen zum Kollaps. Das Szenario, in dem eine nachhaltige Entwicklung angenommen wird, führt in eine bessere Welt. Wollte man das Programm von Meadows & Co in eine Formel fassen, so lautete diese am ehesten: Qualitativ wachsen, um quantitativ schrumpfen zu können.

Wahr ist, dass die Verfügbarkeit einzelner Rohstoffe von Meadows zu pessimistisch beurteilt wurde. Auch hat er die Substitutionsmöglichkeiten zwischen verschiedenen Ressourcen unterschätzt. ...  Aber im Kern treffen seine Prognosen immer noch zu: Die Industrieländer hängen nach wie vor am Öl. Sie heizen der Atmosphäre rabiater ein als je zuvor. Vor allem jedoch: Weil die Welt sich unser Zivilisationsmodell mehr denn je zum Vorbild nimmt, dessen Transformation in Richtung Nachhaltigkeit aber unterbleibt, globalisieren sich ressourcenintensive Produktions- und Konsummuster in rasender Geschwindigkeit. ...

Kulturell einflussreicher dürfte die Konsumkritik gewesen sein. Sie einte in Deutschland wertkonservative Ökologen, linke Kapitalismuskritiker und Spontis, zuletzt sogar in einer Partei, der grünen Partei. Theorie und Praxis der Konsumkritik nahmen ihren Ausgang jedoch nicht in Deutschland, sondern in den Vereinigten Staaten. Ihr Zentrum waren die Universitäten Yale und Berkeley. Dort kämpften die Studenten gegen „Konsumterror“ und für „echte Werte statt Ersatzprodukte“. Und dort wirkte auch lange Zeit der Psychoanalytiker Erich Fromm, Autor jenes Buches, das wie kein zweites übermäßigen Konsum als Ersatzhandlung für entgangenes Leben beschrieb: „Haben oder Sein“.  ...

Es kommt aber darauf an, wie man über Konsum spricht. Tödlich wäre die Attitüde des Oberlehrers, der Wasser predigt, selbst aber Rotwein trinkt. Ganz anders stellt es sich aber dar, wenn die Konsumdebatte nicht als Verzichtsdebatte geführt wird, sondern als Qualitätsdebatte. Ist es etwa nicht zutreffend, dass alles daran gesetzt wird, unsere Kinder durch ein Dauerbombardement mit Werbung zu kleinen Konsumäffchen zu machen? Dass Shopping zunehmend zum Surrogat für die Befriedigung sozialer Bedürfnisse geworden ist? Dass die Konsumorientierung mehr und mehr in Konflikt gerät mit Tugenden wie Konzentration, Kreativität und Leistungsbereitschaft?

Zugegeben, das klingt konservativ. Aber die Globalisierungskritiker von Attac thematisieren den Ressourcenhunger der Konsumentenklasse ebenso wie den Skandal der Armut. Internet-Initiativen wie „Buy-nothing-day.de“ repolitisieren den Konsum und nehmen der Warenwelt ihren falschen Schein. Und NGOs wie Foodwatch kämpfen für Transparenz in der Nahrungsmittelkette und für Konsumentenrechte. Allein aus diesen Gründen ist eine rundweg positive Bezugnahme auf das Bruttosozialprodukt und sein permanentes Wachstum für Grüne und Ökologiebewegte unmöglich. Ihre Aufgabe ist es viel eher, neue Wohlstandsmodelle zu propagieren und neue Formen der Wohlstandsmessung zu fördern, etwa den Human Development Index der Vereinten Nationen oder den Index of Sustainable Economic Welfare, den der ehemalige Weltbankökonom Herman Daly entwickelt hat.

In der aktuellen Debatte über die Zukunft des Landes kann die grüne Devise nur lauten: Qualitativ wachsen, um quantitativ schrumpfen zu können.

...

Im Produktionssektor lauten die Stichworte Ressourceneffizienz, Dematerialisierung, Solar- und Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Biotechnologie. Vor allem im tertiären Sektor aber tun sich neue Beschäftigungsmöglichkeiten auf. Zwar gibt es keinen Automatismus: Je höher der Dienstleistungsanteil einer Volkswirtschaft, desto besser ihre Umweltbilanz. Aber die immer wichtiger werdenden Sektoren Gesundheit, Bildung, Forschung und Kommunikation sind im Regelfall weniger materialintensiv als die Industriebranche und bieten deshalb ein enormes Umweltentlastungspotential. Für eine solche Strategie braucht es keine Wachstumsrhetorik. Hier heißt die Devise nicht „immer mehr“, sondern „immer besser“. Denn so wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit der Mensch nach Sinn und gutem Leben. 

