Das Gericht                 

 

 

Gericht

 

Die Elf


Neuneck mit geteiltem Kreis

Ausklingen - Einklingen

Erblindung - Erhellung

Auslöschen - Entwerden

Richte ich mich selbst?

Verschmelzung

Verlieren - Bewahren

Sein in letzter Entscheidung

Entbindung

Verlassenheit - Geborgenheit

Gnade

 

 
 2. Satz 
der 
IV. Symphonie
 

 
 
Von der Erlösung 

zur Fülle des Seins

 

 Gericht

 

 

 

 

 


Im Atem der erschöpften Zeit

wird das Sein zur Fülle 

des Einen entgrenzt

oder zum Nichts des Vielen 

verengt.

Ein letztes Werden

hin zur Erlösung oder Verdammnis.

Ein letztes Wort

an das geschenkte Sein,

dem das Sein

nur wortlos 

mit letzter Hingabe 

zu antworten vermag.

 

 

Das Wort des Anfangs

wird im Ende erfüllt.

im Licht der Gestalt 

des einen Ganzen.

Das Geheimnis des Lebens,

des Weges und

der Wahrheit 

wird geöffnet.

 

 

Im Gericht erfahren wir

das in der geschenkten Freiheit Verlorene,

das im geforderten Sollen 

Zerstörte.

Wir schauen das von uns Zurückgeschenkte,

Geglückte,

vom Geheimnis 

angenommene.

Alles Erfahrene, 

Gedachte, 

Getane

holt uns ein.

 

Wer scheidet, wer richtet ?

Werden wir gerichtet ?

Richten wir uns selbst ?

 

Richten wir uns selbst

in das Geheimnis hinein,

das bis Zuletzt grenzenlos offen ist 

für alles Gewordene ?

Verlieren wir uns selbst,

mit dem, 

was durch uns im Werden 

verloren wurde ?

Werden wir zusammen 

mit dem Raum und der Zeit

dann endgültig ins Nichts 

des ewigen Dunkels geworfen

oder erhellt in einem neuen Werden

und in diesem Werden

dem zeitlos Gleichen gleich?

 

 

Aller Schatten 

wird zum Nichts,

wir erblinden,

doch alles Licht

wird im reinen Licht 

der vollendeten Einheit 

aufgefangen,

wir schauen.

 

 

Das Sein zwischen

Noch- Nicht und Nicht- Mehr

wird zum Augenblick 

der Ewigkeit.

Der Name,

mit dem wir gerufen wurden,

wird bewahrt im Innersten 

des offenen Geheimnisses;

dies bleibt uns im Sein

als letztes Hoffen,

als letzte Gnade,

als letzte Gabe.

Hier stockt der Atem der Zeit.

Hier ist Geber und Gabe eins,

Tiefe und Höhe eins,

Innen und Außen eins.

  

 

Und doch sind 

alle Dualitäten nicht verloren

sondern eingewoben

in das geöffnete Geheimnis.

Die Bewegung aus dem Ursprung

wird durch den Endsprung in die Zeitlosigkeit vollendet.

 

 

Es ist ein Erhellen und Einklingen

in die Wahrheit

des immerwährenden Erinnerns,

aber auch ein 

Ausklingen und Erblinden

ins Nichts 

des immerwährenden 

Vergessens.

 

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