Seite von Theodor Frey über das LENBACHHAUS

 

 

 

"Diese Zeit, die sammelt viele Zeiten ein: da gibt's ein Riesensammelsurium, unendlich groß ist das Archiv.
Los, los! Schafft und schleppt euch ab, überliefert, was noch zu überliefern ist! Für wen? Das fragt jetzt nicht. Worüber verfügt der Mensch? Über sehr, sehr viel Vergangenheit. Nur sie allein ist reich."

Botho Strauß zu Beginn der achtziger Jahre 
in "Kalldewev Farce".

" Franz von Lenbach hatte gemeinsam mit seinem Architekten Gabriel von Seidl eine seinen hohen Ansprüchen gemäße Villa geplant. Begonnen wurde zunächst mit dem Ateliertrakt, dem Südflügel der heutigen Anlage. Dieser lag unmittelbar vor dem symbolischen Stadttor der Propyläen, also außerhalb der unter Ludwig I. und Maximilian II. angelegten Stadt. . . . Nach der Errichtung des Atelierbaus folgte die zentrale Villa - formal an toskanischen Vorbildern orientiert. . . .

Als 1926 das Lenbachhaus zum Ort der Städtischen Galerie wurde, hat Hans Grässel den Nordflügel in bewundernswerter Adaption der Fassaden an das Bestehende - im Inneren jedoch als klare, neusachliche Architektur erkennbar - erbaut.. . .

Die Architekten [Foster + Partners] haben ihren Plänen sowohl die Topographie des Lenbachhauses als auch die vielschichtige Baugeschichte zugrunde gelegt. Sie haben den Charme des Privaten, den die Lenbachsche Villa noch immer vermittelt, bewahrt und ihrem Neubau in Gliederung, Proportion und äußerer Erscheinung eine Form gegeben, die sich bewusst neben dem Bestehenden behauptet. In erster Linie aber wurden die vielfältigen Aufgaben und Anforderungen des Museums berücksichtigt: klare Ausstellungsräume und ein umfangreiches Angebot an Funktionen, die der Besucher von einem Museum des 21. Jahrhunderts erwartet. "

Quelle: www.lenbachhaus.de

Über Franz von Lenbach . . . von Josef Ruederer aus dem Jahre 1907

Bewertung des Baus . . .

 Tanz des Lichts

Bilder von der Eröffnung des Lenbachhauses

 



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Bewertung des Baus

In der Süddeutschen Zeitung charakterisiert Gottfried Knapp den Anbau als "pompöse Architektur". "Vor allem aber die Totalverkleidung sämtlicher neu errichteter Bauteile mit einem schrill golden glänzenden Gelbmetallbleche, Messingpaneelen und davor gestellten stockwerkhohen Bronzerohrer hat bei vielen Passanten und Anwohnern blankes Entsetzen ausgelöst. An der öde in die Länge gezogenen, fensterlosen Rückfassade zur Richard-Wagner-Straße hin bekommt der Goldharnisch sogar eine Penetranz, die schwer erträglich ist. Aber auch zum Platz hin, also gegenüber dem steinernen Monument der Klenzeschen Propyläen, kann man den pseudogoldenen Riegel als Zumutung empfinden."

Sich vor Ort eine eigene Meinung zu bilden, ist meine Empfehlung. Ich empfinde manches als sehr gelungen und schließe mich dieser vernichtenden Kritik nicht an!

In der WELT schreibt Hans-Joachim Müller: "Hoch zu rühmen jedenfalls, wie respektvoll sich die Architektur dem Ort nähert, wie sie all die lästigen Gebärden baumeisterlicher Selbstdarstellung vermeidet." Es ist "ein weiterer Glücksfall angepasster Museumsarchitektur, die fantasievoll und selbstbewusst genug ist, das Bestehende nicht übertrumpfen zu müssen."

Zum neuen Zugang sagt der Lenbach Chef Helmut Friedel in einem Interview bei merkur online:

" Ich bin ja ein alter Münchner, aber ich habe noch nie die Propyläen so gesehen wie jetzt. Der Platz, auf den die Besucher zugehen, ist repräsentativ und zeigt, wo sich Lenbach angesiedelt hat. Er hat sein Atelier an den königlichen Platz und an die Brienner Straße, die königliche Straße zum Nymphenburger Schloss, gerückt. Hier standen auch die Villen von Richard Wagner und Graf Schack; Lenbach hat sich also prominente Nachbarn ausgesucht; außerdem die Nähe zu den Staatssammlungen. Deswegen habe ich an diese schöne Stelle das Restaurant platziert. Das Museum soll auch abends offen sein."











 



Josef Ruederer über Franz Lenbach 
und die Münchner gute Gesellschaft, geschrieben um 1907

"Der beste Kenner aller Münchner."

"Einer der von vornherein wusste, dass ihr Interesse [das der münchner guten Gesellschaft] der Kunst gegenüber ein rein platonisches war. Nur porträtieren liessen sie sich, in Lebensgrösse oder in Bruststück. Draussen in der Luisenstrasse, gegenüber den Propyläen, wo römische Gartenanlagen den Palazzo des Meisters flankierten. Und nicht nur die Münchner, die ganze Welt kannte diese starke Persönlichkeit, mit ihrer rücksichtslosen Art zu verkehren und auch zu malen.  . . . Er fand keinen stärkeren über sich, sondern nur eine Herde ergebener Liebediener, die alle warteten, dass er ihnen eine Gnade erweise, Dafür brutalisierte er sie gehörig, hielt  ihnen aber auch zur rechten Zeit wieder ein Zuckerbrot hin. Denn dieser Weltgereiste wusste, dass die Menschheit auch manchmal zu lachen wünscht. Darum gab er ihnen Feste, in einem Meere von Farben und Lichtern. Wo er umgeben war von einem Kranze blendender, schöner Frauen. Von jenen Modellen, die die ganze Welt kannte, die er protegierte wie ein Fürst, die er kleidete, frisierte, die er wie durch besonderes Dekret zur grossen Lenbachschen Schönheit beförderte. Ein Renaissancemensch.  . . . Wie ein Mann, der sich aus dem Niedersten emporgearbeitet hatte, kannte er einzig sich selber, wie ein Kondottiere schlug er alles tot, was sich ihm in den Weg stellte, wie ein Grosser hat er gelebt, und wie ein ganz Grosser ist er gestorben."

Aus "München" von Josef Ruederer (1907) 

 

 

 

 

                          

Das Restaurant, Café und Bar "ELLA" beruft sich auf den Kosenamen Wassily Kandinskys in seinen Briefen an seine Freundin Gabriele Münter, die mit ihrer großzügigen Schenkung 1957 ihre Sammlung des Blauen Reiters dem Museum vermachte. So heißt es in diesen oft „liebes Ellchen“, „meine liebe Ella“ oder gar „liebes Ellacken“. Die Namensgebung des Cafés versteht sich also als eine Hommage an die Künstlerin Gabriele Münter selbst.


                          Tanz des Lichts

Bilder von der Eröffnung des Lenbachhauses

 

 

        



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