ZWÖLF UNSELIGE JAHRE

EINE SEITE VON THEODOR FREY



 

 



1931im Februar

 


„Alle meine Münchener Freunde und Bekannten, die mich besuchten, [ ... ] alle sprachen von Hitler und waren immer erstaunt, wenn ich mich äußerst skeptisch über ihn äußerte. Es kam der Putsch, es kam die Verurteilung zur Festung, von der ich mir so viel erhofft hatte - heute habe ich den Eindruck: 'nichts gelernt und nichts vergessen'. Ich schau mir bloß immer den Mann an, die Bilder von ihm sind vernichtend. Ich habe starke Zweifel, vor allem an der Persönlichkeit. Ich kann es nicht glauben, daß von dieser Seite das Heil kommt. [...J Ich sehe nichts kommen als ein neues Langemarck."

 

Josef Hofmiller

 

 

 

 

Die satirische Zeitung zeigt am 28. Mai 1933 den Phönix "Deutsche Dichtung", der sich aus einem Scheiterhaufen brennender Bücher erhebt. Neben Marx und Bebel sind auf dem Bücherrücken Lion Feuchtwanger und Emil Ludwig zu erkennen. Am 30. Mai 1933 brannten in München auf dem Königsplatz die Bücher.

 

DIE 12 JAHRE IM PRINZREGENTENTHEATER

 

Quelle: Internetseite des Theaters

1933

Anlässlich des 50. Todestags Richard Wagners wurden alle Opern ab »Rienzi« zyklisch aufgeführt unter der Leitung von Hans Knappertsbusch. Im November 1933 wurde das Haus als »Theater des Volkes« mit täglichem Spielbetrieb wiedereröffnet. In diesem Jahr gab es zwei Uraufführungen: Am 9. November »Alle gegen einen, einer für Alle«, ein Schauspiel von Waldfried Burggraf [Friedrich Forster -auch Friedrich Forster-Burggraf, Pseudonym von Waldfried Burggraf; * 1895 in Bremen † 1958 ebenda - Sein bekanntestes Werk sind das Theaterstück Robinson soll nicht sterben] und am 19. Dezember »Heilige Nacht«, ein deutsches Weihnachts-Festspiel von Joseph Maria Lutz.

1934

Am 24. November 1934 wurde das Schauspiel »Siegfried« von Ernst Bacmeister uraufgeführt. Im Sommer fanden die Festspiele statt.

1935

1935 fanden die Festspiele statt.

1936

Uraufführung von »Der König reitet«, ein Schauspiel von Hildegunde F. Anders, am 22.Oktober 1936. Im Sommer finden die Festspiele statt.

1937

Im Juni 1937 gab das »Teatro alla Scala« aus Mailand ein Gastspiel. Es fanden die Festspiele statt. Die Stücke »Die Uraxt« von Heinrich Hinck am 20. Oktober und »Der Weg zum Reich« von Hildegunde F. Anders am 13. November wurden im Prinzregententheater zur Uraufführung gebracht. Im Haus gab es begleitende Veranstaltungen zur Propaganda-Ausstellung »Der ewige Jude« vom 11. November bis zum 3. Dezember 1937.

1938

Das Schauspiel »Familie«, von Leonhard Ludwig wurde am 7. Januar 1938 uraufgeführt und am 25. Februar das Stück »Der Stier geht los«, ein Schauspiel von Otto C.A. zur Nedden. In diesem Jahr fand eine italienische Festwoche im Prinzregententheater statt.

1939

1939 fanden die Festspiele statt.

1940

Münchener Erstaufführung des Schauspiels »Gregor und Heinrich« von Erwin Guido Kolbenheyer am 16. September 1940. Das tragische Drama »Das Schwert« von Curt Langenbeck wurde am 23. November im Prinzregententheater uraufgeführt. [Sein Drama musste  nach einer Intervention von Alfred Rosenberg zurückgezogen werden. Nach Auseinandersetzungen mit der Reichsdramaturgie meldete er sich 1941 zur Kriegsmarine.]

