EINE SEITE VON THEODOR FREY

 

Der geistige Charakter des romanischen wird in der Einfachheit und Schwere der Errichtung gefühlt: in der massiven Mauerhaftigkeit, die es in noch archaischer Befangenheit mit der bloßen Standfestigkeit zu tun hat; in einer Mauerhaftigkeit, die es noch nicht wagt, die Gewände durch hohe Fenster aufzulösen, vielmehr das kleine Fenster pflegt und es in beträchtlicher Höhe der Wand einsetzt, um die Sicherheit des Aufbaus nicht . . . zu gefährden.  . . . In der Tat ist auch der romanische Stil eine archaischer Stil; er ist die archaische Form des nachrömischen Europa. Karl der Große ist eine Gestalt von archaischer Größe, Schwere und Spannung. Der romanische Stil ist der Ausdruck solcher Verfassung.

Das Römische ist im Romanischen wieder primitiv geworden, . . . . ist in den Händen naiver gallisch-germanischer Erben wieder in den Anfang zurückgekehrt. . . . Die repräsentative Schwere und Einfachheit, das 'Monumentale' des romanischen Stiles [gehört] einer Epoche an, die kaiserliche ist und hierarchisch. . . . Allerdings verbürgt der christliche Geist dem romanischen Stil eine gemäßigte, eine menschlichere Haltung.

Wilhem Hausenstein - Kunstgeschichte - S. 98 f. 

Bayern ist unter den Ottonen bis zur Jahrtausendwende ein Randgebiet. ... Den Ottonen gelang es um 947 das baierische Herzogtum unter ihre Oberhoheit zu bringen. Ein halbes Jahrhundert später, nach dem Tod Otto III. (1002), kommt mit Heinrich II. ein baierischer Herrscher auf den Kaiserthron. Sein Regierungsantritt ist das Stichjahr für das Einsetzen . . . einer jetzt breit anhebenden Kunstentfaltung in Bayern. 

 



ALTENSTADT

PETERSBERG
DACHAU

PETERSKIRCHE STRAUBING

AUGSBURGER DOM

ST. EMMERAM
REGENSBURG
 

BAMBERG

 

ST. ÄGIDIUS
KEFERLOH

FORSTENRIED

 

 

 

FREISING -
KRYPTA

STEINGADEN

FRÖTTMANING

ST. ZENO
REICHENHALL

ST. KASTULUS MOOSBURG 

URSCHALLING

SPEYER

WORMS

 

 

 

 

ST. PANTALEON

SECKAU

STIFT HEILIGENKREUZ

KARNER VON TULLN

 

 

NEOROMANIK

ST. ANNA 
LEHEL

ST. ANTON- ISARVORSTADT

 

 

 








 





 

 

EINE SEITE VON THEODOR FREY

 

 

 












 

 Originale Nebenfiguren - trauernde Maria und  Johannes - 
aus dem Bayerischen Nationalmuseum in München

 

 













 



Der "große Gott von Altenstadt"

Romanischer Crucifixus  aus der Wende vom 12. zum 13. Jh.

Das erhobene Haupt ist statt der Dornenkrone mit einem Goldreif umwunden. Eine Figur von großer Erhabenheit und einer königlichen Trauer. Die beiden Assistenzfiguren, Maria und Johannes sind genaue Kopien der Originale, die heute im Bayerischen Nationalmuseum in München stehen. 























 

















Ehemaliges Benediktinerkloster, das um 1104 errichtet wurde. Die um 1077 von den Grafen von Scheyern in Bayrischzell gegründete Niederlassung Hirsauer Mönche wurde um 1087 nach Fischbachau, zwischen 1104 und 1107 auf den Petersberg und schließlich 1119 nach Scheyern verlegt, als die Grafen auf die neu gegründete Burg Wittelsbach übersiedelten.

Die Chorfresken aus der Erbauungszeit wurden 1902-07 wiederentdeckt und restauriert und ergänzt. Ursprünglich sind die beiden unteren Zonen, die Thronende Muttergottes mit Engeln und das Martyrium der Apostelfürsten.

















