EINE SEITE VON THEODOR FREY


ERSTE VERSUCHE MIT HILFE DER PROZESSPHILOSOPHIE ALFRED NORTH WHITEHEADS
DIE BEZIEHUNGEN UND BEWEGUNGEN VON GOTT - WELT -MENSCH ZU ERWEITERN


Die Inhalte verdanke ich insbesondere dem Werk von Tobias Müller: Gott, Welt, Kreativität - Eine Analyse der Philosophie A.N. Whiteheads (2009)

 
1861 - 1947
KATEGORIEN


des LETZTEN


der EXISTENZ


der ERKLÄRUNG


der BEDINGUNGEN
(Verbindlichkeiten)
Kategorien sollen Aspekte der traditionellen Metaphysik als auch der Naturwissenschaften umfassen. KREATIVITÄT Aktuale ENTITÄTEN (oder Geschehnisse) sind die der Kreativität zugrundeliegenden Prozesseinheiten.  Sie sind die nicht weiter hintergebaren Fakten der Wirklichkeit. Erklärungskategorien dienen der Beschreibung von Elementarereignissen Die objektivierten Entitäten sind als Bedingungen anzusehen, unter denen sich die Selbstwerdung des Subjekts vollzieht.
Traditionell besteht einVorrang der Beständigkeit des Seins gegenüber seiner Veränder-lichkeit. EINES Für jede aktuale Entität (vom einfachsten Seienden bis zu Gott) gilt dasselbe Seinsprinzip.   Eine aktuale Entität hat somit ihren Grund sowohl in den ihr vorgegebenen Objekten als auch in sich selbst, da sich aus ihr die Zielbestimmung ihrer selbst herleitet.
Whitehead:
Das Sein ist grundsätzlich vom Werden bestimmt.
Der Prozess ist das Urprinzip des Wirklichen.
VIELES Die Gegenstände des Alltags sind Gemeinschaften von aktualen Entitäten. In jeder aktualen Entität gibt es Elemente, die die konkrete Entität transzendieren, als diese auch in anderen Entitäten vorkommen.   Eine aktuale Entität ist demnach causa sui, insofern sie bestimmt, wie das gegebene Material verarbeitet wird. Diese Selbstrealisierung ist eine elementare Tatsache alles Wirklichen, da jede aktuale Entität sich in der Funktion als Subjekt selbst realisiert. „Wirklichsein' heißt, sich selbst verwirklichen; ,sich selbst verwirklichen' heißt wirklich sein."
       


  Zwischen der Kategorie der letzten Realitäten (Aktuale Entitäten) und er ewigen Gegenstände bilden die subjektiven Ziele die vermittelnde Kategorie der PROPOSITIONEN. Sie sind weder reine Möglichkeit noch reine Wirklichkeit. Die subjektive Einheit ist auf der Suche nach ihrem Wahrheitswert. Im Laufe der  KONKRESZENZ wird die propositionale Einheit durch die reale Einheit des Subjekts abgelöst, da es zur Verwirklichung gewisser Möglichkeiten kommt. Die Hauptfunktion der Proposition ist es als Anreiz zur Verwirklichkung der Möglichkeiten zu gelangen. KATEGORIEN DER EXISTENZ

Aktuale Entitäten
Ewige Gegenstände

Beide spielen eine zentrale Rolle in der KONKRESZENZ. Entitäten sind ohne die ewigen Gegenstände nicht denkbar, denn  sonst fehlen dem Wirklichen seine Bestimmugs-form.

Auch die ewigen Gegenstände sind nicht völlig losgelöst von den aktualen Entitäten.

Kategorien der Existenz benennen als Klasse des Seienden die Grundelemente der Realität. Hierzu gehören:

Wirklichen Einzelwesen bzw. wirklichen Ereignisse,
Relationen bzw. Informationen, Zusammenhänge (Nexus),
Formen,
Kontraste,
Zeitlose Gegenstände als reine Potenziale
   

KREATIVITÄT

Aus  der Vielheit der im Universum bestehenden Entitäten werden neue Einheiten entfaltet, die die Vielfalt der Entitäten um  neue Elemente vermehren.

Kreativität ist der allgemeinste Begriff, mit der Wirklichkeit beschrieben werden kann. Sie ist keine Entität und exisiert nur, insofern sie sich in einzelnen Entitäten manifestiert.