1941

Im Prinzregententheater wurde »Cavour«, ein Schauspiel von Benito Mussolini und Giovacchino Forzano, am 27. September 1941 erstmals in München aufgeführt.

1943

In der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1943 wurde der Gartensaal von Bomben getroffen, in der gleichen Nacht wurde das Nationaltheater zerstört. Das leicht beschädigte Prinzregententheater wurde renoviert und für die Bespielung durch die Staatsoper umgerüstet. Hierzu wurde der Orchestergraben angehoben und der Schalldeckel entfernt.

1944

Von Mai bis Juli spielt die Staatsoper 28 Mal auf der Bühne des Hauses am Prinzregentenplatz. Die letzte Aufführung vor Kriegsende fand am 30. Juli 1944 statt, es war die Oper »Tiefland« von Eugen d’ Albert.

 

ZUM PRINZREGENTENTHEATER . . .

 

Grundriss der Häuser in der Form eines Hakenkreuzes in München-Bogenhausen




Am 18. Juli 1937 wurde in München das Haus der Deutschen Kunst mit einem Festakt eingeweiht, eine wichtige Stätte der offiziellen Kunst der NS-Diktatur.

hier mehr zum Haus der Kunst , , ,


Hier die Gedenktafel der Grundsteinstifter











 


ORT DER TÄTER - ORT DER OPFER

 

Zwischen den "Ehrentempeln" das "Braune Haus",

 

Ein fast vergessenes Opferschicksal

 

In die Amtszeit des BVP-Politikers Karl Stützel (1872-1944), bayerischer Innenminister der Jahre 1924 bis 1933 unter Ministerpräsident Heinrich Held,   fielen einige bedeutende Maßnahmen, darunter die Gemeindeordnung von 1927. Diese förderte den Ausbau der regionalen Selbstverwaltung mit einem neuen Kommunalwahlgesetz. Er reformierte das Polizeiwesen, initiierte ein bayerisches Ärztegesetz sowie umfassende Planungen zur Sicherung der Energieversorgung und zum Ausbau des bayerischen Staatsstraßennetzes. Er war der Gründer des Siedlungswerks Nürnberg. Stützel bekämpfte entschieden die KPD und die NSDAP . 1925 verhängte er ein Redeverbot  gegen Adolf Hitler, das erst im März 1927 aufgehoben wurde, und bemühte sich um seine Ausweisung. Er hintertrieb auch den von  Wilhelm Frick und Rudolf Buttmann unternommenen Versuch von Hitlers Einbürgerung. 1930/31 erließ er ein Uniformverbot und verbot zeitweise SA und SS. Als am 9. März 1933 die Regierung Held von den Nationalsozialisten für abgesetzt erklärt wurde, nahmen die neuen Machthaber an ihm Rache. Lina Heydrich, die Ehefrau von Reinhard Heydrich, berichtete darüber am 13. März in einem Brief an ihre Eltern:

„Höflich bekommt den Auftrag, mit einigen SS-Leuten den Innenminister Stützel zu verhaften. Erst weigert er sich, sein Bett zu verlassen, um mitzugehen. Als er bei der dritten Aufforderung nicht mitgeht, nehmen sie ihn so wie er ist und setzen ihn in das Auto – und auf ins Braune Haus. Die Gaudi könnt Ihr Euch vorstellen. In Socken und Nachthemd steht der Herr Innenminister in der Halle, umgeben von einer Menge SA und SS, die vor Lachen nicht wissen wohin. Dann kommen sie und treten dem weinenden Innenminister mit ihren schweren Stiefeln auf die große Zehe, daß er zwischen ihnen hopst von einem Bein aufs andere.“

Der nunmehrige Privatmann Stützel lebte bis zu seinem Tod als Persona non grata in München.