  Der Autor ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag und lehrt Politische Wissenschaften am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin.

 

 

Anthropogener  Treibhauseffekt

Der Mensch beeinflusst das Klima, indem er einerseits die Konzentration der natürlichen Treibhausgase in der Atmosphäre erhöht und zum anderen bringt er jedoch auch neue, künstliche Gase wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKWs) in die Atmosphäre ein .

 

Kohlendioxid

Kohlendioxid (CO2) entsteht beim Verbrennen fossiler, dass heißt kohlenstoffhaltiger Brennstoffe wie Kohle, Holz und Öl.  Da der Energiebedarf ständig wächst, droht der CO2-Ausstoß in Zukunft stetig zuzunehmen.

Im Zuge der Industrialisierung ist der CO2-Anteil in der Atmosphäre aber bereits auf den höchsten Wert seit 160.000 Jahren gestiegen.

 

Durch die Zerstörung der Wälder trägt der Mensch zur Klima-Erwärmung bei.

Auch die Zerstörung der Wälder trägt zur Erhöhung der CO2-Konzentration bei. Denn Bäume entziehen der Luft während der Photosynthese Kohlendioxid.

 

Methan

Methan ist der Hauptbestandteil von Erdgas. Ein Methan-Ausstoß kann also durch ausströmendes Erdgas verursacht werden. Er entsteht aber auch als Nebenprodukt aller organischen Vorgänge, die unter Ausschluss von Sauerstoff stattfinden, also etwa in den Verdauungsorganen von Menschen und Tieren oder beim Reisanbau. Auch beim Kohlebergbau kann es in Form von "Grubengas" frei werden.

 Fluorchlorkohlenwasserstoffe

Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKWs) sind künstliche Treibhausgase, die über den Einsatz von Spraydosen und Dämmmaterial sowie Kühlschränken und Klimaanlagen in die Atmosphäre gelangen.  Da in den meisten Industrieländer die Herstellung von FCKWs inzwischen verboten ist, ist deren Emission in den letzten zehn Jahren rund um ein Drittel zurückgegangen.

 Lachgas

 Lachgas bzw. Distickstoffoxid ist ein Bestandteil von Stickstoffdünger. Durch übermäßige Düngung in der Landwirtschaft kann seine atmosphärische Konzentration erhöht werden. Der derzeitige Anteil liegt bei vier Prozent.

 Wasserdampf

Der Mensch hat auf die Bildung von Wasserdampf nur indirekten Einfluss. Durch die zusätzliche Erderwärmung aufgrund des anthropogenen Treibhauseffekts verdampft mehr Wasser über den Ozeanen und Kontinenten. Dadurch wird wiederum der natürliche Treibhauseffekt beschleunigt. Man spricht hier auch von einer "positiven Rückkopplung". Allein die Zunahme des Wasserdampfs von 1980 bis heute hat den durch die Kohlendioxid-Erhöhung bedingten Temperaturanstieg nochmals um etwa die Hälfte erhöht.

 

Für einen besseren Umweltschutz

Von James D. Wolfensohn (Präsident der Weltbank)
 
Als die Staats- und Regierungschefs der Welt vor vier Jahren am Millenniumsgipfel zusammentrafen, einigten sie sich auf eine Reihe von Zielen, die darauf ausgerichtet waren, die Armut auf der Welt bis zum Jahr 2015 zu halbieren. Auch im ökologischen Bereich wurden Zielvorstellungen formuliert, denn man war sich bewusst, dass die Umwelt von zentraler Bedeutung für das langfristige wirtschaftliche Wachstum, die Entwicklung der Menschheit und die Stabilität des Planeten ist. Heute, zehn Jahre bevor die Ziele des Jahres 2015 erreicht werden sollen, stehen wir allerdings vor dem Problem, dass der Fortschritt im Umweltbereich alarmierend langsam voran geht.
  
