Das Stift Klosterneuburg ist ein Stift der Kongregation der österreichischen Augustiner-Chorherren. Die Basilika hat einen romanischen Ursprung mit gotischen Ergänzungen.  Es wurde 1114  durch den österreichischen Markgrafen Leopold III. (der Heilige) gegründet. Das ursprüngliche Ziel des Markgrafen war es, dass dort – an der Residenz des Babenberger-Markgrafen – ein Dom für ein Landesbistum errichtet würde, was aber nicht zuletzt aufgrund des Widerstandes des zuständigen Bischofs von Passau scheiterte. Erster Propst dieses Säkularkanonikerstiftes war der bedeutende mittelalterliche deutsche Geschichtsschreiber Otto von Freising, ein Sohn des Markgrafen.

Nach dem erkennbaren Scheitern der Pläne für ein eigenes österreichisches Landesbistum zogen 1133 die regulierten Augustiner-Chorherren in Klosterneuburg ein.





Um die Gründung des Klosters spinnt sich die Legende, dass Agnes, die Frau des Markgrafen Leopolds III. einmal an einem Aussichtspunkt auf dem Leopoldsberg, dem damaligen Kahlenberg, ihren kostbaren Schleier durch einen Windstoß verloren habe. Er sei jahrelang nicht mehr gefunden worden, bis Leopold eines Tages diesen Schleier auf der Jagd entdeckt habe. Dazu sei Maria erschienen und habe Leopold befohlen, an dieser Stelle ein Kloster zu errichten. In Wirklichkeit ist die Gründung Teil der babenbergischen Erschließung des Donauraums – die Rodung von Wäldern und die Urbarmachung neuer Landstriche wurde hauptsächlich von Klöstern vorangetrieben.


 


 




Ab 1730 sollte in Klosterneuburg die gigantischste aller barocken Klosteranlagen entstehen. Dem Willen Kaiser Karls VI. entsprechend sollten Kloster und Kaiserpalast eine Einheit bilden – Vorbild war der Escorial bei Madrid. Als das ehrgeizige Projekt zehn Jahre später nach dem Tod Karls VI. eingestellt wurde, war lediglich etwas mehr als ein Achtel des Bauvorhabens verwirklicht worden, darunter auch der imposante Marmorsaal und die prachtvoll eingerichteten Kaiserzimmer.

 

 




HERWIG ZENS

 

 



 


 

 










 

 

 




 










Der siebenarmige Bronzeleuchter wurde in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts in Verona gegossen und war vermutlich eine Stiftung Markgraf Leopolds III. und seiner Frau Agnes. Seine Entstehung fällt somit in dieselbe Zeit wie die Erbauung der romanischen Stiftskirche (1114-1136); vermutlich gehörte er zu deren erster Ausstattung.  Die Siebenzahl der Arme und Kerzen symbolisiert die sieben Gaben des Heiligen Geistes. Hier die Aufzählung aus röm. kath. Sicht: 

Weisheit  -   Verstand/Einsicht  -  Rat  -  Stärke 

Erkenntnis  -  Frömmigkeit  -  Gottesfurcht

 

 









 

 





 








 










Rudolf von Alt (1844) Aussehen vor der neugotischen Restaurierung 1882/90









 

 

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