Kreativität ist reine Aktivität, die nicht weiter charakterisiert werden kann. Sie stellt das oberste Prinzip der Ordung und das alles Existierende verbindende Element dar.




EWIGE GEGENSTÄNDE (eternal objects)

Durch die "ewige Gegenstände" erhalten die aktualen Entitäten die "universalen" Bestimmungen. Eternal objects gehen in die aktualen Entitäten ein und sind damit auch der temporalen Welt immanent.

Ein unendlicher kreativer Prozess verlangt nach einer unerschöpflichen Quelle an reiner Potentialität. Es muss also unendlich viele ewige Gegenstände geben, die ihrem Wesen nach als reine Möglichkeiten zeitlos und unveränderlich sind, so dass keine neuen ewigen Gegenstände entstehen können.

Das Gegebene ist die Realisierung einer Möglichkeit.  Das Subjekt entscheidet in Freiheit, wie das Vorgegebene verarbeitet wird. Die ewigen Gegenstände sind reine Potentialitäten für die Wirklichkeit, die in der Konkreszenz verwirklicht werden können.

 

 

Alles Wirklichsein ist Realisierung von Möglichkeiten in Form von ewigen Gegenständen. Ewige Gegenstände gehen in die aktuale Entität ein, aber auch die aktualen Entitäen brauchen die formalen Bestimmtheiten, um in der Konkreszenz das zu werden, was sie am Ende sind. Nur wenn neue Formen eintreten, entsteht auch eine neue Wirklichkeit. Ohne sie würde die Welt erstarren.






GOTT

                     

G

O

T

T

 

G

O

         
TT

 

Als „subjektives Ziel“ bezeichnet Whitehead die Finalursache eines wirklichen Einzelwesens. Diese bestimmt zusammen mit den Erfassungen der reinen Daten als Wirkursache die Form des wirklichen Einzelwesens. Das subjektive Ziel bildet den Charakter des wirklichen Einzelwesens und kann somit nicht durch dieses selbst bestimmt sein.

Um die Konsistenz des metaphysischen Ansatzes zu wahren, muss das Ideal jedes subjektiven Zieles demnach außerhalb liegen, wobei wiederum nur ein weiteres wirkliches Einzelwesen in Betracht kommt. Dieses spezielle wirkliche Einzelwesen muss alle Möglichkeiten zeitloser Gegenstände in sich vereinen und ebenso in die (begriffliche) Erfassung jedes anderen wirklichen Einzelwesens eingehen. Seine Existenz und Charakterisierung ist somit eine direkte Folge der ontologischen Struktur der organismischen Philosophie. Whitehead nennt dieses wirkliche Einzelwesen Gott.

Gott umfasst somit alle zeitlosen Objekte und ermöglicht so eine Ordnung im Werden. Gleichzeitig geht er aber auch als wirkliches Einzelwesen in jede konkrete Erfahrung ein. Er ist damit bei Whitehead sowohl immanent als auch transzendent; transzendent als die Gesamtheit der Möglichkeiten, die den Wirklichkeiten gegenübergestellt sind, immanent als Teilhabe am Prozess der Wirklichkeit. Somit ändert sich Gott auch, indem er auf die Wirklichkeit bzw. die realisierte Auswahl der Möglichkeiten reagiert. Der Gott Whiteheads ist somit ein werdender Gott. Insofern gibt er auch keine finale Ordnung vor, sondern nur Ideale in einem pulsierenden Universum, in dem Ordnung und Chaos, Werden und Vergehen die wirkliche Natur ausmachen. Und Gottes Macht ist die Macht der Überredung, nicht des deterministischen Zwanges.

Das „subjektive Ziel“ der wirklichen Einzelwesen ist von Gott beeinflusst, aber nicht bestimmt. Somit gibt es bei Whitehead auch kein eigenständiges göttliches Prinzip. Dieser Umstand wird oft als einer der wichtigsten Unterschiede zu konventionell theologischen Gottesbegriffen angesehen.

Quelle: Wikipedia



Subjektive Einheit - Objektive Identität - Objektive Verschiedenheit






 

Nur aufgrund der negativen und positiven PREHENSIONEN hat die aktuale Entität einen Bezug zu allen Tatsachen des Universums, d.h. sie verhält sich zu allen Tatsachen entweder positiv, dann hat das Datum Einfluss auf die Konstitution der aktualen Entität, oder negativ, so dass die Wirksamkeit des Elements ausgeschlossen wird.