Der im Montreal-Protokoll festgelegte schrittweise Ausstieg aus der Produktion von Ozon zerstörenden Substanzen beispielsweise zeigt, was erreicht werden kann, wenn die internationale Gemeinschaft zusammenarbeitet. Dank dieses Protokolls werden schätzungsweise bis zu 20 Millionen Menschen weniger an Hautkrebs und 130 Millionen weniger an grauem Star erkranken. Derartige Erfolge sollten uns ermutigen. Nun müssen wir allerdings unsere Taten auf das Ausmaß der Herausforderung abstimmen. Unsere Welt ist nicht nur aus dem Gleichgewicht geraten, sie ist gefährdet. Die Abholzung der Wälder weitet sich aus. Allein in den letzten zehn Jahren gingen beinahe 100 Millionen Hektar Waldfläche verloren - ein großer Teil deshalb, weil Millionen armer Bauern in Afrika und Lateinamerika gezwungen sind, Wälder zu roden, um an Ackerland oder Energie zu kommen.
  
Gleichzeitig steigen auch die Kohlendioxidemissionen: Das Ziel der Europäischen Union ist, die Emission der Treibhausgase bis 2010 um acht Prozent zu verringern. Aber mit der gegenwärtigen Politik wird man lediglich eine Senkung von 0,5 Prozent erreichen. Im Tierreich sind 12 Prozent der Vögel, 24 Prozent der Säugetiere und 30 Prozent der Fische entweder gefährdet oder unmittelbar vom Aussterben bedroht. Noch krasser ist diese ökologische Herausforderung in den Entwicklungsländern, wo fünf von insgesamt sechs Milliarden Menschen leben. In diesen Ländern besteht eine direkte Verbindung zwischen Ökologie und Entwicklung - und der Armut.

 

  • Mehr als eine Milliarde Menschen in den Entwicklungsländern haben keinen Zugang zu sauberem Wasser.

  • Mehr als zwei Milliarden Menschen steht keine Kanalisation zur Verfügung.

  • Fünf bis sechs Millionen Menschen, mehrheitlich Kinder, sterben jedes Jahr an Krankheiten wie Durchfall, die durch verschmutztes Trinkwasser übertragen werden, und an den Folgen der Luftverschmutzung.


Wenn es so weitergeht wie bisher werden die Millenniumsziele im Umweltbereich nicht erreicht werden können. Was ist also zu tun? Zunächst müssen wir das fundamentale Ungleichgewicht in der globalen Umweltgleichung erkennen. Reichere Länder verursachen den Großteil der Umweltschäden. Obwohl dort nur 15 Prozent der Weltbevölkerung leben, sind diese für 50 Prozent des weltweiten Ausstoßes an Kohlendioxid verantwortlich - mit all seinen Auswirkungen auf den Klimawandel. Aber die ärmeren Länder zahlen einen Großteil der ¸¸Kosten" und verlieren durch Umweltzerstörung jährlich bis zu acht Prozent ihres Bruttoinlandprodukts. Überdies leiden sie unter den verheerenden Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschen.
  
Weil reichere Länder mehr zur Umweltzerstörung beitragen, müssen sie auch größere Verantwortung bei der Lösung der Probleme übernehmen. Das bedeutet, die Art der Produktion und des Verbrauchs von Energie zu ändern, indem man Subventionen reduziert sowie angemessene Energiepreise und eine entsprechende Besteuerung umweltschädigender Produkte sicherstellt.
  
Überdies bedeutet es, den Entwicklungsländern mehr Ressourcen für den Umweltschutz zur Verfügung zu stellen. Zwischen 1990 und 2000 entwickelte sich die Finanzierung des Umweltschutzes in die gleiche Richtung wie die Entwicklungshilfe insgesamt: Sie stagnierte. Die ökologische Hilfe belief sich auf durchschnittlich zwei Milliarden Dollar pro Jahr - ein weit geringerer Betrag als die von der internationalen Gemeinschaft 1992 auf dem ersten Gipfel in Rio und zehn Jahre später auf dem Gipfel von Johannesburg geforderte Summe. Zur Verdeutlichung der globalen Prioritäten vergleiche man diesen Betrag mit den 900 Milliarden Dollar, die man auf der Welt jährlich für militärische Zwecke ausgibt.
 
 
Will man den Krieg gegen die Umweltzerstörung gewinnen, bedarf es einer weitreichenden Trendwende. Die Arbeit in drei Bereichen kann den Fortschritt beschleunigen: Die Industrieländer sollen mit gutem Beispiel vorangehen und umweltfreundliche Produktions- und Verbrauchsgewohnheiten entwickeln, wozu auch eine strengere Kontrolle der Treibhausgasemissionen und die Nutzung innovativer Mechanismen wie der Carbon Funds zum Erwerb von Emissionsrechten (als Ausgleich für die Senkung der Treibhausgase) zählen. Überdies müssen reichere Länder auch den Umfang ihrer bilateralen und multilateralen Hilfsverpflichtungen vergrößern. Ein guter Anfang wäre, den Abwärtstrend bei den Beitragsleistungen an die Global Environment Facility (GEF) umzukehren. Seit der Gründung der GEF im Jahr 1991 gingen die Beiträge gemessen am Gesamt-Bruttoinlandsprodukt von 38 Geberländern um beinahe zehn Prozent zurück.
  
