JESU
EINE SEITE VON THEODOR FREY

 

 
 

 Geschichte und Charkteristik 

"Mit der Gründung der Pfarrei 1922 wurde der von den nordamerikanischen Passionisten finanzierte Bau (der Orden bezog damals eine Niederlassung in Pasing) nach Entwurf von Georg Wilhelm Buchner (1890–1971) einem Schüler Theodor Fischers und German Bestelmeyers, 1922/23 als nördliche Begrenzung eines späterhin nicht ausgeführten Ortszentrums errichtet.

Basilikales Langhaus mit polygonal schließendem Chor, dem im Süden ein massiver, das Langhausdach wenig überragender Turm mit Zwiebelhaube vorgesetzt ist. An der Südwestecke die Taufkapelle. - Expressionistischer Bau in gotisierenden Formen. Am Außenbau dominiert das mächtige Dach. Auffallend die an Bettelordenskirchen ausgerichteten großen Rundfenster des Obergadens. Die drei Portale Rotmarmor, mit Skulpturen von Hans Panzer. - Im Inneren ist der von einer Art Zellengewölbe überspannte, hochgelegene Chor durch die leichte Einziehung des Chorbogens vom flachgedeckten Langhaus deutlich abgesetzt. Über dem nördlichen Seitenschiff eine Empore, in Arkaden gleich denen zu den Seitenschiffen geöffnet und auf der Südseite in einer tiefen Blendengliederung gespiegelt."

Georg Dehio - München und Oberbayern

Der Grundstein der Kirche wurde am 3. Juni 1923 durch den Münchner Generalvikar (und späteren Regenburger Bischof) Dr. Michael Buchberger gelegt, ihre Konsekration erfolgte am 9. November 1924 durch Kardinal Michael von Faulhaber.

 

Die Passionisten (lat.: Congregatio Passionis Jesu Christi, Ordenskürzel: CP) sind eine katholische Ordensgemeinschaft, die 1720 durch Paul vom Kreuz gegründet wurde. Ihr Hauptmerkmal ist die besondere Verehrung des Leidens Christi. Daher auch ihr offizieller Name: Kongregation vom Leiden Jesu Christi.

Quelle: Wikipedia

 Bilder der Kirche 

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Westportal von Hans Panzer

     

Der Gebeugte Leere Stuhl der beiden Bildhauerinnen Marlies Poss und Blanka Wilchfort erinnert an die in Obermenzing beheimateten jüdischen Bürger und Bürgerinnen, die nach ihrer Vertreibung oder Ermordung durch die Nationalsozialisten ihre „Wohn-Sitze“ verloren und  „Leer-Stellen“ hinterlassen haben. Dies wird ausgedrückt durch die Beugung des Stuhls, die Schieflage der einstigen – nunmehr leeren – Sitzfläche und die fehlende Rückenlehne.

     

 

Der Architekt der Kirche war Georg Wilhelm Buchner (*1890; †1971). Nicht verschwiegen werden darf seine spätere Verstrickung in der nationalsozialistischen Diktatur. Er entwarf neben Kirchen auch zahlreiche monumentale Kreisforen mit Verwaltungszentrum und Aufmarschplatz, eine Thingstätte an der Theresienwiese (zusammen mit German Bestelmeyer) sowie eine NS-Führerschule in Kranzberg"

Hier weiteres auf Wikipedia . . .

Am symbolträchtigen 9. November 2016 erfolgte die  Einweihung mit einer Ansprache von Pfarrer Klaus-Günter Stahlschmidt und der Festrede von Prof. Dr. Michael Wolffsohn. über Juden her. 

