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               DIE ERLÖSUNG

IV. Symphonie

Von der Erlösung 

zur Fülle des Seins

 

1.Satz

Erlösung

Die Zehn


 

Das Sein bleibt im Werden immer offen,

ereignet sich immer neu,

wächst auch in unser Ich hinein,

und findet darin die Laute und Töne für seine Symphonie.

 

 

Aus dem Gefundenen meinen wir das Mögliche zu wissen,

aber die Möglichkeiten,

die der Gestalt die ganze Fülle erst verleihen,

sind für uns unvorhersehbar, nur als Hauch erahnbar.

 

 

So bleibt aber immer die Hoffnung auf Lösung unseres Seins, 

allen Seins, aus seinen Dualitäten in ein Anderes hinein,

ein Öffnen zum Geheimnis hin,

ein Werden des Anderen, auch durch uns.

 

 

Alles Mögliche wird im Werden der Gestalt das Wirkliche.

Wird die Eins (die Einheit),

mit der Zwei (der Dualität),

der Drei (dem Ich)

und der Vier (dem Ich, das die Mitte sucht)

zusammen gezählt,

ergibt sich die Symbolzahl Zehn.

 

 

Im Tod verliert unsere Dreiheit des Ichs

den Bezug zum Sein in Raum und Zeit,

aber das im Seinsbezug Gewordene und Gewonnene

bleibt solange in den Möglichkeiten des Daseins,

bis es endgültig im Geheimnis ankommt

und mit ihm die letzte Wirklichkeit bildet.

  

 

 

 

Alle Versuche, das Trennende bereits im Dasein 

zu binden und zu umgreifen,

geben uns, trotz aller Zweifel,

einen ersten Halt, geben uns Beständigkeit 

und Bestätigung im Werden.

Das Ich kann sich mit dem Du loslösen

aus dem betäubenden Drehen in der Zeit,

um der Klarheit der Mitte entgegen zu fallen.

Hier geschieht bereits ein Ent-werden in weitendes Sein.

 

 

Und sind wir auch nur eine winzige Episode,

so wäre doch alles Sein ein Anderes ohne die uns geschenkte Freiheit.

 

 

Unser aller Wollen, Sollen,  Tun und Lassen ist im Sein verankert,

nimmt Anteil an der Entfaltung zur Fülle,

gestaltet mit.

 

 

Im Tod  lösen sich die Seiten des Ichs,

um sich im Glanz von Silber und Gold,

in der Zusammenschau einzulösen.

Dies wird mir geschehen,

wenn dafür in meinem Hoffen, Wollen und Tun

Verbindungen geknüpft wurden,

die die Kraft enthielten sich weiter zu entfalten,

bis Raum und Zeit das Sein verlassen.

Dann erst erfährt unsere Freiheit ihr letztes Wozu.

Dort erst vereinigen sich Liebe und Gerechtigkeit und

bringen sich der Wahrheit dar.

 

 

Aber allein aus uns selbst ist letztendlich keine Lösung 

aus dem Sein möglich,

wir und alles bedarf der Loslösung in ein Anderes

durch Erlösung.

 

 

Unser Dasein gewinnt eine letzte Fülle,

mißbrauchte Worte gewinnen ihren vollen Klang.

Hier hebt der Jubel an.

Die Farben glänzen auf zum Entschwinden in der Zeit,

die kalten Schatten lösen sich im Glanz des heilenden Lichts.

Diese Lösung aus dem Sein in das Geheimnis hinein,

sie geschieht überall im ganzen Universum,

in ungeahnten Formen, in unsagbaren Weisen,

in unausdenkbaren Wesen.

 

 

Im Zusammenklang von Allem wird, in der  Symphonie des Seins,

das Geheimnis Gestalt.




 




Die Zehn


Neuneck mit Kreis

Jubel

Silber und Gold

Verwandeln

Was ist über den Menschen hinaus?

Verschmelzung

Sein zu dem Anderen

Entgegenkommen

Gotteserleuchtung

Die Offenbarung des Geistes





 



BRUCKNERS  ADAGIO DER IX. SYMPHONIE



 

Ausklang des Daseins, Abschied vom Leben ist dieses ergreifende Finale. Darüber hinaus war es auch ihm versagt, Klänge zu finden. Aber seine Musik gewinnt eine letzte Fülle, Worte, die so häufig missbraucht werden,  gewinnen in seiner Musik ihren vollen Klang. Der Jubel eines großen Finales, blieb dem Seelsorger der Töne versagt, an das von ihm geschaffene, an seine Siebte, seine Achte wollte er noch einmal erinnern . Mit seinem Tod verlor er zwar den Bezug zum Sein in Raum und Zeit, aber das durch ihn Gewordene und Gewonnene bleibt solange im Dasein, bis es endgültig im Geheimnis ankommt und mit ihm die letzte Wirklichkeit bilden wird. Nach dem eindringlichen Rufen des Misereres, erbarme dich mein Gott, glänzen die Klangfarben auf zum Entschwinden in der Zeit, die kalten Schatten lösen sich im Glanz des heilenden Lichts. Diese Lösung aus dem Sein in das Geheimnis hinein, sie geschieht hier für uns im Vorausklang, wie sie  überall im ganzen Universum, in ungeahnten Formen, in unsagbaren Weisen, in unausdenkbaren Wesen wirklich werden wird.

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Arnold Schönberg (1912)

"In ihr [Mahlers 9. Symphonie) spricht der Autor kaum mehr als Subjekt. Fast sieht es aus, als ob es für dieses Werk noch einen verborgenen Autor gebe, der Mahler bloß als Sprachrohr benutzt hat. Dieses Werk ist nicht mehr im Ich-Ton gehalten. Es bringt sozusagen objektive, fast leidenschaftslose Konstatierungen, von einer Schönheit, die nur dem bemerkbar wird, der auf animalische Wärme verzichten kann und sich in geistiger Kühle wohlfühlt. Was seine Zehnte [...] sagen sollte, das werden wir so wenig erfahren wie bei Beethoven und Bruckner. Es scheint, die Neunte ist eine Grenze. Wer darüber hinaus will, muss fort. Es sieht so aus, als ob uns in der Zehnten etwas gesagt werden sollte, was wir noch nicht wissen sollen, wofür wir noch nicht reif sind. Die eine Neunte geschrieben haben, standen dem Jenseits nahe. Vielleicht wären die Rätsel dieser Welt gelöst, wenn einer von denen, die es wissen, die Zehnte schrieb. Und das soll wohl nicht so sein."