Ferner müssen die Entwicklungsländer ihre Strategien zur Verwaltung kritischer Sektoren wie Wasser, Energie, Transport, sowie Handel und damit verbundener Preispolitik verbessern. Das würde zur Reduktion des Verbrauchs von knappen natürlichen Ressourcen beitragen. Überdies müssen Umweltbelange umfassender in entwicklungspolitische Strategien einbezogen werden.
  
Nicht zuletzt muss die internationale Gemeinschaft ihr Engagement in den Bereichen erneuerbare Energien, Effizienz und andere umweltfreundliche Energiequellen verstärken. Hier wie gewohnt weiterzumachen würde bedeuten, dass die Kohlendioxidemissionen im Jahr 2030 um 70 Prozent höher wären als heute und nur magere vier Prozent des gesamten Energieverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen käme, was lediglich eine Steigerung um zwei Prozent im Vergleich zur momentanen Situation ausmachen würde. Heute bedarf es einer gemeinsamen Anstrengung ähnlich jener vor einer Generation in der Landwirtschaft, die damals zur Grünen Revolution führte.
  
In den nächsten 25 Jahren wird die Weltbevölkerung um weitere zwei Milliarden Menschen anwachsen - größtenteils in ärmeren Ländern - und dementsprechend wird auch der Bedarf an Energie und Wirtschaftswachstum steigen. Wenn dieses Wachstum nicht auf nachhaltigem Weg erreicht wird, ist mit noch mehr Armut und verheerenden Auswirkungen auf das Wohlergehen der Menschen zu rechnen. In 25 Jahren wird es für die richtigen Entscheidungen zu spät sein. Unseren Kindern und Kindeskindern zuliebe müssen wir jetzt handeln."
 
Quelle: Süddeutsche Zeitung
Nr.130, Dienstag, den 08. Juni 2004 , Seite 2

Ermitteln Sie Ihre persönliche CO2 -Bilanz!

Mit einem  Programm  des  Landesamtes für Umwelt  können Sie Ihren persönlichen Energieverbrauch und die dadurch entstehenden CO2 -Emissionen abschätzen 
und dann Ihre Werte mit dem deutschen Durchschnitt vergleichen. 
Ein Blick auf Ihre eigene Bilanz zeigt Ihnen sofort die Auswirkungen Ihres Handelns. 
Ergänzend erhalten Sie Tipps, was Sie persönlich zur Verringerung von Treibhausgasen und damit zum Klimaschutz beitragen können.

Etwas stolz sind wir schon, dass wir mit der Hälfte des Durchschnitts gut leben!

Setzen Sie sich Ihr eigenes Klimaziel und warten Sie nicht auf die Politik!

Nachfragen - Anregungen - Kommentierungen . . .

Und hier Anregungen aus der SZ vom Wochenende
(zusammengestellt von Nadeschda Scharfenberg)

 

Atomstrom und ihr Beitrag zur  CO2 -Bilanz

 

Wie sieht die Klimabilanz von Atomstrom aus, wenn der gesamte Lebensweg inklusive Uranbergbau, Brennelementherstellung und Bau des Kraftwerks einbezogen wird? Auf diese Frage gibt eine Kurzstudie des Öko-Instituts Antworten, die heute in deutscher Fassung veröffentlicht wird. Eines der Ergebnisse:

Atomkraftwerke verursachen zwar weniger Treibhausgase als Braunkohle- oder Importsteinkohle-Kraftwerke. Atomenergie kann jedoch nach Auffassung des Öko-Instituts keinen sinnvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten, da sie andere Risiken aufweist, die Rohstoffbasis zu gering, sie zu teuer und zu langsam ist sowie international nicht verträglich. Demgegenüber verursacht Strom aus erneuerbaren Energien - und hier insbesondere Biomasse in Kraft-Wärme-Kopplung - deutlich weniger Treibhausgase als Atomstrom. Zum Klimaschutz müssen, neben der vorrangigen Energieeffizienz und Kraft-Wärme-Kopplung, daher vor allem die erneuerbaren Energien beitragen.

Hier zur Kurzstudie im Ganzen . . .