 
 

 
 

 

 

 

 

 

Am Kapitell (Westportal) - Wappen (Blutenburg)

 

    

 

Am Seitenaltar von
"Leiden Christi
das Leiden seiner Mutter

 

von Albert Burkart

 

 

Das Chorfenster von Felix Baumgartner zeigt das Opfer Isaaks

 

 

 

 

Wegkreuz am Durchblick

"Es gibt eine massive Glaubenskrise, die nichts damit zu tun hat, dass Menschen keine religiöse Sehnsucht mehr hätten und nun nur noch verdiesseitigt, an materiellen Dingen, am kurzen Glück des Augenblicks oder auch der schnellen Lustbefriedigung interessiert wären. Das mag es alles auch geben, ja. Aber es gibt vor allem eine massive Sprachlosigkeit in Glaubensdingen. Man redet heute über Religion, das eigene religiöse Erleben; die Gottesfrage aber als Frage nicht nur für mich, sondern als die Frage der einen Menschheit, fällt heute weitgehend aus."
Überhaupt ist ja nicht Religion, sondern Gott in die Krise geraten. Die Gottes-gewissheit vergangener Generationen ist vielen Menschen längst abhanden gekommen ..... Ein Grund dürfte sein, dass man es mit dem alten Gott, vordem es sich zu fürchten galt, weil doch unterschiedslos alle gesündigt hatten und deshalb Strafe verdienten, dieser doch nur barmherzig sei, wenn er einige wenige rette, der überwiegende Rest aber durchaus gerechterweise der ewigen Verdammnis anheimfiele, nicht mehr aushielt Dieser Gott war längst einen schleichenden Tod gestorben. Und für dieses Vermissen Gottes, eines erfahrungskonfrontierten Gottes, gab es im Raum der Kirchen keinen Ort."

Magnus Striet in "Gottes Schweigen - Auferweckungssehnsucht - und Skepsis"
S. 18/19 - 2. Auflage 2017


Die Christologisierung Jesu von Nazaret kann seine Botschaft und Praxis in der Tat „kaltstellen" oder neutralisieren, indem sie Jesus von Nazaret vergißt und nur ein himmlisches Kultmysterium übrigbehält: die große Ikone Christus, die man so weit auf die Seite Gottes  geschoben hat, daß auch er, Jesus Christus, alle kritische Kraft in dieser Welt verliert. Für die Göttlichkeit Jesu kämpfen kann in einer Welt, die Gott schon lange ade gesagt hat, von vornherein zu einer verlorenen Schlacht werden. Es verkennt auch die tiefste Absicht des Heilsplanes Gottes ,nämlich daß Gott uns gerade auf eine menschliche Weise entgegen-kommen wollte, damit wir ihn schließlich - in der Tat - finden können. Wenn wir Gottes Heilsabsichten respektieren wollen, dann stellen wir uns unter die Kritik des Menschen Jesus; dann erst gewinnen wir einen Ausblick auf den lebendigen Gott! Das erfordert Geduld, auch katechetisch. Um es grob zu sagen: Während Gott selbst darauf aus ist, sich in menschlicher Gestalt zu zeigen, wollen wir unserseits gerade diese Menschheit so schnell wie möglich übergehen, um eine „göttliche Ikone" zu bewundern, aus der die Züge des kritischen Propheten geglättet sind. So „neutralisieren" wir die kritische Kraft Gottes selbst, und es besteht die Gefahr, daß wir neben den vielen Ideologien, an denen die Menschheit schon reich ist, nur eine neue Ideologie hinzugewinnen: die Christologie! Ich befürchte manchmal, daß wir mit der scharfen Kante unserer bekennenden Glaubensaussagen über Jesus die kritische Seite seiner Prophetie, die durchaus sozial-politische Konsequenzen hat, zerstören. Einseitige Vergöttlichung Jesu, d. h. ihn ausschließlich auf Gottes Seite verweisen, heißt in der Tat einen historischen lästigen Menschen und Spielverderber und eine gefährliche Erinnerung an eine provozierende, lebendige Prophetie aus unserer Geschichte beseitigen - auch eine Art, Jesus als Propheten Schweigen aufzuerlegen!

Edward Schillebeeckx- "Jesus -Die Geschichte von einem Lebenden" Seiten 595/596

 

 

 

 
 

 

     
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