 

Die subjektive Einheit verlangt die Integrierbarkeit der verschiedenen Prehensionen in das eine Subjekt und somit deren Kompatibilität.

 

Die Kategorie der objektiven Identität sagt, dass keine zwei Elemente der objektiven Daten dieselbe Rolle ausfüllen.

 

Die objektive Verschiedenheit besagt, dass jedes Element im objektiven Datum auch im Endzustand der Erfüllung seine Identität und somit auch seine Verschiedenheit wahrt, so dass sie in der sich konstituierenden Entität immer dieselbe Funktion ausüben.

Wie kann das Subjekt, das im Werdeprozess erst wirklich wird, von Beginn dieses Prozesses an ein als Finalursache wirkendes Element des Prozesses sein ?
Die Prozessphilosophie versucht dieses Problem dahingehend zu lösen, dass sie der Wirklichkeit einen Bezug zum Idealen zuspricht.

Die subjektive Einheit kann aber nicht aus der vorgegebenen objektiven Welt stammen, da sie ja jeder realen Einheit begründend vorausliegen muss.Sie ist als subjektives Ideal die teleologische Bedingung der Konkreszenz. Die Konkreszenz ist somit die Verwirklichung dieses Ideals, das zugleich die Kompatibilität der Prehensionen durch die „subjektive Einheit" garantiert unter einer finalursächlichen Hinordnung auf das, was die aktuale Entität werden soll.






SUBJEKT - SUPERJEKT

 

Das Subjekt entsteht im Prozess und erst nach Abschluss des Prozesses wird aus dem Subjekt ein Objekt für andere Entitäten. Whitehead hat für diesen Existenzzustand als Objekt den Begriff „SUPERJEKT" (superject) gewählt, um zu verdeutlichen, dass die Entität nun als Resultat sozusagen über dem Prozess und nicht diesem zu Grunde liegt.

Während also dem Subjekt-Aspekt einer aktualen Entität die Konkreszenz, also der mikrokosmische Prozess des Zusammenwachsens, so kann der Superjekt-Aspekt, der mit dem Vergehen ihrer unmittelbaren Erfahrung einhergeht, als die „objektive Existenz" oder auch die Verobjektivierung im Abschluss der Konkreszenz und somit auch das Zur-Verfügung-Stehen für zukünftige Prozessebezeichnet werden. Die Bezeichnung Subjekt-Superjekt spiegelt also die zwei Arten des Prozesses, die jeder aktualen Entität im Laufe ihrer Konkreszenz zukommen, wider.

 





BEGRIFFE

ENTITÄT

Zum einen bezeichnet [der Grundbegriff] etwas, das existiert, ein Seiendes, einen konkreten oder abstrakten Gegenstand. In diesem Sinn wird der Begriff der Entität in der Regel als Sammelbegriff verwendet, um so unterschiedliche Gegenstände wie Dinge, Eigenschaften, Relationen, Sachverhalte oder Ereignisse auf einmal anzusprechen. Dies ist die im zeitgenössischen Sprachgebrauch gängige Verwendung.

Quelle: Wikipedia

KONKRESZENZ

Bezeichnet  den Aktualisierungsprozess einer aktualen Entität.

Durch den mentalen Pol erhält die aktuale Entität ihre finalursächliche Bestimmtheit.

Gott gilt als der unbedingte Ermöglichungsgrund.

 

PREHENSIONEN

Positive Prehensionen (Fühlungen).

Physischer Pol:

Das Fühlen verobjektivierter Entitäten wird auch physische Fühlungen genannt. Mit ihnen fließen die wirkursächlichen Daten der Welt in das Subjekt ein.

Mentaler Pol:

Die finale Ausrichtung auf ein subjektives Ziel - auf einen einfachen oder komplexen Gegenstand -  wird "begriffliches Fühlen" (conceptual prehensions) genannt.

Keiner aktualen Entität fehlt einer dieser Pole.

Jeder Wirklichkeit hat eine Beziehung zu beiden Polen. Der Übergang vom anorganischesn zum bewußten Leben geschieht graduell in die Entitäten.

Die fortschreitende Integration zu einer komplexen Fühlung wird erreicht, indem das subjektive Ziel die subjektiven Formen so abstimmt, dass am Ende das angezielte Superjekt entsteht. 



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