DREIEINIGKEITEN


EINE SEITE VON THEODOR FREY


Non est hic aliud nisi domus Dei et porta caeli"

(Gen 28,17)

16 Da wachte Jakob aus seinem Schlaf auf und rief aus:
„Hier ist wirklich °unser Gott° an diesem Ort, und ich habe es nicht geahnt!“
 17 Er erschrak und sagte:
„Wie erschreckend ist dieser Ort!
Er ist nichts anderes als Gottes Haus und als das Tor zum Himmel.“
18 Am Morgen brach Jakob früh auf.
Er nahm den Stein, der unter seinem Kopf gelegen hatte,
stellte ihn als Gedenkstein auf und goss Öl über seine Spitze.
19 Und er gab dem Ort den Namen „Bet-El“ (Haus Gottes).

 

 









Das liturgische Leben der Zisterziensergemeinde ist geprägt durch die verschiedenen Zyklen von Jahr, Monat, Woche und Tag.  Der Zisterzienserritus zeichnet sich aus durch eine relativ große Treue zu den kirchlichen und monastischen Überlieferungen der ersten christlichen Jahrhunderte. Der klösterliche Tag gliedert sich in die sieben Horen, die Vigilien oder Nachtwachen und die Eucharistiefeier. Alle diese Komponenten können sich je nach Jahreszeit, Wochen-, Fest- oder Fasttag verschieben, wobei heute den Klöstern große Variationsmöglichkeiten eingeräumt sind und jedes Kloster je nach Lage oder Aufgabe den eigenen Rhythmus bestimmen kann.

 




Heiligenkreuz ist heute weltweit das einzige Zisterzienserkloster, das seit der Gründung ohne Unterbrechung besteht. Es ist auch im 9. Jahrhundert seines Bestehens ein lebendiges Klosters, der Konvent besteht aus vielen jungen Mitbrüdern; die fast 80 Zisterzienser des Klosters wirken als Pfarrer in der Seelsorge und betreiben seit 1802 eine eigene Philosophisch-Theologische Hochschule für die Priesterausbildung.

Besonders pflegen die Heiligenkreuzer Zisterzienser das lateinische Chorgebet in gregorianischem Choral nach den Normen des 2. Vatikanischen Konzils.

 

Abt des Klosters ist  seit 1999 Gregor Henckel Donnersmarck. Er wurde 1943 in Breslau geboren, studierte an der Hochschule für Welthandel in Wien. Nach einer Karriere als Manager in der Wirtschaft trat er 1977 in das Zisterzienserkoster Heiligenkreuz ein, studierte Theologie und wurde 1982 zum Priester geweiht. In der ZEIT 24/60 schreibt Abt Gregor:

"Vorerst ist mir die Natur heilig als 'das Buch', in dem wir mit unserer von Gott geschenkten Intelligenz lesen können. Wir können dabei von der Schöpfung auf den Schöpfer schließen und sind zur Schöpfungsverantwortung aufgerufen. Eigentlich noch wichtiger ist 'das Buch' ganz anderer Art, nämlich die Offenbaruung in Jesus Christus mit der letzten Konsequenz der Kirche."