Quelle: Wikipedia

 

 

 

jetzt bald  NS-Dokumentationszentrum

 





 


Baustand April 2013



 

Blick von Königsplatz auf das Dokumentationszentrum

 

 

 

 

 

 

 

Schellingstraße 50 - Im Hinterhof dieses Hauses hatte der persönliche Fotograf Hitlers Heinrich Hoffmann (1885-1957) sein Atelier

Er war Hitlers persönlicher Portraitist und betätigte sich als wichtigster fotographischer Propagandist. Seine Aufnahmen prägten nachhaltig Hitlers Image als "Führer": 1909 etablierte Hoffmann ein eigenes Atelier in der Schellingstraße 33, später in Hausnummer 50. Sein Hinterhofatelier war zunächst alles andere als repräsentativ. Im April trat Hoffmann der DAP/NSDAP bei. Im selben Jahr übernahm er den Alleinvertrieb der judenfeindlichen Hetzschrift "Auf gut Deutsch". Direkt gegenüber lag das "Münchner Buchgewerbehaus M. Müller  Sohn", das den "Völkischen Beobachter", später auch "Mein Kampf" druckte und dessen Mitinhaber Adolf Müller ein enger Freund Hoffmanns war.

Es gab kaum einen führenden Parteigenossen, der sich nicht von Hoffmann portraitieren ließ. Zu ihm kamen Hermann Göring, Heinrich Himmler und Joseph Goebbels. Er durfte sich in Hitlers privater Umgebung frei bewegen und ungehindert fotografieren. Mit der Etablierung der NS-Herrschaft begann eine enorme Expansion seines Unternehmens, das im ein Millionenvermögen einbrachte.

Seit Mitte der zwanziger Jahre vermittelte Hoffmann einige Räume des Gebäudes der Reichshauptgeschäftsstelle der NSDAP. Im großräumigen Atelier über seinem Fotostudio wurde der "Ehrensaal der SA" eingerichtet. Dort tagte die Parteispitze. 1929 gab Hoffmann dieses Atelier auf. Das im Oktober 1929 gegründete "Photohaus Hoffmann" befand sich im ersten Stock über dem bekannten "Cafe Stefanie" an der Ecke Theresien/Amalienstraße. Unter den neuen Angestellten war auch die junge Eva Braun, die hinter der Ladentheke stand. Dort hatte sie 1930 Hitler erstmals getroffen.

 

 


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 Wahlpropaganda am 10. April 1938

aus dem Völkischen Beobachter


hier mehr . . .


 

 

 

1939 

1. September: Der Polenfeldzug beginnt (und damit auch der Zweite Weltkrieg in Europa): Truppen der Wehrmacht greifen Polen an. Dies löst die Beistands- (britisch-französische Garantieerklärung) und Kooperations-pakte (Deutsch-sowjetischer Nicht-angriffspakt) aus. Großbritannien und Frankreich fordern Hitler auf, sich aus Polen sofort zurückzuziehen.

 

Am 3. September erklärten Frankreich und das Vereinigte Königreich Deutschland den Krieg. Aufgrund dessen begann am 5. September eine begrenzte und eher symbolische Offensive der Franzosen gegen das Saargebiet. Die Deutschen leisteten keinen Widerstand und zogen sich zum stark befestigten Westwall zurück. Danach blieb es ruhig an der Westfront. Diese Phase wird als „Sitzkrieg“ bezeichnet. Bis auf vereinzelte Artilleriescharmützel erfolgten keine weiteren Angriffe. Auf deutscher Seite rollte die Propagandamaschinerie an. Mit Plakaten und Parolen über Lautsprecher rief man den Franzosen „Warum führt ihr Krieg?“ oder „Wir werden nicht zuerst schießen“ zu.

Quelle: Wikipedia



Jahreszahlen zum Nachdenken!

1789
1889
1939
1989


9.11.1989
Öffnung der Grenze zur DDR


Propaganda in der "Deutschen Familien-Illustrierten" - "Marie Luise" 


(Ausgabe 29. Nov. 1939)

 

 

 

 



 

 



1944 20. Juli

 


 

 

 

 

 

 

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theodor frey

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