EINE SEITE VON THEODOR FREY

AM NIKOLAIPLATZ

 

Die ansteckenden und gefürchteten Leprakranken wurden im Mittelalter an die Burgfriedensgrenze der Stadt verbannt. So wie im 13. Jahrhundert bereits auf dem rechten Isarhochufer am Gasteig, wurde im 14. Jahrhundert am heutigen Nikolaiplatz ein Leprosenhaus errichtet. Das »Sondersiechenhaus« wurde Anfang des 19. Jahrhunderts geschlossen und später abgerissen. Auch die zugehörige Nikolaikirche wurde 1897 gegen erhebliche Widerstände »demoliert« – darauf weist die Tafel des Bildhauers Georg Rödel an der westlichen Fassadenfront des Platzes hin.


Zu St. Sylvester in Schwabing . . .

 

 

 

 

 

Werneckstraße Richtung Nikolaiplatz
  • Werneckstraße 6; Portalvorbau und Gartenmauer, 1909-10 von Ludwig Grothe.
  • Werneckstraße 7; Doppelhaus mit Nr. 9, mit reicher Neurenaissance-Gliederung, um 1880.
  • Werneckstraße 8; Mietshaus, deutsche Renaissance, mit Flacherker, um 1900.
  • Werneckstraße 9; Doppelhaus mit Nr. 7, mit reicher Neurenaissance-Gliederung, um 1880.
  • Werneckstraße 10; Erdgeschossiges Kleinhaus mit Satteldach und östlich anschließendem Schuppen, um 1800; vgl. Seestraße 2 und 4.
  • Werneckstraße 11; Mietshaus, Neurenaissance, um 1880; Erdgeschoss um 1910/20 umgestaltet.
  • Werneckstraße 13; Mietshaus, Neurenaissance, nach Plan von 1892 durch E. Vogt und E. Neuhoff erbaut.
  • Werneckstraße 14; Villa, neuklassizistisch, mit Walmdach und Dreiecksgiebel, Anfang 20. Jh.
  • Werneckstraße 15; Mietshaus, in spätklassizistischer Tradition, 1890 von Jakob Freundorfer.
  • Werneckstraße 16; Erdgeschossiger Satteldachbau, im Kern wohl um 1800; ehem. Nebengebäude von Nr. 18.
  • Werneckstraße 18; Stubenrauch-Schlösschen, zweigeschossig mit Walmdach, 2. Hälfte 18. Jh.; 
    im Garten Figuren; Einfahrts-Torpfeiler mit Gitter; vgl. Nr. 16.
  • Werneckstraße 20/22; Zweigeschossiges Doppelhaus mit Schopfwalm, im Kern wohl 1. Hälfte 19. Jh., 1938 von Max Fleissner umgebaut; 
    früher Gasthof.
  • Werneckstraße 23; Mietshaus, Neurenaissance, reich gegliedert, Rohbackstein mit Putzgliederung, bez. 1893.
  • Werneckstraße 24; Schloss Suresnes, jetzt Teil der Katholischen Akademie, um 1715-18 vielleicht von Johann Baptist Gunezrainer, 
    1925 von Karl Bücklers umgebaut. Garten mit zahlreichen barocken und neubarocken Figuren. 
    In der Westmauer Halbrondell mit Torpfeilern des späten 18. Jh. und Gitter. Im Norden Nebengebäude von 1925.
  • Werneckstraße 27; Schlichtes, dreigeschossiges Mansarddachhaus, etwa Mitte 19. Jh.

 

 

 

 


"In der Traumstadt ist ein Lächeln steh'n geblieben; niemand weiß, wem es gehört. Und ein Polizist hat es schon dreimal aufgeschrieben, weil es den Verkehr, dort wo es stehn geblieben, stört. Und das Lächeln weiß auch nicht, wem es gegolten; immer müder lächelnd steht es da, kaum beachtet, und gescholten und geschubst und weggedrängt, wenn ja. Langsam schleicht es sich von hinnen; doch auf einmal wird es licht verklärt, und dann geht es ganz nach innen - und du weißt, wem es gegolten und gehört."


 

 

"In Schwabing war Peter Paul Althaus als Dichter und Bürgermeister der Traumstadt eine anerkannte Berühmtheit . . . 1962 aus Anlass seines 70. Geburtstags die Goldmedaille des Bayerischen Rundfunks (die Laudatio hielt Theodor Heuss).

In seinen letzten Lebensjahren konnte Althaus aus gesundheitlichen Gründen seine Wohnung nicht mehr verlassen; einmal im Jahr ließ er sich aber die 117 Stufen zu seiner Obergeschosswohnung heruntertragen, wenn ihn der Oberbürgermeister als Bürgermeister der Traumstadt zur Nikolausfeier in die Gastwirtschaft Seerose einlud. Seit 1964 war Althaus völlig bettlägerig. Dennoch rief er 1965 im Atelier des Malers Oswald Malura die erste Traumstadt-Bürgerversammlung zusammen.