Aus dem  2. Brief des Apostels Paulus an Timotheus

Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. Darum schäme dich nicht des Zeugnisses von unserm Herrn noch meiner, der ich sein Gefangener bin, sondern leide mit mir für das Evangelium in der Kraft Gottes.




Schnittfigur der Muttergottes aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts aus dem Umkreis des Meisters der Blutenburger Apostel.







 




 









1173  
Weihe der Kirche St."Egidi" im romanischen Stil in Keferloh, ein ehemaliger Weiler des Klosters Schäftlarn

16./17. Jh. 
Die Kirche wird gotisiert bzw. barockisiert. So wurden der Turm gotisch erhöht, die Fenster barock ausgebrochen, eine Quermauer vor die Apsis gesetzt, die Decke barock eingeputzt.

1884
Bei Baumaßnahmen werden die romanischen Fresken in der Apsis entdeckt

1962 -1967

Bei dieser Restaurierung werden die baulichen Veränderungen aus acht Jahrhunderten entfernt und die Wandmalereien gesichert. Die noch vorhandene liturgische Ausstattung (Altäre, Plastiken) werden entfernt.

Seit 1994

Die Fresken werden gesichert und die aufgetretenen Schadensursachen reduziert.

1.September 2013

"Zehn Jahre hat es gedauert, die Kirche St. Aegidius Keferloh nach allen Regeln der Restaurierungskunst in jenes Juwel zurück zu verwandeln, als das sie im Mittelalter schon einmal geglänzt hat. Entsprechend groß ist die Resonanz gewesen, als jetzt [am 1. September 2013] der Zeitpunkt der Übergabe an die Pfarrei, verbunden mit dem 840-jährigen Weihejubiläum, gekommen war. . . .

Mit seinem Festvortrag . . . nahm der 'Historiker Hermann Rumschöttel das Publikum mit in jene Zeit, als Schäftlarner Mönche die Kirche St. Aegidius erbauten. Damals, um das Jahr 1173, war Heinrich der Löwe gerade dabei, den Markt München aufzuwerten. Gut möglich, dass Keferloh den Schäftlarnern als eine Art Ersatzgelände, als „Teil eines politischen Pakets" vermacht worden ist. . . . Ökonomische Interessen begannen sich in den Vordergrund zu schieben, die Verkehrswege verbesserten sich, die Wissenschaften und das Papsttum blühten auf. Pilger und die Teilnehmer der Kreuzzüge überschritten erstmals die Grenzen Europas. Und immer sei die Kirche St. Aegidius ein „kleiner, aber unverzichtbarer Mosaikstein der religiösen Entfaltung" und Keferloh ein Schnittpunkt im Herzen des Kontinents gewesen."

Quelle: SZ Bericht von Jürgen Wolfram vom 2. 9. 2013



 

 

Zu Bildern nach des Restaurierung >





Christus in der Mandorla

links: Petrus  -  rechts: Paulus




Apostel





Evangelistensymbole (?)




 

Verkündigung  an Maria

 

 
















 

"Man  verlässt den Raum getröstet: Christus, das Licht,
die lebendigen Steine, die geheimnisvollen Farbspuren
der Heilsgeschichte und der heute mögliche rücksichtsvolle
Umgang mit dem alten Erbe beglücken."

Peter B. Steiner in CiG - 9/2014

 

 





Heilig Kreuz von Schaftlach

1020/1030

ottonische Renaissance

Zwei gleichaltrigen Kruzifixe sind das Gerokreuz des Kölner Doms
und das Kreuz der Stiftskirche Aschaffenburg





 

 

 

FORSTENRIED

 

 

 


 

Romanischer Kruzifix in Heilig Kreuz - Forstenried

Bedeutendstes Kunstwerk der Kirche  ist ein romanisches Kruzifix aus Kloster Andechs; es wird auf die Zeit um 1170 datiert und ist in byzantinischer Manier bemalt. Beide Füße des Heilands sind mit demselben Nagel befestigt; mit dieser Art der Darstellung ist das Forstenrieder Kreuz eines der ersten im deutschen Sprachraum.

 





 

 

 

theodor frey

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