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Befreiung aus Erbfeindschaften

 

Bilder eines Besuchs der "Befreiungshalle" in Kehlheim am 7. Juli 2012, 50 Jahre nach dem Treffen am 8. Juli 1962 von Charles de Gaulle und Konrad Adenauer, die gemeinsam in Reims eine "Versöhnungsmesse" nach den Leiden zweier Weltkriege feierten. 

Mit dem Begriff Erbfeindschaft wurde in verschiedenen Abschnitten der Neuzeit das Verhältnis zwischen Deutschen und Franzosen beschrieben.

In Bezug auf das deutsch-französische Verhältnis wurde der Begriff erstmals in den 1640er Jahren verwendet. Hauptgrund dafür war, dass Frankreich mit der osmanischen Türkei den traditionellen „Erbfeind“ des christlichen Abendlands und speziell des habsburgischen Österreich, unterstützte. Hinzu kamen ab 1667 die etwa 47 Jahre andauernden französischen Kriege Ludwigs XIV., in deren Folge Elsass und Lothringen von Frankreich annektiert und die Pfalz verwüstet wurden.

Der Begriff Erbfeindschaft wurde in Folge der Napoleonischen Kriege mit Niederlagen, Besatzung, Neuordnungen und verlustreichen Schlachten zu Beginn des 19. Jahrhunderts aktualisiert. Im Rahmen der Entstehung des Nationalismus in Europa entwickelte sich zu dieser Zeit ein deutsches Nationalbewusstsein insbesondere durch Erinnerung an Konflikte mit dem Nachbarn westlich des Rheins. Nach dem deutschen Sieg im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 und der deutschen Reichsgründung im Schloss-Versailles wurde die deutsch-französische Erbfeindschaft durch die Wahl dieses geschichtsträchtigen Veranstaltungsortes zementiert und dauerte bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden große Anstrengungen unter- nommen, die feindseligen Beziehungen zu einem freundschaftlichen Verhältnis zu wandeln.

Quelle: Wikipedia

 







 


"Die Befreiungshalle auf dem Michelsberg bei Kelheim zählt zu den bedeutendsten Bauwerken des 19. Jahrhunderts in Deutschland. Sie ist eines der großen, architektonisch konzipierten Nationaldenkmäler, in dieser Hinsicht nur vergleichbar mit dem Völkerschlachtdenkmal bei Leipzig und dem Kyffhäuserdenkmal in Thüringen sowie der ebenfalls von Klenze errichteten Walhalla in Donaustauf bei Regensburg. Im Gegensatz zu den monumentalen, aus dem Geist des Wilhelminismus entworfenen Denkmälern, vertritt die Befreiungshalle – wie die Walhalla – einen Bautypus, der aus dem spezifischen Geschichtsverständnis Ludwig I. sowie in einem besonderen Bezug zur Landschaft gestaltet wurde.
Die erste Planung der Befreiungshalle stammt von Friedrich von Gärtner (1791–1847). Nach dessen Tod 1847 übergab Ludwig I. den Auftrag an Leo von Klenze (1784–1864), der den Bau nach seinen Vorstellungen modifizierte – so verbindet die Befreiungshalle zwei der bedeutendsten deutschen Architekten des 19. Jahrhunderts. Klenze verwendete einen eisernen Dachstuhl mit über 36 Metern freier Spannweite nach den damals neuesten ingenieurtechnischen Kenntnissen. Das Monument ist also auch ein wichtiges baukonstruktives Denkmal. Im Gegensatz zu den meisten Werken Klenzes in Deutschland, die im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt wurden, ist die Befreiungshalle noch vollkommen authentisch erhalten, was ihr eine enorme bauhistorische Bedeutung zukommen lässt."

 

Quelle: Der Architekt - Text zur Ausstellung

 

 


Der Rhein, der Schicksalsfluss der Deutschen und Franzosen

Die deutsch-französische Verständigung - ein historisches Ereignis und ein schwieriger und unerlässlicher Weg zur Einheit Europas

Auch wenn manches noch zu klären ist, manches noch eine Baustelle ist, bleibt doch das Werk aller Anstrengungen wert.

Insgesamt bildeten sich während der Befreiungskriege folgenreiche Erscheinungsweisen des deutschen Nationalismus heraus. Dies gilt insbesondere für den kulturellen Nationalismus, der die gemeinsame Geschichte, Sprache und Literatur hervorhebt. Teilweise war dieses nationale Bewusstsein mit religiös anmutenden Konnotationen verbunden. Charakteristisch war auch die Abgrenzung gegenüber Frankreich. Aus dieser Tradition heraus entstand ein wirkmächtiger Kulturnationalismus. Bereits bei Arndt wurde der Franzose als Erbfeind bezeichnet. Der Franzosenhass erscheint ebenso konstitutiv für den deutschen Nationalismus wie die „Vaterlandsliebe“. Nach der Niederlage Napoleons in Leipzig breitete er sich nach zeitgenössischen Beobachtungen über ganz Deutschland aus und verband sich hier und da auch mit antisemitischen Untertönen. Gleichzeitig war das Nationale aber auch verbunden mit dem Anspruch auf Freiheitsrechte und eine politische Verfassung. Insgesamt unterschied sich der auf die deutsche Geschichte bezogene Nationalismus aber markant von den politischen Verfassungstraditionen Amerikas und Frankreichs. Er schürte während des Krieges patriotische Emotionen, die sich mit politischen Hoffnungen auf eine liberale Umgestaltung verbunden hatten und sich von den Regierungen nur schwer wieder eindämmen ließen.

Quelle: Wikipedia

 

"Kronprinz Ludwig verband in sich eine handfeste bayerische Staatsräson mit schwärmerischem deutschen Nationalbewußtsein. Er befand sich in der glücklichen Lage, keinerlei Diskrepanz zwischen beiden zu empfinden; ja, er brachte es zur Meisterschaft, dieses mit jener zu harmonisieren. . . . Was den Kronprinzen ergriffen hatte, war eine neue, die zu ihrer Zeit modernste, zunächst vorwiegend im gebildeten Mittelstand sich durchsetzende Strömung: Nationalbewußtsein als Lebensäußerung fortschreitender Integration aller derjenigen, die sich ohne Illoyalität gegenüber ihrem 'engeren vaterland' einem größeren Ganzen auch politisch verbunden fühlten."

Heinz Gollwitzer - Ludwig I. von Bayern, S. 156 f. 

Vieles ist einfach nur schön! 

Hier mehr zur Schönheit des Klassizismus im 19. Jahrhundert ..

Vor den Nischen, die die Namen der Schlachten der Befreiungskriege tragen, stehen jeweils zwei 3,30 m hohe Siegesgöttinnen (Viktorien), so dass sich insgesamt die Zahl von 34 Standbildern ergibt. Die Siegesgöttinnen reichen sich die Hände zu einem feierlichen Reigen, mit Ausnahme der beiden direkt neben dem Eingang stehenden Figuren. Letztere wurden aus weißem Marmor aus Tirol gefertigt. Da dieser Tiroler Marmor sehr teuer war, wurden die restlichen Viktorien aus weißem Cararra-Marmor hergestellt. Entworfen wurden sie von Ludwig Schwanthaler.

Quelle: Wikipedia
















 

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