Althaus starb am 16. September 1965. Er ruht in einem Ehrengrab der Stadt München auf dem Nordfriedhof (Grab Nr. 25-4-2)."

Quelle: Wikipedia

 

 

 

 

 

"O Sternenfall,
von einer Brücke einmal eingesehn -:
dich nicht vergessen, Stehn!"


Rike

Nachbar von Rilke war auf Nr. 10 Olaf Gulbransson in seinem "Kefernest." 

Aus der Festschrift "100 Jahre Friedrichstraße 18" der Reuschel Bank

"Nach der Scheidung von seiner ersten Frau, mit der er zwei Töchter hatte, heiratet Gulbransson im August 1906 die Dichterin Grete Jehly (1882-1934) aus Vorarlberg. Dank der Palastrevolte im »Simplicissimus« und der damit verbundenen Gehaltsaufbesserung kann er mit Grete im Oktober 1906 das eigene Haus in der Keferstraße 10 (heute Neubau), das berühmte »Kefernest« am Schwabinger Bach, beziehen, eine ehemalige Herberge mit sechs heimatlich anmutenden Birken. Im spitzgiebeligen alten Wasserturm nebenan (heute Gästehaus am Englischen Garten) richtet er sein Atelier ein. Garten) richtet er sein Atelier ein. Die ›Nackerten‹ im Englischen Garten können in Olaf Gulbransson ihren Ahnherrn sehen. Ungeniert und unbehelligt läuft er in Haus und Garten nackt herum oder sonnt sich auf der großen Terrasse, angetan nur mit einem schmalen Handtuch längs über dem kahlen Schädel, einem, wie er ihn nennt, »Sonnenspalter«. Er nimmt sich verwaister Küken einer erschossenen »Prinzregentenente« an und wird sie als Ersatzmutter kaum wieder los. Es ist eine herrliche Zeit. Wenn er Geld braucht, bringt er Zeichnungen in die Redaktion des »Simplicissimus«, damals an der Kaulbachstraße 91, aber in seinem grünen Paradies braucht er ja fast nichts . . . .

Die erste Adresse der deutschen Satire ist von 1924 bis 1933 der zweite Stock des Hauses Friedrichstraße 18. Dort residiert die Wochenzeitschrift »Simplicissimus« mit ihren Zeichnern Thomas Theodor Heine, Eduard Thöny, Olaf Gulbransson und Karl Arnold sowie den Redakteuren Peter Scher, Hermann Sinsheimer und (ab 1929) Franz Schoenberner. 

Keferstraße

"Eine Zeitlang lebte er (Rainer Maria Rilke ) in einem Häuschen der Keferstraße (früher 11, heute 2 - Neubau), ganz nahe dem Englischen Garten, in einer Abseitigkeit, die in München möglich ist; der Bach, der vorbeifloß, die Blüte des Maitags, das rote, gelbe Blatt des himmlischen Oktobers war sein Vers - unmittelbar empfangen wie von Gott"

Wilhelm Hausenstein

    Briennerstraße 48 – der junge Rilke mietete dort 2 Zimmer im Erdgeschoß vom 29. September 1896 bis Februar 1897

    Blüthenstraße 8 – im Februar 1897 zog Rilke näher zum Münchner Künstlerviertel Schwabing um und blieb dort bis zum 1. Oktober 1897

    Finkenstraße 2/IV, Pension Pfanner – Rilke wohnte dort mit Loulou Albert-Lazard im September und Oktober 1914 und vom Januar bis Juni 1915

    Widenmayerstraße 32/III – Rilke wohnte dort zu Gast in der Wohnung Frau Hertha Koenigs vom Juni bis Oktober 1915 (und konnte das berühmte Gemälde "Les Saltimbanques" von Picasso bewundern, das dann in der 5. Duineser Elegie erscheint)

    Keferstraße 11, Villa Alberti am Englischen Garten – Rilke vermietete das 1. Stock in der Villa von Frau Alberti vom Oktober bis Dezember 1915 und vom Juli 1916 bis Juli 1917

    Hotel Continental – Rilke verbrachte dort den Winter 1917/18

    Ainmillerstraße 34/IV – die letzte Adresse Rilkes in München (und Deutschland), vom 8. Mai 1918 bis 11. Juni 1919; an seinen Aufenthalt erinnert eine Gedenktafel an der Mauer

Quelle: Rilke Forum

BIRKEN AM VERWALTUNGSGEBÄUDE gegenüber der Münchner Rück

 

 

 

Wohl Goethe und Schiller an einer Fassade (Ecke Feilitzsch- Ursulastraße)